Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Protest gegen IMPP
prinz metal
13.05.2009, 18:32
@sebastian
Danke für den Hinweis, den ich zukünftig auch ganz sicher beherzigen werde.
Allerdings bin ich nicht gerade begeistert, von gewissen Leuten als "Depp" bezeichnet zu werden - ich hoffe, dass ich wenigstens auf mildernde Umstände plädieren kann. :peace:
Antracis
13.05.2009, 18:50
Lieber prinz metal,
wie das im Netz so ist: Ich habs auch recht bald begriffen, dass das nicht so tief in meinen Hals sollte, aber dann hatte ich auch schon geantwortet.
Mein Fazit: Die Frage ist vor allem blöd. Die Trennschärfe sollte zwischen Haldol und Diazepam bei Alkoholintoxikation liegen. Das genügt aber offenbar leider nicht den Schwierigkeitsanforderungen, die das IMPP an die Frage hatte. Also wurde wie so oft aus einem sinnvollen Wissensfakt eine schlechte Frage konstruiert.
Wir könnens nicht ändern und werdens zukünftig auch nur schwer können - deshalb (@Topic :-D ) protestiere ich auch nicht gegen das IMPP - einfach weil ich glaube, dass man die Zeit in sinnvollere Proteste investieren kann. Aber das ist nur meine ganz persönliche Meinung.
Gruß aus Bärlin
Anti
@ Monty:
ich bin natürlich zutiefst betroffen, wenn ich von jemandem angegriffen werde, der über eine so reichhaltige Erfahrung und über ein so fundiertes ärztliches Wissen verfügt, wie Du. (Ich zitiere dich mal kurz: "Ich hab persönlich natürlich nur Physikumserfahrung")
Da ich allerdings - Deinen Äußerungen nach im Gegensatz zu Dir - einen etwas gehobeneren Sprachstil präferiere, gebe ich Dir folgenden Ratschlag in sprachlich etwas abgewandelter Form:
Wenn man keine Ahnung hat - einfach mal den Mund halten!
Gruß aus Mainz!
Hm, ich versuche meine Worte mal mit Bedacht zu wählen um dich nicht versehentlich wieder zu beleidigen. Denn ich weiß nicht ob ich deine Mathekenntnisse oder deine Fähigkeiten zur Reflexion beeindruckender finde. Beide sind sicherlich außerordentlich und könnten dir - zusammen eingesetzt - sowohl einen Hinweis auf meine Studiumserfahrung liefern als auch warum ich so auf deinen Beitrag reagiert haben könnte. Deinen Sprachstil finde ich übrigens toll.
Aber nichts für ungut und mal im ernst: Was denkst du denn warum das IMPP seine Lösungen nicht rausrückt und kommentiert? Hälst du es nicht für möglich, dass das eventuell sogar ungünstig für die Studenten sein könnte, da es womöglich anfechtbar wäre, bereits offiziell gelöste Fragen in einer nachfolgenden Klausur erneut zu stellen und dies deswegen dann einfach nicht mehr passieren würde?
Grüße nach Mainz!
stud_tir
13.05.2009, 21:28
Na ja, -e^(i*pi)*6+4 ist jetzt nicht so wirklich schwer ;-) (und wers nicht weiß gibts bei Google (http://www.google.de/search?q=-e^(i*pi)*6%2B4) ein)
Na ja, -e^(i*pi)*6+4 ist jetzt nicht so wirklich schwer ;-) (und wers nicht weiß gibts bei Google (http://www.google.de/search?q=-e^(i*pi)*6%2B4) ein)
Find ich doch auch ;-).
prinz metal
14.05.2009, 00:22
monty, könnte es vielleicht sein, dass wir beide eigentlich eine gar nicht so konträre meinung zu dem ganzen thread haben?
...ich hab' dich gedisst - du hast mich gedisst: im ergebnis 1 : 1 (oder 0 : 0)...und jetzt?
würde mich einfach freuen, wenn in deinem hex das IMPP wieder "back to the roots" fragt :-dafür
Absolut einverstanden, sagen wir unentschieden ;-).
Wir haben da schon einen ähnlichen Standpunkt. Ich finde auch "back to the roots"-Fragen deutlich angenehmer. Allerdings muss man da immer den subjektiven Standpunkt berücksichtigen, denn wir alle finden eben gerade die Fragen angemessen, die wir auch beantworten können (denn wir haben uns ja auf das für uns relevante vorbereitet). Ich halte es für ziemlich problematisch eine schwierige aber auch gleichzeitig faire Multiple-Choice-Frage zu stellen. Wenn man nämlich sehr grundsätzlich fragt, dann werden das fast alle Studenten richtig beantworten, weil man viele Themen so oft hört, dass sich genug Engramme gebildet haben, die zumindest ausreichen, Sachverhalte wiederzuerkennen (ohne das sie aktiv gewusst werden), so das diese Fragen dann auch keine Trennschärfe mehr haben. Fragt man spitzfindig, dann wissen das zwar nur wenige, aber die Frage wirkt auch sofort unfair. In der Uni hat man das Problem ja häufiger und viele Klausuren laufen entweder so ab, dass fast alle eine 1 schreiben, weil die Fragen sehr grundsätzlich und damit auch irgendwie "leicht" sind oder dass u.a. über das Abfragen von Forschungsergebnissen eine schwierige Klausur erzeugt wird, mit entsprechender Notenverteilung, die dann aber auch als unangemessen empfunden wird. Beim Stex kommt die gewaltige Anzahl der Fragen hinzu. Wenn sich dann der entsprechende Professor Fragen ausdenken soll, dann wird er - unter der Auflage sich neue Fragen auszudenken (die alten sind ja durch GK-CDs doch irgendwie bekannt und damit zu leicht...) - zwangsläufig irgendwann bei speziellem Zeug landen, damit eben nicht jeder die Frage richtig beantworten kann. Das ist ein Problem, dass man mit Freitextfragen überhaupt nicht hätte, da Fragen wie: "Nehmen Sie eine Einteilung der Chinolone in Gruppen vor und nennen Sie die Wirkungsspektren." automatisch unbequem aber gleichzeitig relevant sind und wahrscheinlich eine hohe Trennschärfe aufweisen. Allerdings dürfte die subjektive Auswertung des ganzen dann noch mehr Anreiz zu Unmut liefern...
Was ich damit sagen will ist, dass man halt hier vielleicht lieber den Spatz in der Hand nehmen sollte. Durchweg über 90%-Bestehensquote ist nämlich mal objektiv betrachtet eigentlich nicht so richtig kritisierbar, auch wenn die "schlechten" Noten über miese Fragen erzeugt werden, und viele Fragen waren in euren Examen ja auch in Ordnung (ich habe mir die Prüfung mal auszugsweise angesehen). Was aber definitiv angegangen werden müsste sind diese "Lehrmeinungsfragen", bei denen selbst unter langjährigen Klinikern einfach unterschiedliche Auffassungen vorherrschen und man von Studenten natürlich nicht erwarten kann, mit telepathischen Fähigkeiten zu erahnen, was richtig sein soll.
Ich denke statt Protest mit Fahnen und Bier vor dem Institut (was wohl am ehesten einen Einsatz der Polizei als ein Einlenken des IMPPs nach sich ziehen dürfte) ist vielleicht ein offener Brief und dazu eine Unterschriftenaktion sinnvoll, bei der auch erfahrene (Hochschul-)Ärzte unterschreiben und der die gröbsten Missstände anhand konkreter Punkte anspricht und anhand von Aussagen anderer Experten belegt (der Arbeitsaufwand um sowas richtig zu machen, wäre allerdings enorm). Aufgebrachtes Demonstrieren oder rechtliche Schritte führen hingegen oft einfach nur zu einer verstockten unkooperativen Haltung bei der Gegenseite, sieht man ja bei uns beiden ;-). Und so wirklich Druck können wir Studenten ja nun auch nicht aufbauen, immerhin ist das IMPP in keiner Weise von uns abhängig.
Was ich damit sagen will ist, dass man halt hier vielleicht lieber den Spatz in der Hand nehmen sollte. Durchweg über 90%-Bestehensquote ist nämlich mal objektiv betrachtet eigentlich nicht so richtig kritisierbar, auch wenn die "schlechten" Noten über miese Fragen erzeugt werden, und viele Fragen waren in euren Examen ja auch in Ordnung (ich habe mir die Prüfung mal auszugsweise angesehen). Was aber definitiv angegangen werden müsste sind diese "Lehrmeinungsfragen", bei denen selbst unter langjährigen Klinikern einfach unterschiedliche Auffassungen vorherrschen und man von Studenten natürlich nicht erwarten kann, mit telepathischen Fähigkeiten zu erahnen, was richtig sein soll.
Ich denke statt Protest mit Fahnen und Bier vor dem Institut (was wohl am ehesten einen Einsatz der Polizei als ein Einlenken des IMPPs nach sich ziehen dürfte) ist vielleicht ein offener Brief und dazu eine Unterschriftenaktion sinnvoll, bei der auch erfahrene (Hochschul-)Ärzte unterschreiben und der die gröbsten Missstände anhand konkreter Punkte anspricht und anhand von Aussagen anderer Experten belegt (der Arbeitsaufwand um sowas richtig zu machen, wäre allerdings enorm). Aufgebrachtes Demonstrieren oder rechtliche Schritte führen hingegen oft einfach nur zu einer verstockten unkooperativen Haltung bei der Gegenseite, sieht man ja bei uns beiden ;-). Und so wirklich Druck können wir Studenten ja nun auch nicht aufbauen, immerhin ist das IMPP in keiner Weise von uns abhängig.
Vielen Dank für einen konstruktiven Beitrag, der nicht wie so viele andere Beiträge in diesem Thread, völlig am Thema des Threads vorbei ist. Über einen offenen Brief hab ich z.B. noch gar nicht nachgedacht, bisher eher in Richtung Leserbrief/Artikel in ner Zeitung. (Spiegel, AZ Mainz, Marbugerbund ect.)
medibassa
15.05.2009, 13:07
Ich finde man muss auch einmal die Leistung des IMPP würdigen. Ich finde nämlich die machen ihre Arbeit gar nicht so schlecht. Immerhin müssen jedes Jahr zweimal Examen, Physika, pharmazeutische Examina usw. erstellt werden, die von den meisten Studenten auch auf Anhieb bestanden werden. Mit welcher Note sei dahingestellt und gleichermaßen egal. In meinen Vorstellungsgesprächen bisher, hat mich noch niemand nach meiner Note gefragt, geschweige denn, davon etwas abhängig gemacht.
Natürlich sind einige Fragen echt nicht angemessen und gehen am Sinn der ärztlichen Ausbildung weit vorbei. Ob das nun vom IMPP gewollt ist, oder auf Fehler der Qualitätskontrolle zurückzuführen ist bleibt im Bereich der Spekulation. Ich denke Beides.
Vor dem IMPP zu demonstrieren ist sicher keine gute Idee. Hingegen finde ich die Idee der Veröffentlichung eines Artikels in entsprechenden Printmedien sehr viel interessanter. So fände ich z.B. eine Kolummne im Uni-Spiegel o.ä. für angebracht, in der man auf witzige Art und Weise schildern kann, was den gemeinen Medizinstudenten am IMPP ärgert, wie er sich auf die Prüfung vorbereitet (ich finde die Sache mit dem Kreuzen, im Vergleich zu andern Fächern ja echt irgendwie lustig) und das am Ende doch fast alle glücklich sind und den Rest der Sintflut überlassen, die dann im nächsten Examen, wider Erwarten doch nicht kommt.
Ich finde man muss auch einmal die Leistung des IMPP würdigen. Ich finde nämlich die machen ihre Arbeit gar nicht so schlecht. Immerhin müssen jedes Jahr zweimal Examen, Physika, pharmazeutische Examina usw. erstellt werden, die von den meisten Studenten auch auf Anhieb bestanden werden. Mit welcher Note sei dahingestellt und gleichermaßen egal.
^^ Dafür werden die ja schließlich bezahlt :)
Ich denke mittlerweile über eine Petition nach? Was haltet Ihr davon? Sinngemäß: Dass IMPP wird verpflichtet, eine Antwortliste zu erstellen, die unter Bezug auf aktuelle Lehrliteratur den als richtig befundenen Lösungsweg darstellt und zusammen mit der Ergebnissliste veröffentlicht wird.
medibassa
15.05.2009, 13:31
^^ Dafür werden die ja schließlich bezahlt :)
...man darf auch Leistungen von Menschen würdigen, die dafür bezahlt werden ;-)
Die Idee mit den Lösungen und Lösungswegen finde ich generell gut. Die Frage ist aber, wie bereits hier angesprochen, die Sache mit den Altfragen. Ich war auf jeden Fall immer dankbar für Altfragen und halte es für eine schwierige Abwägungssache, ob ich lieber Altfragen hätte, oder eine Begründung, weshalb das IMPP Antwort XY für richtig hält. Vlt. findet man auch eine Lösung, die Beides vereinbart.
Ich denke Lösungsweg hätte keinen Einfluss, ob die Frage noch mal gestellt wird, oder nicht. Schließlich werden ja Fragen und Antworten ja eh veröffentlicht ... und ob man jetzt nur die Antworten auswendig lernt oder auch die Lösung verstehen lernt, macht hoffentlich keinen unterschied wegen Recycling.
Und, klar, man darf auch Leute loben, die für Ihre Arbeit bezahlt werden - nur die Profis vom KSC gerade nicht ...
Antracis
15.05.2009, 17:44
Ich finde nämlich die machen ihre Arbeit gar nicht so schlecht. Immerhin müssen jedes Jahr zweimal Examen, Physika, pharmazeutische Examina usw. erstellt werden, die von den meisten Studenten auch auf Anhieb bestanden werden.
Sorry, aber das sehe ich nicht ganz so. Ich stimme garantiert nicht in Demonstrationsaufrufe und allgemeines IMPP-Bashing mit ein und halte auch die aufgestellten Hürden nicht für unüberwindbar. Und die Durchfallquoten sind auch sicher in Ordnung ( Die halbleeren Räume am dritten Tag, die angeblich das Ergebnis verfälschen, hab ich zumindest nicht verifizieren können, obwohl ich viele Kommilitonen gefragt habe).
Aber: Vergleiche beispielsweise mal die Frühjahrshexe 2008 und 2009. Im ersten hatten 50% der Leute eine Punktzahl < 250, im letzten Examen waren es 80%. Solche Schwankungen genügen einfach keinem Qualitätsstandard, mit solchen Prüfungen erbrachte Ergebnisse sind einfach nicht reliabel. Und bei 4000-6000 Teilnehmern sind da auch Schwankungen unter der Studentenschaft eher gering.
Noch eine Sache: Im aktuellen Examen hat niemand über 300 (!) Punkte erreicht. 20 Fragen sind alsoquasi unbeantwortbar. Aber auch die wirklich guten Leute raten viel. Und letztlich ist es einfach keine Kunst, Fragen schwierig zu machen, indem man absolute Raritäten abprüft. Oder Fragen stellt, die durchaus anfechtbar sind. Und da beziehe ich mich jetzt vor allem auch auf diverse Kommentare zu Altfragen. Alleine die Röntgenbilder sind oft eine Frechheit.
Mein Fazit also: Nicht so katastrophal wie hier immer wieder beklagt, aber da wird ein Ziel - nämlich der Schwierigkeitsgrad - mit ziemlich primitiven Mitteln erreicht. Und nicht einmal da gelingt eine Konstanz, wie die extremen Ausschläge bisher zeigen.
Gruß
Anti
was ist denn nun?
geht was in sachen demo oder nicht?
:-dafürich hab zwar bestanden, fand die aktion der damen und herren vom improvisationstheater trotzdem nicht gerade nett - wäre dabei!
Ich fürchte Demo wird mangels Interesse bei Studenten und fehlender Wirkung aufs IMPP nicht stattfinden. Wer sich trotzdem Berufen findet, sowas zu organisiseren - meine Unterstützung hast du. Aber am besten den "Protest vor dem IMPP-Thread nutzen".
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