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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Jeder macht mir Medizin/Arzt madig ...



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John Silver
05.01.2011, 10:33
Aber mal ehrlich Leute....ich überlege mir mir immernoch und zweifle von tag zu tag ob ich med. studieren soll oder nicht...es gibt vieles mehr, dass mich auch interessiert, aber wohl nicht so sehr wie med.

Wenn Du es willst, ist es das Richtige. Was nützt Dir ein Beruf, in dem Dich jeder Tag ankotzt, weil Du lieber einen anderen Beruf hättest?


wie war denn das während des studiums, aber wirklich ehrlich bitte...hat man unter der woche überhaupt noch zeit für irgendwas? wie ich mir das ansehe, dann gehen täglich die vl und praktika bis 19.00 und später...:-((

Es ist sicherlich so, dass man manchmal bis zu 10 Stunden am Tag von Montag bis Freitag an der Uni verbringen muss. Aber das ist nicht in allen Semestern so, das ist eher die Ausnahme (bei uns war das nur in einem Semester so).


Ich bin kraftsportler und allgemein sehr viel sportlich aktiv, wenn ich den sport aufgeben muss, dann werde ich einfach psychisch krank auf die dauer...
ich brauche meine 3x die woche kraftsport a 1-1,5 stunden und es geht leider einiges an zeit für die ernährung drauf.
wie siehst aus, hab ihr überhaupot noch kraft für sport?

Als ich in die Muckibude ging, hatte ich überhaupt kein Problem damit, 3x wöchentlich hinzugehen, selbst in der heißen Phase der Physikumsvorbereitung. Später bin aufs Radfahren umgestiegen und hatte auch da keine Probleme, man Rad ist nicht verstaubt. Und jetzt habe ich einen Kollegen, der Kraftsport macht, und er scheint wenig Probleme damit zu haben, Zeit dafür zu finden.


wie sah es privat aus? hat man noch kontakt zu nichtmediziniern gehabt? ^^
ich mach mir ernsthaft sorgen, dass ich nicht mehr am leben teilnehmen werde...

Diese Angst ist sicherlich unbegründet. Man geht auf Parties, man lernt Leute kennen, das passt schon. Hilfreich ist auch eine WG mit Nichtmedizinern, da lernt man am ehesten Leute außerhalb des Kommilitonenkreises kennen. Ich habe während meines Studiums sicher weit weniger Freizeit gehabt und bin seltener durch die Klubs gezogen als beispielsweise mein Mitbewohner, der Sozialwissenschaften studierte, aber bei entsprechendem Willen kann man auch als Mediziner mehrere Parties pro Woche feiern.


Stimmt es, dass man gut durchs studium kommt, wenn man nur aus kurzlehrbüchern lernt udn auf die vl pfeifft?


Man kommt durchs Studium, aber sicher nicht "gut", sondern eher "irgendwie". Viele Vorlesungen sind langweilig und relativ nutzlos, das ist wahr (allerdings sind die meisten nach der neuen Approbationsordnung sowieso zu Pflichtvorlesungen geworden, deshalb ist eine Diskussion entbehrlich); und die Kurzlehrbücher reichen sicherlich aus, um Prüfungen zu bestehen. Wenn man aber nicht bloss die Prüfung bestehen, sondern auch etwas an Wissen und Verständnis mitnehmen will (was für das spätere Berufsleben gar nicht mal so abwegig ist, ehrlich wahr), dann muss man ab und an auch einige dickere Bücher wälzen und einige, die man gar nicht wälzen muss.

Sebastian1
05.01.2011, 15:10
also doch: auch so etwas gibt es und welche Fachrichtung hast du gewählt ?

Anästhesie.

Narcanti
05.01.2011, 15:44
Wobei ich 24-Stunden-Schichten mit frei am nächsten Tag in jeder Hinsicht attraktiver finde als ein Dreischichtsystem, wie ich es momentan auf der Intensiv habe. Sowohl von meinem eigenen Rhythmus wie auch von der Bezahlung her deutlich attraktiver.



Wie unterscheidet sich das denn genau im finanziellen Breich?
Sorry für die blöde Frage, aber dieses ganze Dienstsystem habe ich noch nicht ganz verstanden.
Wieviele 24er macht man denn im Monat im Vergleich zum Schichtsystem?


@Threadsteller
Ich habe auch genug Ärzte getroffen, die zwar Stress haben, aber trotzdem nichts anderes machen möchten. Diese "Miesepeter" findest du aber warscheinlich in jedem Beruf.
Ich kann auch nur bestätigen, dass manche Semester anstrengender und Zeitaufwändiger sind, aber das hängt auch viel von einem selbst ab und wie gut man damit umgehen kann und sich seine Zeit einteilt.

Ach ja: Ich liebe Kurzlehrbücher ;-)

Muriel
05.01.2011, 18:16
Wie unterscheidet sich das denn genau im finanziellen Breich?
Sorry für die blöde Frage, aber dieses ganze Dienstsystem habe ich noch nicht ganz verstanden.
Wieviele 24er macht man denn im Monat im Vergleich zum Schichtsystem?


Ich habe in meiner Klinikszeit in einem Schichtsystem gearbeitet. Das war deutlich anstrengender als es 24h-Dienste gewesen wären, da wir immer sieben Nächte am Stück ohne FZA am Ende, also nach einem freien Tag = Sonntag direkt weiter im Tagdienst, hatten. Da die reine Stundenanzahl bis auf 1,5h in der Nacht mehr, die dann als Überstunden galten, ansonsten in den Spätdiensten auch normal, sprich bei acht Stunden, lag, haben wir auf diese Weise nichts dazu verdient zum Grundgehalt. Das, was mehr Geld bringt, sind die zusätzlichen Wochenenddienste, die Gott sei Dank sehr gut bezahlt waren bei uns, da sie als angeordnete Überstunden und nicht als BD zählten. Insgesamt hätte ich mit 24h-Dienste aber mehrere 100€ netto mehr verdient als auf diese Art und Weise (direkter Vergleich zu Kollegen anderen Faches im gleichen Haus mit gleicher Dienststufe).

Stromer
05.01.2011, 20:11
Und um mal die BWL vom Thron zu stoßen: ein mittelmäßiger BWLer wird ebenfalls nicht reich. Bei einem recht großen Chemiekonzern wurden BWLer letztlich für Stellen eingesetzt, die davor von normalen Industriekaufleuten besetzt wurden. Und wenn er dann viel verdient, hat er auch nicht viel Freizeit. So ist das, wenn man ne höhere/leitende Position hat. Mein Vater ist Ingenieur und leitet ein UN. Er hat gerade die ersten 10 Jahre sehr, sehr viel gearbeitet. Nix mit 9 to 5 job.

Tanita
05.01.2011, 20:23
wie war denn das während des studiums, aber wirklich ehrlich bitte...hat man unter der woche überhaupt noch zeit für irgendwas? wie ich mir das ansehe, dann gehen täglich die vl und praktika bis 19.00 und später...:-((

Ja, hat man. Ich hab während des 2.-4. Semesters GEDACHT, ich hätte keine Zeit für anderes. Aber ich war einfach ein bisschen schlecht organisiert.
Inzwischen bin ich der Meinung, dass es sehr wohl geht.
Es geht nicht jedes Semester und manchmal nicht jede Woche gleich gut, da gibts schon Schwankungen. Aber daran kann man sich ja auch ein bisschen anpassen.



wie siehst aus, hab ihr überhaupot noch kraft für sport?
Selten, aber das liegt weniger am Studium, sondern eher daran, dass ich für anderes Zeit und Kraft aufwende (Gitarre spielen, Freunde treffen, lesen, ehrenamtliches).
Ich schätze, ich könnte sogar auch ganz gut noch ein-, zweimal die Woche Sport einschieben, aber im Moment bin ich ein bisschen zu faul.



wie sah es privat aus? hat man noch kontakt zu nichtmediziniern gehabt? ^^


Mein Freundeskreis setzt sich aus Medizinern, Sozialarbeitern, Lehrämtlern, Biochemikern, Finanzwirtschaftlern, Pharmazeuten, Archäologen und noch anderen mit versch. Ausbildungsberufen zusammen. Genug Fachfremde dabei?^^



Stimmt es, dass man gut durchs studium kommt, wenn man nur aus kurzlehrbüchern lernt udn auf die vl pfeifft?

Das macht jeder ein bisschen anders. Viele kommen gut mit Kurzlehrbüchern klar, einige pfeifen auf alle VL und kommen gut klar, einige tun das und kommen nicht klar.... Wie man selbst am besten lernt, merkt man glaub ich erst im Studium durch ausprobieren.
Ich "muss" nicht zwangsläufig in die VOrlesungen, ABER ich lern dann langsamer. Das heißt, ich hab dann mehr heimarbeit. Mal zieh ich das eine, mal das andere vor.

sodbrennen
05.01.2011, 20:42
Ich hab mich abschrecken lassen und was Vernünftiges gemacht. Muss aber auch zugeben, dass ich damals einfach zu faul war, mir so viel Auswendiglernen an zu tun. Weiß nicht, ob's besser ist.
Der Gedanke an die Medizin und "was wäre wenn..." ist immer noch immer mal wieder da. Einziger Vorteil sind regelmäßige Arbeitszeiten, wobei es die hier an der Uni auch nicht so richtig gibt und bezahlte Überstunden oder Freizeitausgleich schon gleich gar nicht... :-nix
Und zum Studium: Ich glaube, das ist in anderen Fächern ähnlich, auch wenn man vielleicht weniger Anwesenheitspflicht hat. Wir hatten damals so viele Übungsblätter, dass ich während der Vorlesungszeit oft auch nur für die Uni gelebt habe, aber wie oben schon geschrieben wurde, lag es nur an der schlechten Organisation. Wenn man wollte, konnte man sich schon Zeit freischaufeln.

Benschi
05.01.2011, 21:13
* reich wird man auch nicht (wird man das als BWLer?)

Wenn ich mir einen Kumpel von mir anschaue , der jetz seit kurzem mit seinem BWL Studium fertig ist ( Master , Immobilienwirtschaft ) und als Einstiegsgehalt 8000€ verdient + Dienstwagen

---> JA , mit nem guten Abschluss , klarem Verstand und bisschen Connections

Ehemaliger User 05022011
05.01.2011, 21:21
Wenn ich mir einen Kumpel von mir anschaue , der jetz seit kurzem mit seinem BWL Studium fertig ist ( Master , Immobilienwirtschaft ) und als Einstiegsgehalt 8000€ verdient + Dienstwagen

---> JA , mit nem guten Abschluss , klarem Verstand und bisschen Connections

naja aber wer will schon "in Immobilien machen" :-))

LotF
05.01.2011, 21:22
Und um mal die BWL vom Thron zu stoßen: ein mittelmäßiger BWLer wird ebenfalls nicht reich.

ich dachte, das hätten wir bereits getan...?

Ein Einstiegsgehalt von 8000 Euro inkl. Dienstwagen ist mit Master fast gar nicht möglich.
Roland&Berger, BCG und MCK zahlen deutlich weniger (rund 60k im Jahr), mit Promotion dürften es nochmal rund 15k mehr sein. Sogar die großen Kanzleien zahlen für Juristen mit Prädikats-Staatsexamen "nur" rund 90.000 Euro.
Wenn man sich dann mal anguckt, wieviel die Leute dort arbeiten, wünscht man sich nur Arzt zu sein und seine 55h Wochen zu haben...

angelusmuc
05.01.2011, 21:24
*offtopic on*


Wenn ich mir einen Kumpel von mir anschaue , der jetz seit kurzem mit seinem BWL Studium fertig ist ( Master , Immobilienwirtschaft ) und als Einstiegsgehalt 8000€ verdient + Dienstwagen

---> JA , mit nem guten Abschluss , klarem Verstand und bisschen Connections



sofern dein Kumpel nicht der Sohn vom Chef ist, glaube ich das er dich verarscht hat.

*offtopic off*

Kackbratze
05.01.2011, 21:58
*OT*

Der Dienstwagen ist von McKinsey und das Gehalt vom EscortService nach der Arbeit :-oopss

*OToff*

Relaxometrie
06.01.2011, 10:03
ich brauche meine 3x die woche kraftsport a 1-1,5 stunden und es geht leider einiges an zeit für die ernährung drauf.
wie siehst aus, hab ihr überhaupot noch kraft für sport?
Das klingt machbar, obwohl Du Dich wahrscheinlich je nach Semesterstundenzahl und anstehenden Klausuren mal weniger, mal mehr sinnvoll organisieren musst. Da ist es eher eine Typfrage. Wenn Du ständig bereit bist, Dich gut (oder sogar manchmal perfekt) zu organisieren, wirst Du den Sport dauerhaft betreiben können.


Stimmt es, dass man gut durchs studium kommt, wenn man nur aus kurzlehrbüchern lernt udn auf die vl pfeifft?
Das würde ich auf mich zukommen lassen. Ich finde es nicht gut, wenn man von Anfang an ein Schmalspurstudium plant. Wenn man so wenig Interesse am Fach hat, sollte man es sich nochmal gut überlegen, ob man das Studium überhaupt beginnt. Meiner Meinung nach sammelt man durch die Vorlesungen, und auch durch das Lesen von Büchern, die über ein Kurzlehrbuch hinausgehen, eine Wissensgrundlage, die nicht verkehrt ist. Man kann nicht in jedem Fach die dicken Wälzer lesen, und ich sehe es durchaus kritisch, daß die Professoren am Anfang des Semsters oft nur die dicksten Schinken empfehlen. Bei mehreren Fächern pro Semester ist es einfach nicht drin, sich in jedes Fach zu vertiefen. Und man wird auch nicht jede Vorlesung hören, weil sich manche einfach nicht lohnen. Aber von vornherein zu planen, keine VL zu hören, und nur KLBücher zu benutzen, halte ich für zu engstirnig.


ich brauche meine 3x die woche kraftsport a 1-1,5 stunden und es geht leider einiges an zeit für die ernährung drauf.
Da ich mich auch für Sport interessiere, auch wenn ich mein Kraft- und Ausdauertraining nicht so intensiv betreibe, wie Du das machst, fänd ich es interessant, wenn Du Deine Ernährung ein wenig beschreiben würdest. Da es hier aber zu sehr off-topic ist, könnten wir das ja im Sportwahn-Thread (http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=57470) machen.

Absolute Arrhythmie
06.01.2011, 13:51
@ Die Niere: Das Ausrufezeichen war so gemeint, dass ich denke dass Ärzte nicht schlecht verdienen. Ich kann als Krankenpflegerin gut von meinem Gehalt leben, deshalb denke ich dass es alleinstehender Assistenzarzt das durchaus auch können sollte ;)
Mit Familie usw kann ich das nicht beurteilen, da ich da keinen Überblick über die Kosten habe, aber Miete und ein Auto und Urlaub und vieles mehr wird sich ein Arzt von den angeblich (Quelle TVL) 2400€ Netto als Einstieggehalt an einer Uniklinik schon leisten können ;)

Falls du das als berufspolitisches Posting aufgefasst hast: Sorry ;)

Strodti
07.01.2011, 15:15
Der Thread mit der Kurzlehrbuchdiskussion befindet sich nun HIER (http://www.medi-learn.de/medizinstudium/foren/showthread.php?t=61921) :-)

Gruß, Strodti