Anmelden

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Gasnarkose/ i.v.-Narkose



Seiten : 1 [2] 3

Hypnos
29.03.2009, 20:22
Ne Systole von 80mmHg? Wow.
Die Wenigen, die ich bisher gesehen hab, waren in Beachchair (geht das überhaupt anders?) und dort wird möglichst immer ein MAP von 75 mmHG (auf Herzhöhe gemessen) angestrebt.

Hab dabei bisher auch ehr mit Ephedrin, Noradrenalin und Volumen hantiert.
Das Adrenalin in der Spüllösung ist ja "nur" 1000 mcg auf 3 Liter - macht das soviel Wirkung auf den Druck?




Wo wir grad bei den Gasen sind (rechnerische Frage): Woher weiss ich eigentlich, wieviel Gas mir der Verdampfer genau in den Patienten bläst?
Irgendwie krieg ich meinen Frischgasflow mit den Vol.% net wirklich verrechnet....:-nix


Am Besten orientierst Du Dich an der expiratorisch gemessenen Narkosegaskonzentration... Das gibt am Genauesten an, wieviel Gas tatsächlich im Patienten ankommt...

Janny
29.03.2009, 21:20
Ne Systole von 80mmHg? Wow.
Die Wenigen, die ich bisher gesehen hab, waren in Beachchair (geht das überhaupt anders?) und dort wird möglichst immer ein MAP von 75 mmHG (auf Herzhöhe gemessen) angestrebt.

Hab dabei bisher auch ehr mit Ephedrin, Noradrenalin und Volumen hantiert.
Das Adrenalin in der Spüllösung ist ja "nur" 1000 mcg auf 3 Liter - macht das soviel Wirkung auf den Druck?


Schließe mich Kaddel an. War zwar nur "doofe PJlerin" und "noch dööfere Famula", aber ich kenne Schulter-Arthroskopien auch nur in Beachchairlagerung und wegen dieser wurde immer einenr gewisser MAP versucht zu halten, und ergo gab es denn auch eher Probleme den Druck OBEN zu halten, auch aus besagtem Grund, dass ja auf Grund der Lagerung der Druck im Hirn nochmal deutlich drunter liegt. ???

Kinders, ich hab bald mündliche Anästhesie. Und zwar möglicherweise auch bei nem Prüfer, der aus einem anderen Haus kommt als meinem PJ-Haus. Wat mach ich denn nu angesichts so vieler verschiedener Schemata??? :-nix :-((

Rugger
29.03.2009, 21:48
...sondern der Wunsch der Operateure nach einem Blutdruck von maximal 80 systolisch. Weil es sonst in die Schulter blutet und sie nichts sehen. Das ist ja nunmal Quatsch (von Seiten der Operateure). Bei einem RR von 80sys dürfte bei vielen Patienten nicht mehr allzuviel in der Birne ankommen. Und gerade bei vorbelasteten Patienten kann das durchaus mal fatale Folgen haben (bei Gelegenheit mal in den Closed Claims der ASA nachlesen!). Zudem: auch nach Hypotonie haben meiner Erfahrung nach viele Patienten ausgeprägte Probleme mit PONV.

R.

Janny
29.03.2009, 21:54
Danke, Rugger!

Dachte schon, ich hab in 16 Wochen Gasabteilung gar nix gelernt. :-nix

Verwirrte Grüße,

Janny

Evil
29.03.2009, 22:33
wir haben Iso- und Sevofluran, da wird Iso bevorzugt, weil unsere koordinierende OÄ eine ausgeprägte Abneigung gegen Sevo hat (von wegen schlechtes Aufwachen etc.)
Wobei Iso nicht ganz so einfach zu handhaben ist, ich erinner mich da an einige 9-Minuten-Carpaltunnel-OPs, die gerätbedingt auch nur mit Iso gefahren wurden... das kann mal tricky sein, die Patienten punktgenau wach zu kriegen ;-)

Zumal Iso für Kindernarkosen völlig ungeeignet ist, vor allem zur Einleitung.

DanielOliver
30.03.2009, 08:10
Habe gerade ein Praktikum in einem Haus gemacht, in dem wohl ganz grundsätzlich keine Gasnarkosen mehr gemacht werden - "Aber bei herzchirurgischen Eingriffen versteht sich das ja von selbst." war die Aussage eines Kardioanästhesisten dazu. Gelegenheit, genauer nachzufragen ergab sich dann leider nicht. Mh. So ganz erschließt sich mir das gerade nicht. Kann mich jemand aufklären? ;)

Narkosegase erhöhen die Ischämietoleranz des Hermuskels, Problem war aber bisher, dass es keinen Verdampfer mit Zulassung für die HLM gab, die Kliniken wo es welche gab waren alles Einzelprüfungen und Zulassungen.

LieberInvasiv
30.03.2009, 14:50
Narkosegase erhöhen die Ischämietoleranz des Hermuskels

Interessehalber: Hat einer eine kurze Herleitung/Erklärung hierfür parat?
Danke

ehemalige Userin 24092013
30.03.2009, 15:38
Am Besten orientierst Du Dich an der expiratorisch gemessenen Narkosegaskonzentration... Das gibt am Genauesten an, wieviel Gas tatsächlich im Patienten ankommt...


Danke - das tu ich ja auch.
Ich möchte trotzdem irgendwie gern wissen, wie ein Verdampfer jetzt genau funktioniert.

Sättigungskonstanten, Dampfdruck, wer verdünnt sich wie, wieso ist es egal, welche Temperatur (hauptsache konstant, trotz unterschiedlicher Siedepunkte?) Irgendwoher muss der Verdampfer das doch wissen....? :-nix



@ LieberInvasiv: vielleicht wegen der Vasodilatation? *vermute*

DanielOliver
30.03.2009, 16:36
Interessehalber: Hat einer eine kurze Herleitung/Erklärung hierfür parat?
Danke

Nein, eine kurze Erklärung gibt es nicht, die genauen molekularbiologischen Mechanismen sind meines Wissens nach nicht geklärt, umfangreiche Literatur zum Thema findet sich aber problemlos bei medline.

Grombühlerin
30.03.2009, 20:01
Das ist ja nunmal Quatsch (von Seiten der Operateure). Bei einem RR von 80sys dürfte bei vielen Patienten nicht mehr allzuviel in der Birne ankommen. Und gerade bei vorbelasteten Patienten kann das durchaus mal fatale Folgen haben (bei Gelegenheit mal in den Closed Claims der ASA nachlesen!). Zudem: auch nach Hypotonie haben meiner Erfahrung nach viele Patienten ausgeprägte Probleme mit PONV.

R.


Dass ein zu niedriger Blutdruck...äh...ungesund... sein kann ist sogar mir bekannt!

Da hilft nur: Monitor richtig drehen (so dass man ihn von der Chirurgenseite her nicht sieht), den Blutdruck halten, den man selbst für richtig hält und alle Fragen der Chirurgen nach dem Druck mit "genau 80 systolisch" beantworten....

Huepftigger
30.03.2009, 20:42
Das habe ich auch noch niiiie gehört :-)
[...]eine ausgeprägte Abneigung gegen Sevo hat (von wegen schlechtes Aufwachen etc.)[...]

Also ich lass die Patienten gern im AWR etwas ausschlafen. Gerade bei den Schulter-ASKs versuch ich dann immer, sie zum Ende hin spontan mitatmen zu lassen und noch vor dem Anlegen des Gilchrist mit einer Fi von 0,3 oder weniger zu extubieren. Klappt meist ganz gut. Aber ich mag die beachchair-Lagerung trotzdem nicht. Ohne Akrinor geht das fast gar nicht bei mir...

Und das Schulter-ASKs bluten kann ich bei uns im Haus absolut nicht behaupten. Ob das an der Blutleere liegt?? :-))

Um mal zu kurz wirksamen Dingen zu kommen - ich mag ja die Kombi Ultiva und Sevo total. Länegere OPs mach ich fast immer damit. Aber wie man es auch dreht - es gibt einfach viel zu viel zu viele Möglichkeiten, Narkose zu machen ;-)

Evil
30.03.2009, 21:59
Um mal zu kurz wirksamen Dingen zu kommen - ich mag ja die Kombi Ultiva und Sevo total. Länegere OPs mach ich fast immer damit.
Versteh ich jetzt nicht ganz - wieso brauchst Du bei längeren OPs kurzwirksame Opiate/Narkotika? Gerade bei langen Bäuchen klappt das doch super mit Iso und Fenta, das ist wesentlich billiger.

Sebastian1
30.03.2009, 22:06
Auch so ein Hausbrauch, vermute ich. Man tut, was man zu beherrschen gelernt hat. Bei uns wird ausser bei TIVAs, die meist nur bei ausgeprägter PONV zum Einsatz kommen, fast immer mit Ultiva + Gas gearbeitet. Bei längeren OPs halt mit mehr Fenta und/oder PDK und dann Ultiva auf niedriger Dosis (~0.1 µg/kg KG/min).

Hypnos
30.03.2009, 22:22
Fassen wir das Wesen der Anästhesie doch einfach so zusammen:

Es gibt viele gangbare Wege zum Schlaf und mindestens ähnlich viele zum Wiedererwachen...:-meinung

Hypnos

Miss
31.03.2009, 09:27
Wobei Iso nicht ganz so einfach zu handhaben ist, ich erinner mich da an einige 9-Minuten-Carpaltunnel-OPs, die gerätbedingt auch nur mit Iso gefahren wurden... das kann mal tricky sein, die Patienten punktgenau wach zu kriegen ;-)

Zumal Iso für Kindernarkosen völlig ungeeignet ist, vor allem zur Einleitung.
Du redest jetzt aber von besonderen Fällen -diese 'absoluten' Kurzeingriffe sind sehr selten (bei uns), höchstens mal in der Gyn (werden bevorzugt mit TIVA gefahren)

Und Kinder werden natürlich nicht mit Iso eingeleitet (außer man wollte eins besonders traumatisieren ;-)) Die sind bei uns sowieso eher selten -dann natürlich Sevo oder wenns geht auch i.v. Einleitung...
Man kann Sevo ja auch bei erwachsenen Patienten anwenden bei uns, aber wenns geht halt lieber Iso.

Ansonsten wird bei uns nie mit Gas eingeleitet, sondern immer i.v., bei kardiologisch vorerkrankten oder wackeligen Patienten halt mit Eto.

Das ist Standard...Abweichungen gibt es natürlich, wie immer und überall!

Evil
31.03.2009, 09:38
Du redest jetzt aber von besonderen Fällen -diese 'absoluten' Kurzeingriffe sind sehr selten (bei uns), höchstens mal in der Gyn (werden bevorzugt mit TIVA gefahren)
Kam in meiner alten Klinik häufiger vor, z. B. bei den U-Chirs; mal eben eine Stellschraube entfernen oder eine ASK, das ging je nach Operateur ziemlich fix... oder auch nicht ;-)

Muriel
31.03.2009, 09:52
Tsts, Ihr meint doch nicht allen Ernstes, dass 9 Minuten absolute Kurzeingriffe seien... Also, mein einer OA macht die Cataracte mit einer Schnitt-Naht-Zeit von 2,5 Minuten :-))

Miss
31.03.2009, 11:09
Bin heute auch mal im Augen-OP, insges. aber sehr selten, daher orientiere ich mich halt an den Zeiten aufm OP-Plan. Als ich gerade nach Cat-Op, die 15 min. statt 35 min (wie angegeben) dauert, erstaunt fragte, ob sie schon fertig seien, wurde ich auch entsetzt angesehen...und man hat sich vielfach entschuldigt, dass es überhaupt sooooo lange gedauert hat :-))

Die ganzen kürzeren Sachen kann man ja problemlos mit Ultiva/Diso machen, wenns gar nicht geht, kriegt man das mit Gas aber meist auch ganz gut hin -wenn die nicht sofort die Augen aufmachen, liegt es ja meist eher am gerade erhaltenen Bolus als am Gas *find/glaub*

Huepftigger
31.03.2009, 16:13
Versteh ich jetzt nicht ganz - wieso brauchst Du bei längeren OPs kurzwirksame Opiate/Narkotika? Gerade bei langen Bäuchen klappt das doch super mit Iso und Fenta, das ist wesentlich billiger.

Hausbrauch stimmt wohl schon ;) Ich find Ultiva einfach unheimlich toll zu steuern, gerade per TCI. Und bei kurzen Eingriffen wäre es dann schade um den Rest, der da so übrig bleibt. Als Gas nutzen wir in unserem kleinst-Häuschen nur Sevo. Anderes gibt es einfach nicht. Und mit der Kombi kann man einfach gut die Narkosetiefe an die OP anpassen. Ich selbst hab damit einfach bessere Erfahrungen als z.B. mit Fenta und Sevo.

Hypnos hat das schon gut zusammengefasst. Das macht die Anästhesie irgendwie ja auch spannend. :-)

Edit:*LOL - ich hab heute wohl meinen "einfach"-Tag :-))

//stefan
03.04.2009, 16:39
Betet, dass wenn ihr selber auf dem Tisch liegt, der Anästhesist bei ner Ultiva + was weiss ich Narkose für suffiziente postoperative Analgesie gesorgt hat...

Ich habs am eigenen Leib erfahren müssen und es war die Hölle!!! Das Zeug ist so ******** schnell weg... so schnell kann man gar nicht Medi´s applizieren wie ich Schmerzen hatte... :-nix

"Nur meine subjekitve Meinung" :-nix