Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : "Das heisse Wasser bitte!"
Traverso
30.03.2011, 21:11
Vielleicht sollte hier mal ein Warnhinweis angebracht werden "Vorsicht, nur für Fachpersonal"
Ich bin , leider, kein Arzt und deshalb kann ich hier nur meine Laienhafte Meinung kundtun.
Und wenn sich hier darüber lustig gemacht wird, daß ich "nicht so für" Antibiotika oder auch ein Antibiotikum (ich kenn den Singular) bin, dann sollte sich das Fachpersonal mal darüber gedanken machen, warum es diese landläufige Meinung der "bösen" Therapien wohl gibt. Ich bin ja nicht die einzige, die das so denkt. Der gemeine Patient weiß nichts über all die rätselhaften Vorgänge im Körper. Werden sie ihm so erklärt, daß er den Sinn der Therapie versteht? Nach meiner Erfahrung nur selten.
Man liest hier und hört da, kriegt nach dem Antibiotikum Durchfall etc., ist doch klar, daß dann der gemeine Patient denkt, die Arznei ist schuld.
Aber das ist doch auch gut, Bratze. Fließt das Blut besser, muss gut sein. Erstaunlicherweise bei einer Overthecounterdrug tatsächlich auch als Generikum gut, sonst ist das "aut idem"-Kreuzchen ja absolut bindend!
Flemingulus
30.03.2011, 21:24
Vielleicht sollte hier mal ein Warnhinweis angebracht werden "Vorsicht, nur für Fachpersonal"
Aber das ist doch nicht so. :-)
Allerdings ist natürlich gewünscht, dass im Fachsimpelei-Thread das Fachpersonalaufkommen ein etwas erhöhtes ist... das liegt halt in der Natur des Threads ist aber nicht ausgrenzend gedacht.
Kackbratze
30.03.2011, 21:39
[...] dann sollte sich das Fachpersonal mal darüber gedanken machen, warum es diese landläufige Meinung der "bösen" Therapien wohl gibt. Ich bin ja nicht die einzige, die das so denkt. Der gemeine Patient weiß nichts über all die rätselhaften Vorgänge im Körper. Werden sie ihm so erklärt, daß er den Sinn der Therapie versteht? Nach meiner Erfahrung nur selten.
Man liest hier und hört da, kriegt nach dem Antibiotikum Durchfall etc., ist doch klar, daß dann der gemeine Patient denkt, die Arznei ist schuld.
Ein Antibiotikum ist ein böses Medikament, weil es Durchfall hervorruft.
Ärzte erklären nicht, warum das Antibiotikum verschrieben wird.
Habe ich jetzt noch ein Klischee übersehen?
Interessanterweise beobachte ich in meiner kleinen Welt immer nur, dass die antimikrobiellen Medikamente eher den Anverwandten, die sich nicht wehren können (Kind/Oma) vorenthalten werden und durch homöopathische Mittelchen ersetzt werden.
Die Prediger der chemiefreien Medizin sind sich selber nicht zu Schade, die verschriebenen Pillen einzuschmeissen, damit dieser ekelige Infekt endlich weggeht.
Parallel wird dann aber über die viiiielen schlimmen Nebenwirkungen lamentiert, da man ja 2x weichen Stuhlgang nach Tabletteneinnahme hatte.
Auch wenn das wieder nur ein Blickwinkel ist, zeigt das den Blickwinkel auf die Medaille, den ich bekommen habe.
Das Gros der Bevölkerung nimmt übrigens die verschriebenen Medikamente ein, da der Arzt ihnen meist sagt "da ist der Infekt, hier ist das Antibiotikum dagegen."
Welche weiteren aufklärerischen Maßnahmen da fehlen, sofern keine weiteren Fragen erscheinen, verschließt sich mir auch hier wieder...
Traverso
30.03.2011, 22:00
Die Welt ist ungerecht und voller Vorurteile
Sebastian1
30.03.2011, 22:35
Und wenn sich hier darüber lustig gemacht wird, daß ich "nicht so für" Antibiotika oder auch ein Antibiotikum (ich kenn den Singular) bin, dann sollte sich das Fachpersonal mal darüber gedanken machen, warum es diese landläufige Meinung der "bösen" Therapien wohl gibt. Abgesehen davon, dass ein Patient natürlich über den Sinn und Zweck einer Therapie - wie auch ggfs über mögliche Alternativen - aufgeklärt sein sollte, muss man diese Frage aber ach gelten lassen, wenn sie andere Methoden betrifft. Warum ist Homöopathie, Bachblüten und anderer Nonsens (vorsicht, persönliche Meinung) "gut"? (Wobei: wo keine Hauptwirkung, da manchmal auch weniger Nebenwirkung. Zumindest bei der Homöopathie).
Hierzu auch noch der Einwand zu einem früheren Posting, dass die Anwendung von Homöopathie et cetera "zumindest nicht schade": Das ist nicht zwangsläufig so. Es schadet dann, wenn eine tatsächlich notwendige und wirksame Therapie dadurch nicht stattfindet oder verzögert wird. (zB die indizierte Einnahme eines Antibiotikums zum richtigen Zeitpunkt oder der verzögerte Therapiebeginn bei bösartigen Erkrankungen).
Desweiteren verstehe ich nicht, mit welcher Begründung sich einige Methodiken die Stichworte "ganzheitlich" oder "natürlich" auf die Fahnen schreiben. (Ok, ich verstehe es schon: klingt gut, kann man kaum widersprechen, lässt sich hervorragend vermarkten und ist, man soll es kaum glauben, ein finanziell hervorragendes Geschäft).
Was daran ganzheitlicher ist als an der bösen, mit Chemie um sich werfenden Schulmedizin - kein Plan :-nix. Und auch, warum die Aufreinigung von Substraten in homöopatischen oder anderen obsoleten Verfahren weniger Chemie ist, als die Aufreinigung oder Synthese herkömmlicher Pillen, weiss ich nicht. (Ok, bei der Homöopathie schütte ich hinterher zumindest so viel Wasser dazu, dass ich da im Endeffekt ein sehr natürliches Produkt erhalte. Aber das gibt's günstiger in praktischen 1,5l-PET-Flaschen.)
Und die Forderung nach Wirksamkeitsbeweisen sind diese Methoden auch bis heute schuldig.
Hierzu auch noch der Einwand zu einem früheren Posting, dass die Anwendung von Homöopathie et cetera "zumindest nicht schade": Das ist nicht zwangsläufig so. Es schadet dann, wenn eine tatsächlich notwendige und wirksame Therapie dadurch nicht stattfindet oder verzögert wird. (zB die indizierte Einnahme eines Antibiotikums zum richtigen Zeitpunkt oder der verzögerte Therapiebeginn bei bösartigen Erkrankungen).Tse, der Banause wieder...
Wenn sich die Beschwerden unter homöopathischer Therapie nicht bessern, sondern sogar aggravieren, dann nennt sich das "Erstverschlechterung" und ist ein Zeichen für den baldigen gradiosen Wirkungseintritt.
Von Verschleppung kann da doch gar keine Rede sein...
GebratenerChampignon
31.03.2011, 09:57
Um auf die Frage nach der Anwendung des Kaffeesatzes unter der Geburt zu antworten...
Es liegt nicht am Kaffee oder seinen Inhaltsstoffen, dass dieser angewendet wird, sondern ausschliesslich in der Tatsache, dass ein heisser Kaffesatz die Wärme sehr gut speichern kann. So wickelt man den frischen heissen Kaffeesatz in ein dünnes Leinentuch und hält dieses an den Damm. Die lokale Wärme in Verbindung mit dem Dammschutz lässt den Damm besser dehnen.
Bei Wassergeburten ist dies z.B. nicht nötig, da die Wärme des Wassers schon positiv wirkt. Darüber hinaus hat es natürlich auch immer etwas mit anderen Komponenten zu tun, ob ein Damm nun reisst oder nicht, z.B. mit der Geburtsposition und natürlich vor allem auch mit der Schnelligkeit der Geburt.
Christoph_A
31.03.2011, 10:20
Wieso regt Ihr Euch eigentlich alle über die Druidenkundler auf? Ich finds immer eher amüsant, wenn mir wieder ein akuter Infarkt nach Notfallbachblütentherapie oder ein Ileus nach motosensorischer Stimulationsverabreichung (gabs wirklich, nicht lachen) ins Haus schneit. Ne, mal im Ernst, werds nie verstehen, wie jemand tatsächlich an so einen Humbug glauben kann, oder in ner D20 verdünnten Lösung ( = ein Tropfen im Chiemsee:-blush ) einen Wirkstoff vermuten kann. Solange mir niemand ne große, multizentrische Studie mit der Wirksamkeit solcher Dinge vorlegen kann und keine einheitliche staatliche Homöopathenausbildung existiert, hab ich für derlei Spielchen nur ein müdes Grinsen übrig.
Explizit von meiner Kritik ausnehmen möchte ich an dieser Stelle die pflanzlichen Hausmittel (z.B. Echinacea etc.), deren Wirksamkeit bei der Therapie gewisser Erkrankungen wissenschaftlich belegt ist.
Die Niere
31.03.2011, 12:43
Aber als ich mit Schrödingers Katze darüber sprechen wollte, war sie tot :-))Ich habs sie leider nicht getroffenen, weil sie in ner super Position war :-D
Die Niere
31.03.2011, 12:49
Ich finds immer eher amüsant, wenn mir wieder ein akuter Infarkt nach Notfallbachblütentherapie oder ein Ileus nach motosensorischer Stimulationsverabreichung (gabs wirklich, nicht lachen.Gerade letzte Woche hatte ich einen Ileus, der es mit Schröpfen versucht hatte...zeigte leider nicht die bekannte Wirkung. Nur dass er eine Woche postoperativ noch immer die Haematome am Rücken hat :-).
gruesse, die niere
Wir hatten tatsächlich mal einen Dozenten in einer VL (Reha VL, Thema: Komplementärmedizin), der bei tiefen Wunden Arnika D6 empfohlen hat :-wow
...die einzige Pflichtveranstaltung dieses Kalibers in 6 Jahren Studium.
Flemingulus
31.03.2011, 13:46
Wir hatten tatsächlich mal einen Dozenten in einer VL (Reha VL, Thema: Komplementärmedizin), der bei tiefen Wunden Arnika D6 empfohlen hat :-wow
Solche Vorlesungen muss man natürlich auch hochverdünnt zu sich nehmen - sonst wirken sie nicht! :-wow
Solche Vorlesungen muss man natürlich auch hochverdünnt zu sich nehmen - sonst wirken sie nicht! :-wow
*prust* Flemingel!!!!! :-love:-love:-love
Ich dachte das bei Homöopathie alles potenter und gefährlicher wird, wenn man weiter verdünnt :-D
eben drum. Unter D12 würd ichs gar nicht erst versuchen!
Oh, viele hömmopathische Tropfen wirken tatsächlich positiv auf viele Befindlichkeitsstörungen.
Der wahre Grund dafür, daß es keine Studie für deren Beleg gibt, liegt darin, daß die Anwendung von 40%igem Alkohol nicht durch die Ethikkomissionen genehmigt wird ;-)
vllt wirkt der 40% C2H5OH auch positiv auf etliche Befindlichkeitsstörungen?
Bille, das war jetzt naiv :-))
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