Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Karrierevorteil Liebesbeziehung
StellaMaris
18.07.2012, 08:13
Realität ist für die Leute, die nicht mit Drogen umgehen können.
Meine Vorgesetzten sind meine Vorgesetzten, Vorbilder sind Ideale.
Und spätestens, wenn man aus der Phase der frühkindlichen Heldenverehrung raus ist, entdeckt man, dass auch die idealisierten Vorbilder höchst menschliche Fehler und Schattenseiten haben. Bestimmte Verhaltensweisen können vorbildhaft sein, zum Beispiel die Art der Gesprächsführung mit Patienten, wie jemand seine Arbeit organisiert, bestimmte Einstellungen usw. Ab einem Punkt seines Lebens kommt man einfach nicht mehr umhin, eigene Anschauungen zu haben, und integriert dann bestimmte Sachen, die man bei anderen als vorbildhaft empfindet, in sein persönliches Weltbild.
Deshalb kann ich ja trotzdem den Umgang meines Chefs mit Patienten zum Beispiel als optimal und nacheifernswert empfinden und trotzdem seine Liebschaften mit irgendwelchen Kolleginnen als negativ empfinden (nur mal so als kontruiertes Beispiel).
@Topic: Ich halte es da mit dem guten alten Spruch: Don't f*** in the company... gilt auch für Beziehungen. Obwohl es auch viele Fälle gibt, bei denen sowas gutgehen kann (meine eigenen Eltern zum Beispiel), haben die Negativ-Beispiele bis jetzt einfach den stärkeren Eindruck hinterlassen. Ist nämlich auch als Unbeteiligter nicht so sonderlich angenehm, wenn man mit der Abteilung beim Frühstück sitzt und die Atmosphäre zum Messerschneiden dick ist, weil das Techtelmechtel zwischen Vorgesetztem und Angestellter mal kräftig gegen den Baum gegangen ist (offiziell weiß natürlich keiner davon, inoffiziell weiß aber jeder, dass alle davon wissen :-music). Sowas ist nicht gerade betriebsklimafördernd, erst recht nicht, wenn man selbst betroffen ist.
Natürlich kann es trotzdem vorkommen, dass man ausgerechnet auf der Arbeit den Traumpartner seines Lebens trifft, dann alles wunderbar paßt und man glücklich bis ans Ende seiner Tage zusammenbleibt... schön, wenn es so ist. Aber ich würde nie auf der Arbeit "aktiv" auf die Suche gehen oder einfach mal irgendwelche "Gelegenheiten" mitnehmen. Solche Spezialisten gibts ja auch, die erstmal alles "Frischfleisch", was neu in die Abteilung/Firma kommt, daraufhin abchecken, "ob mit der was geht"... auch schon zweimal erlebt. :-kotz
Na ja, den Physiotherapeuten gibts auch noch....aber das dient weniger der Karriere als der Entspannung...:-D
Das hab ich mir gestern auch gedacht, als ich ca. 45min an einem ZVK in unmöglicher anatomischer Stellung (der Patient und vor allem ich...auuuuuuaaaaah!) rumbastelte. Die Physiotherapie mobilisierte nebenan nämlich gerade ganz fleißig.
Dass ich jetzt auch Physiotherapie gut gebrauchen könnte, hab ich mir dann doch gespart, möchte ja nicht wegen Belästigung am Arbeitsplatz auffallen :-))
Also, falls, wenn Vorgesetzter, momentan unvorstellbar, erstmal absolute Geheimhaltung!!! :-meinung Eigentlich für immer unvorstellbar, aber man weiß ja nie, was im Leben so passiert.
Um sich nur der Karriere willen auf so was einzulassen müsste man vermutlich echt ein verdammt kalter Hund/Hündin sein. Aus der Motivation allein schafft das wahrscheinlich keiner, da wäre es wohl emotional sogar noch weitaus erträglicher sich totzuackern für die Karriere.
k*bratze:
vielleicht war das bisher auch der Fehler; dass ich meinte, ich bräuchte so was wie ein Vorbild. Denn keiner ist perfekt, an jedem findet man etwas, das nicht optimal ist. Und mit niemandem kann man sich wirklich vollends identifizieren: Ideale sind wohl eher dazu da, an ihnen zu Grunde zu gehen. Insofern hast du vermutlich eine ganz gute Einstellung gefunden. Denn dieses "ich bin mir selbst Vorbild" ist auch was, mit dem ich gar nichts anfangen kann; wäre man mit sich zufrieden, hätte man wohl, vor allem am Anfang, was Grundsätzliches falsch verstanden, denn zufrieden darf und kann man nie mit sich sein...
Kackbratze
18.07.2012, 22:07
Denn dieses "ich bin mir selbst Vorbild" ist auch was, mit dem ich gar nichts anfangen kann;
Und Du willst wirklich in einem Bereich der Chirurgie anfangen?
Hast Du dir das gut überlegt?
LasseReinböng
19.07.2012, 14:17
Also, falls, wenn Vorgesetzter, momentan unvorstellbar, erstmal absolute Geheimhaltung!!! :-meinung Eigentlich für immer unvorstellbar, aber man weiß ja nie, was im Leben so passiert.
Hm, ich nehme dann lieber die Physiotherapeutin. Gut in Form, hat immer pünktlich Schluß, ergo für mich Zeit und hat keine Augenringe.
Augenringe haben manche auch ohne besonderen Grund, und gut in Form sind die auch nicht alle. Und das "pünktlich Schluss" kann auch ein Nachteil werden...
@k.bratze: Wie soll man sich weiterentwickeln, wenn man sich selbst, den Status quo, also Vorbild sieht? Ich lerne einfach zu gern (bin das schon zu sehr gewohnt), als dass ich mich mit einem Stillstand abfinden könnte. Ist aber sicher Geschmackssache.
Colourful
19.07.2012, 19:02
@wjsl
Warum? Ich kann doch einfach den jetzigen Zustand auch als "gut" betrachten und sich an sich selbst orientiert und trotzdem immer versuchen besser zu werden, Dinge besser zu machen, sich besser und professioneller zu verhalten. Ich meine, du kannst als Berufsanfänger halt noch nicht so viel (eigentlich gar nichts), aber du kannst dich ja trotzdem für deinen Ausbildungsstand gut anstellen, kannst gut lernen und versuchen dir auch mehr Dinge zu zu trauen, wenn du dich da einigermaßen sicher fühlst.
Vielleicht passt dazu auch der Spruch: "Wer aufhört (besser) zu werden, hat aufgehört zu sein."
Und - jeder hat auch andere Stärken und Schwächen, da lernt jeder auch anders, das kann man gar nicht so vergleichen - der eine kann halt von Grund auf sehr, sehr gut mit Patienten, wird da sehr geschätzt und so weiter, der andere ist halt handwerklich (gerade in der Chirurgie wichtig) besser, wieder andere können alle DD runterbeten und denken super schnell mit - die lernen dann alle etwas anderes. Und das ist doch auch sehr gut so, von daher ist es doch total *schwachsinnig* sich da ein Vorbild zu suchen - da man doch immer andere Grundvoraussetzungen hat. Klar, kann man viel voneinander lernen, doch ist da keiner so pauschal Vorbild.
Hoffe, dass das jetzt verständlich war.
MissGarfield83
19.07.2012, 20:39
@wjsl
Vielleicht passt dazu auch der Spruch: "Wer aufhört (besser) zu werden, hat aufgehört zu sein."
Vielleicht passt dazu auch das Stichwort "Selbstoptimierung" - man kann nur selbst zum Vorbild werden wenn man selbst gut ist und nie aufhört daran zu arbeiten - sei es an Fachlichem oder der eigenen Persönlichkeit. Das aus dem ständigen sich selbst etwas zu beweisen natürlich über kurz oder lang ein Ego erwächst ist dabei wohl sehr verständlich, denn man weiss selbst nur zu gut was man kann und was nicht.
LasseReinböng
19.07.2012, 21:07
Es ist so, daß die Persönlichkeit reift, wenn man schwierige Hürden überwindet und selbstgesteckte Ziele erreicht. Aber man darf es nicht nur aufs Fachliche beschränken, sonst wird man zu einer eindimensionalen Gestalt.
Man muß auch lernen, seine Schwächen und Niederlagen zu akzeptieren. Selbst wenn man im Leben grandios scheitert, kann man zufrieden mit sich selbst sein - zu glauben, man habe sein Leben vollkommen in der Hand, ist sowieso eine Illusion.
Und wenn man sich nur darüber definiert, was man leistet, kann man sich schon jetzt auf die Suche nach einem versierten Psychotherapeuten machen, man wird ihn früher oder später brauchen.
Kackbratze
19.07.2012, 21:23
Der status quo und meine Persönlichkeit sind zwei völlig unterschiedliche Dinge.
Wer zufrieden mit sich selbst ist, oder einen "status quo" hat, der wird aber kaum mehr eine "Persönlichkeit" bekommen...
Wie jetzt? Jemand, der eine "Persönlichkeit" hat oder bekommt muss mit sich selbst unzufrieden sein? Sorry, aber in meinen Augen ist das mal vollkommener Blödsinn.
Gerade, im Gegenteil. Ein "ruhen in sich selbst" und eine gewisse Zufriedenheit ermöglicht erst die eigene Persönlichkeitsentwicklung. Das heißt ja nicht, dass man keine Herausforderungen mehr annimmt oder sucht, sondern nur dass man auch auf das bereits erreichte stolz sein kann.
Die Übergänge sind da aber sehr fließend, leider...
Beide Extreme sind schlecht, sowohl derjenige, der völlig unflexibel und ohne weitere Entwicklungsmöglichkeit ist, als auch derjenige, der total unsicher und völlig unentwickelt ist.
Am schlimmsten sind aber die unsicheren Persönlichkeiten, die sich nichts sagen lassen und nichts annehmen, denn die vereinen die Nachteile beider Extreme.
Moorhühnchen
23.07.2012, 13:37
Beide Extreme sind schlecht, sowohl derjenige, der völlig unflexibel und ohne weitere Entwicklungsmöglichkeit ist, als auch derjenige, der total unsicher und völlig unentwickelt ist.
Am schlimmsten sind aber die unsicheren Persönlichkeiten, die sich nichts sagen lassen und nichts annehmen, denn die vereinen die Nachteile beider Extreme.Wie jetzt? :-))
Anne1970
23.07.2012, 20:56
Beide Extreme sind schlecht, sowohl derjenige, der völlig unflexibel und ohne weitere Entwicklungsmöglichkeit ist, als auch derjenige, der total unsicher und völlig unentwickelt ist.
Am schlimmsten sind aber die unsicheren Persönlichkeiten, die sich nichts sagen lassen und nichts annehmen, denn die vereinen die Nachteile beider Extreme.
:grins:
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