Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Bundeswehr
John Silver
27.07.2020, 14:48
Netto vergleichbar? Echt jetzt? Frag mal rum, was Oberärzte und Praxeninhaber wirklich verdienen. Und man kann auswählen, wo man lebt, im Zweifel den Arbeitgeber wechseln, und muss sich nicht in Auslandseinsätzen verbraten lassen. Bei dem, was die BW weiterhin als Gesamtpaket bietet, muss man schon ein großer Armee-Fan sein...
Heerestorte
27.07.2020, 17:48
Hey,
da ich nicht extra einen neuen Thread aufmachen wollte wenn es schon einen dazu gibt, dachte ich mir ich schreibe hier rein.
Wie sieht es denn heute ca. 10 Jahre später mit der Bezahlung und den Bedingungen aus?
Ich habe schon gegoogled und ein paar Dinge gelesen hätte aber gerne mal Erfahrungen von denjenigen die im System Bundeswehr sind :)
Laut Besoldungstabelle und Beispielzahlen der Bundeswehrhomepage ist das Netto ja mittlerweile vergleichbar. Es wird deutlich weniger abgezogen.
Wie sieht es aus mit einer Pension wenn man sich später verpflichtet z.b. mit mitte 30? Vorausgesetzt man wird als Berufssoldat angenommen später.
Gruß
Welches Netto vergleichbar mit wem?
Ein Bw-Student verdient deutlich mehr als ein ziviler Student (logischerweise), ein Bw-Assistenzarzt im 1. Jahr knapp 1000€ mehr Netto als ein zivileer Assistenzarzt. Der macht aber mehr Kohle mit Diensten, weil diese in der Bw nicht so gut bezahlt sind.
Ein ziviler Oberarzt bekommt mehr, ein ziviler Chef natürlich noch mehr. Vorteile sind halt sowas wie die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung, besserer Personalschlüssel in den BWKs, Verdienst im Studium, weniger Verwaltungsdruck bei der Arbeit.
Nachteile (individuell natürlich utnerschiedlich), dass man grundsätzlich bundesweit versetzt werden kann, Auslandseinsätze sehr wahrscheinlich sind, man unter Umständen nicht die Fachrichtung machen kann, die man gerne machen würde und man sich halt für lange Zeit verpflichten muss und eine Niederlassung in der Regel erst mit 40-Mitte 40 möglich ist.
Andererseits sieht und erlebt man auch Dinge, die man so im zivilen niemals erleben könnte, aber das muss man halt für sich entscheiden, ob man das will oder nicht.
Nur des Geldes wegen würde ich es nicht empfehlen.
Mr.Greenlight
27.07.2020, 22:49
Vielen Dank für die Infos!
Ich hatte mich einfach generell gefragt wie es ist. Das man in der Bundeswehr nicht das große Geld machen kann ist mir klar.
Es kam neulich ein Beitrag von einer 38-jährigen Apothekerin die als Quereinsteiger zum Bund ist.
Da kam bei mir einfach die Frage auf wie die Situation denn generell für Ärzte aussieht.
Das mit dem Netto - Vergleich hatte ich dann wohl falsch aufgefasst, danke :)
@Heerestorte: Bist du noch aktiv bei der Bundeswehr? Hast du es unterm Strich bereut? Mich hatte das schon immer ein wenig gereizt. Das Einzige was mich damals wirklich davon abgehalten hat bei der Bundeswehr Medizin zu studieren (sofern man angenommen wäre!) war die "eingeschränkte" Facharztwahl.
Gruß
Welches Netto vergleichbar mit wem?
Ein ziviler Oberarzt bekommt mehr, ein ziviler Chef natürlich noch mehr. Vorteile sind halt sowas wie die unentgeltliche truppenärztliche Versorgung, besserer Personalschlüssel in den BWKs, Verdienst im Studium, weniger Verwaltungsdruck bei der Arbeit.
Nachteile (individuell natürlich utnerschiedlich), dass man grundsätzlich bundesweit versetzt werden kann, Auslandseinsätze sehr wahrscheinlich sind, man unter Umständen nicht die Fachrichtung machen kann, die man gerne machen würde und man sich halt für lange Zeit verpflichten muss und eine Niederlassung in der Regel erst mit 40-Mitte 40 möglich ist.
Andererseits sieht und erlebt man auch Dinge, die man so im zivilen niemals erleben könnte, aber das muss man halt für sich entscheiden, ob man das will oder nicht.
Nur des Geldes wegen würde ich es nicht empfehlen.
Ich hatte auch mal Interesse nachdem Studium bei der BW anzufangen, jedoch dann abgesagt, kamen ca. 3 Anrufe später mit der Frage, ob man nicht doch kommen will.
Irgendwann ist jeder mit der WB fertig und wird entweder als OA in einer Klinik oder Praxis arbeiten mit gutem Gehalt. In einem Fach jahrzehntelang arbeiten, was einem nicht so zusagt, hört sich jetzt auch nicht verlockend an.
So toll sollen die BW-KH auch nicht vom Personal sein (gerüchteweise). Verwaltung soll weniger sein.
Der größte Nachteil sind Auslandseinsätze in Ländern wie Afghanistan. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Armee in eine Verteidigungsarmee umgewandelt mit gutem Grund angesichts der Verbrechen der Vergangenheit. Dass Deutschland in diesen Ländern verteidigt wird, habe ich nie so ganz verstanden. Wäre nix für mich.
WackenDoc
28.07.2020, 05:03
Das Gehalt ist doch im Internet zu finden? Seiteneinsteiger nach dem Studium Stabsarzt A14. Weiss nicht ob es die Notarztzulage noch gibt. Allerdings bleibt vom Brutto mehr Netto über und es gibt bestimmte Sozialleistungen die es im Zivilen so nicht gibt.
Mr.Greenlight
28.07.2020, 14:30
@ WackenDoc:
Ja, das steht alles ziemlich deutlich im Internet. Und da fand ich persönlich den Unterschied jetzt nicht sehr groß um ehrlich zu sein(wenn man die "Vorteile mit einbezieht, siehe unten).
A15 / A16 sind schon ziemlich gut wie ich finde weil weniger vom Brutto weggeht plus die Pension. Für die Rente muss man sonst auch privat selbst Vorsorgen.
Mir ging es aber primär auch nicht um Das Nettogehalt. Ich hatte ja nur geschrieben, dass es "vergleichbar" wäre (wenn man alles hinzurechnet von den Vorteilen). Nach den Kommentaren hier, lag ich aber anscheinend falsch.
Gruß
Heerestorte
28.07.2020, 15:55
Vielen Dank für die Infos!
Ich hatte mich einfach generell gefragt wie es ist. Das man in der Bundeswehr nicht das große Geld machen kann ist mir klar.
Es kam neulich ein Beitrag von einer 38-jährigen Apothekerin die als Quereinsteiger zum Bund ist.
Da kam bei mir einfach die Frage auf wie die Situation denn generell für Ärzte aussieht.
Das mit dem Netto - Vergleich hatte ich dann wohl falsch aufgefasst, danke :)
@Heerestorte: Bist du noch aktiv bei der Bundeswehr? Hast du es unterm Strich bereut? Mich hatte das schon immer ein wenig gereizt. Das Einzige was mich damals wirklich davon abgehalten hat bei der Bundeswehr Medizin zu studieren (sofern man angenommen wäre!) war die "eingeschränkte" Facharztwahl.
Naja, das kommt halt drauf an, was für dich das große Geld bedeutet.
Als Oberarzt, mit Familie etc kommt man schon auf 5000€ Netto. Es reeicht locker für ein gutes Leben, aber klar ist es nicht so viel wie in einer gut laufenden Praxis. Du kannst ja auch, wenn du fertig mit deem Studium bist, nur für 2 Jahre zur Bundeswehr, Erfahrungen sammeln und dann wieder gehen. Da ist in der Regel auch kein Auslandseinsatz vorgesehen und du konntest mal reinschnuppern.
Ja, bin noch dabei. Bisher habe ich es noch nicht bereut, bin aber auch erst Ende diesen Jahres mit dem Studium fertig.
Ja, die Einschränkung gibt es, damit muss man halt leben. Aber wenn man sich eher für die größeren Fächer wie AFA, Innere, Chirurgie, Anästhesie interessiert, werden die meisten eigentlich glücklich.
Ich hatte auch mal Interesse nachdem Studium bei der BW anzufangen, jedoch dann abgesagt, kamen ca. 3 Anrufe später mit der Frage, ob man nicht doch kommen will.
Irgendwann ist jeder mit der WB fertig und wird entweder als OA in einer Klinik oder Praxis arbeiten mit gutem Gehalt. In einem Fach jahrzehntelang arbeiten, was einem nicht so zusagt, hört sich jetzt auch nicht verlockend an.
So toll sollen die BW-KH auch nicht vom Personal sein (gerüchteweise). Verwaltung soll weniger sein.
Der größte Nachteil sind Auslandseinsätze in Ländern wie Afghanistan. Nach dem 2. Weltkrieg wurde die Armee in eine Verteidigungsarmee umgewandelt mit gutem Grund angesichts der Verbrechen der Vergangenheit. Dass Deutschland in diesen Ländern verteidigt wird, habe ich nie so ganz verstanden. Wäre nix für mich.
Ja und man ist in der Regel mit 40/Mitte 40 bei der Bundeswehr fertig und kann dann immer noch raus und gutes Geld verdienen.
In der Regel mit Facharzt, manche Disziplinen auch mit Doppelfacharzt. Also Jahrzehnte lang ein Fach, welches man nicht mag, das stimmt so nicht. Kann aber unter Umständen natürlich passieren. Wobei über 75% das Fach bekommen, was sie wollen.
Eingeschrnäkt ist man halt in der Klinikwahl, das stimmt.
Da kannst du die Gerüchte Gerüchte sein alssen. Da gibt es nicht mehr oder weeniger Probleme (vor allem sprachliche) als im Zivilen. Auslandseinsätze gehören dazu, ja, wer darauf keine Lust hat, sollte es zum Vorteil aller lieber sein lassen.
Ob die Einsätze gerechtfertigt/sinnvoll sind, das ist ein anderes Thema.
Das Gehalt ist doch im Internet zu finden? Seiteneinsteiger nach dem Studium Stabsarzt A14. Weiss nicht ob es die Notarztzulage noch gibt. Allerdings bleibt vom Brutto mehr Netto über und es gibt bestimmte Sozialleistungen die es im Zivilen so nicht gibt.
Einstiegsgehalt ist A13, nicht A14. A14 ist Oberstabsarzt. Notarztzulage gibt es noch.
A13 Stufe 1 dürfte so 3400€ Netto sein, mit Diensten kratzt man wohl an den 4000€ netto.
Ein Vorteil (und teilweise Nachteil) ist die unentgeltliche truppenärztzliche Versorgung.
Wie gesagt, es gibt Vor- und Nachteile.
Die muss man halt für sich persönlich abwägen und gut überlegen.
Das ist keine Entscheidung, die man leichtfertig treffen sollte.
WackenDoc
28.07.2020, 16:18
Stimmt- da hatte ich mich vertan beim Tippen
@Mr Greenlight: A14 wird man dann nach einer bestimmten Zeit, abhängig von der Beurteilung.
A15 wird man als Zeitsoldat eher nicht, als Berufssoldat ist wird diese Besoldungsstufe aber regelhaft erreicht. In den Kliniken ist das meist die Ebene der Oberärzte. Man muss aber auch erst BS werden.
A16 ist schon ein herausgehobener Dienstposten. Z.B. die Abteilungsleiter in den Kliniken.
Je nach Fachrichtung ist die Einsatzbelastung größer oder geringer. Man muss immer damit rechnen, dass man geht. Bei KLinikern ist es üblich, dass man häufiger, dafür kürzer geht. Im Einsatz kann das Leben chillig sein und man muss zusehen, wie man die Zeit rum bekommt. Oder man hat jeden 2. Tag Raketenalarm und operiert zwischendurch seine Patienten. Solange die Sicherheitslage nicht ganz schlecht ist, ist das Leben im Einsatz für Kliniker in der Regel entspannter als zu Hause im BWK.
Habt ihr eine Ahnung, ob man auch als Arzt und somit San-Offizier eine Reserve-Offizier-Ausbildung innerhalb des Wehrdienstes machen kann? Üblich ist ja wohl der Weg mit den Seminaren, aber gibt's das für Ärzte auch mit den zwei Jahren Vollzeit?
WackenDoc
28.07.2020, 20:48
Frag mal am besten im Bundeswehrforum (ist auch der Seitenname) nach
Hallo, ich war bisher stiller Mitleser und habe eine ganz dumme Frage zum Thema Bundeswehr. Die BWKs haben ja immer wieder öffentlich einzelne Stellen ausgeschrieben, für die man sich als zivile Person bewerben kann.
Wie ist das denn insgesamt? Kann man als (ziviler) Arzt in einem BWK zu ganz "normalen Bedingungen" (d.h. normaler Arbeitsvertrag, keine X Jahre Verpflichtung, Tarifvertrag ist natürlich anders) arbeiten und ist dadurch quasi automatisch währenddessen dann Bundeswehrarzt (bzw. einer von diesen Dienstgraden)? Oder geht das nur über Bundeswehrangehörige?
Hintergrund ist, dass ich kürzlich in eine Stadt gezogen bin, in der ein BWK eine Abteilung mit ziemlich gutem Ruf hat und mir die Frage kam, ob ich da z.B. "einfach so" als WBA hospitieren könnte und dann mich ggf. dort bewerben könnte.
Heerestorte
23.08.2020, 21:10
Die Regel ist, dass man sich für eine STelle bewirbt, für 2 Jahre verpflichtet und einen Monat einen Crash-Kurs Bundeswehr erhält und dann als Arzt mit Dienstgrad arbeitet, also Soldat mit allen Rechten und Pflichten ist.
Allerdings gibt es auch Vertragsärzte, die Zivilisten sind und keine Soldaten.
Wie das aber dann genau abläuft, das kann ich dir nicht genau sagen und das gibt es, soweit ich das bisher gesehen habe,
auch nicht in jeder Abteilung.
Thomas24
23.08.2020, 21:16
Die Regel ist, dass man sich für eine STelle bewirbt, für 2 Jahre verpflichtet und einen Monat einen Crash-Kurs Bundeswehr erhält und dann als Arzt mit Dienstgrad arbeitet, also Soldat mit allen Rechten und Pflichten ist.
Allerdings gibt es auch Vertragsärzte, die Zivilisten sind und keine Soldaten.
Wie das aber dann genau abläuft, das kann ich dir nicht genau sagen und das gibt es, soweit ich das bisher gesehen habe,
auch nicht in jeder Abteilung.
D.h. im Zweifel bist du dann als FA frischgebackener Stabsarzt bzw. Oberstabsarzt und musst im Ernstfall in den Auslandseinsatz? Oder sind die rein freiwillig für die auf 2 Jahre verpflichteten Kollegen, die ja keine Karriere Soldaten sind?
Melina93
23.08.2020, 22:17
D.h. im Zweifel bist du dann als FA frischgebackener Stabsarzt bzw. Oberstabsarzt und musst im Ernstfall in den Auslandseinsatz? Oder sind die rein freiwillig für die auf 2 Jahre verpflichteten Kollegen, die ja keine Karriere Soldaten sind?
Man kann erst nach seiner Truppenarztzeit in den Auslandseinsatz und diese folgt erst nach den zwei Jahren.
Heerestorte
23.08.2020, 22:40
D.h. im Zweifel bist du dann als FA frischgebackener Stabsarzt bzw. Oberstabsarzt und musst im Ernstfall in den Auslandseinsatz? Oder sind die rein freiwillig für die auf 2 Jahre verpflichteten Kollegen, die ja keine Karriere Soldaten sind?
Puh, da bin ich ehrlich gesagt überfragt. Als Facharzt hat man aber, denke ich, evtl. die Möglichkeit so zu verhandeln, dass man nicht in den Einsatz muss. Wobei aber generell schon eine grundsätzliche Bereitschaft für Einsätze gefordert wird eigentlich.
Man kann erst nach seiner Truppenarztzeit in den Auslandseinsatz und diese folgt erst nach den zwei Jahren.
Das stimmt nicht. Wer hat dir das gesagt? Man kann schon in der Truppenarztzeit in den Einsatz bzw da gehen die meisten in den Einsatz mit ihrem Truppenteil/Einheit.
Und ich kenne mehrere Ärzte, die aus dem Zivilen zur Bundeswehr sind und dann aus der Klinik in den Einsatz sind, weil die in den kurzen 2-Jahres-Verpflichtungen gar nicht erst Truppenarzt werden.
Melina93
23.08.2020, 22:51
Das stimmt nicht. Wer hat dir das gesagt? Man kann schon in der Truppenarztzeit in den Einsatz bzw da gehen die meisten in den Einsatz mit ihrem Truppenteil/Einheit.
Und ich kenne mehrere Ärzte, die aus dem Zivilen zur Bundeswehr sind und dann aus der Klinik in den Einsatz sind, weil die in den kurzen 2-Jahres-Verpflichtungen gar nicht erst Truppenarzt werden.
Hat man uns in Ulm so gesagt. Dass wenn man als Zivilist zwei Jahre zur Bundeswehr geht man nicht in den Einsatz kommt, da noch keine Truppenarztzeit durchlaufen.
Hängt vielleicht vom Fach ab?
Heerestorte
23.08.2020, 22:57
Hat man uns in Ulm so gesagt. Dass wenn man als Zivilist zwei Jahre zur Bundeswehr geht man nicht in den Einsatz kommt, da noch keine Truppenarztzeit durchlaufen.
Hängt vielleicht vom Fach ab?
Durchaus möglich, dass es vom Fach abhängt, ja. In den Fällen, die ich kannte, waren es Anästhesisten, die halt schon alle Notärzte waren.
WackenDoc
24.08.2020, 04:59
Einsätze haben mit der Truppenarztzeit nichts zu tun. Man kann auch ohne Truppenarztzeit in den Einsatz.
WackenDoc
24.08.2020, 05:02
An den BWKs gibt es als Zivilisten Vertragsärzte. Und seltener Weiterbildungsassistenten, diese wiederum oft im Rahmen von Austauschprogramen. Bei der Bundeswehr eingestellte zivile Weiterbildungsassistenten sind eine Rarität.
Was hat das denn für einen Grund? Findet da weniger Ausbildung statt? Oder sind die diesbezüglich mit ihren eigenen Leuten ausgelastet?
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