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Muriel
01.01.2011, 20:35
Eigentlich müsste der KV-Dienst so ausgeweitet werden, dass nur noch Patienten mit Über-/Einweisung im Dienst im KH landen bzw dort angesehen werden. Es kann nicht sein, dass wegen absoluter Nichtigkeiten das Klinikpersonal, das sich eigentlich um "richtige" Sachen kümmern sollte, so aufgehalten wird.

Szaf
01.01.2011, 22:41
Als ich mich im Mai direkt nach meinem Fahrradunfall selbst in die Ambulanz brachte lag die Wartezeit im Klinikum Köln Merheim bei ungefähr 4,5 Stunden ohne das man zwischenzeitlich einen Arzt gesehen hat.

Nach meiner Op als mich böse Post Op Schulterschmerzen plagten waren es 3,5 Stunden.

In der BG Sprechstunde der Ambulanz waren es an guten Tagen 4 Stunden und an schlechten 9 Stunden trotz Terminvergabe.

Im ZaCK lag die Wartezeit mit Termin zuletzt bei 30 min - 2 Stunden.

Im Eduardus Krankenhaus Köln beträgt die Wartezeit wen man ohne RTW kommt 2 - 3 Stunden.

St. Franziskus Hospital Köln hat eine Wartezeit von 2 - 4 Stunden.

Thomas24
01.01.2011, 23:09
Eigentlich müsste der KV-Dienst so ausgeweitet werden, dass nur noch Patienten mit Über-/Einweisung im Dienst im KH landen bzw dort angesehen werden. Es kann nicht sein, dass wegen absoluter Nichtigkeiten das Klinikpersonal, das sich eigentlich um "richtige" Sachen kümmern sollte, so aufgehalten wird.

Im Prinzip ist es ja auch so, dass der Sicherstellungsauftrag der KV auferlegt wurde und diese sind eigentlich für die Organisation des Notdienstes verantwortlich- eigentlich. Leider macht in unserer Stadt aber die zentrale KV Notfallpraxis um 24.00 zu, und an Werktagen ist Sie eh nur von 20.00 - 24.00 offen, am Mi ab 18.00...:-keks So viel zum KV Dienst :-oopss

Die Niere
02.01.2011, 08:54
Als ich mich im Mai direkt nach meinem Fahrradunfall selbst in die Ambulanz brachte lag die Wartezeit im Klinikum Köln Merheim bei ungefähr 4,5 Stunden ohne das man zwischenzeitlich einen Arzt gesehen hat.

Nach meiner Op als mich böse Post Op Schulterschmerzen plagten waren es 3,5 Stunden.

In der BG Sprechstunde der Ambulanz waren es an guten Tagen 4 Stunden und an schlechten 9 Stunden trotz Terminvergabe.

Im ZaCK lag die Wartezeit mit Termin zuletzt bei 30 min - 2 Stunden.

Im Eduardus Krankenhaus Köln beträgt die Wartezeit wen man ohne RTW kommt 2 - 3 Stunden.

St. Franziskus Hospital Köln hat eine Wartezeit von 2 - 4 Stunden.
Das sind ja katastrophale Verhältnisse. Zwar dauert es hier im Inselspital nicht selten auch recht lange bis die Behandlung abgeschlossen ist und jeder Konsiliarius den Patienten gesehen hat, aber die Erstkonsultation erfolgt fast immer in den ersten 30 - 45 Minuten mit nur sehr seltenen Ausnahmen. In Olten gab es eigentlich nie einen Patienten, der ne Stunde auf den Arzt warten musste.

Haben wir so katastrophale Verhältnisse auch in der CH? Zumindest in den 4 KLiniken, in denen ich war, kann ich das nicht bestätigen.

gruesse, die niere

Eilika
02.01.2011, 09:23
Hier auch nicht... Aber wie schon gesagt, warten die Patienten meiner Meinung nach zum Teil zu wenig hier (wenn jeder grippale Infekt nach 10 Minuten nen Arzt kriegt hier, dann versteh ich, warum die Leute lieber zu uns kommen als zum Hausarzt zu gehen...)

eve05
02.01.2011, 10:10
Hmmm- also bei uns (Ortho/ UCH erzähl ich in 2-3 Monaten was zu) ist das so:

geplante Sprechstunde: früher auch mal gerne 6 Stunden, jetzt ist es etwas umstrukturiert worden und die Wartezeit hat sich verkürzt beträgt zum Ende der Sprechstunden aber schon noch manchmal 3-4h-liegt aber daran, dass viele Rö-Kontrollen dabei sind (die wir voranmelden) und man für die Radiologie nicht mitplanen kann und die extrem unterschiedliche Wartezeiten haben. Zudem kommen die Patienten aus dem gesamten Bundesgebiet und viele können die Fahrzeit nicht richtig einschätzen und kommen trotz Uhrzeit einfach wann sie kommen (und wir sind zu nett ;-)) Naja und manchmal kommen eben auch Kontrollen wo man denkt es dauert 15 Minuten und die brauchen dann auf einmal eine Stunde.

Notfalldienst: läuft über die ZNA- wenn ich den Pieper habe, dann warten die selten länger als 30 Minuten- einfach weil ich die Leuts da auch nicht sitzen haben möchte. Finde ich bei "meinem" Pateintenklientel aber auch viiiiiiiiel zu kurz. Denn die meisten sagen ja schon bei der Anmeldung "hab da so seit 3 Wochen Rücken-/Fuß-/ wahlweise-irgendwas-Schmerz...

Lava
02.01.2011, 11:06
Unser KV Dienst ist seit einem Monat zu uns in die Klinik gezogen. Die sind also nur 200m von uns weg. Gott sei Dank gehen viele Leute auche rstmal dorthin. Aber was so unfallchirurgisch/orthopädische Sachen angeht, kommen die ja dich fast alle wieder zu uns!

Mein persönliches Highlight war das: ein älterer Herr stellte sich mit Schulterschmerzen vor. Er war bereits seit einem Monat bei einem Orthopäden in Behandlung (Diagnostik war also gelaufen), er hatte halt bloß keine Schmerzmittel rezeptiert bekommen. Ich schickte den Mann ohne ihn mir anzugucken zum ärztlichen Notdienst, weil ich ja kein Rezept schreiben kann und alles was der Mann wollte Schmerzmittel waren. Eine halbe Stunde später stand er wieder vor mir mit einer stationäre Einweisung auf der stand "Schulterluxation" und OHNE eine Rezept für Schmerzmittel :-kotz

Da frag ich mich doch, was für ein Vollpfosten da in der Notdienstzentrale gesessen hat! Es gab weder klinisch noch anamnestisch irgendeinen Hinweis für eine Schulterlux. Naja, ich hab dem Pat. dann zwei Ibuprofen mitgegeben.

Soviel zum Thema KV Dienst.

@Niere: wieviele Patienten hattet ihr denn pro Jahr in der Ambulanz? Bei uns sind es 28.000. Es gibt hier (ca. 140.000 Einwohner) zwar 4 Krankenhäuser, aber nur zwei davon haben Notfallambulanzen. Dazu kommt noch der halbe Odenwald, weil die dortigen Krankenhäuser, so es sie denn gibt, auch keine Notfallambulanzen haben und am Wochenende kein CT uns so. Wir sind einfach das Auffangbecken für die ganze Gegend hier.

THawk
02.01.2011, 11:13
Wieso dürft ihr in der Notfallambulanz keine Rezepte ausstellen? Ich kenne es aus PJ-Kliniken und meiner momentanen Klinik so, dass wir Notfallpatienten, die ambulant bleiben, ohne Probleme Rezepte ausstellen können. Ist halt Pädiatrie und nicht Chirurgie, aber du musst doch beispielsweise einem Mann mit konservativ versorgter Fraktur Schmerztherapeutika verschreiben können?!

dreamchaser
02.01.2011, 11:33
Ich darf auch keine Rezepte in der Internistischen Notaufnahme ausstellen. Wenn sie ambulant bleiben, muss ich sie wieder zum KV-Dienst schicken (ok, bei wirklich kranken Menschen, die durchaus berechtigt bei uns sind oder schon vom KV-Dienst zu uns geschickt wurden, gebe ich auch mal Medikamente bis zum nächsten Tag mit), damit sie dort ein Rezept bekommen. AU bekommen sie bei uns schonmal gar nicht, höchstens eine Bescheinigung über den Behandlungszeitraum bei uns.

Vesticochlea
02.01.2011, 11:38
Ist bei mir wie bei Lava, und das in der Pädiatrie. Keine Ambulanzermächtigung, also dürfen wir keine Rezepte ausstellen. Wir haben aber die wichtigsten Medis (z.B. Cefaclor, Penicillin, Amoxicillin sowie PCM und Ibuprofen supp. und als Saft) da und können da immer was mitgeben.

Kackbratze
02.01.2011, 11:56
Wie bei den Vorrednern:
die Medikamente sind "vorhanden", aber nur für Leute, die entweder nicht zum KV-Dienst oder zur Apotheke kommen, ansonsten müssen die Rezepte vom Hausarzt/KV-Dienst kommen.

WackenDoc
02.01.2011, 11:56
Rezepte gibt es bei uns auch nicht.
Ambulante Patienten bekommen die Medis bis zum nächsten Werktag mit- dann können die sich das Zeug vom Hausarzt verschreiben lassen.

Die einzigen Patienten, die wir wegschicken dürfen, sind die, für die wir keine Fachrichtung haben- also Auge, HNO, Kinder (außer Unfallchirurgie) und so.
ABER: Die müssen vorher von nem Arzt gesehen werden, der ihnen verklickert, dass wir ihnen nicht helfen können.

Bei uns ist der kassenärztliche Notdienst auch nur ein paar 100m weg (ich glaub sogar in der gleichen Straße- aber das ist den Leuten zu aufwendig- da müssten die sich ja an deren Öffnungszeiten halten. Wobei ich es für durchaus gerechtfertigt halte, dass man als nicht-wirklich Notfall nen Nachmittag zu Hause wartet bis der Kassenärztliche Notdienst seine Praxis auf macht- mal davon abgesehen, dass die ja auch nach Hause kommen)

Die Niere
02.01.2011, 12:06
Wow...ich wusste wirklich von vielen Dingen, wie sie in D laufen, nichts. In der Schweiz gibt es keine Diskussion, ob wir Rezepte ausstellen dürfen, denn das ist einfach selbstverständlich, dass wir es machen und natürlich nachts auch mal zwei, drei Pillen mitgeben. Alles andere ist doch noch kostengenerierender Aufwand...oder sehe ich das falsch?

@lava: Hier sind es ca. 30.000 Patienten pro Jahr, aber dann haben wir hier entweder einen besseren Personalschlüssel oder eine bessere Organisation (letzteres bezweifel ich stark!).

gruesse, die niere

THawk
02.01.2011, 12:20
Wow, da bin ich auch überrascht. Das hätte ich nicht gedacht. Ich hab das Rezepte-Ausstellen von uns immer als selbstverständlich gesehen. Der Unterschied könnte wohl sein, dass bei uns der KV-Notdienst nur bis 23 Uhr in seiner zentralen Praxis erreichbar ist. Danach könnten die Eltern also gar keine Rezepte mehr erhalten wenn wir sie nicht ausstellen würden. Mitgeben tun wir selten, das Rectodelt-Zäpfchen beim Pseudokrupp z.B., aber i.d.R. keine Fiebersenker. Dafür gibts im Stadtgebiet die drei diensthabenden Apotheken.

Relaxometrie
02.01.2011, 12:32
Alles andere ist doch noch kostengenerierender Aufwand...oder sehe ich das falsch?
Nö, das siehst Du glasklar und richtig.
Die Organisation der Ambulanzen/Notaufnahmen der deutschen Krankenhäuser ist in vielen Fällen eine Katastrophe!!!
Irgendwie muß man wirklich mal die Pillepalle-Patienten aussortieren, damit man Zeit für die echt Kranken hat. Und die sollte man dann auch richtig versorgen dürfen. Zu richtiger Versorgung gehört meiner Meinung nach auch ein Rezept für Schmerzmittel/Antibiotika, so daß der Patient den Zeitraum bis zum nächsten Arztbesuch überbrücken kann. Aber einen Patienten erst zu behandeln und ihn dann nur für das Ausstellen eines Rezepts sofort zum nächsten Arzt zu schicken, ist nicht nur für (echt) kranke Menschen eine Zumutung, sondern auch eine riesengroße Ressourcenverschwendung.

Vesticochlea
02.01.2011, 12:42
Kein Rezept ausstellen zu dürfen ist ja nicht immer gleichzusetzen mit ungenügender Behandlung. Wenn ich ein Antibiotikum oder einen Fiebersaft mitgebe handelt es sich um eine volle Flasche, damit kommt der Patient ja erst mal gut über die Runden. Zum Kinderarzt muss er erst wieder gehen wenn die Flasche leer ist. Der Gang in unsere Notaufnahme ersetzt damit durchaus den Besuch beim Kinderärztlichen Notdienst. Sinnvoll ist das damit meiner Meinung nach trotzdem nicht.

Hellequin
02.01.2011, 12:45
Um ambulante Rezepte ausstellen zu dürfen brauch man aber eine entsprechende KV-Zulassung und die haben die meisten KH/Abteilungen nicht. Und eine Notaufnahme ist ja eigentlich auch nicht zur Behandlung von ambulanten Patienten gedacht, sondern zur notfallmäßigen Aufnahme von stationär zu behandelnden Patienten. Die Ressourcenverschwendung durch den Fakt das die Leute Notaufnahmen immer mehr als 24h-Drive-through-Hausarztersatz benutzen dürfte wesentlich größer sein.

Janny
02.01.2011, 12:46
Nö, das siehst Du glasklar und richtig.
Die Organisation der Ambulanzen/Notaufnahmen der deutschen Krankenhäuser ist in vielen Fällen eine Katastrophe!!!
Irgendwie muß man wirklich mal die Pillepalle-Patienten aussortieren, damit man Zeit für die echt Kranken hat. Und die sollte man dann auch richtig versorgen dürfen. Zu richtiger Versorgung gehört meiner Meinung nach auch ein Rezept für Schmerzmittel/Antibiotika, so daß der Patient den Zeitraum bis zum nächsten Arztbesuch überbrücken kann. Aber einen Patienten erst zu behandeln und ihn dann nur für das Ausstellen eines Rezepts sofort zum nächsten Arzt zu schicken, ist nicht nur für (echt) kranke Menschen eine Zumutung, sondern auch eine riesengroße Ressourcenverschwendung.

Sehe ich auch so. :-meinung

Ist bei uns dasselbe. Viele Patienten sind da auch nicht wirklich erfreut drüber, was ich durchaus verstehen kann. Bin ja selbst erleichtert, wenn sie privat oder bglich sind, denn dann entfällt der ganze Unsinn.

Die "Pillepalle-Patienten" mit seit drei Tagen aua am kleinen Zeh/gestern umgeknickt und vollbelastend auf zwei Beinen in die Ambulanz laufend/mal nachgucken lassen/Fadenzug(!) müssen bei mir auch warten und sind dann höchst unerfreut: Schwestä, ich hab doch nur was Kleines, wieso muss ich da so lange warten??? Könnse das nich mal zwischendrin kurz anschauen??? - Eben DESWEGEN warten Sie so lange!!!

Thomas24
02.01.2011, 13:02
Die Ressourcenverschwendung durch den Fakt das die Leute Notaufnahmen immer mehr als 24h-Drive-through-Hausarztersatz benutzen dürfte wesentlich größer sein.

Die Formulierung passt echt gut! :-wow

Janny
02.01.2011, 13:05
Die Ressourcenverschwendung durch den Fakt das die Leute Notaufnahmen immer mehr als 24h-Drive-through-Hausarztersatz benutzen dürfte wesentlich größer sein.

Aber wieso denn Herr Docktä? Sie sind doch eh da!?!? :-wow

Den "24h-drive-through-Hausarztersatz" merke ich mir!

Mein Highlight des letzten Monats: Knieschmerzen seit sechs Wochen. Schlug um 23 Uhr bei mir auf: "gerade tut es nicht weh, aber es kommt immer wieder mal und mein Doktor lässt mich nicht in die Röhre. ich will JETZT, dass da mal geguckt wird.! :-peng