Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Fachrichtungen mit guter Zukunftsperspektive?
WackenDoc
30.12.2010, 18:19
OT: Ja,auch Frauen sind in Afghanistan vorne mit dabei. Zum einen als z.B. Panzergrennadier oder Fallschirmjäger zum anderen z.B. als Sanitäter (mit verschiedenen Qualifikationen vom Rettungssanitäter über RettAss bis zum Arzt)
Als echte Kampftruppensoldaten sind sie allerdings noch eine Seltenheit und nicht ganz unumstritten.
Wenn jemand das Thema vertiefen will, sollten wir allerdings einen neuen Fred aufmachen.
Zum Thema mit den Frauen in Führungspositionen im medizinischen Bereich:
Ich denke das Problem ist nicht so einfach, dass es nur dran liegt, dass die Männer die Frauen mobben.
Frauen machen sich in der Regel mehr Gedanken um ihre Familienplanung als Männer. Und es gibt Fächer, die sind mit einer Familienplanung weniger gut vereinbar als andere. Und dann gibt es noch das Problem, dass es in einigen Fächern sowohl körperlich als auch vom Zwischenmenschlichen "robuster" zugeht als in anderen.
Ich kenn zwar keine Statistik, die die Verteilung von Männlein und Weiblein als Jungassistenten auf die verschiedenen Fächer untersucht, aber ich denke mal, dass sich mehr Frauen in Fächern wie Innere, Anästhesie, Allgemeinmedizin etc. finden als in der Unfallchirurgie, Herzchirurgie etc.
So und fast jede Karriere bekommt einen Knick, wenn die Frau schwanger wird und sich später auch noch um das Kind kümmert (was nun mal die Regel ist). In der Zwischenzeit können sich die, die dann ganz normal im Dienst sind nun mal fachlich besser weiterentwickeln. Mal abgesehen von Forschung etc.
Und zu guter letzt streben viele Frauen gar nicht in Führungspositionen.
Langer Rede wenig Sinn-
Wenn jemand eine entsprechende Fachrichtung für seine Erfüllung hält- ist doch gut- aber dann sollte er- bzw. sie auch wissen, dass es schwerer sein kann, als in anderen Richtungen.
Wenn jemand eine entsprechende Fachrichtung für seine Erfüllung hält- ist doch gut- aber dann sollte er- bzw. sie auch wissen, dass es schwerer sein kann, als in anderen Richtungen.
:-dafür:-dafür:-dafür
Colourful
31.12.2010, 13:50
Ja, und die meisten meiner Kommilitoninnen wollen auch gar nicht "soviel arbeiten", was einfach nur bedeutet, dass die meisten medizinstudierenden Frauen einfach keine Lust haben 60-80 Stunden in der Woche zu arbeiten. Es gibt ja auch noch andere Dinge im Leben, die auch wichtig genug sind.
Männer sind da eher bereit ihre Zeit und Energie ganz ihrer Karriere zu widmen, was bei vielen Frauen eben nicht der Fall ist.
(Und ja Oberärzte arbeiten meistens ziemlich viel - nicht nur 40h mit einem Rufdienst am WE)
Ist eben so, und es ist eher eine persönliche Entscheidung, die meiner Meinung nach gar nicht so unbedingt viel mit Emanzipation zu tun hat. Und das finde ich auch in Ordnung.
:)
Aber gerade diese "robusten" Zustände sind ja nun mal auch Männerkultur. Mir scheint es zwar auch ein weibliches Pendant zu geben (die sogenannte Stutenbissigkeit - die übelste Mobbingnummer hab ich im KPP zwischen OÄ und AÄ miterlebt), aber dennoch halten bestimmte Alphatiere mit sowas eben auch Konkurrenz auf Abstand.
Das kann man doch nicht permanent mit "das gehört eben dazu" abtun, und wenn eine/r das nicht abkann hat er/sie nur nicht genug Biss...damit ist die andere Seite der Geschichte natürlich aus dem Schneider, wenn es doch bloss an Nerven und Humor beim Assi fehlt. Ich hab hingegen nie verstanden wieso Verantwortung + Stress = Recht auf abartigen Tonfall sein soll - und um nichts anderes handelt es sich oft wenn das Etikett "robust" verwendet wird. Und wenn das Frauen noch etwas mehr abhält als Männer die das nicht brauchen, gibt es schon eine Schieflage, egal ob es nun auf Frauen abzielte oder unbeabsichtigt diesen Effekt hat.
Genauso ist es nicht alternativlos und gottgegeben dass Elternzeit oder Bedarf an ner Teilzeitstelle einen in bestimmten Fächern absägen muss, sondern menschengemacht. Das sind beeinflussbare Rahmenbedingungen, und es ist kein Zufall wenn sich da nichts bewegt. Irgendwem nützt es halt, nämlich ner ganz bestimmten Sorte Mensch. Oder ist man nen besserer Arzt weil man 80 Stunden reisst? Nee, man ist nur der härtere Knecht.
Und dann kann ich mir schon auch vorstellen dass es in Fächern mit OP-Katalog, wo man zum Weiterkommen in erhöhtem Mass auf Vertrauen und Förderung durch Vorgesetzte angewiesen ist, eine Rolle spielen kann ob Cheffe Potential nicht doch eher in einem jungen Mann sieht, in dem er sich ein bisschen wiedererkennt. Dieses spiegeln ist Mann-Mann und Frau-Frau sicherlich leichter als "gemischt", und wer versucht schon ganz bewusst, die eigene Wahrnehmung da zu erweitern? Eher jemand der es wiederum mit den "robusten" Rahmenbedingungen schwerer hätte, und schon beisst sich die Katze in den Schwanz.
Zu all dem braucht es gar keine böse Absicht.
Karoline.Walter
09.01.2011, 16:27
mich würde dazu mal interessieren, welcher bereich der allgemein- und viszeralchirurgie in zukunft wohl besonders gefragt sein wird.
John Silver
09.01.2011, 16:41
Ähm... alle Bereiche?
Karoline.Walter
09.01.2011, 16:57
na ja, die gastroenterelogen sind ja auch findige leute, also wird es bestimmt in zukunft dinge geben, die endoskopisch gemacht werden.
gut zu wissen, dass die chirurgie 'ne gute zukunft hat, aber es wird doch auch dort bestimmt bereiche geben, die besonders aussichtsreich sind (wie es z.b. in der neurochirurgie die funktionelle neurochirurgie gibt, die in zukunft sehr gefragt sein wird).
John Silver
09.01.2011, 17:12
Gastroenterologen mögen noch so findige Leute sein - einen signifikanten "Schaden" werden sie der Chirurgie in absehbarer Zukunft ganz sicher nicht zufügen. Klar, es gibt immer mehr Dinge, die man heutzutage endoskopisch macht oder wenigstens versucht; das sind aber insgesamt gesehen eher Kleinigkeiten. Sowohl in der allgemeinen als auch in der viszeralen Chirurgie wird es in den nächsten Jahrzehnten mehr als genug zu tun geben.
Bevor man sich Gedanken über "besonders aussichtsreiche" Subgebiete macht, sollte man wenigstens 2-3 Jahre Erfahrung im entsprechenden Fachgebiet haben. Was nützt es Dir, wenn ich sage, dass die Koloproktologie oder die endovaskuläre Aneurysmenchirurgie aussichtsreich sind, wenn Dir diese Subgebiete nicht liegen und Du daran keinen Spass hast?
Karoline.Walter
09.01.2011, 17:21
1. interessiert es mich einfach! :-)
2. hilft es mir vielleicht bei der facharztwahl; ich gehöre nämlich auch zu den vielen studenten/-innen, die noch etwas unentschlossen sind
also danke für die antwort, ich hoffe, das mit der koloproktologie/ endovaskulären aneurysmenchirurgie war ernst gemeint, dann werde ich mir nämlich jetzt mal ein bisschen was dazu durchlesen.
Relaxometrie
09.01.2011, 17:44
Artikel vom November 2010 in der Zeitschrift "Der Chirurg" vom Berufsverband der Deutschen Chirurgen:
Chirurgenmangel (http://www.bdc.de/index_level3.jsp?documentid=FB2D817FBDA32CC7C12577 DE0030807E&form=Dokumente&parent=507D6C9C9531244AC125756100349952&menu_id=E97384583CC6787AC12577E5004282A2&category=ARCHIV-HERAUSFORDERUNGEN-DEMOGRAFIE)
John Silver
09.01.2011, 23:46
1. interessiert es mich einfach! :-)
2. hilft es mir vielleicht bei der facharztwahl; ich gehöre nämlich auch zu den vielen studenten/-innen, die noch etwas unentschlossen sind
also danke für die antwort, ich hoffe, das mit der koloproktologie/ endovaskulären aneurysmenchirurgie war ernst gemeint, dann werde ich mir nämlich jetzt mal ein bisschen was dazu durchlesen.
Wenn Du nähere Fragen hast, schreib mir eine PM.
Absolute Arrhythmie
15.01.2011, 16:46
Also zum Thema Herzchirurgie:
Ich arbeite daq (als Pflegekraft auf Intensiv) und hab letztens vom leitenden OA mitbekommen, dass es schon Probleme gibt, weil die Kardiologen jetzt versuchen alles selber zu machen. Das heißt für uns dass erstmal alles bei den Kardiologen gestentet wird und alle fitten Patienten von denen Klappen kriegen.
Zu uns kommen dann die Patienten, bei denen es net geklappt hat oder die von vorneherein so krank sind, dass die Kardiologen es net machen können.
Das heißt die Klinik konzentriert sich bei uns jetzt schon auf Patientengut, das sonst niemand haben will.
Dementsprechend schlecht geht es vielen Patienten, dementsprechend länger liegen sie auf ITS, dementsprechend weniger kann man operieren = weniger Geld.
Dadurch werden wohl lt diesem OA in Zukunft einige Kliniken keine Herzchirurgie mehr halten können, es wird sich seiner Meinung nach eher auf wenige Zentren konzentrieren.
Das heißt wenn man Herzchirurg werden will, muss man sich vielleicht damit anfreunden nicht besonders flexibel in der Auswahl des ARbeitsplatzes sein zu können.
Was denkt ihr denn über:
1. Kunstherz- bzw. Herzunterstützungssysteme, die ja ursprünglich als "Brücke" z.B. zur Transplantation konzipiert wurden, jetzt aber immer länger halten.
2. Minimalinvasive Off-Pump-Koronarchirurgie
3. Rhythmuschirurgie z.B. beim Vorhofflimmern, wo ja auch mit immer kleineren Zugängen vielversprechende Ergebnisse erzielt werden.
Das sind doch gute Entwicklungen. Oder meint ihr, dass die Kardiologie auf lange Sicht das Rennen gewinnen wird?
hottentotte
15.01.2011, 17:56
Ich glaube/denke/vermute..., dass gerade die Herzchirurgie immer mehr Patienten an die interventionelle Kardiologie verlieren wird.
Das gilt für Pulmonal/Aortenklappen, Koronarien sowieso schon, und auch die angesprochene "Rhythmuschirurgie". Die EPU´ler können auch ziemlich gut zaubern... ;-)
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