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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fachrichtungen mit guter Zukunftsperspektive?



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Bille11
28.12.2010, 22:11
ich möchte dann einmal kurz durchaus auch an von frauen geführte chirurgische kliniken und abteilungen erinnern.

da gibt es z.b. in der orthopädie
- die uniklinik marburg mit frau prof. dr. fuchs-winkelmann als leitung.
- die uniklinik hannover mit frau prof. dr. stukenborg-colsmann als ltd. oberärztin.

2 mir spontan eingefallene beispiele. wenig, aber immerhin..

Kackbratze
28.12.2010, 22:35
Interessant, wie "Zukunftsperspektive" mit "forcierter Gleichberechtigung" gleichgestellt wird.

Was sollen mir diese Unikliniken sagen?
Das eine verpflichtende Frauenquote erforderlich ist?
Oder das sich dort keine Frauen beworben haben?

Kannst Du sicher bestätigen, dass alle weiblichen Bewerber (sofern vorhanden) abgelehnt wurden?

Und wie soll diese Diskussion bitte bzgl. der Fragestellung der Threaderstellerin weiterhelfen?

Keenacat
28.12.2010, 22:37
Keinesfalls.
Ich habe bloss grundsätzlich etwas gegen Leute, die Einem die Worte im Munde verdrehen, um populistische Argumente zu pushen und selber schlau zu erscheinen.
Das Problem ist da und ich war mutig genug es auszusprechen.


Ich bin keinesfalls an feministischer Theorie oder Praxis interessiert, es gibt Wichtigeres gerade für mich zu lesen.

Da offenbart sich ja, wie wenig tatsächliche Sorge um sexistische Diskriminierung in männlich dominierten Fachrichtungen hinter deiner Ursprungsaussage steckte.
Ansonsten kann ich dazu nur sagen, dass ich auch nicht an einem Haus arbeiten wollen würde, dessen Arbeitsklima zu Einstellungen wie deiner führt (auch als Mann nicht). :-keks
Für die Zukunft ggf. mal denen zuhören, die tatsächlich mit solchen Problemen arbeiten, entweder weil sie selbst unter den Diskriminierungen leiden, die die Gesellschaftsordnung mit sich bringt oder weil sie sich ihrer Privilegien innerhalb dieser Ordnung bewusst sind und diese in Frage stellen.

(Für zusätzliches LOL: Populistische Argumente aus der feministischen Ecke, na DAS wär mal was neues. :-)) )

Feuerblick
28.12.2010, 22:40
Bitte wieder zurück zur Frage der Threaderstellerin!

Danke!

Feuerblick
MediLearn-Moderatorin

Thomas24
29.12.2010, 00:03
Vielleicht hilft es auch einfach weiter, wenn ihr mal kurz eure Entscheidungsfindung darlegt. Wie seid ihr an euer Fach geraten, welche Kriterien habt ihr damals angelegt?

Ich beispielsweise, wollte ursprünglich *GAR NICHT* Augenarzt werden, sondern "richtiger Arzt".;-)

Habe vier von sechs Famulaturen in der Chirurgie gemacht, und auch lange mit Kardiologie/ HTG Chirurgie geliebäugelt- Diss auch in der Kardiologischen Grundlagenforschung mit einem experimentellen Thema am transgenen Mausmodell- wollte mir den Einstieg in die universitäre Kardio/ Herz-Thorax Chirurgie bzw. Chiurgie offenhalten... tscha... jung und doof halt.

Als ich dann ins PJ gekommen bin, haben mich die Arbeitsbedingungen sowohl in der Inneren, als auch in der Chirurgie sowas von angek****, dass ich dann letztlich von beiden Fächern Abstand genommen habe- kannte zwar auch "gute" internistische und chirurgische Abteilungen, wo die Arbeitsbedingungen um ein vielfaches ansprechender waren-
konnte mir aber letztlich nicht vorstellen, mit Mitte - Ende Vierzig noch nachts um 2.00 Blinddärme rauszuholen, Polytraumata im Schockraum zu versorgen oder am Korotisch beim STEMI zu stehen.

Habe mir dann im PJ mal genauer angesehen, wie die OA Ebene mit Anfang vierzig in den internistischen und chirurgischen Fächern aussah (zum Großteil deutlich vorgealtert und verschlissen...ähem), und das mit den Oberärzten in der Radiologie / Derma/ Auge etc. verglichen (die zwar auch nicht so taufrisch, aber deutlich "besser" im Sinne von relaxter wirkend).

Bin dann pragmatisch vorgegangen: welches Fach erschien mir a) halbwegs interessant (da ich operieren/ interventionell tätig sein wollte, fielen alle rein konservativen Dispziplinen weg), bietet b) die Option sich nach dem FA niederzulassen (Tschüss NC, HTG, Tschüss Nuk/ Neurorad etc.), c) hat einen kompetetiven Flaschenhals am Anfang und ist somit als FA Arbeitsmarkt letztlich nicht so überlaufen (spielt heute nicht mehr so eine grosse Rolle, wie bei mir damals), d) bietet potentiell ein gutes bis sehr gutes Einkommen, bei möglichst guter Work Life Balance (das hat auch nochmal viele Disziplinen ausgeschlossen) und e) Ist körperlich nicht so anstrengend/ erschöpfend, dass man den Beruf auch noch in 20- 30 Jahren ausüben können wird (also möglichst im Sitzen oder wenigstens in einer rückenschonenenden Haltung -ohne Durchleuchtungsschürzen etc.- auszuüben!).

Diese Kriterien erfüllten nicht viele Fächer- in erster Linie blieben für mich damals die mikrochirurgischen Disziplinen- HNO/ Neurochírurgie/ Ophthalmochirurgie, in gewissem Masse auch noch plast. Chirurgie, Neuroradiologie etc.

Fächer wie Nuklearmedizin, Neuroradiologie etc. fand ich spannend und herausfordernd, hatten ein gutes Work - Life Balance, die Stellen waren aber total rar, man ist dauerhaft auf die Infrastruktur einer Klinik angewiesen, eine Niederlassung scheidet somit fast sicher aus- fielen für mich also weg.

Plastische und HNO: vergleichsweise anstrengend, fachlich sehr anspruchsvoll. Teilweise sehr belastendes Patientengut (Verbrennungspatienten, Tumorchirurgie etc.), lange Durststrecke am Anfang bis man an die begehrten Eingriffe kommt, ziemlich stressige Notdienste (HNO)- vor allem ab der OA Ebene aufwärts, etc. war dann am Ende für mich nicht so attraktiv. Aber HNO, ist definitv einen Blick/ Famulatur wert, wenn man sich für plastische Operationen oder anspruchsvolle Schädelbasischirurgie interessiert- ohne sich gleich sein Leben lang als Neurochirurg oder öhnliches an einer Klinik verdingen zu wollen ;-)

Die Faktoren B und E waren letzten Endes ausschlaggebend für mich. Bin dann bei der Augenheilkunde gelandet- hatte von allem die richtige Mischung, und war ein ganz guter Schritt.

Pro:
- Sowohl konservative, als operative Disziplin
- "Klein" genug, um noch einen guten Gesamtüberblick über das Fach erlangen zu können, hat aber genügend Subdisziplinen, um sich bei Interesse dort in aller Tiefe weiter auszutoben (Vorderabschnitt, Hinterabschnitt, Neuro-Ophthalmologie, Okuloplastik etc.).
- Hoher Frauenanteil, mit dementsprechend in der Regel recht umgänglichen Umgangston, sowie recht hohe Akzeptanz für Teilzeitarbeit etc.
- Bedarf bei älter werdender Bevölkerung dauerhaft vorhanden
- Vergleichsweise kleine Fachgruppe (ca. 5-6% aller Ärzte) mit adäquater Niederlassungsperspektive
- Patientenklientel reicht vom Säugling bis zum Greis
- Mit oftmals geringem Aufwand vergleichsweise viele Erfolgserlebnisse, die die Lebensqualität verbessern können.
- Körperlich vergleichsweise deutlich weniger anstrengend als Unfallchirurgie etc. mit deutlich weniger Stresssituationen etc.
- Bei enstprechender operativer Qualifikation derzeit pekuniär vergleichsweise attraktiv (z.B. voll qualifizierter Retinologischer Operateur => dtl. über 200 K/ jährlich als Angesteller in einer operativen Praxis)

Kontra:
- 2 Klassensystem innerhalb der Augenheilkunde, nur ca 10-15% der Augenärzte bekommen eine operative Ausbildung, und das meist erst nach dem FA Level.
- Bei rein konservativer Tätigkeit schlechte bis sehr schlechte Vergütungssituation (Fallpauschale pro Patient im Quartal derzeit ca. 16 EUR), dementsprechend Notwendigkeit entweder überproportional viele Patienten zu sehen, oder mehr zu Igeln.
- Zunehmende Einflussnahmen von anderen Berufsgruppen bedrohen den Bestand des konservativen FA (Stichwort: Optometristen)
- Keine "richtige" Medizin mehr, man wird Von Chirurgen oder Internisten genauso belächelt wie der Radiologe oder Psychiater, wenn dich das stört, ist Augenheilkunde also nix für dich :-wow
- Wenn man eine Subspezialisation ausüben möchte, wie z.B. Neuroophthalmologie/ Strabologie, dann meist in einer Klinik, oder in einer Gemeinschaftspraxis mit entsprechend ausdifferenziertem Angebot- der "Einzelkämpfer auf der grünen Wiese" hat ausgedient

Hoffe, das hilft dir ein bischen weiter.

Oh und ein ganz großes Plus hab ich noch vergessen:
Patienten behalten ihre Klamotten an, was bei gewissen Patienten ein wirkliches Plus ist, und du musst Sie meistens weder auskultieren, palpieren etc...das überlässt du schön, den richtigen Ärzten, die wollten das ja auch so...:-wow

John Silver
29.12.2010, 00:17
Wichtig ist, was man haben will. Und man sollte unbedingt das machen, was einem Spass macht. Wenn man angenehme Arbeitszeiten hat, keine Dienste machen muss und dabei ganz gutes Geld verdient, könnte man glücklich sein; wenn man dabei aber etwas macht, was einem nicht so viel Spass macht wie das Fach, das man eigentlich machen möchte, es aber wegen "Work-Life-Balance" lässt - nun ja.

Feuerblick
29.12.2010, 00:28
Vielleicht hilft es auch einfach weiter, wenn ihr mal kurz eure Entscheidungsfindung darlegt. Wie seid ihr an euer Fach geraten, welche Kriterien habt ihr damals angelegt?Gutes Argument. In meinem Fall jedoch für die Threaderstellerin wenig hilfreich :-wow

Espressa
29.12.2010, 05:58
Thomas mach nicht so viel Werbung, sonst will wieder jeder Augenarzt werden.

Ich wurde im Studium auch noch für meinen Berufswunsch belächelt, und nach kurzem Kennenlernen "echter" Fächer wollten plötzlich doch drei Kollegen Augen machen.

WackenDoc
29.12.2010, 11:54
Ich mach ja auch ne Fachrichtung, die eher mal belächelt wird, bzw. über deren (vermeintliche) Fehler man gerne den Kopf schüttelt- Allgemeinmedizin.

Und auch das,was ich innerhalb des Fachgebietes am liebsten mache (nämlich Truppenarzt) wird oft mit "Für Husten,Schnupfen, Durchfall hätte ich nicht 6 Jahre studieren müssen- das ist Schmalspurmedizin" kommentiert.
Aber mir macht es Spass und ich glaube es liegt mir.

Ist abwechslungsreicher als man denkt und ich hab immer noch die Möglichkeit bei speziellen Fragestellungen an einen Fachmann zu überweisen. Und es ist nicht nur "reine" Medizin, sondern hat viel mit gesundem Menschenverstand und auch Organisation zu tun.

Später hab ich auch noch viele verschiedene Möglichkeiten- eigene Praxis (streb ich nicht an), Gemeinschaftspraxis (auch nicht mein Ziel), MVZ, weiter öffentlicher Dienst, Betriebsmedizin dazu machen, Ausbildung und Lehre, als AvD in einer Notaufnahme, erstmal freiberuflich Notarzt fahren und kassenärztliche Notdienste übernehmen, humanitäre Hilfe als Aufbaustudiengang und dann ins Ausland...

Innere ist zwar eng damit verwandt- aber damit kann ich nicht wirklich was anfangen.
Dafür interessiert mich die Notfallmedizin mehr- aber ohne Intensivmedizin (auch wollte ich nicht auf Dauer im OP sitzen- also entfiel die Anästhesie).

So bin ich an meine Fachrichtung gekommen.

Also überleg dir, was dir am meisten liegt, schau es dir in Famulaturen an, schau, ob es in deine sonstige Lebensplanung passt, dann findet sich der Rest schon.

Wenn du gerne was mit Kindern machst, du aber auch schnibbeln willst und du dein Herz hängt nicht zwingend an der Pädiatrie als Fach, dann wäre eine Spezialisierung im Rahmen der Chirurgie oder Orthopädie ja vielleicht was.
In der Kardiologie könntest du dich mehr auf die konservative Schiene stürzen oder du gehst mehr in die interventionelle Richtung. In der Kardiologie ist so wie ich es mitbekommen hab auch die Bildgebung auf ner ziemlich spannenden Schiene.

Ich glaub manche kommen auch durch Zufall an ihr Fachgebiet- Zufallsfamulaturfach und dann hängengeblieben.

saipro
29.12.2010, 12:12
So wie ich das sehe sind alle Fächer die du aufgeführt hast Fächer mit Zukunft ( auch wenn ich persönlich glaube dass die Herzchirurgie als eigenes chirurgisches Fach eventuell in der Thoraxchirurgie aufgehen wird und somit mit dieser ein gewichtiges Pendant zum Viszeralchirurgen darstellen wird ).


Dass die Thoraxchirurgie und die Herzchirurgie wieder fusionieren halte ich für sehr unwahrscheinlich. Diese beiden Fächer wurden, zumindest in Hessen, ja erst getrennt. Dies macht durchaus auch Sinn. Die Thoraxchirurgie ist eine onkologische Chirurgie, die oftmals den Zweck hat Gewebe zu entfernen. Die Herzchirurgie dagegen repariert eher. Eine Fusion ist unwahrscheinlich, da beide Fächer hochgradig Spezialisten benötigen. Nicht umsonst gibt es zusätzlich zum Herzchirurgen noch den Kinder-HC, der ganz andere Operationen durchführt.


Um den Herzchirurgie-Fachärztin zu machen braucht man heutzutage so um die 8 (?) Weiterbildungsjahre, oder?


Die Weiterbildung dauert 6 Jahre. Ob man die nötigen Ops in der Zeit zusammen bekommt ist natürlich eine andere Frage.

Bille11
29.12.2010, 12:40
ich habe mit chirurgie angefangen. mit dem ziel unfallchirurgie und orthopädie und bin jetzt zufrieden in der weiterbildung anästhesie.

zuerst, um die überblick über das gesamte fachgebiet und nicht zu sehr den tunnelblick auf die unfallchirurgie zu bekommen, in der allgemein-, viszeral- und unfallchirurgie. in einem kleinen haus, mit einem besch... stellenschlüssel. es war gut zum einstieg und für den common trunk. was nicht gut war, waren die arbeitsbedingungen irgendwann. 12 dienste im monat, vorher und nachher die visiten auf der 30 betten station, ansonsten an "normalen" tagen mal die station tagsüber sehen.. den op eigentlich nicht wirklich von innen gesehen.. und keine aussicht auf besserung bei multipler kündigungssituation --> nach 14 Monaten habe ich dann in die unfallchirurgie und orthopädie gewechselt. grössere abteilung, bekannte gesichter in den oberen ebenen, volle besetzung. ausserdem wollte ich doch unfallchirurgin und orthopädin werden. hier war es ganz anders - aber auch fürchterlich. zwar genügend assistenten, aber eine chaotische und nicht nachvollziehbare planung, ambulanzen, sprechstundenbesetzung, aber ohne wirklich etwas zu tun/lernen. hinzu kam dann eine nicht vorhandene weiterbildung/ausbildung im op durch die oberen bis in die sehr weit fortgeschrittenen assistentenjahre. wie ich zu dem zeitpunkt erfahren habe, ist es in vielen häusern so. bloss ist es eine frechheit, sich im op nachts von seinem eigenen oberarzt sagen zu lassen, dass man etwas anderes (frauenfreundlicheres) machen solle, da man ja die ganzen nachtdienste in der anstrengenden chirurgie habe. nach insgesamt 3 jahren habe ich dann aus der intensivzeit heraus (ja, die haben wir immerhin dort einführen können) die anästhesie kennen gelernt. dorthin gewechselt. und muss sagen, dass es mir dort wirklich gefällt. sowohl von den aufgaben als auch von dem klima (auch, wenn es - wie in vielen anästhesien - personalmangel gibt, wir derzeit einige umbrüche erleben und vergleichsweise stressig arbeiten). man bringt mir alles bei, was ich lernen möchte und muss (weil jeder es können muss) und traut auch dem jüngsten assistenten (unter teilweise aufsicht) die schwierigen dinge zu. das motiviert. frauen-/familienfreundlich ist der beruf auch, wir haben einige mütter, die teilzeitstellen haben und zufrieden damit sind. ich arbeite mit/am patienten, habe action und auch wieder seehr ruhige phasen. bin im op, auf intensivstation (und bald auch in der freien wildbahn als notarzt).. :-love

dafür, dass ich eigentlich chirurgie/orthopädie machen wollte, finde ich meinen jetzigen berufszweig anästhesie vielviel besser.

alex1
30.12.2010, 10:59
Naja, Chirurgie muss man ja nicht zwingend an einer UNIKlinik lernen, oder?

Sicherlich nicht.

Die Threadstellerin wollte allerdings gerne Neurochirurgie oder Herzchirurgie machen.
Beide diese Fächer findet man meist in Unikliniken.


Ich probier's mal anders.
Schauen wir uns mal ein paar Herzzentren in Deutschland an.
Dort wird vermutlich moderne Herzchirurgie angeboten, oder?

Herzzentrum München
http://www.dhm.mhn.de/ww/de/pub/dhm/kliniken_und_institute/herz_und_gefaesschirurgie/klinikteam.htm
1 Chef = 1 Mann
3 Leitende Oberärzte = 3 Männer
8 Oberärzte = 7 Männer + 1 Frau

Herzzentrum Berlin
http://www.dhzb.de/abteilungen/herz_thorax_gefaesschirurgie/klinikteam/
1 Chef = 1 Mann
4 Stellvertreter = 4 Männer
9 Oberärzte = 9 Männer


Herzzentrum Leipzig
http://www.rhoen-klinikum-ag.com/rka/cms/hzl_2/deu/47802.html
1 Chef = 1 Mann
1 Leitender = 1 Mann
17 Oberärzte = 16 Männer + 1 Frau

Herzzentrum Heidelberg
http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/Mitarbeiter.106782.0.html?&FS=8660.pdf
1 Chef = 1 Mann
2 Leitende/Geschäftsführende = 2 Männer
1 Leiter Kinderherzchirurgie = 1 Mann
6 Oberärzte = 4 Männer + 2 Frauen


Ist das bitte schön eine faire Verteilung von Männer und Frauen in leitenden Positionen in der Herzchirurgie?

Ich bin davon überzeugt, dass Frauen genau so gut in Herzchirurgie wie Männer sind. Jedoch scheint es so zu sein, dass für Frauen aktuell die Aufstiegsmöglichkeiten in diesem Fach in Deutschland desaströs sind.

Das ist ein Fakt und das muss meines Erachtens auch einer Frau bewusst sein, die in die Herzchirurgie gehen will.
Ich hoffe, dass sich die Situation in den nächsten Jahren ändert. Es gibt genug andere Fächer, wo Frauen viele leitende Positionen haben.

Feuerblick
30.12.2010, 11:07
Auch wenn ich jetzt nicht verstehe, was dein Beitrag mit der Fragestellung der Threaderstellerin zu tun hat: Nur weil es in einer Fachrichtung wenige Frauen gibt, heisst das ja noch lange nicht, dass man deshalb als Frau die Finger davon lassen sollte. Man könnte sich auch überlegen, dass Frauen sich den Stress beispielsweise in der Herzchirurgie auf Dauer nicht antun wollen und lieber Berufszweige wählen, in denen es nicht zum guten Ton gehört, Überstunden zu lieben, weil man nur so seinen OP-Katalog voll bekommt. Frauen sind da oftmals pragmatischer und sehen ihren Beruf nicht als alleine glücklichmachend an. Lieber verzichten sie auf große Karriere...
Trotzdem: Ich persönlich hätte kein Problem, in einem von Männern dominierten Fach zu arbeiten. Die Zusammenarbeit mit Männern ist oftmals unkomplizierter als ein Hühnerhaufen voller Frauen...:-))

Ehemaliger User 05022011
30.12.2010, 11:21
als ein Hühnerhaufen voller Frauen...:-))

na wenn man auf viele Gockel stößt, das kann auch sehr nervig sein finde ich

Feuerblick
30.12.2010, 11:25
Och, Gockel bekommt man meist einfacher in den Griff als einen Haufen hinterlistiger Hühner. Jedenfalls fühle ich mich inmitten überwiegend männlicher Kollegen wohler als in reinen Frauendomänen.

Kackbratze
30.12.2010, 16:06
Sicherlich nicht.

Die Threadstellerin wollte allerdings gerne Neurochirurgie oder Herzchirurgie machen.
Beide diese Fächer findet man meist in Unikliniken.


Meist heisst aber nicht ausschließlich. Es gibt genug Kliniken die diese beiden Spezialitäten auch ohne Uni anbieten.




Ist das bitte schön eine faire Verteilung von Männer und Frauen in leitenden Positionen in der Herzchirurgie?

Ich bin davon überzeugt, dass Frauen genau so gut in Herzchirurgie wie Männer sind. Jedoch scheint es so zu sein, dass für Frauen aktuell die Aufstiegsmöglichkeiten in diesem Fach in Deutschland desaströs sind.

Das ist ein Fakt und das muss meines Erachtens auch einer Frau bewusst sein, die in die Herzchirurgie gehen will.
Ich hoffe, dass sich die Situation in den nächsten Jahren ändert. Es gibt genug andere Fächer, wo Frauen viele leitende Positionen haben.

Wo sind die Zahlen über die abgelehnten Bewerberinnen?
Vielleicht wollen intelligente Menschen, aka Frauen, garnicht an solchen Zentren und in solchen Kliniken arbeiten? Beschixxene Arbeitsbedingungen sind nicht umbedingt Geschlechtsgebunden.

Um das Ganze endgültig ins OT zu tragen, warum wird in solchen Bereichen immer vehement von Aussenstehenden (ich vermute mal, dass Du nicht in dem Bereich tätig bist, sonst hättest Du bessere Zahlen im Angebot) eine Quote, eine bessere Behandlung, etc. eingefordert, ohne dass man einen wirklichen Bezug zu dem Thema hat?

Bei der Müllabfuhr gibt es auch einen maximalen Männerüberschuss und auch in den Führungspositionen beim Strassenbau, Stadtreinigung und Klärwerksleitungen gibt es einen eklatanten Frauenmangel.

Warum kümmert das wiederum keinen?
Oder das Frauen nicht an der Front in Afghanistan auf Patrouille gehen und dort per Autobombe sterben könnten?
Zivildienst für Frauen?

Wo ist da die "Gleichberechtigung"?
Gleichberechtigung bedeutet nicht, die Rosinen zu fordern, auch wenn sich keine intelligente Frau dafür interessiert, und parallel die "Drecksarbeit" und das "Spinnen in der Nacht" raustragen, den Männern überlassen.

So, auch wenn das nicht zum Thema gehört, kotzt mich das "alle Männer in der Chirurgie sind Schweine und Frauen werden da nur und immer unterdrückt"-Getue von Aussenstehenden maximal an.
Ich lade jeden Interessierten gerne zu mir in die Klinik ein, damit er/sie sich mal ein Bild von den realen Verhältnissen in der Chirurgie machen kann, incl. Neurochirurgie vor Ort. (nur so am Rande)

alex1
30.12.2010, 17:35
Wo sind die Zahlen über die abgelehnten Bewerberinnen?
Vielleicht wollen intelligente Menschen, aka Frauen, garnicht an solchen Zentren und in solchen Kliniken arbeiten? Beschixxene Arbeitsbedingungen sind nicht umbedingt Geschlechtsgebunden.

Ich habe keine Zahlen.
Kennst du aber irgendwelche kardiochirurgische Kliniken mit einem hohen Anteil an Frauen in leitende Positionen?
Ich habe den Eindruck, dass Frauen gerne in solchen Fächern wie Herzchirurgie als Assistenzärztinnen arbeiten, doch dann später aus einer Vielzahl von Gründen nicht weiter aufsteigen.
Neben Familienplanung (was ein generelles Hindernis beim Aufstieg sein kann) habe ich aber auch das Gefühl, dass Frauen systematisch in solchen von Männern dominierten Fächern gar nicht hoch genug kommen, weil sie von den männlichen Chefs abgelehnt werden.
Mobbing ist mir auch schon im Rahmen des PJs Frauen gegenüber aufgefallen.



Um das Ganze endgültig ins OT zu tragen, warum wird in solchen Bereichen immer vehement von Aussenstehenden (ich vermute mal, dass Du nicht in dem Bereich tätig bist, sonst hättest Du bessere Zahlen im Angebot) eine Quote, eine bessere Behandlung, etc. eingefordert, ohne dass man einen wirklichen Bezug zu dem Thema hat?

1. Weil ich das unfair finde, ehrlich gesagt. Ich habe auch keinen direkten Bezug zur Hungersnot in Afrika, kritisiere jedoch die Situation und wie wir damit umgehen auch. Nur weil etwas, was falsch läuft mich nicht betrifft, heisst es noch lange nicht, dass ich den Mund halten soll, oder?
2. Weil ich an der Entwicklung des Medizinsystems in Deutschland interessiert bin. Und wenn wir jetzt mehr Absolventinnen als Absolventen im Studium haben, müssen wir auch dafür sorgen, dass diese Absolventinnen gute Chancen und Gleichberechtigung auch im Arbeitsmarkt erfahren. Sonst wandern sie ab oder wählen Alternativberufe, so dass der Ärztemangel noch weiterzunimmt.



Bei der Müllabfuhr gibt es auch einen maximalen Männerüberschuss und auch in den Führungspositionen beim Strassenbau, Stadtreinigung und Klärwerksleitungen gibt es einen eklatanten Frauenmangel
Warum kümmert das wiederum keinen?

Ich glaube, dass wenn eine Frau im Strassenbau, in der Stadtreinigung oder im Klärwer arbeiten will, sie gute Chancen hat eine Stelle zu kriegen.
Sie wird meines Erachtens dort nicht zwingend rausgemobbt, solange sie ihren Job gut macht.
In einigen medizinischen Fächern ist es aber so, dass Frauen rausgemobbt werden, nur weil sie Frauen sind.



Oder das Frauen nicht an der Front in Afghanistan auf Patrouille gehen und dort per Autobombe sterben könnten?

Es sind auch Frauen in Afghanistan stationiert. Ob Sie Patrouille gehen, weiss ich nicht. Ich finde es aber klasse, dass Frauen dahin dürfen.



So, auch wenn das nicht zum Thema gehört, kotzt mich das "alle Männer in der Chirurgie sind Schweine und Frauen werden da nur und immer unterdrückt"-Getue von Aussenstehenden maximal an.
Ich lade jeden Interessierten gerne zu mir in die Klinik ein, damit er/sie sich mal ein Bild von den realen Verhältnissen in der Chirurgie machen kann, incl. Neurochirurgie vor Ort. (nur so am Rande)
Magst du uns die Statistiken zu Männern und Frauen deiner Klinik zeigen?
Dabei meine ich Leitungspositionen.

Kackbratze
30.12.2010, 17:44
Wir haben keine Oberärztin in unserer Klinik. Auf lockere Nachfrage hin hat auch keine unserer Assistentinnen (3) Interesse an einer solchen Position.
Bei den letzten Bewerbungen auf eine OA-Stelle war keine Frau dabei.

Sollen wir jetzt eine von denen zwingen, damit die Welt ein besserer Ort wird?

alex1
30.12.2010, 17:52
Wir haben keine Oberärztin in unserer Klinik. Auf lockere Nachfrage hin hat auch keine unserer Assistentinnen (3) Interesse an einer solchen Position.
Bei den letzten Bewerbungen auf eine OA-Stelle war keine Frau dabei.
Sollen wir jetzt eine von denen zwingen, damit die Welt ein besserer Ort wird?
Das sagt alles.

Kackbratze
30.12.2010, 18:11
Das sagt alles.

Ja, dass kein Interesse besteht.
Mehr nicht; die Möglichkeit des Oberarzt-Daseins ist da.
Es soll übrigens auch Männer geben, die an einer solchen Stelle kein Interesse haben...

Aber ich verstehe, dass Du da gerne mehr herausinterpretieren möchtest.
Wäre ja auch sonst doof für deinen Standpunkt.
:-D ;-)