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Relaxometrie
11.07.2010, 23:30
Meine Aussage bezog sich ausschließlich auf die Opioidgabe bei einer RSI
Ok, dann habbichs verstanden.
Machst Du das bei JEDER RSI, unabhängig vom Grund (Schwangerschaft, Adipositas, Ileus), oder nur bei Ileus-bedingter Ileuseinleitung?

Miss
11.07.2010, 23:31
Also es gibt genau 1! Studie, die den Krikoiddruck in Frage stellt - suche ich noch raus.

In Gutachterfragen ist allerdings m.E. immernoch die Stellungnahme der DGAI entscheidend, nicht das persönliche Wohl und Wehe der diversen Chefärzte... Den Link dazu habe ich weiter oben schon einmal gepostet...

Und ja - sollte es zum Verfahren kommen, wir letztlich die DGAI-Richtlinie entscheidend sein..., nicht die hausinterne SOP.

Ganz unabhängig davon halte ich es aber nach wie vor für vermessen, zu behaupten, der Krikoiddruck sei obsolet
:-meinung
okay :-)
Und wer dokumentiert wirklich, daß er den Krikoiddruck gemacht oder nicht gemacht hat?

Hypnos
12.07.2010, 15:51
okay :-)
Und wer dokumentiert wirklich, daß er den Krikoiddruck gemacht oder nicht gemacht hat?

Die hausinterne SOP. Bzw. wird es bei einer Aspiration sicherlich Nachfragen geben...

ehemalige Userin 24092013
12.07.2010, 16:55
okay :-)
Und wer dokumentiert wirklich, daß er den Krikoiddruck gemacht oder nicht gemacht hat?



Wir müssen und machen das inkl. Tubusgrösse, - art, - tiefe, mit oder ohne Führung, MW, CM und anschliessender Zahnstatus etc.

Miss
12.07.2010, 23:07
Wir müssen und machen das inkl. Tubusgrösse, - art, - tiefe, mit oder ohne Führung, MW, CM und anschliessender Zahnstatus etc.
Der Rest ist klar bzw. ich mach das. Die Doku des Krikoiddruckes ist mir bisher noch bei NIEMANDEM aufgefallen (Feststellung, keine Meinung :-nix)

Hypnos
13.07.2010, 21:09
Ok, dann habbichs verstanden.
Machst Du das bei JEDER RSI, unabhängig vom Grund (Schwangerschaft, Adipositas, Ileus), oder nur bei Ileus-bedingter Ileuseinleitung?

Gute Frage. Auf jeden Fall bei jeder Ileus-Einleitung. Ansonsten mache ich das ein wenig von der Krankengeschichte und der Physiognomie des Patienten abhängig...

Hope that helps,

Hypnos

Moorhühnchen
13.07.2010, 21:25
Wir müssen und machen das inkl. Tubusgrösse, - art, - tiefe, mit oder ohne Führung, MW, CM und anschliessender Zahnstatus etc.
Mal abgesehen davon, daß bei uns in 99% der Fälle nur die Tubusgröße und "IT atraumatisch" dokumentiert wird (worüber ich mich auch schon gewundert habe, dies aber so beibehalte, da OÄ und Cheffe nix anderes machen/sagen), steh ich grad ein wenig aufm Schlauch, was MW und CM heißen soll.... :-nix

Xela
13.07.2010, 22:09
Ich würde mal schätzen:
MW = Mundwinkel ?
CM = Cormack ?

Ich dokumentiere auf meinem Narkoseprotokoll z.B. so:
M8,0, Corm. I, 22cm re. MW

//stefan
14.07.2010, 16:43
Induziert das Opioid per se Erbrechen (durch eine Stumulation des ZNS) oder eher durch das "Trip-Gefühl"...?

LieberInvasiv
14.07.2010, 17:23
Induziert das Opioid per se Erbrechen (durch eine Stumulation des ZNS) oder eher durch das "Trip-Gefühl"...?

Nicht per se (also nicht immer und nicht bei jedem), aber als eine häufige NW.
Ist soweit ich weiß (Pharma hab ich ja bisher nur in der Ausbildung gehabt) durch die zentralnervöse Wirkung bedingt.
Weiß einer wo/wie genau, oder sind das noch unerforschte Mutmaßungen?

Edit:
Ist wohl eine Kombination aus starker Histaminfreisetzung und Reizung des Hirnstamms (Dopamin2-Rezeptoren in der Area postrema). In höheren Dosen (keine Angaben was hie rhöher bedeutet) sollen Opioide allerdings paradoxerweise antiemetisch wirken.

Strodti
14.07.2010, 17:34
Opioide stimulieren dopaminerge Rezeptoren in der Area postrema am IV. Ventrikel. Die Area postrema bahnt die Aktivität des Brechzentrums der Formatio retikularis.
Morphin dämpft später das Brechzentrum.

Opioide wirken zuerst emetisch, später antiemetisch.

Moorhühnchen
14.07.2010, 17:50
Ich dokumentiere auf meinem Narkoseprotokoll z.B. so:
M8,0, Corm. I, 22cm re. MWWenn ich das so lese, dokumentieren wir eigentlich zu wenig... die Regionalen und Schmerzkatheter werden ziemlich ausführlich dokumentiert, gibt etliche Extra-Formulare mit denen man alleine erstmal gut 10 Minuten beschäftigt ist, alles korrekt einzutragen. Die Intubationen laufen da eher so "nebenher" und mein Kollege, der sonst mit allem immer sehr penibel ist, meinte "IT atraumatisch" sei ausreichend..... naja.

Hypnos
14.07.2010, 17:59
Ein schwieriges Kapitel - zugegeben. Man kann sich auch überdokumentieren. Mir persönlich würde eine dokumentierte "atraumatische ITN" eigentlich reichen, ggf. noch mit dem Cormack-Wert verbunden sollte das den Ansprüchen genügen.

Gutachter sind zwar immer für gut leserliche und ausführliche Journale dankbar (geben also damit auch im Rechtstreit ein wenig Sicherheit), meine Erfahrung ist aber AUCH, daß des öfteren die anästhesiologische Sorgfalt, was die eigentliche Patientenbetreuung betriffe, auf Kosten der Journalführung vernachlässigt wird...was auch nicht der Weisheit letzter Schluß sein kann:-nix

Miss
14.07.2010, 18:04
Du bist ja auch schon was länger dabei, Hypnos -hattest Du schon mal *Probleme* mit Gericht, Gutachter o.ä?
Falls das zu persönlich ist, gern auch kurze Antwort per PN oder gar nicht natürlich ;-) Würd mich nur mal interessieren, hören tut man ja eher nur von den großen Kloppern...

Moorhühnchen
14.07.2010, 18:08
So in etwa denke ich auch. Es gibt einige Kollegen, die quasi jeden Käse dokumentieren, zB. unter den jeweils gemessenen RR-Werten eine Reihe SR-SR-SR-SR-SR-SR-SR-SR-SR-SR stehen haben. Ok, ist kein großer Akt, aber eigentlich gehe ich davon aus, daß der Sinusrhythmus der Normalzustand ist - ich dokumentiere eher so Dinge wie "vereinzelt VES, sonst SR".

Einer der neuen Kollegen hat den Dokumentationswust schon so perfekt übernommen, daß seine Protokolle wahren Romanen gleichen und man erstmal suchen muß, wo denn nun eigentlich das wichtige steht - und wenn man ihn zur Mittagspause/Feierabend ablösen möchte, dann muß er sicher erst noch schnell was dokumentieren, weil er bisher noch nicht dazu gekommen ist... :-))
In der Regel ist das Protokoll zu diesem Zeitpunkt vollgeschrieben mit Sätzen wie "Intubation glatt, Zahnstatus idem, Lunge vor und nach Lagerung beidseits ventiliert, VAG bds...." und noch vieles, vieles mehr..... aber es fehlen Angaben wieviel Propofol/Sufenta zur Einleitung, welche RR-Werte, die wie vielte Infusion nun hängt oder ob die Antibiose schon gelaufen ist.


Bin gespannt, wie das wird, wenn der erstmal bei uns in den NCh-Saal oder die große Unfallchirurgie kommt und ein paar FFPs und EKs anhängen muß.... :-peng

Hypnos
14.07.2010, 18:15
So in etwa denke ich auch. Es gibt einige Kollegen, die quasi jeden Käse dokumentieren, zB. unter den jeweils gemessenen RR-Werten eine Reihe SR-SR-SR-SR-SR-SR-SR-SR-SR-SR stehen haben.

Sehr gesunde Einstellung:-)) Wir würden anästhesiologisch vermutlich gut harmonieren:-))

Wobei die Dokumentation des SR in der Kardioanästhesie (aber auch nur da) durchaus seinen Sinn macht...:-)

Moorhühnchen
14.07.2010, 18:26
Sehr gesunde Einstellung:-)) Wir würden anästhesiologisch vermutlich gut harmonieren:-))

Wobei die Dokumentation des SR in der Kardioanästhesie (aber auch nur da) durchaus seinen Sinn macht...:-)Ich bin noch dabei, den gesunden Mittelweg zu finden. Cormack und Zahnreihe sollte ich mir vielleicht mal angewöhnen, aber ich wette, spätestens morgen verwerfe ich die Idee wieder, weil es sonst auch keiner macht.

Hatte heute schon genug zu tun, mich mit den neuen Labor-Kontrollzetteln für EKs und FFPs zurechtzufinden - geschweige denn mich beim Abgleichen der Kontrollnummern ausreichend zu konzentrieren, da es schon etwas zügiger gehen mußte (insgesamt 3 Liter Blut im CellSaver) und mein OA keine Anstalten machen wollte, mir zu helfen.
Dialog am Telefon:
- "Ist die Patientin instabil?"
- "Nein, NOCH nicht..."
- "Dann brauchen Sie auch kein Blut!"
(Hb vor OP-Beginn 9,ebbes)

Hab mir trotzdem welches kommen lassen und es war bitter nötig!!
Und spätestens dann ist man an dem Punkt, wo man mit der Doku eh nicht mehr hinterher kommt.

Miss
14.07.2010, 18:34
Ich bin noch dabei, den gesunden Mittelweg zu finden. Cormack und Zahnreihe sollte ich mir vielleicht mal angewöhnen, aber ich wette, spätestens morgen verwerfe ich die Idee wieder, weil es sonst auch keiner macht.

Hatte heute schon genug zu tun, mich mit den neuen Labor-Kontrollzetteln für EKs und FFPs zurechtzufinden - geschweige denn mich beim Abgleichen der Kontrollnummern ausreichend zu konzentrieren, da es schon etwas zügiger gehen mußte (insgesamt 3 Liter Blut im CellSaver) und mein OA keine Anstalten machen wollte, mir zu helfen.
Dialog am Telefon:
- "Ist die Patientin instabil?"
- "Nein, NOCH nicht..."
- "Dann brauchen Sie auch kein Blut!"
(Hb vor OP-Beginn 9,ebbes)

Hab mir trotzdem welches kommen lassen und es war bitter nötig!!
Und spätestens dann ist man an dem Punkt, wo man mit der Doku eh nicht mehr hinterher kommt.
Wenn wirklich ne Massentransfustion nötig ist, braucht man eigentlich auch nen zweiten Anästhesisten, (einer transfundiert mit Schwester, einer macht den anderen Kram plus Anästhesie-Doku) als Jungassis freut man sich auch über den OA (der findet das bestimmt auch besser, wenn man Blut kommen läßt, als dass man dokumentiert, Lage sei geschildert worden, OA entschied sich gegen Blut).
Aber man macht das ja nicht um des *recht haben wollens*, sondern fürs Patientenwohl :-nix

Moorhühnchen
14.07.2010, 18:46
Wenn wirklich ne Massentransfustion nötig ist, braucht man eigentlich auch nen zweiten Anästhesisten, (einer transfundiert mit Schwester, einer macht den anderen Kram plus Anästhesie-Doku) als Jungassis freut man sich auch über den OA (der findet das bestimmt auch besser, wenn man Blut kommen läßt, als dass man dokumentiert, Lage sei geschildert worden, OA entschied sich gegen Blut).
Aber man macht das ja nicht um des *recht haben wollens*, sondern fürs Patientenwohl :-nix
In diesem Falle war's eindeutig für das Patientenwohl! Und ich wäre schon froh gewesen, in diesem Falle jemanden von der Pflege dabeizuhaben, aber selbst das ist bei unserer Geiz-Besetzung momentan eher utopisch.

War etwa anderthalb Stunden alleine damit beschäftigt, Blut zu organisieren, zu ordnen, Nummern abzugleichen, dies zu dokumentieren, EKs/FFPs anzuhängen, nebenher noch ein wenig Narkose machen und das bei einer Affenhitze im OP, zwischen dem C-Bogen mit der Röntgenschürze und ohne an meine Zugänge zu kommen, die am Körper der Patientin angelagert waren und nur via Verlängerung zu arbeiten. Alles in allem mal wieder suboptimal. (Muß zur Verteidigung meiner Pflege und Kollegen aber auch sagen, daß wir zeitgleich ein Polytrauma mit *fast-alles-kaputt* bekommen haben und auch deswegen keine Pflege vorhanden war. Selbst das Labor meinte irgendwann, das Polytrauma ginge vor, als ich noch EKs nachkreuzen wollte.)

ehemalige Userin 24092013
14.07.2010, 19:00
Hmm...also falls ich (nur so als Pflegekraft) auch nochmal was zur Dokumentation sagen darf:

Wir haben nur drei Blätter zum Ausfüllen: Materialabrechnung, Zeiterfassungen / getätigte Leistungen und das Narkoseprotokoll.

Zur Intubatinsdoku: klar kann man ganze Geschichten schreiben, wenn ich ein altes Protokoll vor einer Einleitung lese, dann interessieren mich eigentlich nur: wie ging die Maskenbeatmung, gehts überhaupt? Cormack und was gabs allenfalls für Probleme bei der letzten Intubation. So versuche ich auch zu dokumentieren, damit "mein Nachfolger" irgendwas Schlaues damit anfangen kann. Dazu kommt dann noch der rechtliche Kram: atraumatisch oder eben net.
Zum Rhythmus: ich finde es schon irgendwie wichtig, dass man zumindest den Rhythmus dokumentiert, den der Patient hat, wenn er in die Vorbereitung kommt. SR, VHFli...was auch immer. Ansonsten langt es wohl, wenn man Rhythmusänderungen oder Rhythmusstörungen dokumentiert....