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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie viele Tage am Stück? Bereitschaftsdienst? Fragen zu Arbeitszeiten



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John Silver
26.02.2009, 19:48
Man bekommt diese Wochenddienste nicht bezahlt. Rein theoretisch kann man Überstunden dafür aufschreiben, um aber dann vor der ganzen Mannschaft die Klagen des Chefs über das Überstundenkonto zu hören.

Na und? Dann klagt der Chef eben. Entweder läßt er sich ein anderes Arbeitszeitmodell einfallen, oder er soll mehr Leute einstellen. 2 Leute sind m.E. für eine typische Station einer Uniklinik definitiv nicht genug. Wer sich heutzutage noch dazu zwingen läßt, Überstunden in großem Stil unter den Tisch fallen zu lassen, ist selbst an der Misere schuld, in der er/sie steckt. Entweder entdeckt man seine Eier, oder man wird veräppelt.

gitgott
27.02.2009, 19:14
Das große Problem ist, dass die Assistenten nicht zusammenhalten. Die meisten finden es *******, aber keiner sagt was!
Die "nicht Fachärzte" bekommen auch im Prinzip vom Leitenden OA gesagt, dass man dann einfach nicht in die Funktionen kommt, wenn man sich "nur" beschwert.
Von einigen Altassis hört man dann, dass es früher ja noch schlimmer war.
Die Klinik vergrault irgendwie einen Kollegen nach dem anderern. Dabei ist der Chef echt super nett, aber der leitende OA schmeißt den Laden so wie er will, und das nicht mal qualitativ gut!
Ich teile mir mit meiner Kollegin derzeit 15 IMC-Betten, auf denen jeder alles an zentralen Zugängen hat, die meisten kAtecholaminpflichtig sind und 50% non-invasiv beatmet werden. Dann müssen in der Zeit noch Sono-Dienste, Studentenunterricht etc gemacht werden! Suuuuperr!

John Silver
27.02.2009, 21:21
Naja, wenn das so ist, solltest Du schwer überlegen, die Klinik zu wechseln. Ich kenne einige Leute, die Innere an Unikliniken machen, und die klingen wesentlich zufriedener mit ihrer Weiterbildung und ihrer Bezahlung. Auf jeden Fall arbeiten sie nie für umme, und alle Überstunden werden dokumentiert. Wenn eine Klinik oder einige Vorgesetzte meinen, potentielle Assistenten seien noch in Hülle und Fülle auf dem freien Markt vorhanden, und lechzten nur danach, sich ausbeuten zu lassen - dann sollte man diese Menschen auflaufen und die harte Realität erkennen lassen.

HorstHützel
03.03.2009, 20:20
Gibt es eigentlich eine Begrenzung was die Anzahl von 24h Diensten pro Monat angeht ? Das die Wochendurchschnittsarbeitszeit pro Jahr begrenzt ist, ist klar.

Mich erwarten nämlich rund 7 / Monat ab "Dienstfähigkeit"....das ist schon knackig und gibt mir zu denken.

HH

icespeedskatingfan
04.03.2009, 07:53
Gibt es eigentlich eine Begrenzung was die Anzahl von 24h Diensten pro Monat angeht ? Das die Wochendurchschnittsarbeitszeit pro Jahr begrenzt ist, ist klar.

Mich erwarten nämlich rund 7 / Monat ab "Dienstfähigkeit"....das ist schon knackig und gibt mir zu denken.

HH
Joh,... und wenn ein Kollege krank wird sind das schnell 8 oder 9 Dienste - schau Dir erst mal an wie heftig die Dienste sind - wenn Du Dich nach 6 Wochen dauerbesoffen fühlst nicht mehr weist ob Du Männlein oder Weiblein bist : nix wie raus aus der Tretmühle.
Es sind nur die "Ruhezeiten zwischen Diensten" festgelegt - solange die eingehalten werden darfst Du Dienste ohne Ende schieben.

HorstHützel
04.03.2009, 20:10
Dazu muss gesagt werden, dass das "nur" 3 Monate so gehen soll, um die anderen Kollegen zu entlasten, die ja jetzt die Dienste für mich mitabdecken.

Unter 5 Dienste, eher 6, werde ich wahrscheinlich danach trotzdem nicht kommen.

Wenn dann echt noch Kollegen im Urlaub/krank etc. sind (soll ja vorkommen), daran möchte ich jetzt noch gar nicht denken...

HH

Feuerblick
04.03.2009, 20:20
Naja, fünf oder sechs Dienste im Monat find ich ja nun nicht gerade die Welt...:-nix Weniger wirst du vermutlich in einer Klinik nie finden.

Evil
05.03.2009, 17:44
Wenn das 24h-Dienste sind, ist das schon recht anstrengend in der Inneren oder in der Chirurgie.
Unsere 4-5 Dienste reichen mir völlig, weil bei mir noch 2-3 NA-Dienste dazukommen.

apple
05.03.2009, 20:06
Naja, fünf oder sechs Dienste im Monat find ich ja nun nicht gerade die Welt...:-nix Weniger wirst du vermutlich in einer Klinik nie finden.

Doch, wir haben 2-3 :-D

Feuerblick
05.03.2009, 20:08
Jaa, okay... schamanische Fächer mal ausgenommen :-))

apple
05.03.2009, 21:28
Jaa, okay... schamanische Fächer mal ausgenommen :-))

Genau :-))

Dafür gibt`s bei mir auch diese ätzende WE - Visite und da ich mit meinem Kollege auch zu zweit bin, sind wir auch sehr häufig dran. Sind dann zwar Überstunden, die gesammelt und irgendwann abgebummelt werden können, aber ist schon ätzend am WE deswegen noch mal in die Klinik zu müssen :-peng, außer man hat Dienst und ist eh da, dann ist es ja wurscht.

apple
06.03.2009, 16:31
Genau :-))

Dafür gibt`s bei mir auch diese ätzende WE - Visite und da ich mit meinem Kollege auch zu zweit bin, sind wir auch sehr häufig dran. Sind dann zwar Überstunden, die gesammelt und irgendwann abgebummelt werden können, aber ist schon ätzend am WE deswegen noch mal in die Klinik zu müssen :-peng, außer man hat Dienst und ist eh da, dann ist es ja wurscht.
Und dieses Vergnügen hab ich jetzt 3 WE hintereinander :-kotz

Leelaacoo
10.03.2009, 09:28
Warum Leute am WoEnde extra visitiert werden müssen, leuchtet mir eh nicht ein. Unser Hintergrund-OA schaut sich am Sa und So jeweils die Neuzugänge an und bespricht die Probleme mit dem Diensthabenden, der eh da ist...alle 80 Patienten zu visitieren fände ich ziemlich nutzlos ehrlich gesagt...bei Problemen wird man angefunkt, Diagnostik gibts nich am WoEnde und der Rest schaffts auch bis Montag früh.

LG Lee

Si!!!
24.04.2009, 14:54
Genau nach so einem Thread habe ich gesucht...

Hallo vorab :-))

Ich habe auch lange mit dem Gedanken gespielt, Humanmedizin zu studieren. Deshalb habe ich meinen Zivildienst auch im Krankenhaus auf der Inneren in der Pflege gemacht --> ich war bzw. bin noch 3 Wochen "an der Front". Und damit meine ich an der Front :-notify
Ich durfte / es wurde erwartet, dass ich so ziemlich alles mache, was die Krankenpflegeazubinen auch machen mussten. Und teilweise gingen meine Tätigkeiten sogar darüber hinaus...: Von Vitalzeichen, BZ, teilweise Heparingaben wenn neimand anderes Zeit hatte, Medikamentengabe, Ärzten assistieren, über die komplette! Grundpflege bettlegerischer Patienten war so ziemlich alles dabei (von meiner 1. Woche an!) und halt sogar einiges, was ich eigentlich gar nicht hätte machen dürfen. Wozu Personalmangel alles führt... :-angel
Es war aber auf jeden Fall super spannend und hatte eigentlich meinen Wunsch, Medizin zu studieren, nur noch bestätigt.

Wenn es da nicht die in der Pflege schon echt üblen Arbeitszeiten gäbe
--> und damit bekomme ich auch den Bogen zu den Arbeitszeiten der Ärzte:

Da ich jetzt seit fast 9 Monaten im Schichtdienst der Krankenschwestern mit 5,5 Tage Woche arbeite, denke ich, dass ich ganz gut weiß, was das bedeutet.

Praktisch sieht eine 5,5 Tage Woche so aus, dass man 11-12 Tage am Stück malocht und dann 3-4Tag frei hat, je nach Monat. Wenn ich jetzt daran denke, dass da noch Nachtschichten (welche ich nicht machen musste als Zivi) und noch Bereitschaftsdienste in den 12 Tagen dazu kommen, teilweise 2 oder 3 Wochenenddienste am Stück, verliere ich irgendwie die Lust am Arztberuf...mal ganz abzusehen von der Verantwortung, die man trotz allem tragen muss!

Und nicht zuletzt die ganzen Assistenzärzte hier, die sich über die Bedingungen, unter denen sie arbeiten, beklagen, geben mir da traurigerweise recht...

Nichtsdestotrotz kann ich mir eigentlich kein spannenderes Studium vorstellen als das der Medizin, aber leider gleicht dies nicht die wirklich harten Arbeitsbedingungen des späteren Beruflebens aus...

Einige argumentieren jetzt wahrscheinlich damit, dass man ja nicht ins Karnkenhaus oder eine Uniklinik gehen muss, sondern ja auch in eine Praxis gehen kann, ABER:

- die wenigsten haben das Glück ihre Assistenzzeit in einer Praxis machen zu
können (und damit verbringt man die ersten 6 Jahre schonmal im KH)
- dann will eine Praxis / der Einstieg in eine Gemeinschaftspraxis auch erstmal
finaziert werden, was erst nach einigen Jahren mit Facharztgehalt drin ist
- und selbst WENN man es dann zur eigenen/ Gemeinschaftspraxis geschafft
hat, profitiert man zwar von viel besseren Arbeitszeiten und -bedingungen
ABER man schlägt sich dann mit dem unfairen System der gesetzlichen
Krankenkassen rum...was einigen Praxen in der letzten Zeit ordentlich
zugesetzt hat, und auch oft genug schon zur Aufgabe geführt hat
--> Außnahme: reine Praxen für Privatkunden


Alternativen:

1) man wandert in andere Länder aus, wo bessere Bedingungen für Arzte herrschen
2) studiert Medizin und geht dann in die Forschung, Technik, Administration von Institutionen der Gesundheitsbranche oder ähnlichen nicht-kurativen Jobs
in dieser Branche
3) hofft, dass es in 6 Jahren, wenn man mit dem Studium durch ist, sich die Situation hier in Deutschland verbessert hat


----> Mein resume:

Trotz geeignetem Abi und großem Interesse an der Medizin, werde ich wohl doch eher die Finger von dem Job lassen

Sorry, wenn das alles so schwarz klingt, aber ich halte es (leider!) nicht gerade für unrealistisch... :-meinung
(ich lasse mich aber gerne eines Besseren belehren!)

anba
24.04.2009, 15:20
----> Mein resume:

Trotz geeignetem Abi und großem Interesse an der Medizin, werde ich wohl doch eher die Finger von dem Job lassen



Gratuliere zu dieser Entscheidung. Ich würde auch kein zweites Mal Medizin studieren.

Vom Studium einer Sprache würde ich Dir allerdings auch abraten.

Si!!!
24.04.2009, 16:45
Anba:
"Gratuliere zu dieser Entscheidung. Ich würde auch kein zweites Mal Medizin studieren."

Naja, danke....aber freuen kann ich mich darüber leider nicht. Es wird ziemlich schwer ein ähnlich spannendes Studium zu finden bzw. vielleicht sogar ein Studium zu finden, was viel medizinisches Wissen vermittelt aber trotzdem nicht zum Arzt prädestiniert.

Aus welchen Gründen würdest du denn kein 2. Mal Medizin studieren, auch wegen den späteren Job-Bedingungen?

icespeedskatingfan
27.04.2009, 11:30
Habe noch die ätzenden Zeiten von Stellenmangel und 32-Stunden-Diensten miterleben dürfen, was alles nocht verschärft hat : würde trotzdem wieder Medizin machen!
Nach 3 :-kotz Jahren in der Klinik bin ich in eine Praxis gewechselt, und habe inzwischen mit zwei weiteren Kollegen eine eigene Gemeinschaftspraxis: kann meine Arbeits- und Urlaubszeiten selbst bestimmen, Familie und Job miteinander verbinden und nage wirklich nicht am Hungertuch. Sii, ganz so schwarz musst Du die Zukunft nicht sehen. Und nette/fähige WBA´s sind gesucht wie nie zuvor!

Espressa
28.04.2009, 17:04
Ice dreht hier mal wieder die Werbetrommel für die Praxis... ;-)

Aber man darf von glücklichen Einzelfällen nicht auf alle schließen, und es ist nun mal so, der Arztberuf ist nicht immer so ein Zuckerschlecken. Si hat sich ganz gute Gedanken gemacht, find ich, und auch die potentiellen Probleme der Niederlassung bemerkt.
Diese ganze IgeL-Nummer und die Zuzahlungsaufklärungen sind ganz schön nervig.
Und wenn einer schon von vornherein kein Arzt sein will - umso besser wenn er es gleich weiß.

Allerdings denk ich auch, wenn jemanden die Materie wirklich interessiert, findet er mit Medizinstudium durchaus auch einen interessanten Job jenseits der Patientenversorgung. Wäre für mich nun kein Grund NICHT Medizin zu studieren...

Muriel
28.04.2009, 17:55
Um beim Thema "Bereitschaftsdienst" zu bleiben: Ich fand den Artikel (http://www.tagesschau.de/wirtschaft/arbeitszeit112.html) insbesondere folgendes Zitat sehr spaßig:


In Deutschland regelt seit Anfang 2004 das neue Arbeitszeitgesetz, dass im Jahresdurchschnitt die Wochenarbeitszeit 48 Stunden nicht überschritten werden darf. Das gilt auch für Arbeitnehmer mit Bereitschaftsdiensten wie Ärzte, Krankenschwestern oder Feuerwehrleute. Deutschland unterscheidet seither nicht mehr zwischen Arbeitszeit und Bereitschaftsdienst.
Aha, es wird nicht mehr unterschieden... das war mir neu :-notify

habichnicht
28.04.2009, 18:30
Das mit den 48 h/Woche stimmt schon. Auf mehr als durchschnittlich 48 h/Woche - egal, ob das 'normale' Stunden oder BD-Stunden waren - darfst Du nur kommen, wenn Du eine opt-out-Vereinbarung unterschrieben hast.