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Tantchenluischen
05.12.2009, 21:10
@ Sabbel
Gerade der Zweite Link zeigt ja die Extreme...
Einerseits der Stumme Schrei, ist ja mittlerweile bekannt, damit pilgern Abtreibungsgegner durch die Welt... dann aber dieser Arzt, der auch nicht ehrlich ist, mit seinen Fotos von den Fruchtsäcken. 5. und 6. Schwangerschaftswoche (p.m.!) Welche Frau treibt denn in SSW 5 p.m. ab? Vielleicht Einzelfälle in Österreich, in Deutschland ist das rein organisatorisch gar nicht möglich, weil erst zwischen SSW 4 und 5 ein Test möglich ist, dann die Bestätigung durch den Arzt, vorgeschriebene Beratung, vorgeschriebene Wartezeit zwischen Beratung und Abtreibung. Da sind beides Seiten nicht ehrlich, beide zeigen Extrembeispiele und nicht den Normalfall.
John Silver
06.12.2009, 11:10
Wenn man "Erziehern" unprofessionelles und unreifes Verhalten vorwirft, was in diesem Fall durchaus begründet ist, denken sie nicht daran, ihr Verhalten zu hinterfragen, sondern lenken die Diskussion auf die allgemeinen Grundlagen derselben. Auf diese Weise wird die notwendige Differenzierung zwischen einer kontroversen gesellschaftlichen Diskussion und schlicht unprofessionellem Verhalten kaschiert. Es ist nämlich egal, welche Argumente welche Seite ins Spiel bringt: das an den Tag gelegte Verhalten Tantchenluischens Kollegen ist armselig.
Die Extrema auf beiden Seiten sind nichts als demagogisch geschickt genutzte Einzelfälle. Man schürt bestimmte Emotionen, indem man bewusst möglichst krasse Ausreisser vorführt und reisserisch darstellt. Der Grund, warum solche Diskussionstaktiken unausweichlich angewandt werden und eine vernünftige Diskussion letztlich immer unmöglich machen, liegt darin, dass beide Seiten, insbesondere aber die Abtreibungsgegner, einfach nicht gewillt sind, zuzugeben, dass die Gegenseite zumindest teilweise Recht haben kann. Es wird immer eine radikale ganz-oder-gar-nicht-Diskussion geführt, bei der man nicht das Ziel hat, einen gesellschaftlich tragbaren Konsens zu finden, sondern vielmehr das Ziel der vollständigen und bedingungslosen Zerschmetterung der Argumente der Gegenseite verfolgt - und da dies argumentativ nicht möglich ist, eben aufgrund der Tatsache, dass keine Seite so ganz und gar im Recht bzw. Unrecht ist, bleiben einem nur noch demagogische Tricks. Armselig.
Tantchenluischen
06.12.2009, 11:35
Leider arbteiten in der Abtreibungsdiskussion fast alle mit demagogischen Tricks. Sicher, in jeder Diskussion hebt man Extrembeispiele hervor, um seiner Position Nachdruck zu verleihen, aber traurig ist es, wenn ein Arzt dann, wie im verlinkten Beitrag, nicht glaubwürdiger ist als die Gegenseite. Wenn er behauptet, im stummen Schrei handle es sich nicht um einen Fötus in der 12. Woche, weshalb zeigt er dann nicht Bilder von der 12. Woche? Angst, damit doch zu schockieren?
Auf selbe Weise ärgert mich in der Diskussion um Abtreibung immer das Beispiel einer vergewaltigten Frau, die bei einem Abtreibungsverbot keine Möglichkeit für eine legale Abtreibung hätte. Solche Fälle sind im Verhältnis zu den zahlreichen Abtreibungen extrem selten, statistisch gesehen schon fast irrelevant. Obwohl natürlich brutal im Einzelfall. Verhungern würde in Deutschland ja niemand, wenn er ein ungeplantes Kind bekommt. Abtreiben tun Teenager, die sich noch nicht reif für ein Kind fühlen (ist nicht die größte Gruppe, aber in den unteren Alterskategorien endet mehr als die Hälfte der Schwangerschaften mit einem Abbruch), Studentinnen, die ihre Ausbildung nicht in die Länge ziehen wollen und ein Kind mit einem Studentenleben nicht vereinbaren möchten, Frauen, die sich erst noch auf ihren Job konzentrieren möchten und ein Kind erst in einem Jahrzehnt in ihre Lebensplanung passt, Frauen in gesicherten Partnerschaften, die schon zwei Kinder haben, doch kein drittes wollen... das ist die Realität. Und darauf sollte die Diskussion, wenn man schon eine führen will aufbauen, und nicht auf Extrembeispielen. Wird eine straffreie und sichere Abtreibung angeboten, dann wird dieses "Angebot" auch genutzt, es bringt nichts, zu behaupten, nur Frauen in absoluten Extremsituationen (Vergewaltigung, Verlust des Lebensunterhaltes, Gewalt in der Familie) würden abtreiben.
Kackbratze
06.12.2009, 12:58
[OT] Ich gebe den Thread noch 2 Tage, dann wimmelt es hier wieder von "echten" Abtreibungsgegnern und Befürwortern, die das Ganze per google gefunden haben.
[OToff]
John Silver
06.12.2009, 14:26
Naja, solange niemand mit dem Nick "Geburtsverdreht" auftaucht, von sich behauptet, ein Abtreibungsopfer zu sein, und uns als herzlose Monster bezeichnet, wird bestimmt alles gut.
Rechtverdreht
06.12.2009, 16:16
@John Silver:
Nur so zur Provokation:
Ich glaub' nicht, dass hier ein User "Geburtsverdreht" existiert.
Dafür ist Rechtverdreht noch mal kurz vorbei gekommen.
Es ist echt - ich weiß nicht, wie lange her - und Du klebst immer noch an diesem Thema mit dem anderen Thread?
Du hast - glaub' ich - echt ein Problem mit Dir selber und irgendwie denke ich, Dir würde ein Gespräch mit Leuten aus der Psy-Sezene auch mal gut tun (Ich tippe bei Dir auf narz. Persönlichkeit, aber ist nicht mein Problem, wenn es zutreffen sollte. Und ist auch nur eine Vermutung. Aber ich bin da mit meiner Einschätzung selten daneben gelegen.).
Vielleicht kannst Du's dann verarbeiten, dass jemand Ärzte nicht verherrlicht.
Tschö und netten Nikolaustag
Rechtverdreht
PS Hast Du eigentlich jemals Kritik verkraftet?
John Silver
06.12.2009, 16:58
:-)):-)):-)):-)):-)):-))
Espressa
06.12.2009, 19:41
Naja, solange niemand mit dem Nick "Geburtsverdreht" auftaucht, von sich behauptet, ein Abtreibungsopfer zu sein, und uns als herzlose Monster bezeichnet, wird bestimmt alles gut.
Oh John, ich hab mich amüsiert über dein Posting. :-top
Und das von Rechtverdreht eine derartige Antwort kommt, ist ja fast schon klar, und für mich immer wieder schön in den Genuss von noch mehr Fallbeispielpräsentation zu kommen... :-D
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