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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Zweitstudium mit 40 und 2 kleinen Kindern



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McDreamy
06.03.2009, 23:41
Aber ob es wirklich so viel Spaß macht als Berufsanfängerin mit 50 von Kollegen die altersmäßig fast die Kinder sein könnten sich beruflich zeigen zu lassen, wo der Hase lang läuft? Hatte als Assi mal einen 40-jährigen(leider noch älter wirkenden) AIP-ler zu betreuen - das war schon ziemlich doof für beide Seiten, denn wenn die Patienten mitbekamen, das ich dem vermeintlichen "Oberarzt" weisungsbefugt war, war er völlig unten durch. Andererseits konnten wir die Komödie "der Oberarzt und die Assistentin" nicht für die Patienten spielen, nur weil es so schön ins Klischee gepasst hätte, ich war halt schon ein paar Jahre in dem Haus.


Typisch eingefahrene Rollenbilder und deutsch-österreichisches Hierarchiedenken. Schwer zu verstehen, weshalb es hierzulande immer noch üblich ist, Leuten ab 40 (oder gar 30?) eine berufliche Neuorientierung abzusprechen. Scheint fast so, als würde man denen nur noch zugestehen, auf die Rente zu warten.

Relaxometrie
07.03.2009, 00:40
Ich nehm an, die kennst du schon?
http://www.stern.de/wirtschaft/arbeit-karriere/karriere/:Sp%E4te-Karriere-Die-Geschichte-Not%E4rztin/649478.html
Die Frau aus dem Bericht hat ihr Studium allerdings schon mit 29 Jahren begonnen.

Prusselise befindet sich mit dem Studienvorhaben an einem Point of no return. Da bringen alle Ratschläge nichts mehr.



Typisch eingefahrene Rollenbilder und deutsch-österreichisches Hierarchiedenken. Schwer zu verstehen, weshalb es hierzulande immer noch üblich ist, Leuten ab 40 (oder gar 30?) eine berufliche Neuorientierung abzusprechen. Scheint fast so, als würde man denen nur noch zugestehen, auf die Rente zu warten.

Ich denke, daß ich eine differenziertere Antwort gegeben habe, als nur mit eingefahrenen Rollenbildern und Warten-bis-zur-Rente zu argumentieren.

Angel Oak
07.03.2009, 06:39
Aber ob es wirklich so viel Spaß macht als Berufsanfängerin mit 50 von Kollegen die altersmäßig fast die Kinder sein könnten sich beruflich zeigen zu lassen, wo der Hase lang läuft? Hatte als Assi mal einen 40-jährigen(leider noch älter wirkenden) AIP-ler zu betreuen - das war schon ziemlich doof für beide Seiten, denn wenn die Patienten mitbekamen, das ich dem vermeintlichen "Oberarzt" weisungsbefugt war, war er völlig unten durch. Andererseits konnten wir die Komödie "der Oberarzt und die Assistentin" nicht für die Patienten spielen, nur weil es so schön ins Klischee gepasst hätte, ich war halt schon ein paar Jahre in dem Haus.

Es ist hierzulande leider aber auch so, dass bei altersmäßig ähnlich liegenden, gegengeschlechtlichen Kollegen in den Augen vieler Patienten prinzipiell der Mann der "Ranghöhere" ist. Das hat die erfahrenen Assistentinnen kurz vor der FA Prüfung auch oft gefuchst, vor allem wenn der männliche Kollege gerade mal im ersten Weiterbildungsjahr war.

Gerade viele Frauen, die früher angefangen haben, sind durch Familienplanung und anderes in meinem Alter auch noch keine Fachärztin.

Und das Gefühl, gerade in dem Alter nicht dumm da stehen zu wollen, kann auch ein sehr starker Lernmotivator sein;-). Man muss es natürlich aushalten, von Jüngeren zu lernen.

McDreamy
07.03.2009, 20:27
Die Frau aus dem Bericht hat ihr Studium allerdings schon mit 29 Jahren begonnen..

Sie war 30. Was ist der Punkt?
Andere sterben mit 45 an nem Herzinfarkt. Wieder andere stehen mit 70 noch voll im Berufsleben und leben bis 95. Niemand kann sagen wieviele Berufsjahre jemand noch vor sich hat, der mit 40 zu studieren beginnt.

@Relax: Ein(e) 40jährige(r) hat in der Regel bereits 15-20 Jahre in einem stressigen Job hinter sich. Die meisten wissen also, dass sie nach dem Studium ein zeit- und kräfteraubender Job erwartet. Und nur wenige werden die Berufswahl Arzt getroffen haben, weil sie alle Staffeln von Dr. House gesehen haben (ich weiß, mein Nick ist da jetzt kontraproduktiv ;-) ).

Ob es sich auszahlt? Macht es Sinn? Hmm.... Zahlt es sich aus, ein Haus zu bauen und eine Familie zu gründen? Macht eine Karriere Sinn, die mit 45 auf dem Chefsessel endet? Und wenn ja, wer bestimmt das?

Ich denke, dass die meisten Spätberufenen hier im Forum in der glücklichen Lage sind, für sich schon definiert zu haben, was Sinn macht und was nicht. Der Grund, warum sie hier posten, ist dass die Gesellschaft es nicht so gern sieht, wenn jemand den vorgegebenen Trampelpfad verlässt, "nur" weil er seinen Sinn eben woanders sieht.

Ich persönlich möchte mir die Freiheit nehmen, auch noch mit 60 neue Wege zu gehen.

bremer
08.03.2009, 19:02
Ja, schon unverständlich, was McDreamy geritten hat. Ein öffentliches Forum ist nunmal ein Konglomerat von verschiedenen Meinungen, ob's ihm passt oder nicht.
Was das mit einem angeblichen "dt.-österreich. Hierarchiedenken" zu tun haben soll, ist wahrscheinlich nur ihm nicht schleiherhaft. :-nix

Wie auch immer, wer so entschlossen ist, seinen Traumberuf noch mit 40 zu erlernen, der läßt sich wohl nicht mehr von kühlen Ratschlägen beeinflussen (das würde ich womöglich auch nicht gut finden, bis man auf den harten Boden aufschlägt, ist das Gefühl des Fliegens wunderschön), insofern eh egal ....

icespeedskatingfan
11.03.2009, 10:19
Typisch eingefahrene Rollenbilder und deutsch-österreichisches Hierarchiedenken.

Echt??? Habe in den USA (Famulatur) und GB (Tätigkeit als GP) dieszbezüglich Klöpse von ganz anderer Qualität kennen lernen dürfen .:-))

gogolina1974
11.03.2009, 20:35
Sie war 30. Was ist der Punkt?
Andere sterben mit 45 an nem Herzinfarkt. Wieder andere stehen mit 70 noch voll im Berufsleben und leben bis 95. Niemand kann sagen wieviele Berufsjahre jemand noch vor sich hat, der mit 40 zu studieren beginnt.

@Relax: Ein(e) 40jährige(r) hat in der Regel bereits 15-20 Jahre in einem stressigen Job hinter sich. Die meisten wissen also, dass sie nach dem Studium ein zeit- und kräfteraubender Job erwartet. Und nur wenige werden die Berufswahl Arzt getroffen haben, weil sie alle Staffeln von Dr. House gesehen haben (ich weiß, mein Nick ist da jetzt kontraproduktiv ;-) ).

Ob es sich auszahlt? Macht es Sinn? Hmm.... Zahlt es sich aus, ein Haus zu bauen und eine Familie zu gründen? Macht eine Karriere Sinn, die mit 45 auf dem Chefsessel endet? Und wenn ja, wer bestimmt das?

Ich denke, dass die meisten Spätberufenen hier im Forum in der glücklichen Lage sind, für sich schon definiert zu haben, was Sinn macht und was nicht. Der Grund, warum sie hier posten, ist dass die Gesellschaft es nicht so gern sieht, wenn jemand den vorgegebenen Trampelpfad verlässt, "nur" weil er seinen Sinn eben woanders sieht.

Ich persönlich möchte mir die Freiheit nehmen, auch noch mit 60 neue Wege zu gehen.

ein genialer beitrag mcdreamy!!!:-top
ich hätte es nicht besser ausdrücken können!

Relaxometrie
11.03.2009, 21:44
ein genialer beitrag mcdreamy!!!:-top
ich hätte es nicht besser ausdrücken können!
Ich finde es interessant (und ein wenig bedenklich), daß politisch korrekte Beiträge immer wieder große Anerkennung finden, nachdenklich-realistische Beiträge hingegen abgelehnt werden :-nix

vesalia
24.03.2009, 21:46
Finde ich spannend, dass ich dieses Forum gerade rechtzeitig finde, es gibt also noch mehr so schräge Vögel. Mit dem Studium fange ich im September an, den Platz habe ich schon. Ich habe 4 Kinder von 12 bis 17, alle inzwischen unabhängig genug, was die Sache natürlich etwas erleichtert. Ich sehe es so - wenn ich Medizin schon mit 20 studiert hätte, wäre auch nicht garantiert gewesen, dass ich jahre/jahrzehntelang weitergemacht hätte, dass es im Leben zu unerwarteten Änderungen kommen kann, weiss ich inzwischen zur Genüge. Ich habe inzwischen einiges mehr an Lebenserfahrung - kann ja nie schaden, und das Lernen verläuft inzwischen auch anders (gezielter? ökonomischer?) als damals bei meinem Erststudium. Das Thema Familienplanung oder nicht steht nicht mehr zur Debatte, die Claims sind abgesteckt, und ich kann mich wieder relativ vollständig auf meine Sachen konzentrieren. Dass das Gros meiner KommilitonInnen nur etwas älter ist als mein 17jähriger Ältester (der im Herbst auch an der Uni anfängt - aber nicht als Mediziner), ist vielleicht etwas ungewohnt, aber stört mich nicht, die Studis, die ich in AGs bisher kennengelernt habe, machen daraus keine grosse Sache. Ich habe auch bei vergleichbaren Settings immer ein paar Leute gefunden, die da keine Komplexe hatten...oder im gleichen Boot sassen. Von daher würde ich allen, die das wirklich anvisieren, Mut machen. Ich sehe mich doch mindestens mit noch 15 bis 20 Jahren echter Arbeitstätigkeit nach dem Studium (wobei ich eh keine Ambitionen habe, mit 62 in Rente zu gehen und dann Rosen zu züchten oder so) - habe einen familiären Hintergrund von Selbständigen, die ihre Jobs solange gemacht haben/machen, wie es Freude macht und möglich ist; das gleiche habe ich auch vor. Na gut, davor liegen noch ein paar Jahre Studium. Was allerdings sehr hilfreich ist, ist eine zumindest verständnisvoll-wohlwollende Haltung der Umgebung, ganz allgemein - ich war eh nie ein Haushaltsfreak und habe in der Beziehung zum Glück keine allzu hohen Erwartungen oder Ansprüche herangezüchtet. Die Hemmschwelle war eher bei mir selbst, nach dem Motto "gestehe ich mir das nun wirklich zu? darf ich so egoistisch sein und ein ganzes Studium durchziehen?" Wenn das erstmal geklärt ist und keine Energie mehr für das Diskutieren/Argumentieren mit sich selbst verloren geht, gibt's die Reibungsverluste nicht mehr. In diesem Sinn wünsche ich euch allen sehr viel Erfolg - ich werd jetzt mal öfter auf diese Seiten schauen :-)

Zweitstudium
19.10.2009, 18:26
Hallo Leute,
ich finde es such spannend, was so alles hier diskutiert wird.
Ich möchte auch gern Medizin als Zweitstudium studieren. Vor Jahren habe ich mich aus privaten Gründen dagegen entschieden, was ich zu tiefst bereue. Ich habe stattdessen Wirtschaftswissenschaften studiert. Nach dem Studium habe ich als Gesundheitsökonomin (Schnittstelle zwischen Medizin und Ökonomie) in der Forschung (4,5 Jahre lang) an der Uni gearbeitet. Ich war in verschiedenen Projekten beteiligt, habe auch Veröffentlichungen. Habe auch Medizinstudenten unterrichtet (das nenne ich Ironie des Schicksals). Dann habe ich aus familierären Gründen mit der Arbeit aufgehört.
Ich interessiere mich ungemein für Medizin, musste mich durch die Projekte auch viel mit medizinischen Behandlungsmethoden auseinander setzen. So stellte ich mir meine Arbeit auch später vor.
Ob ich das wagen soll. Was meint ihr? Wenn ich mich dafür entscheiden würden, würde meine Begründung, akzeptiert werden?