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Rettungshase
30.01.2011, 18:52
Ich mag die Braunülen am liebsten, sowohl was die Punktion anbelangt, als auch in Bezug auf die Blutabnahme, da man durch den Spritzenadapter oben eine schöne Möglichkeit hat, die in Position zu halten. Außerdem verbleibt nur der Kunststoffteil beim "Anzapfen" in der Vene, während bei Butterfly und einfacher Kanüle weiterhin der spitze Teil in der Vene verbleibt und so doch noch die Vene verletzen kann (z.B. wenn man ein neues Blutröhrchen aufsetzt).
Achso... und man sieht natürlich auch direkt, ob man getroffen hat oder nicht.

Das kann natürlich jeder anders sehen. Ich hab einfach die meisten Erfahrungen mit den Braunülen, wobei ich mich nun wohl oder übel mit Butterfly und Kanüle anfreunden muss, da der Preis es natürlich rechtfertigt, dass man die Braunülen nicht nur zum Blutabnehmen verwendet und gleich wieder herauszieht.

mainzer
30.01.2011, 20:05
@rettungshase:
also ich bin noch NIE auf die idee gekommen, jemandem ne braunüle zu verpassen, NUR um blut abzunehmen....witzige sache.
aber hey; wenn man mit der methode sicher ist, warum nicht!
aber grad im rd kann man braunülen ja noch soviel mehr machen: bz, infusion, medis...von der sicht her relativieren sich die vermeintlich höheren kosten ja auch wieder...

hab mir grad mal den spaß gemacht und geschaut, was das material so kostet:

monovetten-kanülen-adapter (starre kanüle zum direkt verbinden mit monovetten): 0,23€/stück
butterfly: ca. 0,40€/stück
venenverweilkanüle: ab 0,70€/stück

:-)

Rettungshase
30.01.2011, 20:31
@ mainzer: Ja, im Rettungsdienst ist die Blutabnehmerei etwas, was man dann eben noch schnell macht, um Patient und Krankenhaus einen Gefallen zu tun, weil man sowieso einen Zugang legen muss für all das, was du angemerkt hast. Der bleibt dann aber auch drin.
Da würde nie jemand auf die Idee kommen zu pieksen, nur um Blut abzunehmen ; )

Aber mal im Ernst: Ich mag zwar meine Braunülchen, aber über kurz oder lang muss ich mich dann wohl umgewöhnen (oder mir die Taschen irgendwann einmal mit Braunülen voll machen, um dann heimlich nur damit zu arbeiten^^). Irgendwer kommt ja dann doch immer mit erhobenem Zeigefinger und dem Kostenargument.

Lizard
30.01.2011, 21:14
Also wenn du mir im Falle einer regulären Blutabnahme im Stationsalltag eine Braunüle in die Hand/Arm rammst, würde ich dir als Patient an den Hals springen.

Wenn man sowieso eine Braunüle legen muss und dann gleich noch Blut abnimmt ist das natürlich was anderes.

Rettungshase
30.01.2011, 21:34
Bitte klär mich auf: Wo liegt denn der Unterschied zwischen einer gut geschobenen Braunüle zu der einer ebenso gut gesetzten Kanüle?
Als Patientin habe ich nur zugunsten der Braunüle einen bemerkt, als mir eine Arzthelferin die Vene beim Aufstecken eines neuen Vacutainers die Vene durchbohrt hat.Der wär ich fast an den Hals gesprungen.

Lizard
30.01.2011, 21:52
Kommt auch auf die Größe an.
Welche Größe (Braunüle) benutzt du denn zum Blutabnehmen?

I.d.R. sind die Butterflykanülen zum Blutabnehmen kleiner als die Kanüle einer (z.b.) 21G Braunüle.
Ich sage nicht,dass es nicht funktioniert aber es heisst ja nicht umsonst Venenverweilkanüle.
Ein ZVK ist ja auch was schönes zum Blutabnehmen oder noch besser eine arterielle Kanüle:-))

Rettungshase
30.01.2011, 22:24
Hehe, ja da hast du Recht. An einen ZVK hab ich noch nicht einmal gedacht :D

In meiner neugierig-furchtlosen Anfangszeit im Rettungsdienst hab ich die Praktikanten mal an mir Punktieren üben lassen: Ich habe ganz ehrlich keinen sonderlichen Unterschied zwischen 22 G und 14 G bemerkt. Vielleicht hat man mehr Angst vor dem "dicken Rohr", aber der Schmerz war nahezu identisch.
Seitdem erspare ich meinen Patienten auch den Spruch: "Es tut nicht so doll weh; ist ja nur ne kleine Nadel", weil es eben immer ganz schön schmerzt, denn jedes Mal wird Haut mit etwas Spitzem durchbohrt. Entscheidender ist wohl eher die Stelle, an der man punktiert und wie man es tut.

Felix@112
31.01.2011, 17:04
Ich habe ganz ehrlich keinen sonderlichen Unterschied zwischen 22 G und 14 G bemerkt. Vielleicht hat man mehr Angst vor dem "dicken Rohr", aber der Schmerz war nahezu identisch.
Seitdem erspare ich meinen Patienten auch den Spruch: "Es tut nicht so doll weh; ist ja nur ne kleine Nadel", weil es eben immer ganz schön schmerzt, denn jedes Mal wird Haut mit etwas Spitzem durchbohrt. Entscheidender ist wohl eher die Stelle, an der man punktiert und wie man es tut.

Mit Verlaub, aber das ist Quatsch.
Es kommt zwar durchaus auf Technik und Punktionsort an, aber natürlich
schmerzen dickere Nadeln mehr als dünnere....

Rettungshase
31.01.2011, 17:38
Du kannst das, was ich dabei gefühlt hab, doch nicht so lapidar als Quatsch abtun :D
Ich habe keinen großen Unterschied bemerkt, bzw. habe ich einen wesentlich größeren erwartet. Das ist etwas rein Subjektives. Kann gut sein, dass Tagesform, Setting usw. auch noch einen großen Anteil ausgemacht haben.
Es tut immer weh (mir zumindest), eine Nadel gesetzt zu bekommen. Ob das jetzt tierisch oder bloß übelst weh tut, macht da für mich wenig Unterschied (vielleicht wird mir das Weber-Fechner-Gesetz sogar zustimmen^^). Selbstverständlich bekommt niemand eine große Nadel, die er nicht braucht, wenn nicht auch eine kleinere möglich ist.

Mag auch sein, dass der Praktikant mit der dünneren Nadel bei mir damals schlechter gestochen hat als der mit der dickeren (das will ich ja gar nicht ausschließen), aber die Unannehmlichkeiten waren mir doch zu groß, als dass ich es noch mal hätte ausprobieren wollen.

(Zu Zeiten, in denen "Wetten, dass..." noch eine reine Weste hatte, hätte man vorschlagen können, die Größe der Viggos anhand der Schmerzintensität bei verbundenen Augen zu schätzen. scnr)

LieberInvasiv
31.01.2011, 18:22
Mit Verlaub, aber das ist Quatsch.
Es kommt zwar durchaus auf Technik und Punktionsort an, aber natürlich
schmerzen dickere Nadeln mehr als dünnere....
Und warum? Mir ist jedenfalls keine Hautstelle an der normalerweise punktiert wird bekannt an der die Zwei-Punkte-Diskrimination (von den nozizepztiven Zellen mal abgesehen) so klein ist, dass es relevant würde.

Ich halte das deshalb und auch aus eigener Erfahrung (sowohl am Patienten, als auch am eigenen Leib) ebenfalls für einen psychogenen Faktor - der ja deshalb nicht unbedingt weniger schmerzhaft sein muss ;-)

THawk
31.01.2011, 18:50
und was soll Zwei-Punkt-Diskrimination mit Schmerzempfinden in Abhängigkeit von der Nadelgröße zu tun haben? Mit beiden Nadeln macht man nur ein Loch ;-)

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16846958
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19848573

Logo
31.01.2011, 19:52
und was soll Zwei-Punkt-Diskrimination mit Schmerzempfinden in Abhängigkeit von der Nadelgröße zu tun haben? Mit beiden Nadeln macht man nur ein Loch ;-)

http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16846958
http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19848573

Yup. Coole Studie btw :-top

Ferner:
2P-Diskrimination ist kein Nozizeptor-Schmerz. Siehe Physiobuch....

Gruß LOGO

LieberInvasiv
01.02.2011, 18:01
Yup. Coole Studie btw :-top

Ferner:
2P-Diskrimination ist kein Nozizeptor-Schmerz. Siehe Physiobuch....

Gruß LOGO

Ich weiß, deshalb gab es ja auch noch nen Zusatz zur 2P-Diskriminante in Klammern..
denn die freien Nervenendigungen liegen schließlich noch weiter auseinander.

Aber meien Behauptung scheint durch die o.g. Studien ja trotzdem entkräftigt zu sein.. blöde Empririk :D

Benschi
22.07.2011, 12:36
Mal eine Frage : Was ist der physikalische Grund dafür,dass sich manche Venen beim Stauen vollpumpen und andere die vorher schon schön dick durch die haut geschimmer haben überhaupt nicht an volumen zunehmen?

WackenDoc
22.07.2011, 12:49
Den Stauschlauch zu fest zu gezogen?

Kackbratze
22.07.2011, 12:51
Sehnen werden durch stauen nicht dicker.

Benschi
22.07.2011, 13:55
In nem Buch steht ,dass man an den Venen abnehmen soll die sich wie ''Wasserschläuche'' schön füllen nachm stauen und die man dadurch gut tasten kann und nicht an denen die man gut sieht.

aber warum füllen sich nicht alle am Arm prall?

sorry wenn ich nicht richtig verständlich geschrieben hab

Rico
22.07.2011, 20:27
In nem Buch steht ,dass man an den Venen abnehmen soll die sich wie ''Wasserschläuche'' schön füllen nachm stauen und die man dadurch gut tasten kann und nicht an denen die man gut sieht.

aber warum füllen sich nicht alle am Arm prall?

sorry wenn ich nicht richtig verständlich geschrieben habIch glaube die wollen darauf hinaus, dass man nur in Venen stechen soll, die tastbar sind und nicht in welche, die man zwar durch die Haut schimmern sieht, die sich aber nicht tasten lassen.
Es gibt halt feine Hautäste, die (gerade bei hellhäutigen Menschen) schön sichtbar sind, aber halt trotzdem kaliberschwach sind oder sich nicht stark expandieren weil in sie eben nicht soviel Blut drainiert wie in eine cubitale V. cephalica.

Dr. Cox M.D.
13.09.2012, 17:05
Ich raff es manchmal nicht mit den Blutabnahmen.
Oft klappts ja.
Wir nutzen das Butterfly-Systems
ABER: Öfter stech ich rein, und im Schlauch ganz oben ist kein Blut zu sehen, obwohl ich eigentlich getroffen haben müsste.

Das passiert andauernd..So oft, dass man schon mit nem schlechten Gefühl an die Abnahmen rangeht...... Dat nervt! Dann sacht aber die Schwester. mach doch mal trotzdem dat Vaccu-Röhrchen ran... Und siehe da! Es kommt! Komisch! Ich kann doch aber nu nicht ständig auf gut Glück die Röhrchen verheizen... Hmmm.....

Habt ihr Patentrezepte zum Umgang mit Butterflies..so dass es auch klappt.... Ich zihe manchmal ein Stück wieder zurück, dann kommt was, aber auch nicht immer!

Für jeden Tip bin ich dankbar!

epeline
13.09.2012, 17:19
ich hab immer nur das monovettensystem, und steck die erste schon dran, dann fließt es immer gleich, manchmal hilft es auch, hinten den adapter abzumachen
wie das jetzt bei dem vaccutain-system ist, weiß ich nicht