Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Medizinstudium auch ohne Abi??
RS-USER-Hoffi
07.01.2004, 14:47
ich meine mittlere Reife
ToolKing
07.01.2004, 14:53
Habe gerade bei arbeitsamt.de nochmal nachgeblättert, da stand aber gar nix von einer Mindestschulbildung als Zugangsvoraussetzung...
RS-USER-Sani
07.01.2004, 14:55
Voraussetzung für die Ausbildung zur Krankenschwester und auch -pfleger ist die Mittlere Reife.
Man kann auch mit Quali die Ausbildung anfangen, allerdings muss man dann noch auf eine Pflegevorschule oder so ähnlich ...
ToolKing
07.01.2004, 15:01
In der DDR gabs damals ein einjähriges Mediziner-Abitur für Krankenpflegepersonal, allerdings waren die Plätze sehr, sehr beschränkt...
RS-USER-Frollein
07.01.2004, 18:59
Original geschrieben von Sani
Voraussetzung für die Ausbildung zur Krankenschwester und auch -pfleger ist die Mittlere Reife.
Man kann auch mit Quali die Ausbildung anfangen, allerdings muss man dann noch auf eine Pflegevorschule oder so ähnlich ...
ja genau. Brandaktuell aus dem neuen Krankenpflegegesetz (1.1.04)
§ 5
Voraussetzungen für den Zugang zur Ausbildung ist
1. dass die Bewerberin oder der Bewerber nicht in gesundheitlicher Hinsicht zur Ausübung des Berufes nach ungeeignet ist und
2. der Realschulabschluss oder eine andere gleichwertige, abgeschlossene Schulbildung
oder
3. der Hauptschulabschluss oder eine gleichwertige Schulbildung, zusammen mit
a) einer erfolgreich abgeschlossenen Berufsausbildung mit einer vorgesehenen Ausbildungsdauer von mindestens zwei Jahren
oder
b) einer Erlaubnis als Gesundheits- und Krankenpflegehelferin oder Gesundheits- und Krankenpflegehelfer oder einer Erlaubnis als Altenpflegehelferin oder Altenpflegehelfer, sofern die Ausbildung dafür mindestens ein Jahr gedauert hat.
Ein Mindestalter ist nicht mehr vorgesehen. Nach dem alten Pflegegesetz war auch die Vollendung des 17. Lebensjahres Voraussetzung. Aber die Pflegeschulen haben meistens schon von sich aus darauf geachtet, dass die Schüler ca. 19-20 Jahre alt waren. ;)
Eine Freundin von mir hat nach dem Staatsexamen ihr Abi per Abendgymnasium nachgeholt (berufsbegleitend) und hat dann mit 25 Jahren angefangen Medizin zu studieren. Das finde ich schon noch akzeptabel. Auch wenn man nach der Schule vielleicht 1 oder 2 Jahre zur Orientierung braucht. Aber in den 30ern würde ich auch kein Studium zur Selbstverwirklichung mehr anfangen. Da würde mir ehrlich der Nerv fehlen. :-p :rolleyes:
Zulassung zum Studium ist in NRW für examinierte Krankenschwestern und -pfleger möglich. Ich kenne zwei Personen, die "ohne Abitur" studieren. Eine Person an der Ruhr-Universität-Bochum und eine weitere an der Universität Witten-Herdecke.
IMHO muss dazu ein Antrag beim Bundesgesundheitsamt gestellt werden.
Sogar das Pflegepraktikum und der 1.-Hilfe-Kurs ist dann nichtmals mehr erforderlich.
wobei sehr viele Krankenschwestern/-pfleger ohnehin Abitur haben, da immer häufiger auch die Pflegeschulen auf eine gute Schulausbildung wert legen. ;)
Ansonsten finde ich, dass die Pflegeausbildung ein guter Einstieg für das Medizinstudium ist. So hat man bereits einige Jahre ein Krankenhaus "von innen" gesehen :-p und hat einige durchaus verwertbare Vorkenntnisse. Trotzdem sollte man nicht zu alt sein, wenn man ein solches Studium beginnt.
Graf Harald
20.01.2004, 11:50
Bewerber mit Abitur werden an den Krankenpflegeschulen, denke ich, bevorzugt.
Ich kenne eine die sich mit Abi beworben hat, sie fängt die Ausbildung mit 21 an, man hat ihr direckt im Anschluss, auf Anfrage, gesagt, dass sie gerne genommen würde und man ihr am liebsten gleich einen Vertrag schicken würde (sie hatten gerade keine mehr da). Das war ihr erstes Vorstellungsgespräch. An dieser Schule kommen 600 Bewerber auf 50 Stellen.
Sie plant auch mit 24 dann Medizin zu studieren..
Kontrolletti
20.01.2004, 13:17
Original geschrieben von Graf Harald
Sie plant auch mit 24 dann Medizin zu studieren..
nur wenn so viele Pflegepersonen dann für ein Studium abspringen oder die Ausbildung nur zur Überbrückung nutzen, braucht man sich über einen Mangel an ausgebildetem Personal nicht wundern.
In dem Haus, in dem meine Freundin arbeitet, kann man ungefähr davon ausgehen, dass 1/3 der ehemaligen Schüler direkt im Anschluss studieren. D. h. 1/3 Leute quasi "für die Katz" ausgebildet. :rolleyes:
Medizinarr
20.01.2004, 13:23
nur wenn so viele Pflegepersonen dann für ein Studium abspringen oder die Ausbildung nur zur Überbrückung nutzen, braucht man sich über einen Mangel an ausgebildetem Personal nicht wundern.
Das hab ich auch schon sehr oft gehört. Wobei der Mangel vor allem auf den Einstellungsstopp etc. zurückzuführen ist.
Kontrolletti
20.01.2004, 13:33
Original geschrieben von Medizinarr
Das hab ich auch schon sehr oft gehört. Wobei der Mangel vor allem auf den Einstellungsstopp etc. zurückzuführen ist.
zum einen ist das sicher richtig. Aber andererseits gibt es bundesweit über 2000 Stellen, die ausgeschrieben sind, die aber aufgrund mangelnder Bewerber nicht besetzt werden können. ;)
Ruf in einem beliebigen Krankenhaus an, sag du bist examiniert und suchst Arbeit - und in den allermeisten Fällen wirst du "wann können sie anfangen?" hören. Ist wirklich so
RS-USER-Kräuterhexe
20.01.2004, 13:43
Na,ja, leider nicht hier in meiner Umgebung!
Außerdem arbeiten die meisten studentischen Pflegekräfte ja weiter. Und ob ich nun 30 - 50% arbeite, weil ich studiere oder die gleiche Prozentzahl, weil ich Kinder habe? :confused: Der Grund ist doch egal! Der Effekt ist der gleiche. Das sah auch die Krankenpflegeschule so, an der ich gelernt hatte. Ein Lehrer hatte nämlich festgestellt, daß die Mädels im Schnitt nur zwei Jahre nach dem Examen voll arbeiten.
Und sooo viele studieren auch nicht mehr Medizin ( ist ja abschreckend genug) nach einer Pflegeausbildung, eher Pflegewissenschaft, - pädogigik, - management,....:D :D
RS-USER-Frollein
20.01.2004, 17:43
Original geschrieben von Brühfix
wobei sehr viele Krankenschwestern/-pfleger ohnehin Abitur haben, da immer häufiger auch die Pflegeschulen auf eine gute Schulausbildung wert legen. ;)
war bei uns auch so - seit vielen Jahren soll das schon so sein, hab ich mir sagen lassen. Also nichts neues. ;)
Grund: Man hat Angst, dass "Nichtabiturienten" bzw. schlechte Realschüler den umfangreichen Unterrichtsstoff nicht schaffen (verdauen). So wurde es uns jedenfalls gesagt.
Wobei das Pflegeexamen soooo umfangreich ja wohl auch nicht ist und schwierig sowieso nicht. :-p vielleicht wurden einfach zu viele schlechte Erfahrungen mit mittelmäßigen Schülern gemacht. ;)
Im übrigen habe ich ebenfalls noch keine examinierten Kräfte kennengelernt, die lange einen Job suchen mussten. Voraussetzung: Examen mit mindestens "befriedigend".
Intensivling
20.01.2004, 17:53
Ich von meiner Seite tendiere immer noch dazu zu sagen, das zukünftige Krankenpflege Schüler / Schülerinnen zuerst ein soziales Praktikum in einer Klinik absolvieren sollten um erstmal in die Materie Medizin / Pflege reinzuschnuppern. Das würde in der Konsequenz schon mal alle die abschrecken die ein völlig irreales Bild von dem Beruf haben und erhöhen die Chancen derjenigen die den Job wirklich wollen einen Ausbildungsplatz zu bekommen enorm.
Über die Voraussetzungen wie den Schulabschluss lässt sich streiten. Abitur für einen derartigen Beruf finde ich überzogen, wobei ich schon gesehen habe das der Realscchulabschluss nicht mehr den stellenwert hat wie zu meiner Zeit.
Heutige Schüler mit Realschule ( so empfinde ich ) haben nicht mehr den Schulstoff gelernt wie wir ihn noch gelernt haben.
Der Beruf Pflege setzt ein hohes Mass an Verantwortung voraus und viele Schüler kennen den Begriff Chef / Dienstvorgesetzten nicht und der Respekt kommt mir viel zu kurz.
Mir ist es schon oft passiert das mich so 17 jährige Gören dumm von der Seite anmachen wollten, da reagier ich enorm schlecht drauf und das lasse ich die auch spüren. Kann ja nicht sein das ich mir von so einer was sagen lasen soll ... wäre ja noch schöner.
RS-USER-titan_cb
20.01.2004, 18:13
Zur Situation in Österreich:
In Österreich ist zum Studieren zwingend die Matura (österreichisch für Abitur - für alle, dies nicht wissen ;) ) erforderlich.
Ausnahme: Es gibt eine sogenannte Studienberechtigungsprüfung, mit der kann man dann auch studieren gehen ...http://www2.uibk.ac.at/service/c101/studienabteilung/de/studienberechtigungspruefung.html
kindest regards
Titan ;
RS-USER-Frollein
20.01.2004, 18:13
Original geschrieben von Intensivling
... viele Schüler kennen den Begriff Chef / Dienstvorgesetzten nicht und der Respekt kommt mir viel zu kurz.
Mir ist es schon oft passiert das mich so 17 jährige Gören dumm von der Seite anmachen wollten, da reagier ich enorm schlecht drauf und das lasse ich die auch spüren. Kann ja nicht sein das ich mir von so einer was sagen lasen soll ... wäre ja noch schöner.
hm das ist mir so mit Schülern noch nicht passiert (nur mal mit einem Zivi :D ).
Würde sagen, das liegt doch sehr an der Krankenpflegeschule. Bei uns wurde beispielsweise sehr auf Kriterien wie "Alter" und "Vorerfahrung, Praktikum, Sonntagshilfe, was ehrenamtliches gemacht etc." geachtet. Da das gesetzlich nicht geregelt ist, kann jede Schule (je nach Anspruch) was draus machen, oder auch nicht. Meiner persönlichen Erfahrung nach macht es sehr viel aus, wer die Schulleitung ist. Ob vielleicht sogar Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben, wenn sich keine geeigneten Bewerber finden lassen. Dann gibts da noch eine 6 monatige Probezeit! Kaum einer kann sich so lange verstellen. Wenn da derartige Beschwerden von Station kommen, fliegen Schüler auch schon mal "mangels Eignung" raus. Wie gesagt: Kommt auf die Schule an. ;)
Kontrolletti
20.01.2004, 18:34
Ich denke, Respektlosigkeit und mangelndes Verantwortungsgefühl haben nicht viel mit dem Alter sondern etwas mit der Persönlichkeit des Menschen zu tun. Wer mit 17 "rotzig" ist, wird das ziemlich sicher auch mit 25 sein. ;) Mir sind auch schon 14 jährige begegnet, die sich engagieren und reifer sind, als manche doppelt so alte. Die Schulen sollten bei ihrem Auswahlverfahren wirklich mehr wert auf "Sozialkompetenz" legen.
Sollte diese Geschichte mit dem sozialen Pflichtjahr kommen, wirds vermutlich wirklich lustig - wenn dann "hochmotivierte" Schüler ab 16 die Krankenhäuser/Altenheime etc. übervölkern und den Fachleuten den letzten Nerv töten. :-p
Leider teile ich die Erfahrung, dass anscheinend Eigenverantwortung und die Fähigkeit zum Selbstständigen Denken immer weniger wichtig wird. Ich will das nicht verallgemeinern, aber lch hatte das Glück schon über etwas längere Zeit Kurse von angehenden Pflegefachleuten zu begleiten und in bestimmten Fachrichtungen auszubilden. Und der Konsens mit Diplomierten, mit denen ich zusammen Ausbildungen und gewisse Standarts versuche sicherzustellen, ist leider so: Es fehlt bei scheinbar immer mehr Leuten die grundlegenede Ausbildung in Bezug auf Krankheitsbilder und ihre Leitsymptome. Zwar ist sicher eine umfassende Kenntnis der Krankheiten und ihrer pathophysiologie nicht vorauszusetzen, doch spiegelt sich hier eine grosse Diskrepanz zwischen "was Lehrstoff ist", was davon letztendlich -wenigstens teilweise- auch in der Praxis beherrscht wird, und was ganz von der individuellen Eigeninitiative abhängt. Und auf DIE kann man sich u.U. eben bei einem Grossteil nicht mehr verlassen.
Die Standarts sinken. und die Arbeitsmoral auch. kein Wunder!
Welche Erfahrungen macht Ihr?
silver tabby
23.01.2004, 17:32
Zu dem Thema alte Studenten kann ich auch ein tolles Beispiel bringen, das mich tierisch angenervt hat...
ich habe ein paar mal als Präp-Hiwi gearbeitet, und bei meinem letzten habe ich am Tische ein dtl. über fünfzig jährige Studentin gehabt...
Sie hat nicht etwas als Seniorenstudentin oder so mitgemacht, nein, sie hatte einen Platz via ZVS bekommen...
Andere, junge, nicht... Die, die erst über Nachrückverfahren reingekommen sind, konnten sie nicht so gut leiden.
Auf die Frage, ob sie das denn so korrekt fände meinte sie:
Wieso, ich nehme doch niemandem den Platz weg!
Mein Sohn ist gerade Arzt gworden und ich habe mich schon immer dafür interessiert, jetzt aber erst die Zeit, es auch zu studieren... War ja vorher immer Hausfrau und Mutter.
Und wenn ich efrtig bin, gehe ich ja eh`nicht mehr in die Klinik, also nehme ich niemandem was weg...
Dass ein humanmedizinstudium insgesamt im Schnitt 100000 Mark kostet, ist ja eigentlich auch egal, gelle..?
ToolKing
25.01.2004, 13:08
Original geschrieben von silver tabby
Sie hat nicht etwas als Seniorenstudentin oder so mitgemacht, nein, sie hatte einen Platz via ZVS bekommen...
Andere, junge, nicht... Die, die erst über Nachrückverfahren reingekommen sind, konnten sie nicht so gut leiden.
Wenn das Überhand nähme, könnte man das Wartesemester-Verfahren als unter 30jähriger demnächst abhaken... :mad:
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