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John Silver
07.05.2009, 15:04
Auch wenn man viel über Chefärzte schimpfen kann, muß ich sagen, daß die heutigen Chefs mir eher leid tun. Sie werden von allen Seiten mit Forderungen zugebombt, und müssen sich um wesentlich mehr kümmern, als eigentlich sinnvoll wäre. Zwar kann ich die Einwände verstehen, daß ein reiner BWLer eben nicht ärztlich oder ethisch denkt; dennoch bin ich der Meinung, daß primär Verwaltungsheinis fürs Monetäre da sein müssen - und die Chefärzte als Berater und Lenker in Sachen medizinischer Notwendigkeit und Ethik fungieren sollen, anstatt sich die ganze Organisations- und Infrastrukturkiste aufzuladen. Dann hätten die Chefs auch mal Zeit, sich vernünftig um ihr Personal zu kümmern, um Forschung, um die Einführung innovativer Therapien und Diagnostiken, und auch um Weiterbildung. Stattdessen verbringen die heute noch immer ihre 12-14 Stunden täglich in der Klinik, haben aber trotzdem nie Zeit für die o.g. Dinge, sondern müssen sich ständig um irgendwelchen Verwaltungskram kümmern. So will ich jedenfalls nicht arbeiten.

Hypnos
07.05.2009, 18:49
Chef ja vielleicht - aber auf keinen Fall in Deutschland!

king kola
07.05.2009, 19:22
ich finde interessant, dass hier einige schreiben ihr eigener chef sein zu wollen, sprich ne praxis aufzumachen. selbstständig und ambulant zu arbeiten find ich zwar auch super, aber momentan wird man in puncto selbstständigkeit nur mit dem risiko bedacht, die bezahlung ist gefälligst sache anderer.
vor dem hintergrund könnte ich als chef besser damit leben mich um geld zu kümmern, welches nicht die ausbildung meiner kinder oder meine altersvorsorge sichert.

Alzheimer
07.05.2009, 19:44
"Ich finde als Chef muss man sich bewußt sein, das man für seine Mitarbeiter VERANTWORTLICH ist, darunter fällt auch Motivation und Rücksprache, das ist anstrengend, aber notwendig. Und das sehen die neuen Chefs von heute irgendwie nicht als ihre Hauptaufgabe an, schade."

Man kann das nicht so pauschalisieren. Ich habe einen relativ jungen Chef, welcher sich der wirtschaftlichen Situation durchaus bewusst ist undauch viel in Sitzungen etc. sitzt, aber ihm ist die Zufriedenheit seiner Leute und die Motivation sehr wichtig.
Chef sein ist für mich keine option, da es in Deutschland kaum möglich ist Kinder und Karriere unter einen Hut zu bringen, besonders als Frau.

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07.05.2009, 20:12
Bißchen ketzerisch:
Ein guter Chef (und Professor) darf erstlinig nicht toll forschen & Gelder akquirieren, sondern muss menscheln, begeistern & anstecken.
So einen Chef wünsche ich mir und wäre ich gerne...

Käthe, MD
07.05.2009, 20:26
Ich werd Chef, wenn ich keinen Kerl finde! :-oopss So kann ich meinen Frust an andere ablassen! :-)) Keine Ahnung...planen tu ich es nicht...was kommt, das kommt! :-meinung

*lol* dem kann ich nur zustimmen :-dafür! Nee, ma im Ernst: Hätte schon irgendwie Bock auf nen PD vor meinem Namen in Kombi mit ner leitenden Position, aber sicher nicht auf Teufel komm raus und um jeden Preis! Mal schaun, was die Zukunft so bringt :-peng

Kathibaby
10.05.2009, 09:43
"Ich finde als Chef muss man sich bewußt sein, das man für seine Mitarbeiter VERANTWORTLICH ist, darunter fällt auch Motivation und Rücksprache, das ist anstrengend, aber notwendig. Und das sehen die neuen Chefs von heute irgendwie nicht als ihre Hauptaufgabe an, schade."

Man kann das nicht so pauschalisieren. Ich habe einen relativ jungen Chef, welcher sich der wirtschaftlichen Situation durchaus bewusst ist undauch viel in Sitzungen etc. sitzt, aber ihm ist die Zufriedenheit seiner Leute und die Motivation sehr wichtig.
Chef sein ist für mich keine option, da es in Deutschland kaum möglich ist Kinder und Karriere unter einen Hut zu bringen, besonders als Frau.

Es gibt ja immer solche und solche, aber mein (bald Ex-) Chef ist leider einer von o.g. Ihn interessiert es nicht was für Querelen es in der Abteilung gibt, er gibt von oben immer nur irgendwelche Anweisungen, was wie zu tun sei und wer wieder irgendwelche ausgefallenen Dienst zu übernehmen hat und wundert sich dann, dass ihm einer nach dem anderen wegläuft. Aber selber der erste sein, der um 16 Uhr den Löffel fallen lässt und nach Hause spurtet, um dem Diensthabenden dann am nächsten Tag zu sagen, dass bis 22 Uhr am Stück im OP stehen ja nicht so lange war. O-Ton: "Ich bin nicht Chef geworden um mehr zu arbeiten!" Naja, was will man dazu noch sagen :-dagegen.

Aber zurück zur Kernfrage: Ich plane nicht Chef zu werden, aber könnte es mir zumindest vorstellen. Auf jeden Fall habe ich keine Lust mein Leben lang nur unten mitzulaufen :-music.

Leelaacoo
10.05.2009, 10:22
Was auf alle Fälle für alle meine bisherigen Erfahrungen gilt:
"Der Fisch stinkt immmer vom Kopf her".

Klar, die Chefs von heute haben ganz andere Aufgaben als noch vor 30 Jahren (und auch einen anderen Verdienst). Aber Mitarbeitermotivation IST wesentlich. Seien wir ehrlich, die meisten Ärzte sind motiviert (zumindest am Anfang). Dies kann man durchaus leicht erhalten (wissen, was Assistenten gerade tun und in der Weiterbildung benötigen, einmal im Monat Schulterklopfen, konstruktive Rückmeldung bei Fehelrn geben). Das steigert die Fallzahlen und die Patientenzufriedenheit viel mehr als 30 Sitzungen in irendwelchen Gremien.

Aber der Job ist nicht so traumhaft und einfach, als dass man auf Dauer akzeptiert, dass es den Chef nur bei Fehlern schert, was man macht... das seh ich gerade absolut in unserer Abteilung. Wer meint, dass er Chef sein kann, sollte zuerst seine interpersonellen Fähigkeiten ehrlich beurteilen...und nicht seine Publikationsliste.

LG Lee

JQi
14.05.2009, 02:03
neben den P-Patienten, dem Verwaltungskrempel und der Tatsache, daß "Chefarzt" eigentlich ein falscher Begriff ist, denn Chef ist man selten, eher so eine Art Abteilungsleiter und ärztlich tätig auch nur wenig... neben all dem stellt sich aber auch vor allemn die frage: wenn man selber Chef ist, mit wem soll man sich denn dann über wen aufregen??

Lava
14.05.2009, 18:48
Ganz einfach: mit anderen Chefs über alle Untergebenen :-D

Bille11
14.05.2009, 20:25
dann machen wir in 5-10 jahren das chef-unterforum auf?

Lava
14.05.2009, 20:27
Das wird knapp, Bille! Vorher brauchen wir noch das Funktions-OA, das OA und das leitender-OA Forum :-))

Bille11
14.05.2009, 20:40
wieso willste ltd. oa noch werden. nach OA kommt chef.. :-))

(und irgendwie... hat das echt noch viiiel zeit... aber es gibt ja andere, die weiter sind als wir)

jemand
14.05.2009, 23:47
Zum Thema "Chef" fällt mir folgendes ein:
8212

:-))