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hobbes
18.11.2002, 21:22
Ohja, bitte nur Menschen mit reinem Herzen für die Medizin. Aber wie wollen wir das bestimmen? Also mir persönlich ist es echt egal, ob ein Arzt privat ein ********* ist, solange er seine Arbeit gut macht (oh das führt bestimmt wieder zu Zitaten).

Hallo Lion
Stimmt, es führt zu Zitaten. Aber nicht in dem Sinne wie du befürchtet hast, sondern in lobender Weise. Ich kann dein Zitat unterstützen.
Kein Psychologe, keine Zulassungsbehörde und auch niemand sonst, darf die Studenten in Gut und Böse einteilen. Der eine Teil für die Medizin nett genug, der andere Teil amtlich abgesegnete Ar***l**her, die für die Medizin nicht zu gebrauchen seien. Das wäre eine Anmassung, welche zu massiven Ungerechtigkeiten führen würde.
Nein, die Ausbildung muss sachlich sein. Sie ist aber nur ein Bestandteil zum Gesamtbild des Arztes, ein weiterer Teil ist der Charakter. Und der Erfolg dieses Arztes soll, so hoffe ich wird es in Zukunft mal sein, via Markt und Patienten bestimmt werden.
:-top

Lava
19.11.2002, 17:59
Außerdem ändern sich Menschen auch. Nicht gravierend, wird ja immer behauptet, aber wenn du die "A-löcher" schon vorher aussortierst, gibst du ihnen ja nichtmal die Möglichkeit an sich zu arbeiten.

T*Bo
03.12.2002, 19:03
Grundlagen sind wichtig, viele Details nicht.
Wer einmal, nachdem er ein bisschen Einblick in die Medizin bekam, mit einem durchschnittlichen Hausarzt aus Buxtehude über "Randthemen" wie Notfallmedizin, Recht, Anästhesie oder Ähnliches gesprochen hat, weiss, dass selbst solche fundamentalen Dinge durch Routine und zT Arroganz in Vergessenheit geraten.

Phosphorylierung lässt grüssen, wenn die stabile Seitenlage nicht mehr gewusst wird!


Bo

Christoph_A
04.12.2002, 13:18
Da kann ich Dir nicht recht geben,T*Bo, es sind grade die fachfremden Dinge,die in Vergessenheit geraten und das ist ja auch klar-wenn Du 10-20 Jahre in eine Richtung arbeitest,bist Du halt auf die gepolt,das hat nix mit Arroganz zu tun,so ist das dann einfach. Und mir als Patient ist ein kompetenter Schweinepr...... lieber als ein netter Nixkönner. Abgesehen,von der Tatsache,daß viele Ärzte ja auch beides sein können, nämlich kompetent und nett.

T*Bo
09.12.2002, 18:31
Meine Erfahrungen als Rettungsassistent decken sich - leider- mit denen der Fachpresse (Notfallmedizin).
Denn irgendwann mal nicht mehr Detailwissen zu haben, hat nichts damit zu tun, konkrete Behandlungsfehler zu begehen die schon zig mal (auch wenn es schwer zu glauben ist) den vermeidbaren Tod eines Pat. zur Folge hatten. "Notarzt nicht notwendig, ich bin ja da" wird beispielsweise von der Berufsfeuerwehr Köln ignoriert und ein NEF laut Indikationskatalog disponiert. Einfach, weil es immer und immer wieder zu schweren Fehlern kommt, die schon fast ein Übernahme- Verschulden darstellen.

Ich beziehe mich damit auf mehere Ausgaben sowie eine Schwerpunktaufgabe des Magazins für präklinische Notfallmedizin.

Nebenbei: Viele grosse Airlines haben ihr Personal, welches durchaus medizinisch ausgebildet ist, angewiesen, anwesende Ärzte von Reanimationen an Bord auszuschliessen(!).

Das spricht Bände denke ich.


Gut, dass Du mit Deinem Hausarzt zufrieden bist, ich bins auch mit meinem, nur eben nicht, wenn meine Oma einen HI hat.


Lieben Gruss,

Timm

Rugger
09.12.2002, 22:52
Original geschrieben von T*Bo
Nebenbei: Viele grosse Airlines haben ihr Personal, welches durchaus medizinisch ausgebildet ist, angewiesen, anwesende Ärzte von Reanimationen an Bord auszuschliessen(!).
Das kann ich mir nun wirklich nicht vorstellen. Da mag das medizinisch ausgebildete Personal noch so gut ausgebildet sein (und vielleicht sogar gut mit dem Halbautomaten umgehen können), aber RS ist von denen keiner - von daher wird auch niemand Medikamente geben dürfen. Alleine für diese Aufgabe der ärztlichen Kompetenz, die für eine erfolgreiche Rea mehr oder weniger Vorraussetzung ist, wird ein Arzt allemal willkommen sein.
Sorry, T*Bo, auch wenn Deine anderen Ausführungen durchaus schlüssig und sicherlich auch belegbar sind, aber ich befürchte, daß Du in diesem Punkt einem Gerücht aufgesessen bist! Ich lasse mich aber gerne vom Gegenteil überzeugen, wenn Du dies belegen kannst...!

R.

Froschkönig
10.12.2002, 00:30
Zum Thema Notfallversorgung in Flugzeugen :
Hat denn die dirchschnittliche Airline die nötigen ReA Medikamente an Board (weiß ich jetzt wirklich nicht) Sollten sie die NICHT haben und der Mitreisende Doc nicht ZUFÄLLIG ein Köfferchen davon dabei haben, ist das hinzuziehen eines anwesenden Arztes nicht unbedingt gewinnbringend. Außerdem (Getreu dem Thread "Wer ist der beste Notarzt") ist ja nicht jeder "Approbierte" gleich der lebensretter in weiß. Die Alternative leutet : Fragen, ob ein Arzt an Bord ist oder selber machen. Im Sinne des Patienten könnte des öfteren die Auschließung des anwesenden Labormediziners :-D hilfreich sein....

Nico
11.12.2002, 09:40
Ähmmm.....andere Frage:

Ist man als Arzt nicht zur Hilfeleistung verpflichtet ?
Nicht, dass es hinterher heisst, man hätte etwas machen müssen, weil man ja nun mit in dem Flugzeug saß. Und dann bekommt man evtl. noch eine Klage wegen unterlassener Hilfeleistung.

Gruß
Nico

hobbes
11.12.2002, 15:27
Ein Arzt ist doch wie jeder andere zur Hilfeleistung verpflichtet, im Rahmen seiner Möglichkeiten. Also, von einem 65-jährigen Pathologen dürfte man dann auch nicht mehr die tollste Hilfeleistung erwarten dürfen.
Zudem wer seine Hilfeleistung anbietet - und dabei verhindert wird zu helfen; der hat wohl seine Schuldigkeit getan.

Rugger
11.12.2002, 16:57
Original geschrieben von hobbes
Ein Arzt ist doch wie jeder andere zur Hilfeleistung verpflichtet...Falsch, Ärzte (und medizinisches Hilfspersonal) befinden sich in der Garantenstellung. Von ihnen kann man eine über die erste Hilfe hinausgehende Hilfestellung erwarten und sie sind auch dazu verpflichtet. Natürlich hat es im Rahmen des Zumutbaren zu bleiben, so kann man von einem Psychiater keine Sectio verlangen.

R.

T*Bo
12.12.2002, 09:56
Glaubensfragen sollte man in der Kirche lassen.

Mein letzter Kommentar hierzu: Ursache dieses Entschlusses einer US- Airline war, dass eine Reanimation an Bord einer Maschine von einem zufällig anwesenden Arzt und einer Stewardess durchgeführt wurde.

Der Arzt traf nach einigen Minuten die Entscheidung, die Massnahmen zu beenden, was von den Anwesenden Nichtärzten kategorisch abgelehnt wurde. Der Halbautomat analysierte irgendwann ein defibrilationswürdigen "Rhythymus" und der pat. konnte tatsächlich zumindest primär erfogreich reanimiert an den RD übergeben werden.

Und zum Thema "Medikamente bei Reanimationen":

In den Bereichen, in denen ich gearbeitet habe und kenne, werden die Notfallmedikamente verabreicht, die von der Bundesärztekammer empfohlen werden:

Adrenalin, ggf. über den Tubus.

Also ist ein Hausarztkoffer völlig unnötig. Übrigens, vielleicht gibts ja ne neue Diskussion: Adrenalin hat in keinem einzigen Tierversuch, in keiner Reihenstudie eine höhere Erfolgsquote bewirkt. Kaum zu glauben, aber eben auch kein Gerücht. Die Katecholamine wie NA und andere nache einer erfolgreichen Rea. über Perfusor(!) gegebenen Mittelchen hat (hoffe ich) kein Hausarzt dabei.

Empfohlene erweiterte Massnahmen: Intubation, peripherer Zugang, Analyse mit einem Halb- oder Vollautomaten.
Also wieder kein Bedarf an Ampullen, Infusionen und Co.

Gerüchte sind gerade in diesem Bereich nicht Teil meines Wissens. Es gibt viel viel krassere und für Laien weniger glaubhafte Geschichten, wenn RD und Hausarzt aufeinander treffen. Teilweise traut man sich zu Hause gar nicht, derartige Erlebnisse zu berichten, weil es schlicht keiner glauben würde.

Ich wünsche Euch was und freue mich auf die nächste Diskussion!

Lieber Gruss T*Bo

Rugger
12.12.2002, 12:32
...und mir hat mal einer erzählt, der Papst wäre eine Frau...

Natürlich kann es mal vorgekommen sein, daß eine Rea nicht lege artis gelaufen ist, aber trotzdem halte ich es für ausgeschlossen, daß anwesende Ärzte nicht um Hilfe gebeten werden.

Davon abgesehen gehört Adrenalin nach den Standarts der Bundesärztekammer und vor allem auch der American Heart Association (die eigentlich weltweit die anerkannten Standarts festlegt) immer noch zu den grundlegenden Maßnahmen bei einer Reanimation. Da mögen die Studien aussagen was sie wollen, aber wenn Du es unterlässt, als Arzt bei einer Rea verfügbares Adrenalin zu geben (und alle Airlines haben einen Notfallkoffer an Bord), machst Du Dich eines Kunstfehlers schuldig. Und wer bitte soll dann die Intubation durchführen, den venösen Zugang legen etc.?

Anderes, nicht ganz so dramatisches Beispiel: Hypoglykämie. Sollen da auch die netten Stewardessen die Glukose verabreichen?!

Was das Thema Gerüchte angeht: ich bin selber im RD tätig, habe da auch schon genug krasse Sachen zwischen RD & Hausärzten erlebt, weiß aber auf der anderen Seite, wieviel "Seemannsgarn" da gesponnen wird und wie man mit Gerüchten umzugehen hat. Also: beleg' Deine Aussage mit dem Ausschluss der Ärzte (oder lass' es, so wichtig ist es mir auch nicht), aber Deine Argumente konnten mich nicht überzeugen.

Rugger

T*Bo
15.12.2002, 16:36
vor der Antwort sollte das Lesen des Textes stehen. Sonst argumentiert man, um vor Ende des Jahres den 250. Artikel geschrieben zu bekommen.

Reanimation war gemeint, nicht irgendwelche Notfälle.

Steht da, habe ich recht`?

leg dich wieder hin...

Rico
15.12.2002, 16:56
Original geschrieben von T*Bo
Empfohlene erweiterte Massnahmen: Intubation, peripherer Zugang, Analyse mit einem Halb- oder Vollautomaten.
Also wieder kein Bedarf an Ampullen, Infusionen und Co. Hä? Wozu legst Du denn einen Zugang wenn Du dannach keine Infusion dranhängst und ggf. auch Medis da reinspritzt?

Rugger
15.12.2002, 17:00
Original geschrieben von T*Bo
vor der Antwort sollte das Lesen des Textes stehen. Bevor Du anfängst, hier rumzuquaken, solltest Du lieber nochmal genauer nachlesen... Da steht explizit (nachdem ich mich nochmals über Rea- Standarts ausgelassen habe) Anderes, nicht ganz so dramatisches Beispiel ... Aber naja, wenn einem die Argumente ausgehen (wobei man bei Dir eher von Behauptungen sprechen sollte), bleibt einem halt nicht anderes übrig, als persönlich zu werden...

Rugger

Nico
15.12.2002, 17:17
Original geschrieben von Rico
Hä? Wozu legst Du denn einen Zugang wenn Du dannach keine Infusion dranhängst und ggf. auch Medis da reinspritzt?

Wenn der Patient kollabieren sollte, wird es schwierig, dann erst einen Zugang zu legen.

Gruß
Nico

Christoph_A
16.12.2002, 07:47
Mit einem Zugang wirst bei sowas eh nicht auskommen.

T*Bo
16.12.2002, 08:40
Hallo Rico.

Es ging um Reanimationen und die üblichen und empfohlenen Massnahmen, nicht um Notfälle aller Art. Und da ist, zumindest für uns Rett.assis, immer noch Adrenalin über den Tubus angesagt.
Weitere ältere Ideen wie Bicarbonat haben sich irgendwie nie durchgesetzt, zumindest präklinisch nicht.

Hallo Rugger!

War nicht persönlich gemeint und auch in diesem Ton nicht angebracht, Sorry.
Würde gerne kramen nach "Beweisen" aber habe dafür im Moment keine Zeit, daher bleibt´s bei Behauptungen *g*.

Bis denn!

T*Bo
16.12.2002, 08:51
Ich nochmal Rico!

Also selbst unter Reanimation ist es zumindest für einen geübten "Pickser" eigentlich immer möglich, einen ausreichend grossen Zugang zu legen, oder?! Habe zumindest bisher derartige Erfahrungen gemacht... In Kölle bekam man jedefalls direkt einen auf den Deckel, wenn keiner lag und der NA reinkam.

Ciao,

Bo

T*Bo
16.12.2002, 08:55
Hallo Christoph!

Warum mehr als ein Zugang bei einer Rea.?! Dass manche NA´s gerne geradzu apokalyptische Mengen Supra geben, weiss ich, aber dafür gleich mehrere Zugänge und dann vielleicht noch graue *g*?! Klingt nicht schlüssig für mich und deckt sich nicht mit meinen Erfahrungen.

Bin gespannt!