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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Woher kommt der Optimismus im ML Forum?



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Spongebob88
18.07.2009, 22:01
Hallo!

Ich klinke mich mal wieder ein. Vielleicht erinnert sich noch der ein oder andere an mich, meist in Verbindung mit sehr "pessimistischen" und provokaten Threads.:-winky ...ich werde auch dieses Mal zuschlagen:-oopss

Kurz zu meiner Situation:
Ich werde vermutlich dieses WS ein Medizinstudium beginnen, bin aber wieder an einem Punkt angelangt wo die Zweifel so groß sind wie selten.
Nach meinem Zivi im Rettungsdienst habe ich jetzt auch 1 Monat Pflegepraktikum hinter mir, dazwischen habe ich unzählige Stunden Ehrenamtlich beim DRK gearbeitet. Genau dieses Praktikum hat mir aber noch einmal so richtig die Suppe versalzen und alle bis dato negativ gesammelten Erfahrungen bestätigt (durchschnittliche Überstunden der Ärzte pro Tag: 1-2, ständiges hin und her hetzen, morgens 30min früher Anfangen und 2 Stunden später gehen, nur 20min Mittagspause machen...).

Mich interessiert die Materie ungemein, der Umgang mit Menschen liegt mir und macht Spaß, ABER: Ich habe verdammt nochmal keinen Bock mich für eine beschissene Klinik totzuarbeiten. Eine Praxis kommt wenn überhaupt erst mit Berufserfahrung und fortgeschrittenem Alter in Frage und all zu viele Alternativen gibt es einfach nicht, auch wenn viele das irrtümlicherweise immer wieder behaupten. Ganz davon abgesehen, dass ich gerne in einer Klinik arbeiten würde wenn die Bedingungen stimmen würden.

Deshalb meine Frage: Wie macht ihr das hier? Erstellt man einen "negativ"-Thread schreiben zu 80% Verfechter des jetzigen Systems. Woher nehmt ihr diesen Optimismus? Seid ihr einfach nur naiv, unerfahren (was ich den allermeisten hier KEINESFALLS unterstellen will) oder habt ihr wirklich keine Angst vor Wochenarbeitszeiten jenseits von 50St pro Woche? Wie vereinbart ihr das z.B. mit der Familie?

Ich kann mir das nur so erklären, dass eventuell viele bis jetzt wenn überhaupt "nur" das Pflegepraktikum absolviert haben. Selbst wenn es die vollen 3 Monate am Stück waren finde ich diese Erfahrungen bei weitem nicht ausreichend. Meiner Meinung nach sollte man am eigenen Körper gespürt haben, was es bedeutet im sozialen Bereich über viele Monate u.a. eine ganze Woche hinweg 10St Schichten zu schieben, 12 Stunden am Stück oder länger zu Arbeiten, Nachtschichten zu leisten und an Feiertagen und am WE regelmäßig von früh bis spät zu arbeiten. Das kann eventuell sehr lange gut gehen, aber irgendwann zermürbt es einen, zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht.
An alle die schon eine medizinische Berufsausbildung haben und jetzt studieren: Hut ab!

Ich habe einen Beitrag in einem anderen Forum gefunden und hier bekennen sich erstaunlich viele zu genau meinen Gefühlen:
http://www.studis-online.de/Fragen-Brett/read.php?102,350179

Es werden jetzt bestimmt wieder einige Antworten die sagen, ich betriebe Schwarzmalerei und es so schlimm doch garnicht sei, aber es ist definitiv so schlimm und andere Fälle sind nicht die Regel sondern absolute Ausnahmen! So viel kann ich nach 1 Jahr, in dem ich fast täglich in verschiedenen Kliniken unterwegs war und mit Ärzten zu tun hatte sagen.

Allen Neuabiturienten mit einem 1,x Schnitt kann ich nur empfehlen, seid nicht so naiv und studiert Medizin wegen eurem Schnitt, sondern sammelt Erfahrung. Damit meine ich NICHT das Pflegepraktikum, sondern etwas längerfristiges (Zivi, FSJ [Anmerkung: kann man nach 6Mon. abbrechen und bekommt es anerkannt]), denn am Anfang überwiegt all zu oft die Euphorie und man macht sich selbst Dinge vor die sich später als Farce herausstellen.

Feuerblick
18.07.2009, 22:19
Schön, dass jemand schon vor dem Studium die rosarote Brille abnimmt. Freut mich! Nur... wenn du das alles so siehst, warum willst du wirklich Medizin studieren. Ich würde es mir an deiner Stelle gut überlegen. Andererseits hast du einen immensen Vorteil gegenüber den Leuten, die sich den Arztberuf als einzigen Traum in Weiß vorstellen. Bei dir wird nicht im ersten Weiterbildungsjahr die Ernüchterung zuschlagen. :-top
Jeder muss für sich selbst entscheiden, ob Hektik und Überstunden der Preis sind, den er oder sie zu zahlen bereit ist. Ich für meinen Teil habe mir ein Fach gesucht, in dem ich (vernünftige Arbeitseinteilung vorausgesetzt, deren Fehlen vermutlich bei 90% aller Kollegen der ausschließliche Grund für Überstunden sein dürfte) keine oder wenig Überstunden mache. Und eine Klinik, die Freizeitausgleich für geleistete Überstunden zulässt. So lässt sich das Ganze gut ertragen.
Viele andere Dinge lernt man einfach hinzunehmen. Das wird dir leider in jedem Beruf passieren. Vorschriften, Abläufe u.ä. gibt es überall. Oft genug Grund für Frustration. Aber wie gesagt: Damit kämpft man in jedem Beruf.

Kurz gesagt: Wenn du keinen Bock hast zu akzeptieren, dass Lehrjahre halt hart sein können (die Weiterbildung ist letztlich der praktische Teil einer "Lehre", nichts anderes) und du nicht in der Klinik oder in einer Praxis arbeiten möchtest, weil dir die Arbeitsbedingungen nicht gefallen, dann überlege dir gut, ob du dir das Studium antun möchtest. Frustrationstoleranz wirst du nämlich auf jeden Fall brauchen...

Spongebob88
18.07.2009, 22:43
Kurz gesagt: Wenn du keinen Bock hast zu akzeptieren, dass Lehrjahre halt hart sein können (die Weiterbildung ist letztlich der praktische Teil einer "Lehre", nichts anderes) und du nicht in der Klinik oder in einer Praxis arbeiten möchtest, weil dir die Arbeitsbedingungen nicht gefallen, dann überlege dir gut, ob du dir das Studium antun möchtest. Frustrationstoleranz wirst du nämlich auf jeden Fall brauchen...

Gegen etwas mehr Arbeit habe ich nichts, aber bei den Ärzten würde ich schon eher das Wort ausufernd benutzen. Trotzdem schön zu hören, dass es auch Leute gibt die ohne übermäßig Überstunden den Klinikalltag bewältigen! Solche Berichte brauche ich jetzt dringend ;)

hennessy
19.07.2009, 09:07
mal sehen, wie es in 6 Jahren aussieht, wenn Du mit dem Studium fertig sein wirst. Ich könnte mir gut vorstellen, dass Meinungen wie die Deine anzahlmäßig ansteigen werden. (Das bitte ich ohne Wertung zu verstehen). Vielleicht entwickelt sich dann im Lauf der Jahre ein anderes Zeitsystem in Kliniken. Meine Vision ginge dann zu Arbeitszeit-Konten (gibts ja jetzt schon), die man erfüllt und dementsprechend Geld bekommt. Die Arbeitgeber müssen einfach flexibler werden, sonst laufen ihnen die Leute davon. Es liegt, wie Feuerblick schon erwähnt hat, sehr viel am Engagement jedes Einzelnen, sich die Arbeitszeiten vernünftig einzuteilen. Und, was ich selbst als höchst wichtig empfinde: Man muss auch mal "Nein" sagen können, auch wenns anfangs schwer fällt und die Kollegen mit schiefen Blicken und anderen Hieben das schlechte Gewissen anheizen.

riodoro
19.07.2009, 09:14
Hallo Schwammkopf,

vielleicht ist eine gewisse Naivität und Blauäugigkeit der einzige Weg, um das Studium zu schaffen. Mit der "Wahrheit" im Hinterkopf noch die notwendige Motivation aufzubringen ist doch fast unmöglich. Niemand studiert Medizin, weil er gerne Überstunden macht, am Wochenende und an Feiertagen arbeitet und viele Jahre lang nicht (manche vielleicht auch nie?) überdurchschnittlich gut bezahlt wird.
Ich glaube, dass zwei Dinge mehr oder weniger in jedem Medizinstudenten brennen. Idealismus und der Wille zu verstehen, "was die Welt [den Körper] im Innersten zusammenhält". Untergeordnet sind dann Punkte wie das Arbeiten mit Menschen oder auch die Anerkennung in der Gesellschaft. In gewisser Weise ist also auch der Weg - das Studium - das Ziel.
Wie Feuerblick schon schreibt, folgt dann häufig im PJ oder im ersten WJ der Schock, weil bis dahin garnicht so weit gedacht wurde. Wer vorher doch schon so weit denkt - wie Du - wird eventuell Probleme haben, sich für das Studium aufzuopfern, denn für geregelte Arbeitszeiten von 9 bis 16 Uhr und einen guten Verdienst gibt es definitiv andere Wege mit weniger Widerstand. Dafür wird einem dann vielleicht der menschliche Körper für immer ein Rätsel bleiben und die Chance, die Welt ein klein wenig besser zu machen, lässt man ungenutzt verstreichen.
Wenn es dir irgendwie weiterhilft: Ich habe für einige Zeit in einer Tierklinik gearbeitet und die Ärzte dort haben ebenfalls nur einen festen Startzeitpunkt ihrer Arbeit. Wann man nach Hause kommt, steht jeden Tag in den Sternen. Schichtdienst unter der Woche, am Wochenende und an Feiertagen ist, genauso wie Rufbereitschaft, wenn man eigentlich nicht arbeiten muss, selbstverständlich. Der "durchschnittliche" Tierarzt verdient ~ 1600 Euro im Monat. Aufstiegschancen gibt es nicht wirklich, da keine Hierarchien zwischen Chef und "normalen" Ärzten vorliegen. Eine eigene Praxis zu eröffnen ist sinnlos, da das nötige finanzielle Engagement nie mehr 'reingeholt wird.
Der Vergleich mag ein wenig hinken, aber was ich damit sagen will ist einfach, dass es auch noch schlimmer geht :).

DeKl
19.07.2009, 09:21
...und die Chance, die Welt ein klein wenig besser zu machen, lässt man ungenutzt verstreichen.

der war gut! :-top

riodoro
19.07.2009, 09:56
der war gut! :-top

Ich denke schon, dass viele Studienanfänger mit dieser Intention beginnen. Ob es utopisch ist oder nicht, entscheidet sich dann irgendwann.
Warum soll man nicht träumen oder hoffen dürfen? Medizinischer Fortschritt ist mMn nur durch Optimismus (oder Zufall) zu erreichen :) und auch das tägliche Aufstehen, um die gleichen Omas in der Hausarztpraxis zu betreuen setzt eine Menge Optimismus voraus.

Bitte nicht falsch verstehen. Ich bin kein Träumer oder sowas. In diesem Thread geht es um Optimismus unter Medizinstudenten und irgendwoher muss der ja kommen.

Espressa
19.07.2009, 10:36
Dann werde doch Lehrer. Wenig Stunden, viel Ferien.
Klar, die Materie ist auch eine andere, ebenso Gehalt und Karrierechancen. Aber wenn dir die ersteren Argumente wichtiger sind - dann musst eben auch bereit sein etwas gänzlich unmedizinisches zu machen.

Ich denke man fühlt es irgendwie ob man Mediziner sein will oder nicht, und bringt dafür dann auch gewisse "Opfer". Es gibt zahlreiche Möglichkeiten sich nicht diese oft beschriebenen unmenschlichen Arbeitsbedingungen gefallen zu lassen.

Aber wenn du auf Nummer sicher gehen willst - es gibt genug Berufe mit sehr sehr geregelten Arbeitszeiten.

lg espressa

bremer
19.07.2009, 10:49
Dann werde doch Lehrer. Wenig Stunden, viel Ferien.

Wer designed eigentlich mal einen "Klischee"-Smiley?

sockenpuppe
19.07.2009, 10:56
Dann werde doch Lehrer. Wenig Stunden, viel Ferien.


Jo, das sagt mein Pappi auch immer. :-party

Was für ein wunderschönes Sommerlochthema. :-))

Das könnte glatt ein Revival meines Lieblingsthreads werden:
http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=22380

little_lunatic
19.07.2009, 11:26
irgendwann ist diese ewig wiederholende thema einfach ausgelutscht.

KriZzy
19.07.2009, 11:35
Das könnte glatt ein Revival meines Lieblingsthreads werden:
http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=22380
^^:-top

mir fällt übrigens eher im gegenteil auf, dass hier vor kurzem so eine frustrations-pessimismuswelle durchs ML-Forum geschwappt ist: mit zuerst zumeist weniger bekannten threaderstellern und zumeist alteingesessenen ''promin-enten'' ;-) :-)) MediLearnern als häufige antworter

neugierigerweise ein frage= @sockenpuppe: hast du nen neuen account oder hast du bis jetzt eifrig mitgelesen? das scheint ja nämlich dein erster beitrag zu sein :-D:-wow

Pünktchen
19.07.2009, 11:42
Ich werde dann doch mal meinen Senf dazugeben...

Erstens ändert sich die Welt in 6 Jahren Studium enorm...und nicht nur die Welt um dich herum, sondern auch du selbst. Wer Medizin studiert, möchte etwas erreichen und wenn es allein de Vorstellung ist die Welt zu verändern (Träume braucht jeder!!!)...man braucht um die 6 Jahre durchzustehen ein Ziel und einen kleinen Traum. Derjenige der sich vor dem Studium hinsetzt und sagt: "Überstunden, Unterbezahlung, keine Zeit für Familie, Krankenkassenrestriktionen - puh was für ne Zukunft!" Derjenige sollte gar nicht erst anfangen zu studieren, ihm wird es an Motivation fehlen 6 Jahre zu überstehen.
Vielleicht wird es ja ganz anders werden bei dir...und vielleicht findest du in den Jahren heraus, was man mit Medizin auch anfangen kann außer Notarzt zu werden oder Chirurg...

Als ich anfing zu studieren, hieß es: Ärzte gibts genug, du hast keine Stellenaussichten....egal, ich wollte anfangs einfach nur wissen: Wie funktioniert der Körper warum werden Menschen krank, und was steckt dahinter? Viele interessante und einige miese Praktika/Vorlesungen/Seminare erlebt...Mitten im Studium als dan schon langsam mal die Zukunftsfrage stand, wollte ich gerne Kinderärztin werden...es hieß alle wollen Kinderärzte werden, da hast du keine Chance...ok dann eben nicht...es wird sich schon was ergeben...und nu bin ich, im 1. Versuch, Ärztin in Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin geworden :-love Motto: Kinder wieder gesund machen und ihnen eine gute Zukunft geben...(Träumen! Optimismus!)
ich kämpfe weniger mit den Arbeitsbedingungen als mit den Persönlichkeiten, die einem im Arztberuf begegnen, also mit meiner und den meiner Vorgesetzten...und schon wieder bekomme ich den Satz zuhören: "Das musst du noch nicht wissen!" :-peng (wann denn sonst wenn nicht jetzt :-D) das ist dann euer persönlicher Part, ihr müsst euch kennen lernen und lernen mit anderen umzugehen (nennt man glaub ich älter werden und weiser werden! :-))) um feuerblicks tenor zu unterstützen...sich selbst und seine Arbeit gut organisieren können, lernt man mit der Zeit im Studium udn danach! (wenn man realisiert hat, das es daran liegt)

Ihr solltet euch nicht verrückt machen lassen... sucht euch ein Ziel, den kleinen Traum, euren eigenen kleinen Traum, aus...sonst werdet ihr 6 Jahre leiden...um anschließend möglicherweise weiter zu leiden...

sockenpuppe
19.07.2009, 12:09
^^:-top

mir fällt übrigens eher im gegenteil auf, dass hier vor kurzem so eine frustrations-pessimismuswelle durchs ML-Forum geschwappt ist....

Und ich hab gerade den Eindruck gewonnen, als solle diese altbewährte ML-Tradition nun fortgesetzt werden: ;-)

Vor zwei Tagen dieser von BlackBoy gestarteteThread (http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?p=795712#post795712)


......Mir fällt da noch eine andere Frage ein, die ich euch stellen möchte. Ist die Arbeit als AA mit einem Familienleben vereinbar, oder haben es Assistenzärzte schwer, neben dem Beruf ein Familienleben mit Frau und Kinder(n) zu führen? Wie schätzt ihr diese Situation ein, im Hinblick auf die schlechten Arbeitsbedingungen und dem vllt. schlechten Lohn?

und heute Nacht der von Spongebob88 gestartete Thread mit ähnlichem Tenor.

KriZzy
19.07.2009, 12:46
Ich werde dann doch mal meinen Senf dazugeben...

Erstens ändert sich die Welt in 6 Jahren Studium enorm...und nicht nur die Welt um dich herum, sondern auch du selbst. Wer Medizin studiert, möchte etwas erreichen und wenn es allein de Vorstellung ist die Welt zu verändern (Träume braucht jeder!!!)...man braucht um die 6 Jahre durchzustehen ein Ziel und einen kleinen Traum. Derjenige der sich vor dem Studium hinsetzt und sagt: "Überstunden, Unterbezahlung, keine Zeit für Familie, Krankenkassenrestriktionen - puh was für ne Zukunft!" Derjenige sollte gar nicht erst anfangen zu studieren, ihm wird es an Motivation fehlen 6 Jahre zu überstehen.
Vielleicht wird es ja ganz anders werden bei dir...und vielleicht findest du in den Jahren heraus, was man mit Medizin auch anfangen kann außer Notarzt zu werden oder Chirurg...

Als ich anfing zu studieren, hieß es: Ärzte gibts genug, du hast keine Stellenaussichten....egal, ich wollte anfangs einfach nur wissen: Wie funktioniert der Körper warum werden Menschen krank, und was steckt dahinter? Viele interessante und einige miese Praktika/Vorlesungen/Seminare erlebt...Mitten im Studium als dan schon langsam mal die Zukunftsfrage stand, wollte ich gerne Kinderärztin werden...es hieß alle wollen Kinderärzte werden, da hast du keine Chance...ok dann eben nicht...es wird sich schon was ergeben...und nu bin ich, im 1. Versuch, Ärztin in Weiterbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin geworden :-love Motto: Kinder wieder gesund machen und ihnen eine gute Zukunft geben...(Träumen! Optimismus!)
ich kämpfe weniger mit den Arbeitsbedingungen als mit den Persönlichkeiten, die einem im Arztberuf begegnen, also mit meiner und den meiner Vorgesetzten...und schon wieder bekomme ich den Satz zuhören: "Das musst du noch nicht wissen!" :-peng (wann denn sonst wenn nicht jetzt :-D) das ist dann euer persönlicher Part, ihr müsst euch kennen lernen und lernen mit anderen umzugehen (nennt man glaub ich älter werden und weiser werden! :-))) um feuerblicks tenor zu unterstützen...sich selbst und seine Arbeit gut organisieren können, lernt man mit der Zeit im Studium udn danach! (wenn man realisiert hat, das es daran liegt)

Ihr solltet euch nicht verrückt machen lassen... sucht euch ein Ziel, den kleinen Traum, euren eigenen kleinen Traum, aus...sonst werdet ihr 6 Jahre leiden...um anschließend möglicherweise weiter zu leiden...

:-top:-dafür danke für den text pünktchen

bremer
19.07.2009, 13:34
Ich versteh ehrlich gesagt nicht, woher der Pessimismus kommt, wenn ich zum Beispiel folgende Pressemitteilung lese (04.Juni 2009)


Laut dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden ist Medizin eines der beliebtesten Studienfächer in Deutschland.

Im vergangenen Wintersemester haben sich 8669 Studienanfänger für das Fach entschieden. Insgesamt gab es 78 545 Studenten. Die Abbruchquote lag 2006 bei 5 Prozent, wie das Hochschul-Informations-System (HIS) in Hannover mitteilt. Demnach ist die Quote der Abbrecher gesunken: 2002 betrug sie noch 10 Prozent. Die beruflichen Aussichten für Absolventen sind gut: Nach Angaben des HIS sind 92 Prozent von ihnen zehn Jahre nach dem Abschluss erwerbstätig, arbeitslos ist nur 1 Prozent. Derzeit sind Mediziner sogar besonders gefragt: Nach Angaben der Bundesärztekammer in Berlin gibt es bundesweit mehr als 4000 offene Stellen in Krankenhäusern. Zwei Drittel der bundesdeutschen Kliniken haben demnach sogar Probleme, ihre freien Stellen zu besetzen.

5% Abbrecherquote! Davon können doch so ziemlich alle anderen Studiengänge nur träumen.

Pyrotes
19.07.2009, 13:45
Erstens ändert sich die Welt in 6 Jahren Studium enorm...und nicht nur die Welt um dich herum, sondern auch du selbst. Wer Medizin studiert, möchte etwas erreichen und wenn es allein de Vorstellung ist die Welt zu verändern (Träume braucht jeder!!!)...man braucht um die 6 Jahre durchzustehen ein Ziel und einen kleinen Traum. Derjenige der sich vor dem Studium hinsetzt und sagt: "Überstunden, Unterbezahlung, keine Zeit für Familie, Krankenkassenrestriktionen - puh was für ne Zukunft!" Derjenige sollte gar nicht erst anfangen zu studieren, ihm wird es an Motivation fehlen 6 Jahre zu überstehen.


Ich finde es etwas übertrieben, von "überstehen" zu sprechen - das klingt so, als wenn das Studium eine Qual sei, durch die man eben durch muss. Aber so ist es ja nicht.
Man kann das Studium (wie alle anderen Studiengänge auch) auch ohne eine "höhere" Motivation durchziehen.
Klar, einen Antrieb braucht man immer, aber das ist in der Medizin auch nicht anders als in anderen Bereichen.

Ich schreib das nur, weil ich diesen *überstehen-Tenor* ab und zu mal hier lese und es so klingt, als müsste man *gerade in Medizin* eine *besondere* Motivation besitzen.

getku
19.07.2009, 13:49
Was ich mich aber des öfteren frager:
Wie sehen denn die Aufstiegschancen eines Medizinstudenten aus, der nach dem Studium noch 6-7 weitere Jahre an der Weiterbildung zum Facharzt teilnimmt?

Ich habe nämlich vor, sofern ich das Studium und die Weiterbildung hinter mir habe, mich in einer eigenen Praxis niederzulassen oder ins Ausland auszuwandern und dort eine Praxis zu eröffnen.
Die Begeisterung für Radiologie und Nuklearmedizin ist in mir so groß, dass ich selbst Angst habe, dass mir die Freude zum Verhängsnis werden kann :-)

Ich kann mir irgendwie nicht vorstellen, dass alle Ärzte unter den selben, genannten Bedingungen arbeiten müssen, die hier geschildert werden....es gibt doch genauso Ärzte, die unter "sehr angenehmen" Bedingungen arbeiten, oder liege ich da falsch?

Keenacat
19.07.2009, 14:02
Was ich mich aber des öfteren frager:
Wie sehen denn die Aufstiegschancen eines Medizinstudenten aus, der nach dem Studium noch 6-7 weitere Jahre an der Weiterbildung zum Facharzt teilnimmt?

Na, besser als die von einem, der keine Facharztweiterbildung macht. :-D
Aber mal im Ernst:
Angenehme Arbeitsbedingungen werden von jedem unterschiedlich definiert. Es soll ja sogar Leute geben, die ganz zufrieden damit sind, dauernd auf Station rumzuhängen und einfach nur ihre Arbeit zu tun. Andere sind ständig von den Umständen angepisst. Ist auch ne Typsache.
Zudem ist es oft müßig, schon Jahre vorher darüber zu spekulieren, wie die eigenen Arbeitsbedingungen mal sein werden. Garnicht mal so sehr, weil die sich großartig ändern könnten, sondern vor allem, weil einem eventuell doch noch ein völlig anderes Traumfach über den Weg läuft. Möglicherweise stellst du ja fest, dass eigentlich Augenheilkunde voll dein Ding ist.

GOMER
19.07.2009, 14:21
Erstmal anfangen mit dem Studium, währendessen auch öfters mal über den Tellerrand und die Landesgrenzen blicken, irgendwas ergibt sich später schon. Wenn einen das Studium interessiert, dann isses auch das Richtige.