Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Franken Wechselkurs! Wer überlegt in die Schweiz zu gehen?
Michael72
13.08.2011, 16:39
einfach die Kohle abgreifen will, in ner kleinen Bude hockt und sich den Billigwein beim Aldi hinter der Grenze holt.
Oder Du gehst in irgendein Arabisches Emirat. Da kriegst Du mehr als 150.000$ im Jahr und ein Verhalten wie es Niere beschrieben hat wird quasi von Dir erwartet...
Oder Du gehst in irgendein Arabisches Emirat. Da kriegst Du mehr als 150.000$ im Jahr und ein Verhalten wie es Niere beschrieben hat wird quasi von Dir erwartet...
...dafür müsste er aber schon FA sein :-) (ok, ich gebe zu, dass Argument greift nicht ;-))
Im übrigen volle Zustimmung für Niere's Ausführungen (der ja immerhin schon SUI-Erfahrungen hat wenn ich das richtig im Kopf habe).
Muschelkopf sollte erstmal anfangen zu arbeiten, dann wIrd einem nämlich sehr schnell bewusst, dass Geld - so nötig man es wegen Schulden/Studienkredit o.Ä. hat - nicht alles ist und eine gewisse Work-Life-Balance zu der auch ein sich-in-die-Umwelt-integrieren zählt mindestens genauso wichtig ist.
Die Niere
13.08.2011, 18:01
...dafür müsste er aber schon FA sein :-)
Im übrigen volle Zustimmung für Niere's Ausführungen (der ja immerhin schon SUI-Erfahrungen hat wenn ich das richtig im Kopf habe).Nach 7.5 Jahren kann man das wohl vorsichtig so formulieren :-)). Zahlen die arabischen Emirate wirklich nur 150.000 Dollar pro Jahr als Facharzt? Dann ist man in der Schweiz sicher besser aufgehoben, wenn es nur um das finanzielle geht.
lg, niere
DrSkywalker
13.08.2011, 22:40
Hmmm...finde ich jetzt deutliche Worte für meine Antwort und versuche ich einigermassen adäquat zu bleiben...?
Ach was solls...ich entscheide mich für das, was ich denke!
Lieber Muschelkopf,
das erste, das ich gedacht hatte als ich deinen Beitrag gelesen habe, war "was istn das für nen A****loch". Und ich möchte dir gerne erklären warum.
Eine Berufs- und Lebensentscheidung aufgrund eines Wechselkurses zu fällen ist ziemlich infantil und unglaublich kurzfristig gedacht. Aber mal ganz abgesehen davon möchte ich dazu etwas anführen, dass Eilika schon angetönt hat - wenn du in ein fremdes Land kommst, gehört dazu, dass man sich integriert und nicht einfach die Kohle abgreifen will, in ner kleinen Bude hockt und sich den Billigwein beim Aldi hinter der Grenze holt.
Wenn du in die Schweiz kommen möchtest und hier arbeiten möchtest, dann gehört es sich in meinen Augen sich auch in der Gesellschaft zu integrieren. Wer das nicht will, soll draussen bleiben. Dinge, die man Türken in Deutschland an den Kopf wirft, darf man von Deutschen in der Schweiz auch verlangen.
gruesse, die niere
Polen, die nach Deutschland zum Spargelstechen kommen, die Gastarbeiter, die in den 70gern nach Deutschland kamen, osteuropäische Pflegekräfte, die hier in Deutschland befristet arbeiten.....
....nach Nieres Theorie alles A...löcher!
Ich würde, hätte ich das passende Angebot schon auf dem Tisch liegen, sicherlich für ein Jahr ins Ausland gehen um richtig Geld zu verdienen. Da ist absolut nichts Verwerfliches daran. 6000 Euro netto ist schon ein Wort, das würde sich lohnen und ich kann jeden verstehen, der darüber nachdenkt.
LasseReinböng
14.08.2011, 02:44
Die Emirate kann man finanziell knicken.
Narcanti
14.08.2011, 20:09
Also was ist den so verwerflich daran, erstmal an die Kohle zu denken?
Erst recht, wenn eventuelle Studienkredite zurückgezahlt werden müssen?
Integrieren kann man sich doch trotzdem!
Ich würde zwar nicht über die Grenze fahren zum Einkaufen, aber die super Gehälter zusammen mit den Arbeitsbedingungen locken mich auch sehr!
Aber bei der Niere waren natürlich NUR die hübschen Schweizerinnen der Grund in die Schweiz zu gehen...:-D
Muschelkopf
15.08.2011, 12:04
Liebe Niere,
vielen Dank für Deine Antwort.
Sind viele Deiner Schweizer Freunde dann auch A...löcher, weil Sie vom Wechselkurs profitieren? So wie hier beschrieben:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,780201,00.html
Eine wirkliche Integration lässt sich doch in ein paar Monaten oder auch nach einem Jahr nicht bewerkstelligen, sind dann alle PJ ler, die insbesondere früher, als in Deutschland noch keine PJ Entschädigung gezahlt wurde, für ein Tertial in die Schweiz gegangen sind A....löcher?
Ebenso wie alle Assistenten, die 1 Jahr Ihrer Weiterbildung in der Schweiz absolvieren, A.löcher??
Und das Gehalt war für Dich natürlich völlig unwichtig als Du Dich für eine Stelle in der Schweiz entschieden hast, ne?
Wer sagt denn, dass man sich auch bei einem kurzen Arbeitsaufenthalt in der Schweiz nicht integrieren will? Und wer sagt überhaupt, dass viele insbesondere Deutschschweizer überhaupt eine große Integration deutscher Staatsbürger wollen? Du weisst sicherlich welche Partei prozentual die meisten Stimmen insbesondere in der deutschen Schweiz erhält oder? Und Du kennst sicherlich einige Kommentare der führenden Parteifunktionäre bezüglich Deutschen und Einwanderung richtig?
Das wichtigste ist meiner Meinung nach, dass man seine Arbeit gut macht, darauf beruht das Arbeitsverhältnis, der Arbeitgeber will Leistung und gibt dafür Geld. Der Rest ist sekundär und individuelle Entscheidung des Betroffenen.
Vielleicht kennst Du ja auch den Blog eines Assistenzarztes, der im Ärzteblatt erscheint und über Erfahrungen eines Berufsanfängers in der Schweiz berichtet:
http://www.aerzteblatt.de/v4/blogs/beitrag.asp?id=45445&src=
Die Frage ist, wenn man sowas erlebt hat, sicherlich wer nun hier die wahren A..löcher sind, um bei Nieres Wortwahl zu bleiben.
Im Endeffekt ist es doch auch völlig egal, lasst die Leute doch arbeiten wo sie wollen, die Arbeit die sie machen ist das entscheidende.
LasseReinböng
15.08.2011, 17:04
Es gibt die unterschiedlichsten Motive, warum Menschen auswandern, Geld bzw. ein höherer Lebensstandard ist sicherlich der häufigste Grund für Emigration.
Ich denke, die meisten Deutschen versuchen sich in der Schweiz schon zu integrieren, so gut es geht. Man darf allerdings auch keine Wunder erwarten, die Schweiz hat einen sehr hohen Ausländeranteil und die Menschen dort sind nicht wild auf noch mehr Zuzug, besonders nicht aus dem großen Kanton.
Es gibt immer noch die Möglichkeit in der Schweiz grenznah zu arbeiten und in Deutschland grenznah zu wohnen.
Es gibt schöne deutsche Städtchen z.b. in Südbaden...
Nach fast 4 Jahren Schweiz kann ich sagen, dass das Arbeitsklima hier besser als in Deutschland ist. Ich lebe in der Schweiz auch und mir gefällt's hier gut, ich wäre aber auch bereit im grenznahen Deutschland zu wohnen.
LasseReinböng
15.08.2011, 21:43
Um wieder aufs Thema Geld zu kommen: wenn ich es recht verstehe, ist das hohe Nettoeinkommen in der Schweiz zum großen Teil auch eine Folge der niedrigen Steuerabgaben in CH...der Vorteil entfällt dann bei einem deutschen Wohnsitz.
Schimmelschaf
15.08.2011, 22:06
Wer sagt denn, dass man sich auch bei einem kurzen Arbeitsaufenthalt in der Schweiz nicht integrieren will? Und wer sagt überhaupt, dass viele insbesondere Deutschschweizer überhaupt eine große Integration deutscher Staatsbürger wollen? Du weisst sicherlich welche Partei prozentual die meisten Stimmen insbesondere in der deutschen Schweiz erhält oder? Und Du kennst sicherlich einige Kommentare der führenden Parteifunktionäre bezüglich Deutschen und Einwanderung richtig?
Die SVP hat bisher immer ziemlich viele Stimmen abgeräumt und nun rate mal, wofür diese Partei bekannt ist. Mit solchen Leuten wie dir haben sie ganz gewiss ein Problem.
Und ja, ich als Deutschschweizerin weiss, dass gerade bei der jungen Generation die vielen deutschen Ärzte nicht gerne gesehen sind. Nur weil es Deutschschweizer sind, heisst es noch lange nicht, dass sie keine Integration fordern, die man durchaus innerhalb kurzer Zeit erlangen kann, aber sicherlich nicht, wenn man jede Woche bei Aldi einkaufen geht. Dann wirst du von den Schweizern nicht gerade mit den besten Augen angesehen. Wenn du in einem weniger "toleranten" Umfeld landest, wird deine Arbeit in der Schweiz an dir nagen. Sage nur Deutschfeindlichkeit..
Warst du überhaupt schonmal in der Schweiz? Speziell in den von dir aufgeführten Städten.. Google Earth zählt nicht ;-)
Du scheinst mir etwas unschlüssig zu sein. Klar, noch ist nicht aller Tage Abend, aber einerseits sprichst du dich für die Integration aus (was mich freut), andrerseits sagst du "Hauptsache man macht seinen Job gut", was sich eher danach anhört, als würdest du dich einer gewissen Integrität entziehen wollen. Es wird in der Schweiz nicht gerne gesehen, wenn ein Deutscher quer in der Gegend sein Hochdeutsch (diese Endung "ne?" würde ich mir abgewöhnen ;-)) rumposaunt. was auch damit zu tun hat, dass das Hochdeutsch aggressiver tönt.
Michael72
15.08.2011, 23:03
Es wird in der Schweiz nicht gerne gesehen, wenn ein Deutscher quer in der Gegend sein Hochdeutsch (diese Endung "ne?" würde ich mir abgewöhnen ;-)) rumposaunt. was auch damit zu tun hat, dass das Hochdeutsch aggressiver tönt.
Ich habe selten in meinem Leben etwas so intolerantes gelesen. In Zukunft werde ich jedem Schweizer, der sich erdreistet, auf deutschem Boden sein schwyzerdütsch auszupacken mit äußerstem Argwohn begegnen und ihn auf sein Fehlverhalten hinweisen. Wo kommen wir denn da hin, wenn auf einmal jeder so spricht, wie er will? Und überhaupt sollte man in Baden-Württemberg auch so "aggressive" Dialekte wie Berlinerisch, Rheinländisch, Wienerisch und Niederalemannisch verbieten. :-kotz
Schimmelschaf
16.08.2011, 00:23
Michael72, wenn du keine Ahnung hast, wie ich das meine, solltest du dich mit deiner Meinung zurückhalten. Auch ich bin gebürtige Deutsche und da ich aus Schleswig-Holstein komme, konnte ich das Schweizerdeutsch erst nach 7 Jahren sprechen, da die Sprachen doch sehr differenzieren. Also weiss ich durchaus, was ich hier gerade schreibe und falls es dich interessiert: ich hatte damals lange den Spitznamen Hitlerkind und wurde entsprechend gemobbt. Also halte dich mit deinen Äusserungen was meine Person betrifft zurück.
Und ja, die Deutschen nehmen den Schweizern in gewissen Branchen die Stellen weg z.B. im Bildungssektor. Das haben mittlerweile auch Wirtschafter rausgefunden. Wenn dann noch solche Motive wie beim TE dazukommen, darf man wohl nicht böse sein, wenn man schonmal mit weniger Euphorie empfangen wird.
Deutsche kommen in die Schweiz, was ja ein anderes Land ist, und glauben, dass es eine Selbstverständlichkeit ist, dass hier Hochdeutsch geredet wird und passen sich dementsprechend nicht mehr richtig an. Das finde ich arrogant. Man muss nicht die Sprache sprechen, aber doch zumindest so anpassen, dass man nicht die Nase rümpft, wenn sich ein Schweizer einem Deutschen gegenüber "anmasst" in der Landessprache(!) zu sprechen.
Was Deutsche untereinander sprechen ist schnurzpiepegal, auf das Verhalten kommts an. Es gibt halt nicht nur wohlerzogene und freundliche Deutsche, dafür fallen die schlechten Beispiele vermehrt auf. Ich persönlich habe aber ein ganz grosses Problem damit, wenn Deutsche in die Schweiz kommen und erstmal erzählen, was denn in D so viel besser ist und das dann ständig betonen müssen, meistens nörgeln sie noch dazu. Da muss ich ganz ehrlich sagen: wenns dir nicht passt, dann verschwinde. Machen sie aber nicht, oft wegen des Geldes. Beschweren und gleichzeitig absahnen, das ist unverschämt. Man muss nicht alles gut finden, aber STÄNDIG mit solchen Vergleichen zu kommen, ist nicht ok.
Wir hatten super Beispiele an der Schule: deutsche Lehrer, die so oft die Pluspunkte deutscher Schulen hervorgehoben haben, bis es einem zu den Ohren herauswuchs, aber noch nichtmal fähig waren, den Lehrplan richtig umzusetzen. Das brauchen wir nicht und es interessiert uns auch nicht.
Was würdest du denn sagen, wenn du in mehrere Krankenhäuser gehen würdest, in denen >50-60% z.B. Tschechen arbeiten (und nu komm nicht mit Sprüchen, dass ich was gegen Tschechen habe, ich bin selber zu 50% eine). z.B. im Unispital Basel kommt man in die Notaufnahme und tadaaaa.. Kaum einer dort redet Schweizerdeutsch. Das kannst du vermutlich nicht nachvollziehen, da deine Mentalität komplett anders ist. Und genau das ist der Punkt, warum es kaum ein Schweizer verstehen wird. Ich persönlich bin auch für traditionelle Werte, die in D aber immer mehr verschwinden. Die Schweiz ist kein zweites Deutschland, auch wenns gerne mal so gesehen wird.
PS: Das ist meine eigene Meinung, die auf meinen Erfahrungen beruht und die ich mir auch nicht, v.a. nicht in einem Forum, wieder absprechen lasse.
Michael72
16.08.2011, 01:19
Michael72, wenn du keine Ahnung hast, wie ich das meine, solltest du dich mit deiner Meinung zurückhalten. Auch ich bin gebürtige Deutsche und da ich aus Schleswig-Holstein komme, konnte ich das Schweizerdeutsch erst nach 7 Jahren sprechen, da die Sprachen doch sehr differenzieren. Also weiss ich durchaus, was ich hier gerade schreibe und falls es dich interessiert: ich hatte damals lange den Spitznamen Hitlerkind und wurde entsprechend gemobbt. Also halte dich mit deinen Äusserungen was meine Person betrifft zurück.
Und ja, die Deutschen nehmen den Schweizern in gewissen Branchen die Stellen weg z.B. im Bildungssektor. Das haben mittlerweile auch Wirtschafter rausgefunden. Wenn dann noch solche Motive wie beim TE dazukommen, darf man wohl nicht böse sein, wenn man schonmal mit weniger Euphorie empfangen wird.
Deutsche kommen in die Schweiz, was ja ein anderes Land ist, und glauben, dass es eine Selbstverständlichkeit ist, dass hier Hochdeutsch geredet wird und passen sich dementsprechend nicht mehr richtig an. Das finde ich arrogant. Man muss nicht die Sprache sprechen, aber doch zumindest so anpassen, dass man nicht die Nase rümpft, wenn sich ein Schweizer einem Deutschen gegenüber "anmasst" in der Landessprache(!) zu sprechen.
Was Deutsche untereinander sprechen ist schnurzpiepegal, auf das Verhalten kommts an. Es gibt halt nicht nur wohlerzogene und freundliche Deutsche, dafür fallen die schlechten Beispiele vermehrt auf. Ich persönlich habe aber ein ganz grosses Problem damit, wenn Deutsche in die Schweiz kommen und erstmal erzählen, was denn in D so viel besser ist und das dann ständig betonen müssen, meistens nörgeln sie noch dazu. Da muss ich ganz ehrlich sagen: wenns dir nicht passt, dann verschwinde. Machen sie aber nicht, oft wegen des Geldes. Beschweren und gleichzeitig absahnen, das ist unverschämt. Man muss nicht alles gut finden, aber STÄNDIG mit solchen Vergleichen zu kommen, ist nicht ok.
Wir hatten super Beispiele an der Schule: deutsche Lehrer, die so oft die Pluspunkte deutscher Schulen hervorgehoben haben, bis es einem zu den Ohren herauswuchs, aber noch nichtmal fähig waren, den Lehrplan richtig umzusetzen. Das brauchen wir nicht und es interessiert uns auch nicht.
Was würdest du denn sagen, wenn du in mehrere Krankenhäuser gehen würdest, in denen >50-60% z.B. Tschechen arbeiten (und nu komm nicht mit Sprüchen, dass ich was gegen Tschechen habe, ich bin selber zu 50% eine). z.B. im Unispital Basel kommt man in die Notaufnahme und tadaaaa.. Kaum einer dort redet Schweizerdeutsch. Das kannst du vermutlich nicht nachvollziehen, da deine Mentalität komplett anders ist. Und genau das ist der Punkt, warum es kaum ein Schweizer verstehen wird. Ich persönlich bin auch für traditionelle Werte, die in D aber immer mehr verschwinden. Die Schweiz ist kein zweites Deutschland, auch wenns gerne mal so gesehen wird.
PS: Das ist meine eigene Meinung, die auf meinen Erfahrungen beruht und die ich mir auch nicht, v.a. nicht in einem Forum, wieder absprechen lasse.
Ich hab's mal komplett gequoted, damit das erhalten bleibt und nicht durch editieren verschwindet. Vielleicht nimmst Du Dir irgendwann nochmal die Zeit, darüber nachzudenken, wie ein solcher Text wirkt und was für einen Unfug Du da gerade geschrieben hast. Deine Meinung sei Dir zugestanden, aber erwarte nicht, dass ich bereit bin, diese braune Sosse weiter zu kommentieren oder weiter mit Dir zu diskutieren.
Um wieder aufs Thema Geld zu kommen: wenn ich es recht verstehe, ist das hohe Nettoeinkommen in der Schweiz zum großen Teil auch eine Folge der niedrigen Steuerabgaben in CH...der Vorteil entfällt dann bei einem deutschen Wohnsitz.
Das Bruttogehalt ist in der Schweiz auch höher.
Ich verdiene als OA im 1. Jahr etwas über 9.900 CHF im Monat Brutto x 13 Gehälter / Jahr. Ich arbeite an einem Uniklinikum.
Das sind 10.800 CHF pro Monat bei 12 Gehältern (wie in Deutschland üblich), also etwa 9500 Euro pro Monat brutto.
Wenn ich mir die Tabelle des Marburger Bundes anschaue:
http://www.marburger-bund.de/tarifpolitik/tdl/tarifvertraege/TV-Aerzte_idF-AeTV-Nr1_2009.pdf
, dann sehe ich, dass ein OA (Entgeltgruppe Ä3) im 1. Jahr 6434 Euro pro Monat brutto verdient (Seite 32).
Somit ist mein Bruttogehalt in der Schweiz knapp 50% höher als in Deutschland.
Und ob ich gleich nach dem Facharzt in Ä3 in Deutschland reingekommen wäre, ist ungewiss. Die meisten Verwaltungen deutscher Kliniken versuchen Fachärzte erstmal als Ä2 einzustellen (Funktionsoberärzte=Fachärzte), damit sie Geld sparen können. Ich hab's selber in meiner alten Klinik erlebt. Wir hatten 6 "Oberärzte" von denen nur 2 einen "echten" Oberarztvertrag hatten. Der Rest war als "Facharzt" eingestuft. Würde ich auf Ä2 landen, hätte ich noch weniger Geld in der Tasche in Deutschland: 5136 Euro brutto im Monat.
Ein Blick im Anzeigeteil vom Ärzteblatt macht dies auch deutlich. Überall werden "Fachärzte" oder "Funktionsoberärzte" gesucht, wenige Kliniken bieten "Oberarzt"-Stellen an.
Klar, ich habe hier:
a) 50 Stunden pro Woche reguläre Arbeitszeit
b) weniger Urlaubstage (wobei hier auch in den letzten Jahren Anpassungen nach oben durchgeführt wurden und wir mehr Urlaubstage haben).
Allerdings habe ich auch minutengenaue elektronische Arbeitszeiterfassung (stempeln) und ein Überstundenkonto, von dem ich dann auch extra-Urlaubstage einbeziehen kann.
Wir machen keine Dienste, insofern kann ich nicht sagen, wie es mit extra-Verdienst aussehen würde, wenn wir Dienste hätten.
Und was die Steuern in der Schweiz angeht:
Klar sind die Steuern hier deutlich niedriger. Allerdings ist die grosse Kluft in den Steuerabgaben zwischen Deutschland und der Schweiz in Steuerklasse I zu finden. Hat man Familie und Kinder, schliesst sich diese Kluft schnell. Die Nebenkosten sind in der Schweiz in einigen Bereichen deutlich höher, so dass man mit Familie unter dem Strich schlechter fährt als in Deutschland (bei gleichem Bruttogehalt).
Was würdest du denn sagen, wenn du in mehrere Krankenhäuser gehen würdest, in denen >50-60% z.B. Tschechen arbeiten (und nu komm nicht mit Sprüchen, dass ich was gegen Tschechen habe, ich bin selber zu 50% eine). z.B. im Unispital Basel kommt man in die Notaufnahme und tadaaaa.. Kaum einer dort redet Schweizerdeutsch.
Wenn ich in die Notaufnahme ankomme, interessiert mich am wenigsten, ob die Ärzte dort Schweizerdeutsch oder nicht sprechen.
Ich habe offensichtlich ein anderes Problem, wenn ich die Notaufnahme aufsuchen muss.
:-peng
Schimmelschaf
16.08.2011, 10:26
Ja genau, jeder Patient hat ein Polytrauma oder schreit vor Schmerzen.. :-sleppy
Diesen Text: "Es wird in der Schweiz nicht gerne gesehen, wenn ein Deutscher quer in der Gegend sein Hochdeutsch (diese Endung "ne?" würde ich mir abgewöhnen ;-)) rumposaunt. was auch damit zu tun hat, dass das Hochdeutsch aggressiver tönt" habe ich so gemeint, dass man mit dem "ne" am Schluss gerne aufgezogen wird und diese Sprüche mit der Zeit nerven. Und das Rumposaunen meine ich so, dass Deutsche gerne lauter und nunmal auffälliger reden. Und ja, Hochdeutsch klingt aggressiver. Wenn man noch nicht lange genug in der Schweiz war, um die sprachlichen Unterschiede zu bemerken, der kann das ja auch nicht wissen.
Es ist auch eine Tatsache, dass schweizer Lehrer von günstigen, deutschen Lehrern abgelöst werden, darunter leidet der Notenschnitt nachweislich. Mein Freund studiert an der Uni St. Gallen (HSG, hat einen ziemlich guten Ruf und gilt als DIE Wirtschaftsuni in der Schweiz und ist im Ausland ebenso bekannt), macht in einem Semester seinen Master und ich denke schon, dass die Leute dort weitaus mehr Ahnung haben, als Mediziner. Wenn mir von denen gesagt wird, dass es mehr arbeitslose CH-Lehrer gibt (friktionelle Arbeitslosigkeit), aber dennoch mehr deutsche Lehrer einen Job finden bzw. "importiert" werden, dann schenke ich dem weitaus mehr Beachtung als einem User, der von der Schweiz keine Ahnung hat und sich trotzdem mal einmischt. Das nenne ich Arroganz und Mangel an Selbstkritk. Und ich stehe zu jedem einzelnen Wort, dass ich geschrieben habe, kannst dich also grün und blau zitieren.
teletubs
16.08.2011, 10:56
Hm Schäfchen...ich kann deine Reatkionen schon verstehen, aber ich muss mal Einspruch erheben.
Es ist ziemlich vieles ein "hausgemachtes" Problem :-nix Es herrscht seit Jahren schon Ärztemangel. Und was wird hier gemacht? Gar nichts...weiterhin bewerben sich um die 6000 Abituierenten auf ca. 1500 Medizinstudienplätze. Anstatt mal mehr Studienplätze zu verteilen, werden halt ausländische Ärzte eingestellt. Klaro die meisten Patienten sind daran gewöhnt von deutschen Ärzten behandelt zu werden und finden das auch gar net schlimm. Habe aber halt auch durchaus auch schon die Erfahrung gemacht, dass Patienten partout nur von schweizerischen Kollegen behandelt werden wollten. Und da kannst du als deutscher noch so freundlich sein, die haben ihre Vorurteile und beharren auf ihren Standpunkt. Ja Gott sei Dank ist das die Minderheit...
Das zweite "hausgemachte" Problem sind ja anscheinend die Lehrer...aber da kann man ja seit diesem Jahr "ganz easy" den Lehrer mehr oder weniger lernen und dann unterrichten. Da wurde anscheinend schon etwas verändert...wie sich das ganze entwickeln wird, wird sich zeigen.
Es gibt solche Deutsche und solche Schweizer, ne? :-)) Und dieses "´ne" wird auch nicht in ganz Deutschland gebraucht ;-)
Es ist nicht alles Gold was glänzt, aber wenn mehr als nur ein bisschen über den Tellerrand schaut, dann kann man hier gut leben :-love :-top
Schimmelschaf
16.08.2011, 11:29
Danke, tubs. :-) So in der Art habe ich es gemeint, die diplomatische Ausdrucksweise liegt mir jedoch nicht so.
Ja, das mit den Studienplätzen finde ich bescheuert. Vor zwei Jahren warens sogar 10 Bewerber auf einen einzigen Studienplatz. Und das bei einem so kleinen Land. Das mit den Lehrern ist eben auch nicht auf allen Stufen gleich, aber egal, soll nicht Sinn der Sache sein.
In eurer Altersklasse (sorry, will damit nicht sagen, dass ihr alt seid ;-)) sind sie noch freundlicher gesinnt, in meiner irgendwie nicht mehr so :-nix Ich kenne wirklich kaum einen schweizer Kollegen in meinem Alter, der die Einwanderungswelle der Deutschen lustig findet. Erst recht nicht mit dem Aspekt, so viel Geld wie möglich zu scheffeln und dann wieder abzuhauen, das geht denen ziemlich gegen den Strich (und mir persönlich auch).
Ich habe z.B. eine Kollegin, deren Eltern Deutsche sind. Auch wenn wir beide die CH-Staatsbürgerschaft haben und Schweizerdeutsch reden, unterhalten wir uns trotzdem in Hochdeutsch - und nutzen erst noch das "ne". Ich meinte es auch nicht so böse, wie es Michael offensichtlich aufgefasst hat, sondern eben so, dass die Schweizer gerne Sprüche über das "ne" machen und diese mit der Zeit nerven. Genauso gut kann man ja auch das typische "oder" belächeln. Daher auch der Smiley am Schluss.
Michael72
16.08.2011, 11:53
Und ja, Hochdeutsch klingt aggressiver. Wenn man noch nicht lange genug in der Schweiz war, um die sprachlichen Unterschiede zu bemerken, der kann das ja auch nicht wissen.
(...)
schenke ich dem weitaus mehr Beachtung als einem User, der von der Schweiz keine Ahnung hat und sich trotzdem mal einmischt. Das nenne ich Arroganz und Mangel an Selbstkritk.
Ich habe übrigens für meinen ehemaligen Arbeitgeber drei Jahre in der Schweiz gearbeitet, soviel zu meiner Ahnungslosigkeit. Leuten wie Dir bin ich dabei Gott sei Dank nur sehr selten begegnet.
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