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RS-USER-Claudi
02.11.2003, 21:05
tragisch tragisch

noch eine wahre Geschichte - diesmal aus Leicestershire, England.
Zu den zahlreichen Bediensteten, die im 17. Jhd. vom sechsten Grafen von Rutland auf Belvoir Castle angestellt waren, gehörte auch eine gewisse Joan Flower aus dem nahegelegenen Dorf Bottesford sowie ihre beiden Töchter Margareth und Philippa. Joan war nicht beliebt bei den Nachbarn. Sie galt als ordinär, bösartig - und was das Schlimmste war - als ungläubig. Sie sah wild und ungepflegt aus, und sie rühmte sich, außergewöhnliche Kräfte zu haben. Kurzum, man verdächtigte sie, eine Hexe zu sein.
Nach einer gewissen Zeit wurde sogar die Gräfin selbst misstrauisch, wegen des schamlosen und befremdenden Verhalten dieser drei Frauen, und als sie herausfand, dass Joan im Schloss Diebstahl verübte, nutzte sie die Gelegenheit, die Magd zu entlassen.
Joan war erbost und sann auf Rache! Sie rief mit ihren Töchtern die Hilfe des Teufels herbei und verfluchte den Grafen und seine Familie. Binnen eines Jahres starben die beiden Söhne des Grafen. Etwas später litt die Gräfin unter entsetzlichen Krämpfen und wurde schließlich unfruchtbar. Einige Jahre später wurden Joan und ihre Töchter verhaftet und in Lincoln vor Gericht gestellt. Der Hexenzirkel gestand zahlreiche Verbrechen, doch dann widerrief Joan Flower und stritt ab, die beiden Kinder getötet zu haben. In diesem Moment fragte sie nach Brot und Butter. Um ihre Unschuld zu beweisen, wünschte sie "dass das Essen nicht durch sie hindurchginge, wenn sie schuldig sei". So lautete ein altes Gottesurteil aus angelsächsischer Zeit. Allerdings erstickte Joan an dem Brot noch im Gerichtssaal und erwies sich so tatsächlich als Hexe (so kanns gehen... :-p).
In der Kirche zu Bottesford kann man den sogenannten "Hexengrabstein" besichtigen. Die Statue zeigt die beiden unglückseligen Jungen. Als Symbol des Todes haben sie einen Totenschädel in der Hand. Eine Inschrift bekundet noch heute, dass "sie in ihrer frühen Kindheit durch Magie und Hexerei starben"

* ach so... Beweisbild...* ;)

der Irritator
03.11.2003, 15:33
Original geschrieben von Claudi
tragisch tragisch

... Allerdings erstickte Joan an dem Brot noch im Gerichtssaal und erwies sich so tatsächlich als Hexe (so kanns gehen... :-p).

Das kommt davon, wenn man den Mund zu voll nimmt. :D

eine kleine Geschichte habe ich auch noch:

Mythos

Stirbt ein Chinese bei einem Unfall, hat er den Lebenskreislauf unterbrochen und kann erst dann seine Wiedergeburt erleben, wenn er den Göttern der Nachwelt einen Ersatzgeist liefert. Drei Jahre lang darf er nur als hungriger Dämon am Rande der Nachwelt existieren. Erst dann ist es ihm erlaubt, einen Nachgeist zu suchen. Die Sache wird dadurch kompliziert, dass er den Geist eines Menschen finden muss, der auf die gleiche Weise wie er selbst umgekommen ist. Der Geist eines ertrunkenen Mannes kann nicht durch den Geist eines Menschen ersetzt werden, der beispielsweise aus dem Fenster gestürzt ist.
Demzufolge halten sich heimatlose Dämonen vorwiegend an Orten auf, wo sie als Menschen ihren Tod fanden. Dabei sind sie durchaus in der Lage, ähnliche Unfälle heraufzubeschwören. Deshalb meiden Chinesen Stellen, an denen sich ein tödlicher Unfall ereignete. ;)