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WackenDoc
26.03.2012, 21:58
Da werden dir irgendwelche Managementseminare, die auf ein ganz anderes Klientel ausgelegt sind, nicht helfen.

Du hast die anderen Beiträge hier im Thread schon durchgelesen, oder? Und du hast im PJ sicher auch mitbekommen, was gut funktioniert und was nicht.
Alles andere wird sich auf der Station zeigen- nicht alles was man womöglich auf irgendwelche Kursen hört oder in irgwendwelchen schlauen Büchern zum Thema Zeitmanagement lesen kann, kann man auch als kleiner Assi umsetzen.
Was auf Station x funktioniert, muss nicht unbedingt auf Station y laufen.

Und ganz wichtig: Gesunder Menschenverstand, Flexibilität und Erfahrung.

Kackbratze
26.03.2012, 22:17
Anders hätten die wohl auch nicht so effizient arbeiten können, da dort der Durchsatz besonders hoch war. Außerdem können Untersuchungen und dergleichen dann auch sofort angeordnet werden.


Echt? Also sind andere Krankenhäuser langsamer und nicht effizient? Gewagte These.
Gerade, wenn man sie auf der "Visite im Arztzimmer" basiert.


Denn im PJ fehlte mir oft der Überblick, insbesondere wenn viele BAs zu erledigen waren.

Nur so als Tip, auch für später:
Klebchen lesen, nach Zimmer sortieren, losziehen.
Klingt einfach, ist es auch.

Hoppla-Daisy
26.03.2012, 22:21
Genau, und vor allem, einfach anfangen.... was gibt es dazu überlegen? Auf der Stationsliste (mein "Gehirn") einfach nen Textmarker-Klecks machen, zu wem ich hinmuss, und feddisch is der Lack ;-)

wjsl
26.03.2012, 22:39
Ja, mir ist aufgefallen dass es überall anders lief; aber eben auch überall sehr unterschiedlich effizient. Auf der Unfallchirurgie beispielsweise lief es gut organisiert und schnell, dort haben die teilweise ein Notebook mitgenommen und nebenbei Anordnungen getippt; allerdings waren das immer mehrere, in der Inneren hat teilweise nur ein Assistent die Visite allein gemacht; während er ständig von der Pflege unterbrochen wurde, weil dies und jenes sei, oder die Pflege wegmusste, oder was ganz anderes im Weg stand. Das zog sich oft ewig hin, ein einziges Chaos.

Müsst ihr als Assistenzärzte eigentlich noch Blutabnahmen machen? Kann mich erinnern, dass es da oft ewig dauerte, bis man durch war; und das geht sicher nicht, wenn man nebenbei noch eine ganze Station managen muss; kann es mir zumindest kaum vorstellen...

Feuerblick
26.03.2012, 22:51
Wenn Visite ist, ist Visite. Ein Vertreter der Pflege, vorzugsweise der für die jeweiligen Patienten zuständige, hat anwesend zu sein. "Wegmüssen" gibt es nicht und Unterbrechungen gibt es auch nicht - es sei denn, ein Patient auf Station stellt plötzlich Herz-Kreislauf-Funktionen ein. Eine ausgedruckte Stationsliste dient als "To do"-Liste, auf der man sich in Stichpunkten Wichtiges notiert. Anordnungen sollte die Pflege eigentlich in die Kurve eintragen, der Arzt unterschreibt dann und fertig ist der Lack. Blutentnahmen etc. finden NACH der Visite (oder vorher - je nach Organisation) statt. Natürlich gibt es Abteilungen, in denen die Assistenzärzte diese selbst machen müssen. Das sind dann in der Regel Stationen, in denen auffällig WENIG Blutentnahmen angeordnet werden. Nämlich nur die, die wirklich sein müssen :-)) Und dann schafft man nebenher auch noch die Station plus ggf. Abwesenheit für den OP.
Eigentlich ist das alles ganz einfach. Wer seine Patienten kennt, der schafft eine Visite ganz einfach. Zuviel Planung ist nur hinderlich. Man muss das Wesentliche im Kopf haben und lernen, sich nicht in Kleinigkeiten zu verzetteln. Und ja, das schafft man auch als Anfänger. Meine erste Wochenendvisite in der Chirurgie hatte ich nach zwei Wochen. War nervenaufreibend, hätte ich auch nicht unbedingt haben müssen, war aber durchaus machbar. :-meinung

Brutus
26.03.2012, 23:03
"Wegmüssen" gibt es nicht und Unterbrechungen gibt es auch nicht - es sei denn, ein Patient auf Station stellt plötzlich Herz-Kreislauf-Funktionen ein.
Und selbst DAS ist einfach: denn in dem Fall ist der Akamedika ja auch mit dabei! :-)) Und ich kann mir nicht vorstellen, dass Arzt/Pflege in DER Situation etwas anderes zu tun hat und weg muss! :-))


Eigentlich ist das alles ganz einfach. Wer seine Patienten kennt, der schafft eine Visite ganz einfach. Zuviel Planung ist nur hinderlich. Man muss das Wesentliche im Kopf haben und lernen, sich nicht in Kleinigkeiten zu verzetteln. Und ja, das schafft man auch als Anfänger. Meine erste Wochenendvisite in der Chirurgie hatte ich nach zwei Wochen. War nervenaufreibend, hätte ich auch nicht unbedingt haben müssen, war aber durchaus machbar. :-meinung
Richtig! Bei uns wurde bei Aufnahme der Patient in eine Stationsliste eingetragen, incl. aller diagnostischen / therapeutischen Maßnahmen. Die wurden dann im Verlauf abgearbeitet und abgehakt. Auffälligkeiten wurden nachgetragen. Somit hatte man im Zimmer alle wichtigen Informationen auf einem DinA4-Zettel dabei für die Patienten, und anfallende Aufgaben wurden direkt in die Kurve eingetragen...

Kackbratze
26.03.2012, 23:13
Man kann aber auch einen Managementkurs belegen oder sich eine eigene Sekretärin holen.

Brutus
26.03.2012, 23:21
Ja, kann man machen. Wenn diese Sekretärin dann aber Miss Nance von den "Misfits of Science" sein sollte, dann sollte der Managementkurs aber auf jeden Fall besucht werden, weil die war ja immer beim Essen. :-))

WackenDoc
27.03.2012, 12:52
Man kann sich auch zu Tode organisieren und überlegen ohne dass man seine Arbeit schafft.

Einer meiner Kollegen war ein typisches Beispiel dafür: Nachdem er sich nen Zeitmanagementbuch gekauft hatte, hat er ne hochwichtige Priorisierungsliste für seine Entlassungsbriefe gebastelt. Scheller wurden die dadurch auch nicht fertig. Dafür hat er noch länger gebraucht, weil die Liste gepflegt werden musste.
In der Zeit, wo er zum 10. Mal über eine bestimmte Formulierung gegrübelt hatte, hatte ich schon 2 Briefe komplett geschrieben. Zur Korrektur vom OA hab ich auch nicht mehr zurück bekommen. Ab und zu mal nen Tippfehler.

Manchmal muss man einfach machen.

Achso- Was meinst du denn, wer das Blut abnimmt? Die Heinzelmännchen? Manchmal macht das die Pflege- aber das ist in Deutschland alles andere als Standard.

Kackbratze
27.03.2012, 13:44
Die Heinzelmännchen

Die arbeiten bei uns.
In der Pflege.
Deswegen läuft es auch so gut.

WackenDoc
27.03.2012, 13:49
Auf meiner internistischen Station hätte sich die Pflege eher die Hände abgehackt, als dass die Blut abgenommen hätten.
Aber die waren auch der Meinung, dass man außerhalb der "Hausrunden" das Blut als Arzt gefälligst selber in´s Labor zu bringen hat und dass es auch ärztliche Aufgabe sei, zu überprüfen, ob die Röhrchen richtig gestellt sind. (War von der ärztliche Führung so abgesegnet).

Es hilft ja nix, sich vorher schon ewig Gedanken über die Koordination der Visite zu machen, wenn man weder Examen noch ne Stelle hat.

Miyu
27.03.2012, 16:48
Die arbeiten bei uns.
In der Pflege.
Deswegen läuft es auch so gut.

Kann man die abwerben?

snowfairy
27.03.2012, 17:23
Ja, mir ist aufgefallen dass es überall anders lief; aber eben auch überall sehr unterschiedlich effizient. Auf der Unfallchirurgie beispielsweise lief es gut organisiert und schnell, dort haben die teilweise ein Notebook mitgenommen und nebenbei Anordnungen getippt; allerdings waren das immer mehrere, in der Inneren hat teilweise nur ein Assistent die Visite allein gemacht; während er ständig von der Pflege unterbrochen wurde, weil dies und jenes sei, oder die Pflege wegmusste, oder was ganz anderes im Weg stand. Das zog sich oft ewig hin, ein einziges Chaos.

Müsst ihr als Assistenzärzte eigentlich noch Blutabnahmen machen? Kann mich erinnern, dass es da oft ewig dauerte, bis man durch war; und das geht sicher nicht, wenn man nebenbei noch eine ganze Station managen muss; kann es mir zumindest kaum vorstellen...

Wieso soll denn die Visite chaotisch sein, nur weil man alleine mit der Pflege Visite geht? Bei uns ist es auch nicht chaotisch, obwohl wir des öfteren alleine die Visite machen müssen.
Aber warum grübelst du jetzt schon über den Ablauf der Visite nach? Läuft eh in jedem Haus anders.

Ersa
27.03.2012, 17:40
Könnt ihr bestimmte Strategien empfehlen, wie man das Stationsmanagement möglichst effektiv gestalten kann? Insbesondere was ständige Unterbrechungen angeht? Besonders die scheinen ja ein großes Problem zu sein...

Blocken. Ganz einfach. Wenn ich Visite mache, gehe ich nicht ans Telefon. Da wird um erneuten Anruf in xyz Minuten gebeten oder die Nummer zum Rückruf aufgeschrieben. Und ich fülle auch nicht "mal schnell" diesen oder jenen Schein aus oder was auch immer es für mögliche Unterbrechungsgründe gibt. Wenn ich Visite mache, dann mache ich Visite. Und alles, was nicht ein absoluter Notfall ist, muss warten. Muss man am Anfang lernen da auch den Schwestern ("können Sie nicht mal schnell...?") gegenüber konsequent zu sein.

LMD
27.03.2012, 19:00
Wenn Visite ist, ist Visite. Ein Vertreter der Pflege, vorzugsweise der für die jeweiligen Patienten zuständige, hat anwesend zu sein. "Wegmüssen" gibt es nicht und Unterbrechungen gibt es auch nicht - es sei denn, ein Patient auf Station stellt plötzlich Herz-Kreislauf-Funktionen ein. Eine ausgedruckte Stationsliste dient als "To do"-Liste, auf der man sich in Stichpunkten Wichtiges notiert. Anordnungen sollte die Pflege eigentlich in die Kurve eintragen, der Arzt unterschreibt dann und fertig ist der Lack. Blutentnahmen etc. finden NACH der Visite (oder vorher - je nach Organisation) statt. Natürlich gibt es Abteilungen, in denen die Assistenzärzte diese selbst machen müssen. Das sind dann in der Regel Stationen, in denen auffällig WENIG Blutentnahmen angeordnet werden. Nämlich nur die, die wirklich sein müssen :-)) Und dann schafft man nebenher auch noch die Station plus ggf. Abwesenheit für den OP.
Eigentlich ist das alles ganz einfach. Wer seine Patienten kennt, der schafft eine Visite ganz einfach. Zuviel Planung ist nur hinderlich. Man muss das Wesentliche im Kopf haben und lernen, sich nicht in Kleinigkeiten zu verzetteln. Und ja, das schafft man auch als Anfänger. Meine erste Wochenendvisite in der Chirurgie hatte ich nach zwei Wochen. War nervenaufreibend, hätte ich auch nicht unbedingt haben müssen, war aber durchaus machbar. :-meinung


Genauso läuft es bei mir. Mal abgesehen, dass es kleine Änderungen gibt. Ich nehme noch selbst Blut ab, nur wenn es wirklich viele sind (auf ner inneren Rheuma mit 22 Patienten sind es im Schnitt 10 blutentnahmen pro Tag), hilft mir ne Schwester oder ich eben ohne Kollegen da stehe. Der kollege bereitet die Frühbesprechung vor und macht den wichtigsten Kram und was zu unterschreiben ist. Dann läuft einer visite und der andere fängt auf der anderen Seite an. Da schafft man schon mal je nach patientengut 3 zimmer von 6. fix zur frühbesprechung, frühstück, rest visite, wichtigste sachen zur erst erledigen- einer organisiert die station, der andere macht aufnahmen. und ich habe für meinen bereich den ganzen tag eine schwester als ansprechpartner, die immer bei der visite dabei ist und auch mal schnell befunde ranholt oder so. da ist wesentlich effektiver und ich schaffe auch eine visite mit 14 zimmern in gut 2 stunden allein. ich muss auch sagen, dass ich super toughe schwestern habe und alles in jeder situation vorbereitet ist, weil die einfach mit denken und die wenigen die man in die tonne treten kann, kriegen das gesagt, was ich erwarte und dann funktioniert das. ist eben immer an deren niveau angepasst. und dieses "blocken" habe meine schwestern drauf, wenn ich frühstücke- bin ich nicht im haus, wenn ich visite mache führe ich ein angehörigengespräch. wenn es keine super wichtigen sachen sind, komme ich tagsüber nicth einmal in die nähe des stationstelefons.

eine visite im arztzimmer kann ich mir wirklich schenken, da viel von untersuchung und klin. bild bei uns lebt. und da kann ein status noch so gut sein, wenn ich sie nicht selbst aufgenommen habe, muss ich mir selbst noch ein bild machen. und die prävisiten sind für mich eher zeitraubend. da ich nur zum frühstück meinen oberarzt (außer an obrigkeits-visiten) sehe, muss ich da wirklich das wichtigste besprochen haben. funktioniert alles über einen tagesplan: stationsliste ausgedruckt und da kommt alles drauf für den tag. wichtige befunde werden gleich in die kurve übertragen, diagnosen ergänzt, therapiegedanken notiert. fertig.

ich glaube man muss sich selbst managen und optimieren und sehen wo schwachstellen sind- diese ausbügeln und weiter geht´s.

epeline
27.03.2012, 19:25
die gestellten röhrchen selbst kontrollieren finde ich jetzt auch gar nicht so abwegig, wenn man abnimmt und es auch angeordnet hat.... :-nix

Skalpella
27.03.2012, 19:46
die gestellten röhrchen selbst kontrollieren finde ich jetzt auch gar nicht so abwegig, wenn man abnimmt und es auch angeordnet hat.... :-nix
Es ist deshalb abwegig, weil so nur wieder eine Verschiebung der Verantwortung stattfindet. Wenn man eine Aufgabe durchführt, zum Beispiel Labor richten, dann muss man auch die Verantwortung übernehmen und für Fehler gerade stehen. In dem Bewusstsein, dass das eh nochmals kontrolliert wird geschehen eher Fehler. Abgesehen davon, dass es eine Zumutung ist!

Feuerblick
27.03.2012, 21:06
Zusätzlich müsste man dann ja auch noch kontrollieren, ob die Schwestern auch wirklich die angeordneten Medikamente stellen... DAS könnte nämlich durchaus hässlichere Folgen haben als das falsch gestellte BE-Röhrchen. Nee, nee, die Medizin lebt schon davon, dass die "helfenden" Berufe ihre eigenen Verantwortlichkeiten haben. Ist doch auch für die Pflege angenehmer - denn wenn man ihnen konsequent alle Verantwortung nimmt, sind sie irgendwann wirklich nur noch die, die den Patienten die Bettpfanne bringen. Will doch niemand, denke ich mal... :-nix

antonia123
27.03.2012, 21:08
ich hab am tag morgens ca 15 blutentnahmen..zusätzlich häufig noch mal 1-3 abnahmen mittags für kreuzblut. wenn ich die alle selber machen müsste könnte ich direkt im krankenhaus übernachten.. und die unterbrechungen bei visite nerven richtig. das handy meines oberarztes klingelt alle 2 minuten. deshalb ist die OA-Visite (1x/woche) leider auch immer viel chaotischer als sie sein müsste.

mich selbst stört bei visite am allermeisten wenn ständig jemand kommt (physio oder ergotherapeuten zb) und mir meine kurven wegnimmt um "mal kurz was einzutragen" o.ä. :-kotz sie nehmen ja dann nie die kurve von dem zimmer das ich gerade visitiere aber ich muss trotzdem platz machen, die unterlagen aus der hand legen und warten bis die entsprechende kurve aus dem wagen gefischt wurde..

Feuerblick
27.03.2012, 21:14
Nochmal: Wenn Visite ist, ist Visite. Da gibts für niemanden ausser den Visitierenden Kurven, da hat niemand irgendwelche Telefonate zu führen und die Pflege hat anwesend zu sein. Geht für alle viel schneller! Leider muss man sich da am Anfang echt durchsetzen. Wenn man dann einmal klargemacht hat, wie man es gerne hätte, wirds besser :-nix
Was hab ichs genossen, als meine Visiten nur noch im Arztzimmer stattfanden, ich die Patienten rufen konnte, wie ich wollte und auf niemanden angewiesen war. :-)