Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizingeschichte - Ärzte im Dritten Reich
LieberInvasiv
11.08.2011, 21:58
Also ich mus Stephan0815 recht geben. Das was er geschrieben hat war auch mein erster Gedanke als ich angefangen habe den Text zu lesen. Zum Glück hat sich das im Verlauf des Artikels dann doch ncoh ein bißchen gebessert.
Ist schlicht und einfach zu sehr politisch-erzieherisch/missionarisch anstatt wissenschaftlich/informativ gestrickt...
Nicht zuletzt ist diese Monsterisierung der Täter auch nix anderes als eine bequeme Position, weil man selber "ist ja nicht so krank". Ich glaube daher dass wir von einem Begriff davon, wie sich die Dinge damals entwickelt haben, in der Breite noch ganz weit entfernt sind.
Meine bislang beste Lektüre zum Thema: "Die Generation des Unbedingten" von Michael Wildt, mit Werdegängen junger, akademischer Nazi-Führungskräfte (darunter auch Ärzte). Die beste Darstellung der Verquickung kultureller, zeitgeistiger, kriegsbedingter und (riesen Faktor, gern übersehen:) karrieretaktischer Aspekte der Täter die mir je untergekommen ist.
Aber solche Bücher sind natürlich schlechter konsumierbar und damit viel unpopulärer als "Schindlers Liste".
Gast09012019
13.08.2011, 08:11
Ist schlicht und einfach zu sehr politisch-erzieherisch/missionarisch anstatt wissenschaftlich/informativ gestrickt...
dito!
Ein Szenario in der Schule:
Lehrerin:"Martin! Nimm sofort den Kaugummi aus dem Mund! Im Unterricht wird kein Kaugummi gekaut."
Der kleine Franz erwidert:"Aber Peter kaut auch schon die ganze Zeit Kaugummi."
Wie würde man in dieser Situation das Verhalten des kleinen Franz wohl werten?
Genau, er verteidigt seinen Mitschüler in dem er mit dem Finger auf jemand anderen zeigt.
Falsch, er pocht zu Recht auf Gleichbehandlung, das entschuldigt aber nichts.
ehem-user-02-08-2021-1033
13.08.2011, 10:23
„Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt.“
Mahatma Gandhi
Feuerblick
13.08.2011, 10:49
Wie gesagt, es ging nicht darum, dass man sich NICHT mit den grausamen Taten im Dritten Reich befassen sollte. Es ging vielmehr darum, dass eine Beschäftigung mit diesen Taten und vielen anderen, die Menschheit und Ärzte früher und heute ausführen/ausgeführt haben, nicht alleinige Pflicht deutscher Menschen ist sondern die Pflicht ALLER!
Das sicher auch vor dem Hintergrund, dass ich eine "Erbschuld" für die Sünden meiner Vorfahren schlicht ablehne und mich schon sehr lange frage, warum man als Deutscher immer die Sünderrolle einnehmen muss, die andere Nationen trotz ähnlicher Taten in ihrer Geschichte, nie einnehmen würden. :-nix
Toffiwesen
13.08.2011, 12:25
dito! Deshalb hab ich nach einigen Zeilen auch aufgehört zu lesen, diesen Belehrungsmist hab ich schon oft genug in der Schule gehört.
Ich hab in der Schule, wie die meisten anderen auch, nicht viel über Medizingeschichte gelernt.
Und wenn es dir um den "Belehrungsmist" im Allgemeinen geht: Ich denke, es lässt sich viel aus der Geschichte lernen und dass wir dies in der Schule tun, ist eine große Errungenschaft und war auch nicht immer so.
Dies als missionarischen Belehrungsmist zu bezeichnen, ist ignorant und eröffnet die Frage, wie deine Version der Geschichte denn aussieht.
„Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt.“
Mahatma Gandhi
Wow, ein schmissiges und ethisch unantastbares Zitat als Antwort!
Mit diesem Diskussionsstil kannst Du vielleicht sogar Ministerpräsident werden :-))
LieberInvasiv
13.08.2011, 15:03
„Die Geschichte lehrt die Menschen, daß die Geschichte die Menschen nichts lehrt.“
Mahatma Gandhi
Die Geschichte lehrt die Menschen, wer gewinnt darf sich aussuchen wie die Geschichte gelehrt wird..
Volksweißheit
ehem-user-02-08-2021-1033
13.08.2011, 16:18
Die Geschichte lehrt die Menschen, wer gewinnt darf sich aussuchen wie die Geschichte gelehrt wird..
Volksweißheit
Die Gewinner haben uns hoffentlich deiner Meinung nach nicht auch noch unser Grundgesetz "aufgezwungen".
Sonst bin ich vollkommen verzweifelt... :-((
ehem-user-02-08-2021-1033
13.08.2011, 16:25
Wow, ein schmissiges und ethisch unantastbares Zitat als Antwort!
Mit diesem Diskussionsstil kannst Du vielleicht sogar Ministerpräsident werden :-))
Und mit etwas mehr Unsachlichkeit und persönlichen Angriffen könntest du vielleicht sogar Karriere bei der deutschen Tageszeitung mit den 4 großen Buchstaben machen. :-wow
LieberInvasiv
13.08.2011, 16:36
Die Gewinner haben uns hoffentlich deiner Meinung nach nicht auch noch unser Grundgesetz "aufgezwungen".
Sonst bin ich vollkommen verzweifelt... :-((
Nur weil ich nicht ja und amen zum o.g. Artikel sage und dieses politisch ach so korrekte Haititai etwas kritisch sehe muss ich also demokratiefeindlich und/oder verfassungsfeindlich sein...? Na dann...
Bensona!
19.08.2011, 23:14
warum man als Deutscher immer die Sünderrolle einnehmen muss, die andere Nationen trotz ähnlicher Taten in ihrer Geschichte, nie einnehmen würden. :-nix
Die systematische, industrialisierte Ermordung von 6 Millionen Juden findet sich in keiner Geschichte irgendeiner anderen Nation, als der von Deutschland.
Die Schandtaten der Ärzte in ihren Konzentrationslagern gab es in dieser Form auch nicht. Menschen wurden für die Triebe dieser "Ärzte" von ihren Familien aussortiert, störende Säuglinge wurden vor den Augen der Mutter mit einen einfachen Schlag ins Gesicht zu Tode geschlagen, da ihr weinen ja nervt. Mengele und seine Freunde haben die dreckigsten und schlimmsten Experimente an Menschen begangen, sie bis zu ihrem erlösenden Tod zu Tode gequält. Die Experimente lassen sich nicht in Worte fassen, da sie so unglaublich erdrückend und grässlich waren. Und das alles unter dem Zeichen der "Forschung" mit ihren tollen "Erkenntnissen". Auch wenn man es gerne wollte, aber es gibt keinen Vergleich zu den Greueltaten der Deutschen und ihren Verbündeten.
Dann gab es natürlich auch noch den anderen Arzt. Der "Opportunist", der sich nicht gefragt hat, wo der Kollege eigentlich ist. (Obwohl er es sowieso wusste, auch wenn es die meisten Großeltern bestreiten, von "nichts gewusst" zu haben)
Diese Art von Ärzte hat sich auf die Praxen und Bestände der jüdischen Ärzte gestürzt. Ähnlich wie den "einfachen Deutschen/Polen/Sonstwas", die sich auch bei ihren jüdischen Nachbarn bereichert haben. So haben sich auch Ärzte bei ihren ehemaligen "geschätzten" Kollegen bereichert. Über 1/3 der Ärzteschaft in ganz Deutschland war jüdisch. Noch mehr in der Forschung und vielen anderen Feldern.
Es gab einen "großen Hämatolgen" in Berlin, der beispielsweise ein Grundlagebuch herraus gebracht hat. Ein Zweiband Schinken, umfangreicher als der heutige Harrison. Es hat sich erst vor paar Jahren herrausgestellt, dass dieser Mann gar nicht der Verfasser des Buches war, sondern der jüdische Urheber in Theresienstadt emordet wurde. Und solche Beispiele gibt es überall, nicht nur bei Ärzten. Aber gerade der dem "Arzt" wurde früher und auch heute immer eine besondere moralisch und ethische Rolle in der Gesellschaft zugetraut. Diese hat die deutsche Ärzteschaft in dieser Zeit vollkommen zerrissen.
Und auch wenn man es nicht mag, zum Medizinstudium in Deutschland gehört es sehr wohl, über die Verbrechen der Großelterngeneration (!) zu erfahren. Und genau unter diesen Schatten und dem Wissen eine bessere Zukunft aufzubauen und den Anfängen stets zu erwehren.
Und sonst kann man sich in der Gesamtentwicklung gerne an dieser Generation bedanken. Deutschland hat nicht nur 6 Millionen Juden, dazu Sinti und Roma und mehr als 20 Millionen Soldaten anderer Staaten ermordet. Deutschland hat seine eigene Kultur, seinen eigenen Fortschritt, seine Forschung, seine Intelligenz in den Gaskammern von Ausschwitz ausradiert.
Also aufhören hier rumzuheulen und auf andere zu zeigen. Es gibt keinen Vergleich zu den Greueltaten der Nazis. Daran ändert es auch nicht, auf irgendwelche Außerirdische zu zeigen, die ja genauso böse waren. Waren sie nicht. Einen industralisierten Völkermord gab es bis jetzt nur einmal.
Niemand gibt der heutigen Generation irgendeine "Schuld", sondern Verantwortung. Und zu dieser Verantwortung gehört es, auch die Geschichte gewissenhaft zu verinnerlichen.
Die systematische, industrialisierte Ermordung von 6 Millionen Juden findet sich in keiner Geschichte irgendeiner anderen Nation, als der von Deutschland.
Die Schandtaten der Ärzte in ihren Konzentrationslagern gab es in dieser Form auch nicht. Menschen wurden für die Triebe dieser "Ärzte" von ihren Familien aussortiert, störende Säuglinge wurden vor den Augen der Mutter mit einen einfachen Schlag ins Gesicht zu Tode geschlagen, da ihr weinen ja nervt. Mengele und seine Freunde haben die dreckigsten und schlimmsten Experimente an Menschen begangen, sie bis zu ihrem erlösenden Tod zu Tode gequält. Die Experimente lassen sich nicht in Worte fassen, da sie so unglaublich erdrückend und grässlich waren. Und das alles unter dem Zeichen der "Forschung" mit ihren tollen "Erkenntnissen". Auch wenn man es gerne wollte, aber es gibt keinen Vergleich zu den Greueltaten der Deutschen und ihren Verbündeten.
Dann gab es natürlich auch noch den anderen Arzt. Der "Opportunist", der sich nicht gefragt hat, wo der Kollege eigentlich ist. (Obwohl er es sowieso wusste, auch wenn es die meisten Großeltern bestreiten, von "nichts gewusst" zu haben)
Diese Art von Ärzte hat sich auf die Praxen und Bestände der jüdischen Ärzte gestürzt. Ähnlich wie den "einfachen Deutschen/Polen/Sonstwas", die sich auch bei ihren jüdischen Nachbarn bereichert haben. So haben sich auch Ärzte bei ihren ehemaligen "geschätzten" Kollegen bereichert. Über 1/3 der Ärzteschaft in ganz Deutschland war jüdisch. Noch mehr in der Forschung und vielen anderen Feldern.
Es gab einen "großen Hämatolgen" in Berlin, der beispielsweise ein Grundlagebuch herraus gebracht hat. Ein Zweiband Schinken, umfangreicher als der heutige Harrison. Es hat sich erst vor paar Jahren herrausgestellt, dass dieser Mann gar nicht der Verfasser des Buches war, sondern der jüdische Urheber in Theresienstadt emordet wurde. Und solche Beispiele gibt es überall, nicht nur bei Ärzten. Aber gerade der dem "Arzt" wurde früher und auch heute immer eine besondere moralisch und ethische Rolle in der Gesellschaft zugetraut. Diese hat die deutsche Ärzteschaft in dieser Zeit vollkommen zerrissen.
Und auch wenn man es nicht mag, zum Medizinstudium in Deutschland gehört es sehr wohl, über die Verbrechen der Großelterngeneration (!) zu erfahren. Und genau unter diesen Schatten und dem Wissen eine bessere Zukunft aufzubauen und den Anfängen stets zu erwehren.
Und sonst kann man sich in der Gesamtentwicklung gerne an dieser Generation bedanken. Deutschland hat nicht nur 6 Millionen Juden, dazu Sinti und Roma und mehr als 20 Millionen Soldaten anderer Staaten ermordet. Deutschland hat seine eigene Kultur, seinen eigenen Fortschritt, seine Forschung, seine Intelligenz in den Gaskammern von Ausschwitz ausradiert.
Also aufhören hier rumzuheulen und auf andere zu zeigen. Es gibt keinen Vergleich zu den Greueltaten der Nazis. Daran ändert es auch nicht, auf irgendwelche Außerirdische zu zeigen, die ja genauso böse waren. Waren sie nicht. Einen industralisierten Völkermord gab es bis jetzt nur einmal.
Niemand gibt der heutigen Generation irgendeine "Schuld", sondern Verantwortung. Und zu dieser Verantwortung gehört es, auch die Geschichte gewissenhaft zu verinnerlichen.
:-meinung
Und auch wenn man es nicht mag, zum Medizinstudium in Deutschland gehört es sehr wohl, über die Verbrechen der Großelterngeneration (!) zu erfahren. Und genau unter diesen Schatten und dem Wissen eine bessere Zukunft aufzubauen und den Anfängen stets zu erwehren.
Also aufhören hier rumzuheulen und auf andere zu zeigen. Es gibt keinen Vergleich zu den Greueltaten der Nazis. Daran ändert es auch nicht, auf irgendwelche Außerirdische zu zeigen, die ja genauso böse waren. Waren sie nicht. Einen industralisierten Völkermord gab es bis jetzt nur einmal.
Niemand gibt der heutigen Generation irgendeine "Schuld", sondern Verantwortung. Und zu dieser Verantwortung gehört es, auch die Geschichte gewissenhaft zu verinnerlichen.
Boah... es hat doch auch keiner behauptet, dass es nicht zum Medizinstudium gehört! Natürlich darf dieser Teil der Geschichte nicht unter den Tisch fallen gelassen werden.
Die Kritik bezieht sich doch lediglich darauf, dass es hauptsächlich Aufgabe des deutschen Mediziners sei, die Geschichte des dritten Reichs zu "verinnerlichen". Und das ist halt mal nicht der richtige Ansatz, weil das Thema halt doch generell alle Medizinstudenten betreffen sollte und eben nicht nur die Deutschen.
Klar war das die Generation "unserer" (um mal für die Deutschen zu sprechen) Großeltern, die bei den Verbrechen der Nazis (und Ärzte) im Dritten Reich beteiligt war, zugesehen/ weggesehen oder vielleicht tatsächlich nicht viel darüber gewusst hat. Aber es ist ja nun nicht so, dass das was wäre, was im Erbgut gespeichert wird und nur deutsche Studenten die Verantwortung dafür tragen, dass sowas nie wieder geschieht.
Diese Verantwortung liegt ja wohl bei allen Menschen, gleichgültig welcher Nationalität sie angehören und darum sollten sich auch alle mit dem Thema Verbrechen der Nazis/Ärzte im dritten Reich und ähnlichen Themen "gleichberechtigt" befassen.
konstantin
20.08.2011, 07:59
Und sonst kann man sich in der Gesamtentwicklung gerne an dieser Generation bedanken. Deutschland hat nicht nur 6 Millionen Juden, dazu Sinti und Roma und mehr als 20 Millionen Soldaten anderer Staaten ermordet.
In einem Krieg werden Soldaten nicht ermordet.
stennadolny
20.08.2011, 09:46
Soldaten sind Mörder, diese Meinung ist in Deutschland - zu Recht - in der Zwischenzeit bundesverfassungsgerichtlich geschützt.
Und da Deutschland der primäre Aggressor nicht nur gegen Österreich, Polen, die Tschechoslowakei, Frankreich, die Benelux-Länder, Großbritannien, Jugoslawien, Griechenland, Norwegen, Dänemark, sondern auch die USA und die Sowjetunion gewesen ist, sollte man sich als Deutscher da schon etwas mehr Gedanken machen als "Soldaten sind keine Mörder".
Die systematische, industrialisierte Ermordung von 6 Millionen Juden findet sich in keiner Geschichte irgendeiner anderen Nation, als der von Deutschland.
Leider ist das so nicht richtig!!!
In der kommunistischen Sowjetunion wurden in den ersten Jahrzehnten nach unterschiedlichen Historikermeinungen zwischen 20 und 80 Millionen Menschen (Intellektuelle, Religiöse, Nichtkommunisten aller Art) systematisch verschleppt und ermordet!!!!
Man kann nicht Zahlen von Menschenleben gegeneinander aufrechnen, aber bitte ein wenig mehr Geschichtsbewußtsein bei solchen Argumentationen!
Relaxometrie
20.08.2011, 10:05
Ich verstehe nicht, wie man sich so DERMAßEN an der Metakommunikation festklammern kann.
Die Leute, die hier argumentieren, daß sich nicht nur deutsche Personen und Medizinstudenten des Themas annehmen sollten, haben zwar Recht. Aber als Deutscher (Medizinstudent) darf und sollte man sich eben AUCH für das Thema interessieren. Da ist es doch nicht gerade konstruktiv, darüber zu diskutieren, wer sich bitteschön alles mit dem Thema auseinanderzusetzen hat, während man es selbst ebenfalls nicht macht, weil man ausschließlich der Metakommunikation verhaftet bleibt :-nix
Feuerblick
20.08.2011, 10:10
Danke, Tanita! DAS und nichts anderes wollte ich ausdrücken! Es geht alle an, weil derartige Verbrechen genauso wenig in den Genen "der Deutschen" liegt wie alles, was unsere Urgrosseltern (!) den Juden und anderen Nichtariern vorgeworfen haben... Die Vergangenheit meines Landes kann und will ich nicht schönreden und ich habe mich durchaus aufgrund geschichtlichen Interesses ausführlich damit befasst, aber an eine Erbschuld glaube ich trotzdem nicht.
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