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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bitte um Info und Diskussion bzgl. Einkommen



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test
10.08.2008, 19:17
Was ich nicht verstehe ist, warum man bei solchen Diskussionen immer gleich sarkastisch werden oder alles ins Lächerliche ziehen muss? Mich würde das Thema auch interessieren, aber gefühlte 5 Seiten sind ja fast nur Spam :-(( .
Ich fänds mal gut, wenn über das Thema Gehalt (auch auf diesen speziellen Fall bezogen) mal sachlich diskutiert wird, so dass auch ein Außenstehender der sich (noch) nicht mit dem System auskennt eine Meinung bilden kann...


Wer Infos zu den Tarifgehältern für ANgestellte Ärzte haben möchte, kann sie hier finden:
http://www.marburger-bund.de/marburgerbund/bundesverband/unsere_themen/tarifpolitik/index.php

z.B. an Unis:
http://www.marburger-bund.de/marburgerbund/bundesverband/unsere_themen/tarifpolitik/tdl/TV-Aerzte.pdf

an kommunalen Häusern:
http://www.marburger-bund.de/marburgerbund/bundesverband/unsere_themen/tarifpolitik/vka/tarifrunde2008/009.php

für kirchliche und private Häuser findet man dort dann auch teilweise Infos.

Manch einer wird mehr oder weniger verdienen, die Regel ist aber ein deutlich besseres Gehalt sicher nicht und einen Oberarzt mit 10 000 brutto Gehalt würde ich auch nicht als Regel ansehen. Und ein echter Oberarzt (kein Funktionsoberarzt) Anfang 30 ist eine ziemliche Seltenheit.

Die Gehälter sind also mehr oder weniger bekannt und, ob man sie nun gut findet oder nicht, ist jedem selbst überlassen und wie schon erwähnt, sieht man ja, wo diese DIskussionen immer hinführen ;) Zu nichts. :-meinung

Zu den Niedergelassenen Gehältern etwas zu sagen ist schwierig, man kann aber wohl sagen, dass die Schwankungsbreite innerhalb einer Facharztgruppe wesentlich größer ist als zwischen den verschiedenen Facharztgruppen, der wirtschaftliche Erfolg hängt stärker von Organisation und AUsrichtung der Praxis ab als von der Fachrichtung.

Inelein
10.08.2008, 19:23
Ist das Gehalt angemessen? Wie sieht denn dann der Stundenlohn aus, man "hört" ja oft von massenweisen Überstunden? Denn wenn dann am Ende ein Stundenlohn von 6€ rauskommt, finde ich das schon wenig. Als "Laie" würde ich die Verantwortung im Vergleich zu manchen Handwerkern gemessen am Stundenlohn dann doch höher einschätzen? Denn immerhin trägt man ja zumindest zum Teil die Verantwortung für die Gesundheit seiner Patienten (muss ja nicht immer gleich um Leben und Tod gehen)? Und nein das hat nichts mir Gottkomplex o.ä. zu tun, aber subjektiv betrachtet fällt doch ein falsch angebrachter Abflusshahn weniger ins Gewicht, als eine falsche Medikation? Von einem Berufsberater beim Arbeitsamt wurde ich übrigens ausgelacht, weil laut dem ein Handwerksmeister mal locker flockig 20 Euro in der Stunde verdient, so auf die Art dass er nicht verstehen kann wieso man dann Med studieren will :-nix .
Versteht mich nicht falsch ich finde 3000 netto viel Geld und verstehe nicht wie man davon nicht gut leben können kann, musste aber schon viele Diskussionen mit Verwandten/Bekannten führen, die nicht verstehen konnten, dass man als Arzt nur "so wenig" verdient.
Und zum konkreten Fall: Wie ist es denn möglich 4000 Euro nur mit Diensten zu verdienen? Nach dem letzten "Verdienst im Dienst"-Thread dachte ich, ich hätte das System dahinter ungefähr verstanden, aber das erscheint mir doch sehr viel? Oder bekommt man als OA so viel mehr für Dienste?

Sorry für meine vielen Fragen :-blush

habichnicht
10.08.2008, 20:32
Wie sieht denn dann der Stundenlohn aus,..Denn wenn dann am Ende ein Stundenlohn von 6€ rauskommt, finde ich das schon wenig. Stundenlöhne:

Assistenzärzte an kommunalen Krankenhäusern zwischen 21 und 26 Euro (brutto natürlich).

Fachärzte an kommunalen Krankenhäusern nach TV-Ä(VKA): : zwischen 29 und 36 Euro (brutto)
Quelle: TV-Ä(VKA)


Von einem Berufsberater beim Arbeitsamt wurde ich übrigens ausgelacht, weil laut dem ein Handwerksmeister mal locker flockig 20 Euro in der Stunde verdient, so auf die Art dass er nicht verstehen kann wieso man dann Med studieren will Stundenlohn Elektroinstallateur: 11,16 Euro/h (brutto natürlich)

Quelle: http://www.boeckler.de/32207.html?page=berufe_0541_0149_0079.xml&vm=beruf


man "hört" ja oft von massenweisen Überstunden? Wer massenweise unbezahlte Überstunden macht, sollte sich ein Beispiel an den Elektroinstallateuren nehmen.



Wie ist es denn möglich 4000 Euro nur mit Diensten zu verdienen? Das sind nicht nur Dienste. Beim OA kommt oft noch reichlich Pool dazu.

Kackbratze
11.08.2008, 05:30
@Inelein

Boardsuche nutzen...wie schon VOR den 5 Seiten Spam geschrieben gibt es genug Threads zu dem Thema, genug Links zu immer-wieder-den-gleichen-Tabellen und auch (wie schon vor und im Spam gesehen) die gleichen Diskussionen darum... :-)

rogerM
11.08.2008, 07:46
Von einem Berufsberater beim Arbeitsamt wurde ich übrigens ausgelacht, weil laut dem ein Handwerksmeister mal locker flockig 20 Euro in der Stunde verdient, so auf die Art dass er nicht verstehen kann wieso man dann Med studieren will :-nix .
Versteht mich nicht falsch ich finde 3000 netto viel Geld und verstehe nicht wie man davon nicht gut leben können kann, musste aber schon viele Diskussionen mit Verwandten/Bekannten führen, die nicht verstehen konnten, d

da sieht man mal wie dämlich diese berufsberater vom arbeitsamt sind, es macht auch wirklich tierisch spass jeden tag bis an sein lebensende den leuten ihre klos zu sanieren. die denken auch nur von 12 bis mittag.

man bekommt ja nichmal 3000 netto leider, so richtig kann ich das auch nicht verstehen, immerhin ist man zumindest im krankenhaus berufsträger, sprich derjenige der das geld erwirtschaftet, das ganze andre personla was da noch so rumläuft ist doch eher servicekraft die das ganze verwaltet, jetzt mal wirtschaftlich betrachtet. also sollte man als berufträger auch vernünftig entlohnt werden.

alley_cat75
11.08.2008, 09:01
Alley: Aber wie kommst Du auf diese Summe? Nach welchem Tarifvertrag wirst du bezahlt?

Wir haben einen privaten Haustarifvertrag und bekommen die Dienste extrem gut bezahlt. Wir machen ja 24-h-Dienste und werden zu 90% bezahlt. Bei 3-4 Diensten/Monat kommt da ordentlich etwas zusammen.

alley_cat75
11.08.2008, 16:43
Ich bin im 2. Weiterbildungsjahr (sozusagen noch frisch von der Uni) und gehe mit (einschließlich Diensten) 4500 Euro Brutto nach Hause. Als unverheiratet und kinderlos sind das knapp 3000 Euro netto/Monat. Finde ich viel Geld.

Ich muss mich mal selbst zitieren. :-)) abcd hat mich auf einen Fehler aufmerksam gemacht und zwar habe ich nicht 4500 sondern 5500 Euro Brutto mit Diensten. Du machst also nichts falsch, abcd, sondern ich. :-blush Das beantwortet dann sicher auch Deine Frage, die Du mir geschickt hast.

Evil
11.08.2008, 18:04
Na, wohl eher 2700 - 2800 netto; Fiskus, Ärztkammer, Ärzteversorgung und Krankenkasse holen sich da zusammen rund 50%, von den übrigen Versicherungen nicht zu reden.

habichnicht
11.08.2008, 18:51
Na, wohl eher 2700 - 2800 netto

Wohl eher nicht. ;-) Es kann sogar mehr als 3000 Euro sein. :-D

Unter dem Nettogehalt versteht man das Bruttogalt minus Lohnsteuer, evtl.minus Kirchensteuer, und minus Sozialversicherungsbeiträge.

Beiträge zu Berufsverbänden gehören nicht zu den Sozialabgaben.

Auch das, was Dir Deine Verwaltung vom Bruttogehalt abzieht, um es Dir als vermögenswirksame Leistung auf ein Sparkonto zu überweisen, gehört zu Deinem netto-Gehalt, auch wenn es nicht auf Deinem Girokonto auftaucht.

(Neulich hat sich hier mal jemand armgerechnet, indem er die vermögenswirksamen Leistungen auch noch mit abgezogen hat. :-)) )

Die Abzüge für zusätzliche Altersvorsorgen (z. B. VBL) gehören ebenfalls zu Deinem netto-Gehalt, denn das sind keine Sozialabgaben, sondern langfristig auf Deinen Namen angelegtes Geld.

Wenn man (wie alleycat vermutlich) keine Kirchensteuer zahlt, können von 5500 Euro brutto schon gut 3000 Euro netto übrig bleiben. Wenn man in einer günstigen Krankenkasse ist, können es sogar 3100 Euro sein.



Steuerklasse 1, keine Kirchensteuer, GKV mit 14,4% (davon die Hälfte vom Arbeitgener bezahlt):

Land Brandenburg:

5500 Euro brutto:

Lohnsteuer :1493.58 Euro
Solidaritätszuschlag :82.14 Euro

Summe der Steuern 1575.72 Euro

Rentenversicherung: 447.75 Euro
Arbeitslosenversicherung: 74.25 Euro
Krankenversicherung (GKV) 291.60 Euro
Pflegeversicherung: 39.60 Euro

Summe der Sozialversicherungsbeitäge 853.20 Euro

Nettolohn:3071.08 Euro

(Bei günstigerer GKV wären es ca. 3100 Euro.)




Land Bayern:

Steuerklasse 1,
als braver Bayer bzw. intermediärer Wahlbayer zahlt man natürlcih Kirchensteuer; GKV mit 14,4% (davon die Hälfte vom Arbeitgeber bezahlt):


5500 Euro brutto:

Lohnsteuer :1493.58 Euro
Solidaritätszuschlag :82.14 Euro
8% Kirchensteuer :119.48 Euro

Summe der Steuern 1695.20 Euro

Rentenversicherung: 527.35 Euro
Arbeitslosenversicherung: 87.45 Euro
Krankenversicherung 291.60 Euro
Pflegeversicherung: 39.60 Euro

Summe der Sozialversicherungsbeitäge 946.00 Euro

Nettolohn:2858.80 Euro

Durch günstigere GKV können es 2900 Euro sein.

Zuverlässiger Gehaltsrechner (http://www.parmentier.de/steuer/steuer.htm?steuer01.htm)

Trident
11.08.2008, 19:50
Mich würde mal interessieren, was man so in der Pharma Industrie hinterher verdient? Oder in anderen wirtschaftlichen Bereichen, wo man mit einem Medizinstudium einsteigen kann. Notfalls macht man eben noch einen MBA, statt Facharzt hinten drauf.

Hat da jemand Erfahrung und mögliche Gebiete?!

Ich freu mich unheimlich mein Traumstudium jetzt anzugehen aber ich werde hinterher nach Möglichkeit nicht für einen ungerechten Lohn arbeiten und Mutter Theresa spielen. Ausbaden, was die schwer reichen Ärztegenerationen vor uns verdient haben (okay, Bedingungen waren härter aber nichtsdestotrotz).
Notfalls winkt halt Ausland (z.B. USA - Greencard-Lotterie Antrag ist schon raus, Skandinavien, GB - solange keine feste Familie vorhanden ist) auch wenn das ein steiniger Weg ist. Aber den ist man ja dann schon durchs Studium gewohnt.. Oder ich werde Radiologe bzw. Plastischer Chirurg :-)) ...

Muriel
11.08.2008, 19:57
Vielleicht eine dumme Frage meinerseits, weil ich mich mit diesem Steuerkrams usw. nicht auskenne und ehrlich gesagt auch keine Ambitionen habe, das zu ändern ;-) Aber wieso zahlt man in Bayern mehr Renten- und Arbeitslosenversicherung als in Brandenburg?

habichnicht
11.08.2008, 20:07
Keine Ahnung. Frag mich was Leichteres.
Ich habe gerade mal in dem Steuerrechner mehrere Ost- und Westländer eingegeben, aber alle anderen Parameter gleich gelassen (entweder immer mit Kirchensteuer oder immer ohne Kirchensteuer). Da waren die netto-Gehälter im Osten immer etwas höher angegeben als im Westen. :-nix

Muriel
11.08.2008, 20:14
Hat das denn was damit zu tun, ob man Kirchensteuer zahlt? Ich meine, berechnet sich die zu leistende Abgabe an die RV nach dem Geld, nachdem alle Steuern abgezogen sind, so dass hier der Unterschied zu suchen ist? Völlig Banane sonst, wenn man bundeslandspezifisch RV-Beiträge zahlte, oder?

habichnicht
11.08.2008, 20:20
Hat das denn was damit zu tun, ob man Kirchensteuer zahlt? An eine Erklärung in dieser Richtung hatte ich auch gedacht, aber auch wenn ich bei allen Ländern das Häkchen bei "kirchensteuerpflichtig" mache, ist es im Osten netto immer mehr als im Westen.

Meines Wissens bezieht man die Rentenversicherungsbeiträge auf das Brutto-Gehalt.
Ich bin gerade ziemlich müde und hab' heute keine Lust mehr, der Sache auf den Grund zugehen. Vielleicht fällt mir morgen etwas dazu ein.

Medi-Mami
11.08.2008, 20:25
Also den Soli-Beitrag gibts im Osten nicht. Vielleicht ist das ja die Differenz gewesen? AV und RV sind meines Wissens gleich.

Muriel
11.08.2008, 20:27
Soli steht aber in der oben aufgeführten Rechnung auch bei BRB dabei. Naja, wie auch immer, ich bleibe in Köln, auch wenn ich hier höhere Mieten zahle und weniger Geld bekomme ;-)

habichnicht
11.08.2008, 20:28
Das hat anscheinenend etwas mit unterschiedlichen Beitragsbemessungsgrenzen zu tun. Schau mal in Wikipedia nach. Mit 5500 Euro brutto/Monat liegt man im Osten stärker über der Beitragsbemessungsgrenze als im Westen:


Zitat aus Wikipedia:
Die Beitragsbemessungsgrenze legt fest, bis zu welchem Einkommen Beiträge für die Rentenversicherung zu entrichten sind.
Für 2008 beträgt sie 63.600 € (5.300 € monatlich) in den alten Bundesländern (0,95 % mehr als im Vorjahr),

54.400 € (4.500 € monatlich) in den neuen Bundesländern (1,0989 % geringer als im Vorjahr).


Sorry, ich weiß nicht, wie iman diese Punkte weg bekommt.

habichnicht
11.08.2008, 20:30
Also den Soli-Beitrag gibts im Osten nicht. .Doch!!! Auch im Osten wird der Soli abgezogen!

Medi-Mami
11.08.2008, 20:32
Echt? Ok, wieder etwas dazugelernt. Dachte der wird nur vom Westen an den Osten bezahlt.

habichnicht
11.08.2008, 21:05
Ich hab früher auch gedacht, der Soli würde nur im Westen abgezogen. Fand ich damals auch logisch. :-)

Jetzt würde mich noch interessieren, ob der Ost-West-Unterschied der Bemessungsgrenzen auch für das Ärzteversorgungswerk gilt oder nur für die gesetzliche Rentenversicherung.