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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Ärztestreik - Demo am 17.05 in München - am 07.06. in Frankfurt



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stennadolny
27.05.2010, 07:26
Münchner Kliniken waren am 17.05. in München deutlich vertreten, man kann auch mal von der "Provinz" ein wenig Engagement erwarten (die bayerische "Provinz" war in München am 17.05. angesichts der zahlreichen kommunalen Kliniken ja eher schwach vertreten.....)

Streik= nicht stempeln.

Lava
27.05.2010, 14:43
Alles irgendwie voll kompliziert grad. Es gibt ein paar Leute bei uns, die nicht streiken. Außerdem dürfen die PJler das offiziell nicht. Denen wurde gedroht, dass ihnen Fehlzeit aufgeschrieben wird, wenn sie nicht kommen. Die PJler sollen nämlich in den OP gehen. Heute hatten wir eh kein OP Programm wegen Betriebsausflug. Mal sehen, wie das morgen läuft, da stehen 3 Punkte auf dem Programm.

dreamchaser
27.05.2010, 15:40
Bei uns soll ab Montag wieder gestreikt werden. Bisher standen weder Chef noch alle Oberärzte richtig hinter uns, d.h. die elektiven Patienten wurden auch alle versorgt (hat der Chef sogar in der Zeitung betont *grr*). Ich hoffe, das ändert sich nächste Woche, damit die Patienten mal merken, dass eben nur Notfallbetrieb läuft und nicht das Standardprogramm.

Lava
27.05.2010, 16:50
Ich frage mich, ob das überhaupt jemand merkt! Merkt die Verwaltung das? Morgen besprechen wir, was nächste Woche passiert. Wenn wir jetzt nur 2 Tage streiken (heute und morgen), ist das ja auch irgendwie nur halbgar.

Evil
27.05.2010, 18:58
Nein, aber es langt ja, dass sie gewechselt WURDE. Damit sind alle Kollegen die mal auf der I waren raus. Ohne das Programm kannst halt nichts machen. Leuchtet auch dir ein, oder?!
Dass Chirurgen mit neuer Software so schnell überfordert sind...


Findet ihr euren Kleinkrieg hier nicht etwas lächerlich?
ja :-))



Heute waren wir in Augsburg, insgesamt war es aber schon eher übersichtlich mit ca. 200-300 Teilnehmern. Aus München, was ja quasi um die Ecke liegt war garniemand anwesend, da müssen wohl paradiesische Zustände herrschen.:-oopss
Scherzkeks, in dem Aufruf stand was von Fahrrädern, und ich radel ganz bestimmt mal eben die 200km bis Augsburg oder plage mich 8h in der Bahn ab.
Abgesehen davon war ich als Teil der südostbayerischen Provinz ebenfalls am 17. in München, die Kliniken Südostbayern waren mit 2 Reisebussen vertreten.

@ Lava: unser Controlling merkt jetzt schon eine ganze Menge, weil wir nicht mehr kodieren, und die Verwaltung kaum mehr abrechnen kann.

Hellequin
27.05.2010, 19:58
Scherzkeks, in dem Aufruf stand was von Fahrrädern, und ich radel ganz bestimmt mal eben die 200km bis Augsburg oder plage mich 8h in der Bahn ab.
Abgesehen davon war ich als Teil der südostbayerischen Provinz ebenfalls am 17. in München, die Kliniken Südostbayern waren mit 2 Reisebussen vertreten.

War ja auch nur ne Handvoll mit dem Fahrrad da, der Rest halt zu Fuss.;-)
Und wir waren auch ein ganzes Weilchen unterwegs, zumal wir ja noch nicht mal zu Bayern gehören.

Lava
28.05.2010, 14:26
Ich muss sagen, es ist unglaublich schwer, wirkungsvoll zu streiken. So groß die Bereitschaft bei vielen von uns ist, so gering ist sie bei anderen. Einige Abteilungen von uns streiken gar nicht, in anderen streiken nur ein oder zwei Leute, bei uns gibt es 4 Kollegen (von 11), die nicht streiken. Vor allem ist es schwer, wenn die Unterstützung durch die Oberärzte fehlt. :-?

Ehemaliger User 05022011
28.05.2010, 14:33
... Unterstützung durch die Oberärzte fehlt. :-?
das ist aber nun mal ja auch wirklich nicht die Aufgabe der Oberärzte Streikunwillige zu motivieren oder Streikwillige zu unterstützen

Lava
28.05.2010, 14:35
das ist aber nun mal ja auch wirklich nicht die Aufgabe der Oberärzte Streikunwillige zu motivieren oder Streikwillige zu unterstützen

Bitte bitte bitte halte doch einfach mal den Mund, wenn du von einem Thema keine Ahnung hast. Danke.

Ehemaliger User 05022011
28.05.2010, 14:39
Bitte bitte bitte halte doch einfach mal den Mund, wenn du von einem Thema keine Ahnung hast. Danke.
Oh warum glaubst du, dass Studenten keine Ahnung von den Grundsätzen des Streiks haben? Das lernt sogar jeder Hauptschüler, nur Ärzte sind so verschult, dass sie sich wundern, dass sie keine Unterstützung durch ihre Vorgesetzten bekommen bei einem Streik. Lava es war schon vor 100 Jahren so, entweder man rafft sich selbst auf, wenn man das nicht hin bekommt, dann ist jeder Streik schon im Ansatz zum Scheitern verurteilt. Bitte bitte bitte glaub mir das.

Lava
28.05.2010, 14:47
2006 beim letzten großen Ärztestreik war ich selbst noch Student und habe als solcher am Streik teilgenommen. Aber glaube mir, wenn du selbst mal arbeitest, ist das eine ganz andere Geschichte. Du wirst mit Problemen konfrontiert, die du vorher gar nicht sehen kannst. Die scheinbar simple Forderung "Notfallbesetzung und mehr nicht" ist nämlich bei weitem nicht so leicht durchzusetzen, wie es klingt. Da gibt es immer einzelne Leute, die aus verschiedenen Gründen nicht mitstreiken wollen. Da gibt es die PJler die nicht streiken dürfen, aber im OP den Betrieb am Laufen halten. Da gibt es Abteilungen, die komplett gar nicht streiken. Dann gibt es Oberärzte, die FÜR den Streik sind, aber weiter schön elektive Sachen planen und einbestellen. Und zur Zeit übernehmen unsere Oberärzte Aufgaben der Stationsärzte bzw. operieren eben zusammen mit den PJlern fröhlich weiter. Und die Verwaltung feut sich, weil der Betrieb fast normal weiter läuft und sie obendrein die Gehälter der streikenden Assistenten einsparen.

Meuli
28.05.2010, 15:03
Da gibt es Abteilungen, die komplett gar nicht streiken.

Ja wie bei uns z.B. die Neurochirurgen, die täglich vollständig zur ITS-Visite erscheinen und beim letzten Streik wohl bis nachts um 3 "Notfall"-Bandscheiben operiert haben ... :-kotz :-kotz :-kotz

Ehemaliger User 05022011
28.05.2010, 15:03
... wenn du selbst mal arbeitest, ist das eine ganz andere Geschichte. Du wirst mit Problemen konfrontiert, die du vorher gar nicht sehen kannst. ....

und auch nicht sehen musst, denn das ist doch genau das Problem, wenn man ihr denkt dafür verantwortlich zu sein - wer streikt der streikt und die dadurch auftretenden Probleme dafür ist nicht der Streikwillige zuständig sondern der Abeitgeber PUNKT. so einfach ist das Lava, es wird erst kompliziert, wenn man diese einfache Regel des Streiks außer acht lässt
Also: Nicht Du wirst mit Problemen konfrontiert, sondern dein Arbeitgeber !

die frage, wie das gehen soll ist dann im zweifel durch die Verwaltung zu beantworten...

THawk
28.05.2010, 15:35
und so einfach ist es eben nicht! Warum streikt man denn? Zum einen um Druck auf die Arbeitgeber auszuüben. Aber auf der anderen Seite geht es auch um öffentlichwirksames Auftreten. V.a. in einem Gebiet, wo die Politik eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Dann lass die Verwaltung mal einen Tag nicht die Notfallversorgung sicherstellen lassen und es kommt jemand zu Schaden. Was glaubst du denn, wer wird dafür öffentlich zerpflückt? Die Verwaltung oder die Ärzte?
Wenn wir es auf die Spitze treiben, schneiden wir uns ins eigene Fleisch.

Aber damit trotzdem ein Druck auf die Verwaltungen und die Politik entsteht, ist es vielleicht nicht unabdingbar notwendig, aber zumindest sehr sehr hilfreich wenn der Streik auch vom Mittelbau unterstützt wird.

Ehemaliger User 05022011
28.05.2010, 15:47
und so einfach ist es eben nicht! Warum streikt man denn? Zum einen um Druck auf die Arbeitgeber auszuüben. Aber auf der anderen Seite geht es auch um öffentlichwirksames Auftreten. V.a. in einem Gebiet, wo die Politik eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Dann lass die Verwaltung mal einen Tag nicht die Notfallversorgung sicherstellen lassen und es kommt jemand zu Schaden. Was glaubst du denn, wer wird dafür öffentlich zerpflückt? Die Verwaltung oder die Ärzte?
Wenn wir es auf die Spitze treiben, schneiden wir uns ins eigene Fleisch.


nee einfach ist es nicht, da hast du natürlich recht, aber vom Grundsatz her ist es nun mal so und es ist auch so, dass alles Sich-Immer-Für-Alles-Verantwortlich-Fühlen auch für etwas für das man keine Verantwortung trägt in der Regel nicht dazu führt, dass man dem Zuständigen ( in unserem Fall der Verwaltung) aufs Dach steigt, sondern dazu, dass man nicht streikt, seine Rechte nicht in Anspruch nimmt, weil man ja Verantwortung trägt und alles nicht so einfach ist;-)

Urofan
31.05.2010, 09:35
Muss Khiri da zu 100% Recht geben. Genau über diese Schiene wir doch versucht die Streikbereitschaft aufzuweichen. Unsere Berufsgruppe eignet sich leider perfekt für die "Schlechtes-Gewissen"-Keule. Davon muss man sich aber ein Stück weit lösen - nur so können wir etwas bewirken.

Lava
31.05.2010, 14:56
Die Keule ist auch gerechtfertigt, wenn man den Gedanken mal weiter spinnt. Lass doch mal irgendwas passieren auf Station oder sonst wo. Ich glaub nicht, dass du dich im Falle einer Klage aus der Affäre ziehen kannst, wenn du sagst "Ja aber, es war doch Streik..."

Lava
31.05.2010, 17:15
So, heute hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass wir wissen, was wir tun. Die Streikleitung hat ein Gesicht und endlich gab es mal eine konstruktive Diskussion. Und siehe da: es waren auch 3 von unseren 4 Oberärzten anwesend.

Khiri, ich will's nochmal erklären, warum die Oberärzte wichtig sind. Wir dürfen streiken, das steht außer Frage. Die Notfallversorgung muss gewährleistet sein, das ist die Forderung. Aber WIE dieser Notdienst konkret aussieht, steht nirgends. Mit der reinen Wochenendbesetzung ist es nämlich, zumindest in machen Abteilungen, zu denen die Unfallchirurgie gehört, nicht getan. Die Wochenendbesetzung lebt davon, dass man nicht notfallmäßige, aber dringliche Sachen aufschieben kann bis zum Montag. Eine dauerhafte Wochenendebesetzung ist daher nicht ausreichend. Um die Notdienstbesetzung zu klären MUSS es also klare Anweisungen geben, was gewährleistet werden muss und was nicht. Und das kann ich, mit Verlaub, als Assistent im zweiten WBJ nicht entscheiden. Auch wenn unser leitender OA nicht für den Streik ist, muss er sich an die Notdienstvereinbarung halten und diese mitgestalten. Sonst herrscht Chaos und die Verwaltung freut sich.

Ehemaliger User 05022011
31.05.2010, 17:25
So, heute hatte ich zum ersten Mal das Gefühl, dass wir wissen, was wir tun. Die Streikleitung hat ein Gesicht und endlich gab es mal eine konstruktive Diskussion. Und siehe da: es waren auch 3 von unseren 4 Oberärzten anwesend.
das klingt ja richtig gut - Gratulation !


Und das kann ich, mit Verlaub, als Assistent im zweiten WBJ nicht entscheiden.
das versteh ich voll und ganz , was ich nicht versteh ist, warum es an dir hängt den Notdienst zu organisieren - das wäre doch Sache der Verwaltung oder des Oberarztes (der das ja jetzt auch, so wie du schreibst mit übernimmt)

stennadolny
31.05.2010, 18:23
Der MB hat in der Zwischenzeit in seinen Notdienstvereinbarungen sehr klar geregelt, was einen unaufschiebbaren Notfall darstellt.


Andere Notdienstvereinbarungen werden vom MB (mir Recht) nicht empfohlen.

Aber: Jenseits der (engen) Definition von Notfällen des MB hat eben die Klinikverwaltung den restlichen Betrieb, so sie möchte, zu organisieren. Nicht die (streikenden) Ärzte.

Und wenn der CA himself die Routinelabore am Nachmittag im gesamten Haus sichten muß.