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Muriel
09.12.2010, 20:46
Einmal erläutern bitte :-) Ich habe das Gefühl, dass die Therapie einer Otitis weniger Leitlinien als Bauchgefühlen und Philosophien folgt. Laienhaft würde ich ja denken, dass nicht jeder Erguss sofort antibiotisch therapiert werden muss, wenn nicht gerade hohes therapieresistentes Fieber über mehrere Tage anhält, aber wenn's eitrig aus dem Ohr tröpfelt dann schon. Ist das zumindest ansatzweise haltbar?

Eilika
09.12.2010, 20:48
*Klugscheißmodus on* Kommt aufs Alter an... ;-) *Klugscheißmodus off*
:-keks
Ok, die, die primär Antibiotika brauchen sind in einem Alter, in dem ich sie eh nicht anschau, sondern in die Kinderklinik schicke :-D

WalterSobchak
09.12.2010, 21:14
Einmal erläutern bitte :-)

Gern :-)

Alle Kinder < 2 Jahre mit sicherer akuter Otitis media (zwingend nötig für Diagnose: akuter Beginn, hohes Fieber, rote Trommelfelle, Ohrenschmerzen, ggf. Sero/Mukotympanon<vorgewölbtes TF reicht schon>) sollten antibiotisch behandelt werden.

Alle Kinder < 6 Monate mit Otitis (eines der o.g. Kriterien reicht hier schon) sollten antibiotisch behandelt und eigentlich auch stationär aufgenommen werden.

Die Deutsche Gesellschaft für pädiatrische Infektiologie gibt da auch Leitlinien raus...

:-winky

Insgesamt und vor allem bei größeren Kindern (2+) hat Eilika aber recht und man ist eher zurückhaltend, was Antibiotika angeht... ;-)

Muriel
09.12.2010, 21:38
Danke Dir :-)

Five Stories Falling
09.12.2010, 21:51
Wann und warum wurde denn Ecolicin vom Markt genommen?

Feuerblick
09.12.2010, 22:01
Wann... im Verlauf dieses Jahres.
Warum... keine Ahnung.:-nix

Five Stories Falling
09.12.2010, 22:18
Danke, gut zu wissen. In meiner Klinik war's bisher noch vorrätig, deswegen hab ich heut zum ersten Mal davon gehört.

Sebastian1
09.12.2010, 22:56
Mal zurück zur ursprünglichen Fragestellung:
Was diue Erzieher fordern, ist ja ein ärztliches Attest. Und letztlich kann ich ein Privatrezept ausstellen, für das jemand (ausser Btm) beliebige Medikamente ganz legal in der Apotheke bekommt, aber ein Erzieher darf ein ärztliches Attest ablehnen? Strange...

Rico
09.12.2010, 23:34
Vielleicht haben sie die Forderung nach einem fachkinderärztlichen Attest in ihre allgemeinen Geschäftsbedingungen aufgenommen, die Du akzeptierst, wenn Du Dein Kind da hinbringst, dann können die das schon fordern... wobei ich das arg lächerlich finde.

mainzer
10.12.2010, 06:26
Vielleicht haben sie die Forderung nach einem fachkinderärztlichen Attest in ihre allgemeinen Geschäftsbedingungen aufgenommen, die Du akzeptierst, wenn Du Dein Kind da hinbringst, dann können die das schon fordern... wobei ich das arg lächerlich finde.

aber hallo....äh...wofür haben wir alle grad noch 6 jahre studiert?!?!?!?!?!?

frechheit...mal abgesehn davon, dass ich einer mutter (egal ob ärztin oder nicht) eine gewisse kompetenz zuspreche wenn es um die beurteilung der gesundheit ihres kindes geht....tsss...

tine74
10.12.2010, 07:34
frechheit...mal abgesehn davon, dass ich einer mutter (egal ob ärztin oder nicht) eine gewisse kompetenz zuspreche wenn es um die beurteilung der gesundheit ihres kindes geht....tsss...


nenene, so einfach ist das nicht: Mütter, die Ärztinnen sind oder umgekehrt sind per se karrieregeil und schieben ihre Kinder ab um Karriere machen zu können und geben sie eben zur Not auch krank in die Fremdbetreuung :-oopss

mainzer
10.12.2010, 07:57
nenene, so einfach ist das nicht: Mütter, die Ärztinnen sind oder umgekehrt sind per se karrieregeil und schieben ihre Kinder ab um Karriere machen zu können und geben sie eben zur Not auch krank in die Fremdbetreuung :-oopss

is klar...nach ansicht einiger kindergärtnerinnen trifft das wohl zu... ;-)

Grombühlerin
10.12.2010, 09:07
Das ist echt abstrus alles!

In meinem Vertrag mit der Tagesmutter gab es den Punkt:

"die Tagespflegeperson darf dem Kind Medikamende verabreichen"

und dann als Auswahl zum ankreuzen "Ja", "nein" und "wird im Einzelfall bescheinigt".

Seltsam, oder? Ich hab das dritte genommen, da es bei mir allerdings keine Globuli gibt, brauchte mein Kind tags noch nie Medikamente.

WalterSobchak
10.12.2010, 09:19
Na, dass das Ganze genehmigt werden muss, finde ich ja auch sehr vernünftig, insofern ist dieser Punkt im Vertrag ja ganz sinnvoll.

Was ich Blödsinn finde, ist, dass das Ganze ÄRZTLICH bescheinigt werden muss.(zumindest bei einigen KiTas hier...)
Als hätte man als Arzt die Hoheit darüber, wer dem Kind was geben darf und wer nicht.
Wenn ich aufschreibe "3x täglich 2cl Jägermeister" würde das wahrscheinlich auch kritiklos gemacht werden... :-?

Grombühlerin
10.12.2010, 09:31
Klar ist es sinnvoll, dass die nur auf Anweisung der Eltern Medikamente geben!

Naiverweise hattte ich das für selbstverständlich und nicht erwähnenswert gehalten.

Nur, was unterscheidet in meinem Fall den Punkt 2 von Punkt 3? Und dürfen sie bei einem Kreuz bei Punkt 1 einfach von sich aus irgendwas geben?? Nee, oder?

Und warum sie da bei manchen Krippen/Tagesmüttern anscheinend einen Schrieb vom Arzt brauchen versteh ich auch absolut nicht, immerhin geben die die Eltern zuhause das Zeug ja auch und können das meiner Ansicht nach auch aufschreiben.

WalterSobchak
10.12.2010, 09:42
Naja, "irgendwas" dürfen sie sicher nicht geben, wenn du "ja" ankreuzt.

Ich denke, es geht dabei auch um Notfälle. Oft habe ich Kinder in der Ambulanz, die >40°C fiebern, aus der KiTa abgeholt wurden und da wurde nichts gegen Fieber gegeben, eben weil keine Erlaubnis vorlag.
Da denkt man sich schon manchmal, hey, ein Fieberzäpfchen werden sie wohl geben können. Nur, wenn man da auf Eltern trifft, die anschließend rumstressen (soll ja alles geben...) - ich weiß nicht, würd ich mich als KiTa auch absichern.

Ich denke, wenn du "ja" ankreuzt, werden sie in z.B. so einem Falle was geben, ohne vorher Rücksprache zu halten (und dich dann natürlich trotzdem anrufen, hoffe ich)

Kreuzt du "nein" an, fiebert dein Kind eben bis du da bist und was gibst.

Kreuzt du den Einzelfall an, sinds eben elektive Medikamente, für die du dezidiert dein Einverständnis gibst (was weiß ich, irgendwelche Dauermedikamente: 3x täglich nen Beutel Movicol auflösen und geben, Antiepileptika oder sonstwas z.B.), bei anderen Sachen die außerplanmäßig auftreten müssen sie dann eben nachfragen.

annekii
10.12.2010, 22:19
Hallo,

ich arbeite mittlerweile als Assistenzärztin in einer pädiatrischen Praxis und wir haben wirklich dauernd die Forderungen nach Bescheinigungen, die aber eben nicht erstattet werden von den Kassen. Bei uns zahlen die Eltern 4 Euro dafür.
Allerdings gab es auch Gespräche mit Gesundheitsamt und Kindereinrichtungen, dass das so auch nicht weitergehen kann. Wir schaffen so schon kaum die Patientenanstürme. Wenn wir dann auch noch alle zum Gesundschreiben sehen...
Und ob Eltern mir sagen, dass das Kind keinen Durchfall und kein Erbrechen mehr hatte und ich den Schein schreibe oder ob sie es den Erziehern sagen, ist wurscht. Ich kann es eh nicht nachprüfen. Ich kann zwar horchen, ob viele DG vorhanden sind, aber ob die nochmal Durchfall bringen!?

Wir geben auch bei leichten Entzündungen der Konjunktiven erstmal Euphrasia und dann Floxal. Ecolicin haben wir noch im Schrank. Wieso ist das denn vom Markt?

LG
Annekii

WalterSobchak
10.12.2010, 22:47
Vielleicht bin ich auch zu naiv (und daher nicht für die Arbeit als Niedergelassener geschaffen :-)) ), aber 4€ dafür, dass ich in nicht mal 1/2 Minute kurz auf nem Zettel unterschreibe, den ich nicht mal selbst kaufen muss (gibts ja meist von den Pharmavertretern...) find ich jetzt ganz schön doll muss ich sagen... :-nix

Ist doch ne Leistung, die nebenbei abfällt, oder?! :-wow

Muriel
11.12.2010, 11:52
Wenn Du nur unterschreibst, ist es das. Wenn Du aber wie Annekii jedes einzelne Kind noch untersuchst, dann sind selbst 4€ ein Witz, ist ja nicht mal dsa RLV ;-) Ökonomsich für den Arzt gesehen, der damit wertvolle Arbeitzeit tatsächlich in den meisten Fällen vergeudet, eine Katastrophe. Für die Eltern genauso bescheuert, da diese verständlicherweise nicht einsehen, warum sie für einen selbst meist wohl auch als absolut sinnlos angesehen Arztbesuch Zeit und Geld verschwenden. Und die wenigsten Kinder (aber wen interessieren die denn? :-blush) dürften unbändige Lust verspüren, andauernd zum Arzt geschleppt zu werden.

Rico
11.12.2010, 12:22
Vor allem, weil die Kita mit der gleichen Berechtigung auch eine "Immernochgesundschreibung" in regelmäßigen Abständen verlangen könnte, denn wenn man sich außer Stande sieht, das frisch genesene und von den Eltern quitschfidel angeschleppte Kind als gesund zu verifizieren, wie wollen sie dann am nächsten Tag und in der nächsten Woche noch sicher sein, dass das Kind wirklich noch gesund ist??? :-D
Das muss doch lieber der Kinderarzt beurteilen....