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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Blut, Spritzen, Menschen aufschneiden???



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Tarwah
19.08.2010, 19:37
@Keenacat

Das Thema hier ist "Blut, Spritzen, Menschen aufschneiden???"
http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/newreply.php?do=newreply&p=933931#
Wow. Du kannst lesen! :-top

Absolute Arrhythmie
19.08.2010, 19:41
Japp, genauso wie keenacat das schreibt, passiert es tagtäglich. Arzt kommt (am besten grußlos) ins Zimmer, stellt sich in die Ecke, nuschelt was auf fachchinesisch und sagt am Ende: "Ach übrigens, ihr Mann hatte einen schweren Herzinfarkt". Oder so in der Art. Zum Kotzen.

ehemaliger User_25062015
19.08.2010, 21:37
Deswegen ist es ja auch nur zu begrüßen, dass die Psychologie immer mehr Einzug in die Medizin findet. Also nicht nur in Form von Psychopathologie sondern auch in Gesprächsschulung, usw.

Und was ich persönlich bedenklich finde, ist, dass es Ärzte gibt, die diese Masche jahrelang durchziehen und von ihren Kollegen keinen auf den Deckel kriegen. Ich bin mir nicht sicher ob ich mich da zurückhalten könnte, auch nicht als Assi. Naja, wenn wir Ärzte sind, haben wir die Möglichkeit alles besser zu machen. Und auch gegenüber unseren Oberärzten offen sprechen, denn die können sichs dann nicht mehr leisten Assis rauszumobben... sonst kommt als nächstes ein Assi mit Ost-Akzent. ;-)

Also ich kann ja eigentlich sowas von gar nicht mitreden ;), aber wenn ich mitkriegen würde, dass ein Arzt-Kollege den Patienten die "frohen" Botschaften SO überbringt, würd ich ihn hinterher gleich ansprechen, ob ers richtig findet, mit den Patienten so umzugehen. Da wärs mir glaub ich wurscht, ob der nen höheren Rang hat als ich.


http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/newreply.php?do=newreply&p=933931#
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Mensch Leute hört doch mal auf ;-).


Japp, genauso wie keenacat das schreibt, passiert es tagtäglich. Arzt kommt (am besten grußlos) ins Zimmer, stellt sich in die Ecke, nuschelt was auf fachchinesisch und sagt am Ende: "Ach übrigens, ihr Mann hatte einen schweren Herzinfarkt". Oder so in der Art. Zum Kotzen.

Habt ihr sowas auch schon mal live miterlebt? Wenn ja, habt ihr da was gesagt?? Würd mich schon mal interessiern^^.

Strodti
19.08.2010, 21:50
Solche Geschichten hat jeder schon einmal erlebt... ("Herr Meier, morgen nehmen wir ihren rechten Unterschenkel ab. Bei Fragen wenden sie sich an die Pflege, die kennen sich auch mit Prothesen aus.").

Aber zum Ansprechen: Im Krankenhaus muss man auch mit der Hierarchie leben. Natürlich würde man gerne seine Meinung zu solch beknackten Visiten rauslassen, aber man muss auch wissen, wann man ruhig bleibt. Also "Fremder" (Praktikant, Famulant, Hospitation...) würde ich da ganz vorsichtig sein.
Man lernt die Ärzte (oder halt die Pflegenden) ja kennen und weiß dann, was ok ist und was nicht. Vorlaute Praktis in Visiten laufen sicher zum letzten Mal mit ;-)

Keenacat
19.08.2010, 21:52
Die ganz krassen Versionen hab ich persönlich noch nicht miterlebt, aber das liegt auch an den Famulaturen (Allgemeinärztl. Praxis, Palliativstation, Psychiatrie, jetzt Gyn), da war noch nicht so viel Gelegenheit, sowas direkt mitzubekommen. Aber ich hab schon mehrfach (auch als Aushilfe in der Pflege) erlebt, dass Patienten nix verstanden haben und ihre Fragen nicht loswerden konnten, weil sich der Arzt keine Zeit genommen hat. In aller Regel hab ich mir dann die Zeit genommen, bestimmte Sachen zu erklären. Die sind so dankbar und beruhigt, ich glaub das werd ich nie vergessen. Selbst die mit beschissener Prognose sind viel entspannter, wenn sie das Gefühl haben, sie haben alles begriffen und wissen, was mit ihnen passiert.
Ich hab in meinen Interviews allerdings schon so viel Scheiß gehört... Das sind alles Angehörige von Patienten mit einer langen Krankengeschichte (meistens Ca) und die haben so viele Ärzte getroffen, dass immer mindestens ein bis zwei völlig empathiefreie Spacken drunter waren.

Bezüglich was sagen: Da muss ich ehrlich gestehen, dass ich im Zweifelsfall die Klappe halten würd. Die wenigsten lassen sich gern von ner altklugen Famulantin was sagen und wenn man mit denen noch ne Weile arbeiten muss... :-stud Da bleibt einem nur, sich fest vorzunehmen es besser zu machen und später bei entsprechenden Hierarchieverhältnissen dann endlich auch mal rumkritisieren zu können (und dann hoffentlich auch mal Denkprozesse anzuregen).

ehemaliger User_25062015
19.08.2010, 21:54
Solche Geschichten hat jeder schon einmal erlebt... ("Herr Meier, morgen nehmen wir ihren rechten Unterschenkel ab. Bei Fragen wenden sie sich an die Pflege, die kennen sich auch mit Prothesen aus.").

Aber zum Ansprechen: Im Krankenhaus muss man auch mit der Hierarchie leben. Natürlich würde man gerne seine Meinung zu solch beknackten Visiten rauslassen, aber man muss auch wissen, wann man ruhig bleibt. Also "Fremder" (Praktikant, Famulant, Hospitation...) würde ich da ganz vorsichtig sein.
Man lernt die Ärzte (oder halt die Pflegenden) ja kennen und weiß dann, was ok ist und was nicht. Vorlaute Praktis in Visiten laufen sicher zum letzten Mal mit ;-)

Woho um Gottes Willen, hast du gedacht, dass ich mich im Praktikum aufmucken würde?? Nene du^^. Natürlich würd ich erst irgendwie meinen Mund aufmachen, wenn ich auch ein biiiischen was zu sagen hab ;). (Sprich z.B. als Assistenzarzt - hat man da ein wenig was zu sagen? Hmm. Ich denk schon.) Ich will mich nicht unnötig unbeliebt machen und mir alles versauen. ;-)

Rico
19.08.2010, 21:57
Aber zum Ansprechen: Im Krankenhaus muss man auch mit der Hierarchie leben. Natürlich würde man gerne seine Meinung zu solch beknackten Visiten rauslassen, aber man muss auch wissen, wann man ruhig bleibt. Also "Fremder" (Praktikant, Famulant, Hospitation...) würde ich da ganz vorsichtig sein.Genau, ein guter Assistent geht nach der Visite nochmal durch, kehrt die Scherben auf und erklärt nochmal alles richtig. Wobei ich meine Abteilung da ausdrücklich ausnehmen möchte, da läuft das eigentlich vorbildlich wie ich finde. Noch zumindest, derzeit wurschtelt hier so ne Unternehemnsberatung rum, die die Visitenzeit auf 3min/Patient (einschließlich Kurvenmeditation vor dem Zimmer) begrenzen will, soll angeblich den Stationsablauf optímieren :-kotz

Keenacat
19.08.2010, 22:12
Zahlt die Unternehmensberatung dann auch die Kunstfehlerprozesse? :-wow
Da bekomm ich Hass, ehrlich.

Rico
19.08.2010, 22:24
Der eigentliche Knüller ist ja, dass unsere Notaufnahme (!!!) wochenends und feiertags von 8-12 Uhr morgens (!!!) nicht ärztlich besetzt ist, weil da ja meistens eh keiner kommt.
Einwand Assistentensprecher: "Aber manchmal kommt ja doch einer."
Antwort Unternehmensberatung: "Das ist jetzt ihre subjektive Wahrnehmung." :-wand

DocMartin
19.08.2010, 22:29
Der eigentliche Knüller ist ja, dass unsere Notaufnahme (!!!) wochenends und feiertags von 8-12 Uhr morgens (!!!) nicht ärztlich besetzt ist, weil da ja meistens eh keiner kommt.
Einwand Assistentensprecher: "Aber manchmal kommt ja doch einer."
Antwort Unternehmensberatung: "Das ist jetzt ihre subjektive Wahrnehmung." :-wand


:-)):-)):-top Nice Joke ^^

Coxy-Baby
19.08.2010, 22:30
Antwort Unternehmensberatung: "Das ist jetzt ihre subjektive Wahrnehmung." :-wand

Was antwortet man darauf sachlich, oder bricht man einfach in Gelächter aus?

ehemaliger User_25062015
19.08.2010, 22:37
Der eigentliche Knüller ist ja, dass unsere Notaufnahme (!!!) wochenends und feiertags von 8-12 Uhr morgens (!!!) nicht ärztlich besetzt ist, weil da ja meistens eh keiner kommt.
Einwand Assistentensprecher: "Aber manchmal kommt ja doch einer."
Antwort Unternehmensberatung: "Das ist jetzt ihre subjektive Wahrnehmung." :-wand

Ich hätt gelacht und wär ausm Raum gegangen :-)).

Christian Sibbers
19.08.2010, 23:17
Die Unternehmensberatung hat unter Zugrundelegung langjähriger statistischer Daten ausgerechnet, dass es wirtschaftlich sinnvoller ist die Notaufnahme zu diesen Zeiten nicht zu besetzen. Dagegen mit, "es kommt aber ab und zu ein Patient" zu argumentieren ist natürlich sinnlos. Sinnvoll wäre gewesen darüber zu diskutieren, ob es aus medizinischer Sicht zu verantworten ist die Notaufnahme nicht zu besetzen.

Rico
19.08.2010, 23:52
Gegen Unternehmensberatungen zu argumentieren ist grundsätzlich sinnlos, schließlich werden die ja dafür bezahlt, dass sie völlig unpopluläre Sachen implementieren. Wäre die entsprechende Umstrukturierung einfach durchzusetzen und auf einer soliden - auch für Personen mit Sachverstand nachvollziehbaren - Basis entstanden, dann könnte die Verwaltung es ja selber durchsetzen und bräuchte die Unternehmensberatung gar nicht.
Medizinische Verantwortung interessiert die nicht, ist ja nicht deren Problem, sind ja schließlich keine Ärzte. Das ist das Problem von dem Krankenhaus, das das Konzept dann kauft....