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Christoph_A
22.10.2013, 08:59
Intubationen sind nur ein kleiner Teil des präklinischen Spektrums, die meisten Notarzteinsätze sind internistischer Natur, daher finde ich es auch richtig, daß Anästheten, Internisten, Chrirurgen und wer auch immer fit und willens ist, Notarzt fahren, das ganze auf eine Fachrichtung eingrenzen zu wollen, ist kappes.
Aber kann mich meinen Vorrednern nur anschließen. Wer nicht vernünftig intubieren kann, der hat auf einem Rettungswagen wenig bis nichts verloren, das ist elementar. Zumal eine Intubation im Bahnhofsklo mit nem halben Liter serbischer Bohnensuppe im Hals was anderes ist, als einen nüchternen Patienten unter den Augen von zwei Fachärzten und ner erfahrenen Pflegekraft im OP zu beschnorcheln. Und nur, wer sicher intubieren kann, kann im Zweifelsfall auch improvisieren, wenns denn nicht klappt. Und die Situation haben die meisten erfahrenen Notärzte hier erlebt, denke ich mal.

Brutus
22.10.2013, 09:06
^^ So ist es! :-top

Wobei ich mich gerade frage, welcher Sauger (v.a. welcher Absaugkatheter) einen halben Liter serbische Bohnensuppe schafft? :-))

Ansonsten kann man Lee und Christoph nur zustimmen! Fachrichtung ist Nebensache. Das Interesse an der Notfallmedizin und dann natürlich die Skills sind das Entscheidende.
:-meinung

Christoph_A
22.10.2013, 10:05
Der Sauger heißt Fußpumpe in Kombination mit handwerklichen Skills des fluchenden RA, im Nachhinein ein Bild für Götter-und der Verwüstung :-))

Relaxometrie
22.10.2013, 10:30
Wenigstens werden solche Dinge wie eine Mindestzahl an Intubationen nicht mehr gefordert, vor allem da die dann wohl vermutlich auch alle innerhalb eines gewissen Zeitfensters stattfinden müssten.
Warum fändest Du es sinnvoll, wenn die Mindestzahl an Intubationen nicht mehr gefordert werden würde? Weil Du es perfekt beherrschst? Oder weil Du denkst, daß man es nach einmal üben kann? Oder weil Du Intubationen für unwichtig hälst?

McDreamy
22.10.2013, 18:03
Aus eigener Erinnerung (gut, die verblasst mittlerweile ein wenig... :-))), würde ich für mich sagen, dass ich mich nach ca. einem halben Jahr OP einigermaßen sicher gefühlt habe. Das korreliert auch ungefähr mit der Tatsache, dass ab da nicht mehr ständig ein OA/FA mit in der Einleitung stand. Und auch ab dem Zeitpunkt war es regelmäßig so, dass man jemanden dazurufen musste, weil man selbst nicht erfolgreich war...


Bei mir war es exakt genau so. Nach 6 Monaten OP (ca. 300 Intubationen) fühlte ich mich halbwegs sicher. Und es ist tatsächlich ein riesengroßer Unterschied, ob ein OA in Reichweite ist oder nicht, wenn man weiß, der Schnorchel muss einfach rein.

Aber: gibt es denn nicht schon passable Alternativen zur Intubation? (ProSeal LM, Larynxtubus, etc.) Ja sicher, Intubation ist nach wie vor Goldstandard... aber für den/die Ungeübten...?

Als Anästhesist fürcht ich mich viel mehr vor den ganzen Inneren Krankheitsbildern, die da so ungefiltert daherkommen.

WackenDoc
30.10.2013, 09:59
Meine Fachrichtung ist ja die Allgemeinmedizin und Intubationen sind naturgemäß nicht mein Tagesgeschäft. Nach ner Anästhesiefamulatur und PJ-Tertial war ich ein halbes Jahr in der Anästhesie- im Schwerpunkt aber nicht im OP, sondern in der Notaufnahme. Im OP waren wir eher in Form eines Intubationspraktikums.
Ansonsten sehe ich zu, dass ich jedes Jahr 1-2 Wochen Intubationspraktikum machen kann. Zum Glück werde ich dafür freigestellt.
So komme ich wenigstens auf die Mindestzahlen, die für die Inübungshaltung empfohlen werden. Aber ich bin schon froh, dass es Alternativen wie LT gibt. Ich denke aber auch, dass ich die Indikation zur Narkoseeinleitung und Intubation zurückhaltender als Kollegen aus der Anästhesie stelle. Bisher habe ich die Fähigkeit aber auch noch nicht als Notarzt gebraucht.
Die Masse ist wirklich das internistisch-neurologisch-psychiatrische Spektrum.

Was die Reihenfolge angeht: Ist in jedem Bundesland anders. In Niedersachsen ist z.B. der Zeitpunkt des Kurses relativ egal, dafür zählen die Einsätze erst nach der Anästhesie/Intensivzeit. Woanders zählen die Einsätze erst nach dem Kurs. Dafür muss man die Weiterbildungsordnung genau durchlesen. Wenn nichts speziell drin steht, ist es egal.
Andererseits macht es aber auch keinen Sinn, ohne ausreichende klinische Erfahrung Notarzt zu fahren. Da draußen ist man mit seinen Entscheidungen nämlich ziemlich alleine. Mit etwas Glück hat man einen erfahrenen RA, aber die Entscheidungen trifft man immernoch selber.

Was aber fast noch wichtiger als die fachliche Kompetenz ist, ist soziale Kompetenz und die Fähigkeit eine Situation in kürzester Zeit zu erfassen und dann Entscheidungen zu treffen auch wenn einem die ein oder andere Info fehlt, weil einfach präklinisch die diagnostischen Möglichkeiten eingeschränkt sind.

Edit: Ich bin übrigens auch ganz froh, dass ich deutlich mehr als die 50 begleiteten Einsätze gefahren bin und Erfahrung bei verschiedenen Veranstaltungen sammeln konnte, wo ich nicht viel anderes als unsere Notärzte gemacht hab, aber die erfahreneren Kollegen als Back-Up hatte.
Ansonsten muss einem die Rettungsmedizin schon liegen, sonst wird man damit nicht glücklich. Das ist schon ein besonderer Berufszweig.

gnuff
18.01.2014, 17:50
@Brutus: Nach wievielen Intubationen würdest du sagen, man "kann" es ausreichend, insbesondere auch als Nichtanästhesist?
200 - 300 sollten es schon sein, nur so kann man sicher sein, dass auch richtig unerwartet schwierige dabei sind... und um die geht es ja...


^^ So ist es! :-top

Wobei ich mich gerade frage, welcher Sauger (v.a. welcher Absaugkatheter) einen halben Liter serbische Bohnensuppe schafft?...

http://en.wikipedia.org/wiki/Yankauer_suction_tip :-D

Sebastian1
18.01.2014, 18:39
http://en.wikipedia.org/wiki/Yankauer_suction_tip :-DDas ist aber nur für serbisches Reisfleisch validiert. Die Zahlen für serbische Bohnensuppe werden im Arbeitskreis "Hier mal bitte absaugen" der schwedischen Gesellschaft für unnötige Forschung und ungewollte Kommentare kontrovers diskutiert, so dass die Verwendung in diesem Fall allenfalls als off-label-use (bestenfalls als Expertenmeinung) gelten kann. Ein bisschen Präzision bitte bei deinen Angaben :-D

WackenDoc
18.01.2014, 19:04
Kann man damit auch gleich die ganze Lunge raus saugen und dann extrakorporal beatmen? :-wow

Sebastian1
18.01.2014, 21:45
Mal Spaß beiseite, in der HNO-Anästhesie fand ich den Yankauer immer gut, weil man damit auch mal gut und vor allem schnell größerer Blutmengen und Koagel im Rachen Herr wurde.

mainzer
18.01.2014, 22:08
bei uns auf dem rea-wagen und standardmäßig bei JEDER notfallmäßigen itn parat gelegt!

gnuff
18.01.2014, 22:53
Bei uns hängt einer an jedem Primus und bei jeder RSI wird er angestöpselt...