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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Berufstart Anästhesie in der Schweiz



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GOMER
27.07.2011, 16:06
Hallo Ihr Schweizkenner,
mein Examen rückt näher und man macht sich langsam Gedanken wie es danach weitergehen soll. Das Fach steht mit Anästhesie fest. Nur das wo noch nicht und dabei bin ich auf die Schweiz als mögliches Ziel gekommen.

Ich wollte mich mal erkundigen, wie die Chancen sind als absoluter Berufsanfänger eine Anästhesie-Assistentenstelle in der Schweiz zu ergattern. Geht das überhaupt oder wird das Fremdjahr als Voraussetzung erwartet? Weiß jemand, wo man leicht an eine Stelle kommen könnte?

Eilika
27.07.2011, 16:47
Gehen tut es sicher. Das Fremdjahr wird im Allgemeinen eher später im Verlauf der Facharztausbildung gemacht. Einfacher ist es natürlich, wenn Du ein PJ-Tertial in der Schweiz gemacht hast. Ansonsten würde ich mich einfach mal bewerben. Etwas schwieriger ist es wahrscheinlich in den grossen (Uni-) Städten, aber auch da kann durchaus eine Stelle frei sein. Wohin in die Schweiz würdest Du denn gerne gehen?

teletubs
27.07.2011, 19:30
Hi du!

Auch als Berufsanfänger kann man es schaffen...aber es fluktuiert halt an den Häusern. Mal brauchen sie händeringend mehrere Leute und dann ist auf ewig keine Stelle frei. Einfach bewerben und schauen, was passiert. Auch mal nach Stellenausschreibungen schauen. Viel Glück!

GOMER
28.07.2011, 13:11
.....

teletubs
28.07.2011, 17:30
Für Initiativbewerberbungen: Welche Vorlaufzeit? Ich dachte an einen Start im Februar oder März 2012.

Es ist halt fast wie bei der PJ-Bewerbung: entweder längerfristig 1-2Jahre im Voraus oder wirklich kurzfristig. Hab meine Stelle auch zwei Jahre vorher bekommen.
Also schreib einfach Bewerbungen und du wirst sehen, was sich ergibt.

netfinder
28.07.2011, 20:10
Bei deiner Entfernungsangabe wuerde als groesseres Haus auch noch Luzern in Frage kommen.

Muschelkopf
28.07.2011, 21:08
Und was ist mit Anästhesie am Unispital Zürich?? Hat da jemand Erfahrungen wie es da als Assistent so ist?? Das Spektrum ist ja sicherlich riesig dort.

kra-
21.06.2012, 11:02
Kann vielleicht mal jemand von euch Schweizern mit anästhesiologischer Erfahrung etwas zu euren Arbeitsbedinungen und Aufgaben erzählen? Gibt es da große Unterschiede zu Deutschland? 1:1 - Betreuung im Saal oder hat man mehrere Patienten? Habe gehört, dass die Anästhesiepflege hier sehr qualifiziert sein soll, welche Aufgaben übernimmt die denn genau? Gibt es ein vergleichbares NEF/RTH-System?
Bin derzeit in der Schweiz in der Inneren und überlege mal zu fragen, ob ich nicht für eine Woche mal in den OP schauen kann wenn ich schon mal hier bin. Bin mir nur nicht so sicher ob ich mit der Idee auf offene Ohren stoßen werde, so strukturiert wie die hier sind.^^

Eilika
21.06.2012, 17:34
Zum Arbeiten: Arbeitsaufgaben von mir (an einem kleinen Spital mit 4 OP-Sälen): morgens vor allem OPS, die dafür aber von vorne bis hinten. Also ich starte mir den Respi und teste den, ich ziehe meine Medis auf, dann kommt der OA zum Einleiten, ich sitze meiner Narkose aus (werde aber, zumindest wenn die OPS länger als 30 Minunte geht, für nen Kaffee ausgelöst zwischendrin), Ausleiten meist mit OA, selten alleine, Patienten auf die ÜWS bringen und übergeben. Danach das Ganze von vorne ;-) Zwischendrin auch Regionalanästhesien und so. Nachmittags dann vor allem Prämedizieren für den nächsten Tag. Gegen 16:30 Rapport, danach nach Hause. Etwa 1-2x/Woche Picketdienst.
Zur Pflege: die machen ihre Narkosen, ich mache meine. Pflege macht keine Regionalanästhesien (mit Ausnahme von IVRA) und keine ZVKs. Aber wenn sie die Narkose haben, dann leiten sie eben mit dem Oberarzt ein, sie intubieren, sie legen Arterien.
Zum Notarzt-System kann ich nicht viel sagen, da mein Haus nicht dran beteiligt ist. Was unsere (Assistenzarzt-) Aufgabe ist, ist Arztbegleitung bei Sekundär-Transporten. Also IPS-Patienten verlegen etc.
Mh, mehr fällt mir gerade nicht ein. Wenn Du aber noch Fragen hast, dann frag ;-)

kra-
21.06.2012, 18:34
Hm, das hört sich so an, als würdest du alles alleine machen. Hast du keine Schwester, die dir assistiert (immerhin haben die ja wohl ihre eigenen Säle (was für OPs sind das denn, die ausschließlich von der Pflege begleitet werden?))?

Danke für deine Antwort!

ehemalige Userin 24092013
21.06.2012, 18:42
Die Pflege begleitet so ziemlich alle Narkosen allein, wenns denn sein muss. Schwestern und Ärzte assistieren sich gegenseitig, sie sind ein Team.
Je nach Narkoseverfahren oder Absprache reicht eben mal die Schwester dem Arzt alles an oder umgekehrt.

teletubs
21.06.2012, 18:43
Also die Pflege ist eigentlich meistens dabei...wir sind zumindest am Morgen zu dritt. Dann läuft die Op noch zu Ende und der nächste Patient wird bestellt. Dann ist einer in der Vorbereitung und macht den nächsten Patienten startklar und der andere leitet mit dem OA aus. Wir sind bei grösseren Ops ( HE, Hüft-TEP, grosse Bauch-Ops) eigentlich zu zweit. Aber bei popligen AE oder Knie-AS sitzt du auch mal alleine da.
Die Pflege hat nie ihre eigenen Ops...ein OA ist immer da, wenn auch im Hintergrund.

Ich kann halt nicht sagen, wieviel mehr Verantwortung die Pflege hier hat, da ich nie in Deutschland Anästhesie gemacht habe.

Eilika
21.06.2012, 18:49
Bei uns ist es halt einfach anders organisiert. Da "gehört" eine Narkose entweder einer Anästhesiepflegekraft oder einem Assistenzarzt. Beide kriegen zum Einleiten und Ausleiten nen Oberarzt. Und sonst wird da nix unterschieden. Da mach ich die LA-MAC für den Pacer genauso wie die Pflege die Thorakotomie und Lungenresektion, ich die Hemikolektomie genaus wie die Pflege die Hämorrhoiden... jeder macht eben alles (mit Ausnahme der Regionalanästhesie, wie oben geschrieben)

ehemalige Userin 24092013
21.06.2012, 18:53
Nun es scheint Hausunterschiede zu geben, in wie weit man dann allein im Saal hockt oder net. Die vorherigen beiden Häuser haben es in der Regel so gehandhabt, dass der Doc wirklich nur dabei war, wenns echt gebrannt hat oder wenn man eben net allein sein wollte.
Im jetzigen Haus sind die Ärzte präsenter im Saal.


(Mein Ding ist das net unbedingt zu zweit abzuhocken, zu schweigen und jeder schlägt sich um die zehnminütliche Blutdruckdokumentation...da geh ich dann lieber raus und mach derweil eben was anderes. Meist wird das aber doch schnell geschnallt, dass ich gern meine Ruhe hab und dann bekomm ich sie auch;-).)

ehemalige Userin 24092013
21.06.2012, 18:54
Jepp Eili, so kenn ich das auch! Danke.

kra-
15.08.2013, 18:03
@Kaddel, teletubus & Eilika: wollte mich - mit über einjähriger Verspätung - noch für eure Antworten bedanken. :D Hatte den Thread ganz vergessen und gerade zufällig wiedergefunden. Die erste Bewerbung (für meine (nicht ausgeschriebene) Wunschsstelle) zum 01.05.2014 ist jetzt raus. Die restlichen werden im April nächsten Jahres dann spontan an mehrere Häuser in der Zentralschweiz verschickt, in der Hoffnung, kurzfristig etwas Glück zu haben.

Kann mit jemand was über die Arbeitsbedingungen im USZ erzählen? Habe gehört die suchen kurzfristig immer mal wieder wen aber so ein Riesenhaus ist ja auch immer etwas schwierig IMO...

GOMER
17.09.2013, 03:30
USZ sucht immer und stellt immer ein, gilt als extreme Knochenmühle. Im Endeffekt wie jede Deutsche Uniklinik, es gibt die, die hier ein paar Jahre machen (insbesondere für Herzen und Kinder) und dann weiterziehen, und es gibt jene, die hier das ganze Programm von Tag eins bis Habil durchziehen und dann an einem der Nord-/Zentralschweizer Häuser Chef werden. Insbesondere mit Assistentengehalt ist Zürich halt auf Dauer nicht so attraktiv, weil es keinen Wohnraum gibt.

kra-
13.03.2014, 15:33
So, die ersten Bewerbungen sind raus, die ersten Absagen da: offenbar bilden die kleinen Häuser gar nicht erst aus und haben ausschl. Fachärzte im Team, zB das sympathisch wirkende Nidwaldener Kantonsspital. Hat jemand noch Tipps für die Zentralschweiz? Luzern will mich nicht. :D Zug/Baar schaut noch vielversprechend aus.

GOMER
14.03.2014, 17:17
Solothurn hat immer mal was. Generell gilt, dass die Chefs lieber Leute einstellen die schon etwas klinische Erfahrung haben. Also erstmal ein Jahr Innere, und da bekommt man eigentlich schnell was.

kra-
16.03.2014, 13:51
Innere?! Thank you, but no thank you. :-dagegen

Hab in 2 Wochen übrigens doch einen Vorstellungstermin ergattern können. Ist es da in der Schweiz ähnlich leger wie in Deutschland (hatte vor in Hemd und Jeans zu gehen) oder wird bei euch ein Anzug erwartet?