Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Augen lasern lassen?
Thomas24
03.09.2009, 21:21
Also, dafür das hier eigentlich alle medizinisch bewandert sind, finden sich doch beachtlich viele Leute, die sich ohne Not ins Auge pieksen lassen wollen. Funkel hat die Pros (und vielen Cons) ja schlüssig dargelegt.
Aber nun ja, ist ja ein freies Land. Und ich will ja auch nicht ewig Polo fahren- also nur zu. Ich mach dann später mal Sonderpreise für Forumsteilnehmer:-wow
*Cave: Ironie*.
Ich trage ja selbst 'ne Brille! ;D
Aber ich finde, es wird hier alles eindeutig zu negativ dargestellt. Ist natürlich jedem selbst überlassen, aber die Methodik ist schon ausgereift. Und natürlich, ab einem gewissen Alter ist die ganze Sache nicht mehr wirklich sinnvoll, darauf wird ein seriöser Arzt aber auch hinweisen.
Negative Darstellung würde ich das nicht nennen. Die Wahrheit besteht halt nicht nur aus Mandy K. aus Jena, die in der "RTL 2- hab-mich- im- Urlaub- für- kleines-Geld- Lasern-lassen-Hurrah-alles-superdoll-geworden" Reportage zu sehen ist, sondern auch aus Leuten mit neuroparalytischer Sicca, über diffus lamellärer Keratitis, Leuten mir posttraumatischem Flapverlust nach Bagatelltrauma, Fehlablationen (mein persönlicher "Liebling" LASIK bei 6 dpt Hyperopie im Türkeiurlaub- Patientin war danach "etwas unzufrieden"...), usw.
Espressa, Funkel und Muri verdienen unter anderem unsere Brötchen damit, dass wir auch sowas zu sehen bekommen, zwar nicht täglich- aber wenn es dann passiert, sind alle ziemlich unhappy.
Was die "Reife der Methodik" angeht. Der Aderlass ist auch eine ziemlich bewährte Methode, ist aber in der Inneren im Allgemeinen etwas aus der Mode gekommen... Es heisst ja nicht umsonst: die Standards von heute, gelten als die Fehler von morgen.
Aber solange es genug Klienten für refraktive Eingriffe gibt, muss ich mir ja keine Sorgen machen, dass ich auf ewig Polo fahren muss...wie gesagt, ich mach euch einen "Sonderpreis"- die zweite Re- Keratoplastik nach verpfuschter LASIK ist dann umsonst :-D
Espressa
03.09.2009, 21:40
...wie gesagt, ich mach euch einen "Sonderpreis"- die zweite Re- Keratoplastik nach verpfuschter LASIK ist dann umsonst :-D
Ach, dabei (so ließ ich mir von einem Kollegen der LASIK macht erzählen) macht man mit Re-Lasiks nach vorbestehendem Pfusch die meiste Knete, weil DA ist es den Leuten völlig egal was es kostet, sie wollen nur sicher gehen dass es gut wird, oder jedenfalls besser.
Und: Seriöse Anbieter bieten oft jahrelange "Garantie" an, sprich wenn sich die Werte rasch wieder ändern sollten wird nochmal ohne Aufpreis nachkorrigiert.
Feuerblick
03.09.2009, 21:55
Das sollte wohl das mindeste sein, was ich von einem seriösen Anbieter erwarten kann.
@Thomas: Bekomm ich Beteiligung? Ich mach vorher und nachher die BCVA :-)):-)):-))
Thomas24
03.09.2009, 22:41
Das sollte wohl das mindeste sein, was ich von einem seriösen Anbieter erwarten kann.
@Thomas: Bekomm ich Beteiligung? Ich mach vorher und nachher die BCVA :-)):-)):-))
Deal!
Prä-op sc= lsp; cc= hbw.
Postop sc=fz; cc= 0,05.
ewige Gunst und Dankbarkeit sei uns sicher!
Es werde Licht...
:-winky
Negative Darstellung würde ich das nicht nennen. Die Wahrheit besteht halt nicht nur aus Mandy K. aus Jena, die in der "RTL 2- hab-mich- im- Urlaub- für- kleines-Geld- Lasern-lassen-Hurrah-alles-superdoll-geworden" Reportage zu sehen ist, sondern auch aus Leuten mit neuroparalytischer Sicca, über diffus lamellärer Keratitis, Leuten mir posttraumatischem Flapverlust nach Bagatelltrauma, Fehlablationen (mein persönlicher "Liebling" LASIK bei 6 dpt Hyperopie im Türkeiurlaub- Patientin war danach "etwas unzufrieden"...), usw.
Die Wahrheit besteht genauso wenig nur aus Türkeiurlaubern mit posttraumatischem Flapverlust nach Bagatelltrauma, Fehlablationen usw.
Dass es Risiken gibt, ist aber natürlich unbestritten - ich würd's daher auch nicht bei mir machen lassen.
Relaxometrie
04.09.2009, 09:42
mein persönlicher "Liebling" LASIK bei 6 dpt Hyperopie im Türkeiurlaub- Patientin war danach "etwas unzufrieden"
Was für ein "grandioses" Ergebnis hat das Lasern denn gebracht?
Feuerblick
04.09.2009, 10:43
Deal!
Prä-op sc= lsp; cc= hbw.
Postop sc=fz; cc= 0,05.
ewige Gunst und Dankbarkeit sei uns sicher!
Es werde Licht...
:-winkyHey, du hast mich noch nicht refraktionieren lassen. Und wenn die Fäden erstmal raus sind... ;-)
@Alcyon: Nö, tut es sicher nicht. Aber die Wahrheit besteht eben auch nicht nur aus denen, bei denen heute alles toll ist. So RICHTIG alles toll habe ich bisher (um genau zu sein) noch nicht gehört. Die einen berichten über Halos, die nächsten über Trockenheit und die nächsten wieder über nicht ganz korrekte Refraktion und die Notwendigkeit einer Brille... Und bevor man sich dafür VIEL Geld vom Munde abspart, sollte man vielleicht die kritischen Stimmen ernst nehmen...
Zudem ist es bei den meisten Patienten ja so, dass sie einfach die Brille loswerden wollen, nicht, dass sie einfach nur besser als vorher ohne sehen könnten. Wenn dann nur eine Vierteldpt daneben geschliffen wird, ist es, zumindest bei den meist anspruchsvollen Myopen Essig ohne Korrektur. Eine gute Freundin hat vor mittlerweile 16 Jahren (!) refraktive Chirurgie an ihren -9dpt Augen vornehmen lassen. Sie hat noch eine Restmyopie von ca -1,0 bds. Sie ist dennoch mit dem Ergebnis zufrieden, weil sie zumindest nicht mehr wie zuvor völlig hilflos ist ohne Brille. Dennoch, und das sieht sie heute in der Rückschau auch so, war sie damals verdammt mutig. Denn wenn wir heute von Kinderschuhen sprechen, war damals nicht mal das Leder gewachsen...
Das ist ja interessant: Handeln denn eurer Meinung nach eure Kolleginnen und Kollegen verantwortungslos, wenn sie die Augen von Patienten lasern?
Feuerblick
04.09.2009, 12:55
Dann müsste man ja auch sagen, dass jeder plastische Chirurg verantwortungslos handelt. Wenn die Patienten ausreichend aufgeklärt werden, ist deren Wunsch ihr Himmelreich. Verantwortungslos wäre nur, einen Lasereingriff an einem nicht dafür geeigneten Auge durchzuführen...
Dann müsste man ja auch sagen, dass jeder plastische Chirurg verantwortungslos handelt. Wenn die Patienten ausreichend aufgeklärt werden, ist deren Wunsch ihr Himmelreich. Verantwortungslos wäre nur, einen Lasereingriff an einem nicht dafür geeigneten Auge durchzuführen...
1. Haben plastische Chirurgen, die als sog. Schönheitschirurgen tätig sind, genau deshalb einen "problematischen" Ruf.
2. Solltest du keinen Eingriff bei einem Patienten durchführen, den du für falsch hältst. Bist du also der Meinung, dass der Wunsch, morgens die Wanduhr ohne Brille lesen zu können, die Risiken nicht rechtfertigt, solltest du den Eingriff auch nicht durchführen.
Nach den Aussagen hier im Thread würdet ihr eine Laser-OP nur in besonders schweren Fällen, in Ausnahmefällen gutheißen. Dass aber die überwiegende Mehrheit der Lasereingriffe an eigentlich gesunden Augen durchgeführt wird, sollte euch dann doch eigentlich sehr stören, oder nicht?
Ja, mich stört es, und nein, ich würde, selbst wenn sich mir die Möglichkeit böte, keine derartigen Eingriffe durchführen. Dass an meiner Klinik seit 1,5 Jahren oder so auch refraktive Chirurgie gemacht wird, gefällt mir persönlich nicht.
Feuerblick
04.09.2009, 18:41
1. Führe ICH diesen Eingriff nicht durch und habe es auch nicht vor, auch wenn es mir angeboten würde.
2. Warum sollte mich das stören? Ob das Risiko gerechtfertig ist, entscheidet wie so oft der Leidensdruck des Patienten.
3. Die refraktiven Lasereingriffe werden nicht überwiegend sondern ausschließlich an gesunden Augen vorgenommen. Alles andere wäre in der Tat verantwortungslos und würde mich sehr stören.
4. Ob nun jemand sich die Brüste vergrößern, den Hintern verkleinern oder sich Botox in alle erreichbaren Falten spritzen lässt oder sich die Augen lasern lässt... da gibts für mich keinen großen Unterschied. Solange der Eingriff nach den Regeln der Kunst durchgeführt wird, ist daran nichts Problematisches zu sehen. Sobald aber eine OP auf Teufel komm raus nur zum Zwecke des Profits durchgeführt wird (Michael Jackson lässt grüßen), ist sie IMMER verantwortungslos (siehe auch Punkt 3).
5. Was das Empfehlen angeht, wirst du unterschiedliche Meinungen hören. Primär ist die OP sicher und in der Tat wenig problembehaftet. Wenn man aber die Komplikationen kennt, die auftreten KÖNNEN und wenn man weiss, dass Langzeitbeobachtungen noch fehlen, dann ist man eben deutlich vorsichtiger.
Tut mir leid, wenn meine Frage irgendwie provokant 'rübergekommen ist.
Hat mich einfach interessiert, wie ihr das als Augenärzte seht. :)
Thomas24
04.09.2009, 19:11
Was für ein "grandioses" Ergebnis hat das Lasern denn gebracht?
Unscharfes sehen. In der Nähe. In der Ferne. Im Zwischenbereich.
Sowohl mit als auch ohne Korrektur-
ist also ganz einfach "großartig" gelaufen.
Darüber hinaus noch ziemliche Sicca bds.
@Funkel: Stimmt, wenn die Fäden von der Kp ex sind, dann wird alles SUPER ;-)
Natürlich gibt´s eine Beteiligung;-)
Feuerblick
04.09.2009, 19:13
Unscharfes sehen. In der Nähe. In der Ferne. Im Zwischenbereich.
Sowohl mit als auch ohne Korrektur-
ist also ganz einfach "großartig" gelaufen.
Darüber hinaus noch ziemliche Sicca bds.Da war ein Könner am Werke!!!:-):-(
Thomas24
04.09.2009, 19:20
Da war ein Könner am Werke!!!:-):-(
Yep, ganz grosses Tennis.
Aber wie hiess es doch beim alten Godfather der refraktiven Chirurgie,
Prof. Fjodorow?
"Herr Professor, würden Sie das auch bei Ihrer Mutter so machen?"
" Bei Ihrer? Ja. Bei meiner? Nein!" ;-)
Ich glaub, meine Nerven sind zu schwach für phake IOL´s, corneal intacs, Crosslinking, (Epi-) LASIK, DSAEK und co...
Andererseits... will ich eigentlich mal meinen Polo loswerden. Ist schon deprimierend, wenn man sich die Porsche Cayenne Dichte auf dem Parkplatz der AAD ansieht, die alten (z.T. abwrackreifen Golf II- III) sind deutlich in der Überzahl. Ehrlichkeit am Patienten scheint sich wohl nicht immer aus zu zahlen. ;-)
Feuerblick
04.09.2009, 19:27
So isses, mein Lieber. Da heisst es immer noch Geld oder Gewissen... Nee, mal im Ernst. ICH persönlich brauche den Nervenkitzel nicht, spannend finde ich es trotzdem und wer als Operateur dahintersteht (und nicht selbst noch Brille trägt), der soll das ruhig machen dürfen. :-nix
Ein ehemaliger Kollege von mir, der eine Zeit lang in einer refraktiven Praxis gearbeitet hatte und eigentlich auch nicht so richtig überzeugt von dem Ganzen war, sagte auf meine Nachfrage hin, wie er das denn nun so "gewissenstechnisch" mache: "Die Leute lassen es eh machen, die, die es wollen, sind um nichts in der Welt davon abzubringen, aber dann sollen sie wenigstens zu einem gehen, der sein Handwerk versteht und noch eine sehr eringe Komplikationsrate hat" Recht hat er.
Das ist doch völlig irrsinnig elektive Eingriffe als moralisch falsch abzustempeln. Keiner der ein etabliertes Verfahren praktiziert handelt verantwortungslos! Die Grundlagen der Patientenbehandlung werden jedem Arzt beigebracht, was er mit dem Wissen macht ist dann eigentlich egal so lange er es gewissenhaft macht und die Patienten aufgeklärt sind ... wenn der Plastiker Busen vergrößert dann ist das doch völlig in Ordnung, genauso wenn ein Augenarzt Augen lasert. Wo steht denn geschrieben dass ich nur Kranke behandeln muss? Und wo steht dass man als Arzt nicht viel Geld verdienen darf?
Natürlich werden Augenärzte die vermehrt Komplikationen sehen eine ganz andere Stichprobe wahrnehmen als sie der Wahrheit entspricht ... die überwiegende Mehrheit der gelaserten Patienten sind doch recht zufrieden mit dem Ergebnis! Sonst würde man das ja nicht machen wenn jeder zweite Komplikationen aufweist...
Aber wie schon gesagt, ich würde mir die Augen nicht lasern lassen. Dennoch, Patienten und Ärzte die das machen zu verurteilen ... das ist doch etwas zu viel finde ich.
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