Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Entscheidung für eine Fachrichtung
Es dürfte doch wohl kein Problem für die Forschung sein, irgendwelche superdünnen, megareißfesten Handschuhe speziell für die Behandlung von Patienten mich gefährlichen Infektionskrankheiten zu entwickeln! Mit Kunststoffen ist doch soo viel möglich. Und wenn die heute immer suagfähigere Zellulosederivate für Damenbinden herstellen, können die doch auch mal was für die Handschuhe tun. Teurer können sie ruhig sein, wenn man sie nur bei bestimmten Patienten einsetzen braucht.
Nochmal zu der CJD Sache: es werden bei ALLEN neurochirurgischen Operationen die Instrumente entsorgt?? Es muss doch eine Sterilisierungsmethode geben, die nichtmal Prionen überstehen. Z.B. Erhitzen auf über 130° oder was auch immer der Grenzwert war, bis zu dem die Teile überdauern.
Das mit den Handschuhen ist wirklich wahr. Wenn da schon vor der OP Löcher drin sind, ist das wirklich inakzeptabel. Keinen Schutz gibt es wohl vor richtigen Nadelstichverletzungen. Jeder Heimwerker weiss, dass ein "Unfall" auch bei aller grösster Vorsicht nicht immer zu verhindern ist. Daher eben: das mit den HIV Patienten ist ein ernstes Problem und der Arzt sollte wenigstens das Recht haben zu wissen, wo ganz besondere Vorsicht angebracht ist! Dieses Recht wird ihm aber abgesprochen!! Der Arzt hat sich offenbar aufzuopfern, die Risiken werden negiert.
zu Prionen: das ist ja gerade die Schweinerei an den Prionen, dass sie nicht totzukriegen sind.
Froschkönig
12.01.2003, 21:17
Original geschrieben von hobbes
...zu Prionen: das ist ja gerade die Schweinerei an den Prionen, dass sie nicht totzukriegen sind.
Das ist so nicht ganz richtig : (Quelle (http://www.integra-biosciences.com/prionen1.html) )
Original geschrieben von hobbes
... das mit den HIV Patienten ist ein ernstes Problem und der Arzt sollte wenigstens das Recht haben zu wissen, wo ganz besondere Vorsicht angebracht ist! Dieses Recht wird ihm aber abgesprochen!! Der Arzt hat sich offenbar aufzuopfern, die Risiken werden negiert.Wo und wie denn das bitte??!
Mal davon abgesehen: manchmal muß man auch als Arzt ungewöhnliche und unter Umständen auch irgendwo riskante Wege gehen. Dazu gehört auch mal, ein gewisses - bestmöglichst - geringes Risiko einzugehen, sei es jetzt eine mögliche (aber unwahrscheinliche) HIV- Infektion bei einer Operation, sei es, mal auch einen Therapieweg zu wählen, der nicht unbedingt dem Lehrbuchwissen entspricht. Das ist dann erst wirklich echte ärztliche Kunst, und nicht die ewige Litanei aus Laborwert, Konsil und Standarttherapie.
Rugger
Original geschrieben von Rugger
Wo und wie denn das bitte??!
Indem es nicht erlaubt ist, bei einem Patienten ohne dessen ausdrückliche Erlaubnis einen HIV-Test durchzuführen. Auch wenn du Blut für andere Zwecke abgenommen hast, darfst du ohne Einwilligung nicht zusätzlich auf HIV untersuchen!
Die June :-music
Da hast du recht. Und was lernen wir daraus. Am Ende ist man doch der Dumme.
Aber nicht nur als Arzt würd ich mal sagen. Tröstet aber trotzdem nicht sonderlich.
Original geschrieben von June
Indem es nicht erlaubt ist, bei einem Patienten ohne dessen ausdrückliche Erlaubnis einen HIV-Test durchzuführen. Auch wenn du Blut für andere Zwecke abgenommen hast, darfst du ohne Einwilligung nicht zusätzlich auf HIV untersuchen! Ach so, so war das gemeint! Sorry, ich dachte, wir reden hier von Patienten mit bekannter HIV- Infektion...!
Nichts desto trotz: ein gewisses Risiko bleibt halt immer... Sei es die Ansteckungsgefahr, sei es eine Klage wegen eines Behandlungsfehlers, sei es durchgedrehte Angehörige... Na und?! Heutzutage ist eh' nichts mehr ohne Risiko... Ich habe mir den Beruf nunmal selbst ausgesucht - er ist halt auch belohnend wie kein zweiter und da muß ich halt auch manchmal gewisse Nachteile in Kauf nehmen...!
Rugger
Ps. Habt ihr Euch eigentlich mal Gedanken darüber gemacht, daß nicht HIV das wirkliche Problem ist, sondern vielmehr die Hepatitis (C) ???!
Ich würde sagen beides ist ziemlicher Dreck. Aber du hast schon recht HepC ist so ne Sache die man gerne außen vor läßt. Schon alleine weil man sich da mit den Übertragungswegen nicht so sicher ist.
Original geschrieben von June
Indem es nicht erlaubt ist, bei einem Patienten ohne dessen ausdrückliche Erlaubnis einen HIV-Test durchzuführen. Auch wenn du Blut für andere Zwecke abgenommen hast, darfst du ohne Einwilligung nicht zusätzlich auf HIV untersuchen!
Die June :-music
Ganz genau. Danke June.
Dadurch kann das Risiko in diesen Fällen durch andere OP Technik stark reduziert werden. Das Gesamtrisiko sinkt dadurch, auch wenn der entsprechende Test in Notfallsituationen selbstverständlich nicht möglich ist.
Original geschrieben von Rugger
mal auch einen Therapieweg zu wählen, der nicht unbedingt dem Lehrbuchwissen entspricht. Das ist dann erst wirklich echte ärztliche Kunst, und nicht die ewige Litanei aus Laborwert, Konsil und Standarttherapie.
Ok, wenn ein erfahrener Arzt aus guten Gründen einen alternativen - noch nicht standartisierten - Therapieweg wählt, ist dass dann evt. mal ok.
Leider kenne ich zu Hauf Ärzte, die es auf ihre Art machen wollten - Ergebnis: katastrophale Resultate, arme Patienten!
rolexralf
13.01.2003, 18:55
Original geschrieben von Rugger
Ps. Habt ihr Euch eigentlich mal Gedanken darüber gemacht, daß nicht HIV das wirkliche Problem ist, sondern vielmehr die Hepatitis (C) ???!
Yep - genau das wollte ich auch schon schreiben. Hep C wird m.E. viel mehr unterschätzt als HIV. Beides ist ganz übel, aber Hep C geht in der Diskussion um HIV, Aids-Kampagnen etc. doch etwas unter.
wobei über Hep C und die andere Hep das gleiche zu sagen wäre wie über HIV und die Schutzvorkehrungen, die Teste die gleichen (natürlich im weiteren Sinne) wären.^
Das ein Arzt vor OP den Status seines Patienten nicht ausfindig machen darf, ist wirklich unhaltbar. Im Prinzip sollte sich jeder weigern so zu operieren (ausser im Notfall, ich spreche von Wahl-OP).
Lion-Girl
19.01.2003, 17:19
...also auch von mir ein diskussionbeitrag, da ich ja auchschon so ziemlich am ende meiner studentischen karriere stehe...frustrierender gedanke...egal
das mit der fachrichtung ist, wie ich denke bei jedem irgendwie anders aber ich denke, auch die, die glaubten, sich von anfang an sicher zu sein leben in einer ziemlich großen wahrscheinlichkeit, ihre meinung im laufe dieses wirklich langen studiums noch einmal zu ändern. Zum Glück...oder leider hat man die Gelegenheit während des studiums viele Fachrichtungen kennenzulernen naja und welche Tücken oder Vorteile sie bieten merkt man häufig nur zufällig. Daher mein Tip: wenn es ein oder mehrere Richtungen gibt, die dich interessieren, dann nutze die Gelegenheiten, sie auszuprobieren oder versuch, ärzte der betreffenden Fachrichtung nach ihren Beweggründen zu fragen. es wird dich erstaunen wie viele verrückte gründe es geben kann Radiologe zu werden :-/
was die Famulaturen angeht sind zwei dinge zu bedenken. hast du irgendwelche höheren Ziele bezüglich stipendienprogrammen oder möchtest du z.B. zum PJ in ein ganz bestimmten krankenhaus oder land...dann kann es sinnvoll sein wenigstens eine Famulatur z.B. im englischsprachigen ausland im betreffenden fachgebiet gemacht zu haben...das macht sich eben sehr gut im lebenslauf. viele amerikanische Unis haben sowas zum beispiel als eingangsvorraussetzung fürs PJ, die schweizer sehen das auch sehr gern. abgesehen davon kann ich sowas ohnehin nur empfehlen da es dich in jeder hinsicht sehr weit bringen kann ( ich war in australien und North Carolina und werde zum PJ in die Schweiz und nach Amiland gehen bisher hat sich der aufwand immer gelohnt)
In der heimatklinik im gewählten fachbereich ist nicht unbedingt nötig wenn du dort vielleicht auch dr.arbeit machst...dann schaffst du dir mit der dissertation ohnehin die dauerhafteren kontakte.
Die Dr.arbeit: wenn du ein spezielles interesse für eine Fachrichtung hast sagt das oft auch was über die geeignete Dr.arbeit aus ...beispiel von mir ...mir schwebt die orthopädie/unfallchirurgie vor und ich habe eine experimentelle arbeit am leichenmodell und patientenuntersuchung...also nichts mit statistik oder pipetten...
zunächst solltest du wieder überlegen was du mit der arbeit bekommen willst...nur den titel, irgendeine gute note, kontakte zur industrie, eine unikarriere oder was schickes mit veröffentlichungen für den lebenslauf ...und wieviel du bereit bist dafür zu investieren. ich investiere jetzt seit 2,5 jahren wirklich viel und habe sogar das 2. stex deswegen verschoben...ich würds wieder machen obwohl mein bedarf an forschung erst mal gedeckt ist...aber ich wollte eben wirklich das gefühl haben etwas nachvollziehbares zu machen, wo hinterher was rauskommt womit ich etwas anfangen kann... ich hatte glück...das braucht man auch...wenn du nur den titel willst und nicht gleich chefarzt in irgendeiner klinik werden willst reicht es sicher eine einfache und vielleicht trotzdem spannende arbeit in einem anderen fachgebiet als deinem wunschgebiet zu machen.
Du siehst also ...wie sehr du dich schon früh im studium auf ein fachgebiet ausrichtest hat viel damit zu tun was du dir für dein späteres leben als ausgebildeter mediziner vorstellst ( noch ein kleines beispiel, ein befreundeter zahnarzt ist auch in unserem forschungsteam mit einer statistischen untersuchung zur radiologie der wirbelsäule...so geht es eben auch)
ich denke aber, daß du trotzdem einen tollen job bekommen kannst wenn du dich spät umentscheidest. das tun viele
ich hoffe mein ewiggelaber hat dir irgendwie geholfen...ansonsten genieße was geht beim studieren...ich hatte mit meine genialste zeit in den vergangenen jahre :-)
Lion
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