PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Burn-Out



Seiten : 1 [2]

RS-USER-rettungshamster
06.11.2004, 12:50
Original geschrieben von flatliner
was ich eigentlich sagen wollte, ist, dass ich desöfteren boebachtet hab, dass eben Pflegende versuchen, gegen die Ärzte zu arbeiten und versuchen, jeden aus dem Team dazu zu zwingen, das Spiel mitzuspielen. ("Es ist sein Problem, wenn er kein Labor abnimmt! Lass sie doch bluten")
In vielen Teams wird gegeneinander statt miteinander gearbeitet und ich finde es wirklich verantwortungslos den Patienten gegenüber! Die oben genannten Fälle waren meiner Meinung nach Patientengefährdend!

Und wie standen die Mediziner diesem Verhalten gegenüber ?
Ich kann mir nicht vorstellen das diese es für gut geheißen haben.
Wie steht es denn in euren Einrichtungen mit Teamgesprächen oder gar Supervisonen ? Habt ihr das Gefühl das, wenn Teamgespräche statt finden, auch offen und ehrlich miteinander gesprochen und diskutiert wird ?

RS-USER-flatliner
06.11.2004, 13:22
Teamgespräche? Was´n das?! :confused:
Sowas gab es da nicht... Selbst wenn es das Angebot gegeben hätte, wären die meisten demgegenüber nicht besonders offen gewesen. Das war meistens so, wenn es Neuerungen gab. ("Brauchen wir nicht, gab es früher auch nicht.", "Andere Sachen sind viel wichtiger.")
Die Mediziner haben davon auch nicht viel mitbekommen, weil sie meist mit was anderem beschäftigt waren. Das war aber eh so, dass dort niemand irgendwas dem Betroffenen direkt gesagt hat, sondern sowas immer hinter dem Rücken ablief.
Ob sich dort etwas verbessert hat, weiß ich nicht - nach der Ausbildung hab ich dort nicht weiter gearbeitet. Jetzt studier ich und seh zu, dass ich es irgendwann besser machen kann, bzw. besser machen können darf... Ich offe, dass ich später mal nen guten Kontakt zu den Pflegenden habe, und nicht gegen mich gearbeitet wird. Ich denke, es ist ein Vorteil, die andere Seite zu kennen und zu wissen, was da ablaufen kann und bin froh, nicht direkt von der Schule ins Studium gegangen zu sein.

RS-USER-rettungshamster
06.11.2004, 17:19
Es ist schon erschreckend wie weit in der Pflege das Mobbing verbreitet ist.
Aber mal zurück zum Thema zu kommen, würd ich gerne mal wissen in wie weit sich dieses Mobbing sich auf euch ausgewirkt hat. Hattet ihr auch Burn-Out-Symptome ? Wie man ja weiß, verläuft dies auch in unterschiedlichen Stadien ab.

Xaxis1
06.11.2004, 21:04
Hamsterchen, bist Du betroffen oder eine Kollegin/ein Kollege ?

Zu meinen Angstattacken: Ich weiß es nicht...
Die endogene Depression ist erblich bedingt, wobei bei mir nach wie vor nicht geklärt ist, ob gewisse Gewebeveränderungen da eine Rolle spiel(t)en...

In meiner jetzigen Arbeitsstelle ging das mit dem schneiden, mobben auch los: Ich war die erste und weit und brei einzige "medizinische Fachkraft". Und ich finde es einfach doof, den Kids abends, 10 Min bevor sie flach liegen, Mucosolvan/ACC einzuflößen... desweiteren bin ich der Meinung, daß diese Medikamente auf Dauer (6 Monate und mehr...) eher kontraproduktiv denn hilfreich sind...

Außerdem hätte ich gern dokumentiert gehabt, wer was hat - da gabs ein Heft, da wurde alles reingeschrieben - viel Spaß, wenn man mal ein paar Tage frie hatte oder den Fieberverlauf eines Kindes suchen mußte !!!

Eine Kollegin hat da dauernd quer geschossen; in einem offenen 3er Gespräch hat sie mir auch gesgat warum: "Du bist mir zu fachkompetent !!!" und "Du kommst hierher und nur weil Du Krankenschwester bist soll ich Dinge ändern die ich schon 5 Jahre so mach !"

Nunja... die Kollegin wurde versetzt; und als sie die "Neue" war, kam sie und hat sich das von meinem "Chef" und mir erarbeitete Dokusystem geholt !!! Das war ein schönes Gefühl... da hat sie wohl verstanden.

Der nächste Angriff: Ich hätte soviele Frühdienste. Tja, Leute - 10 Köpfe Team, ich die einzige Mama - das hab ich angesprochen, weil es nur hintenrumging und Gespärche verstummten wenn ich kam etc... Ende vom Lied: Eine dachte, ich sitz da meine Stunden nur ab wie sie (unter der Woche sind die Kids meist in der Schule). Daß ich zum einen Standards erarbeite, Medis bestelle, verwalte, überprüfe, Dokus erneuer und abheft etc - ja, das hat sie nicht gesehen; ebenso wenig wie die Facharztkoordination... mittlerweile läufts gut, wir sind ein super Team, bis auf eine - aber die gibts sich nun Mühe, uns nicht wieder zu enttäuschen (krank feiern, unzuverlässig, dann hopplahopp 4 Monate Therapie wovon 10 Wochen ursprünglich waren... jeder hat Überstunden deshalb, sie hat einfach alles stehen und liegen lassen ---> verfallene Brillenrezepte; Abrechnungschaos beim TG usw).

Mensch, das war lang - ich off, es war in Topic durch und durch !

Burn Out hatte ich ANzeichen, aber da ich wg der Depri und der andren Sache eh in ärztl Behandlung bin, hat sich das wieder hingebogen...

RS-USER-rettungshamster
06.11.2004, 21:54
Original geschrieben von Xaxis1
Hamsterchen, bist Du betroffen oder eine Kollegin/ein Kollege ?


Beides - wie wir alle es wohl schon mal alle haben durchmachen müssen:(

RS-USER-rettungshamster
10.11.2004, 11:19
Original geschrieben von Xaxis1
"Du kommst hierher und nur weil Du Krankenschwester bist soll ich Dinge ändern die ich schon 5 Jahre so mach !"


:rolleyes: Der allseitsbekannte und fast überall zu hörende Spruch.
In meiner jetigen Einrichtung kam das glücklicherweise seltener vor.
Aber wie kann man da entgegen wirken ohne in eine ständige und fast nicht enden wollende Diskussion zu geraten und am Ende als besserwisserischer Buhmann darzustehen ?
:confused: :rolleyes:

Anditi
10.11.2004, 13:23
Hätte da auch mal ein nette Bsp:

Bei uns an der RW wird vom Sanitätspersonal eine Notärztin gemobbt. Die gute Frau ist zwar ein Opfertyp par excellence aber ich find es trotzdem Überzogen, dass sogar Zivis die mit der betreffenden Ärztin noch nicht mal Kontakt hatten, schon über sie lästern.

Letztens hab ich mal ein paar Zivis erklärt, dass ich das nicht in Ordnung finde und da konnte ich mir dann anhören, dass ich ihnen nichts zu sagen hätte, ich sei ja ein Freiwilliger.

In einem anderen Fall ging es um eine Kollegin mit einem, sagen wir einmal, sehr breiten Hintern und einem noch breiteren Grinsen. Die ganze Dienststelle hat sich über sie lustig gemacht. Ich hab sie eigentlich so ganz nett gefunden und habe mich trotzdem irgendwann dabei ertappt, dass ich bei dem ganzen blöden Gerede über sie mitgelacht habe... das war irgendwie schockierend für mich: Man macht bei sowas einfach mit, ohne es wirklich zu merken. Natürlich pass ich jetzt auf, aber es ist nicht einfach. Meistens geh ich dann raus, wenn solche Diskussionen aufkommen.

Nicht jeder der mitmobbt, meint das auch ernst. Viele machen nur mit, weil sie sich selber nicht exponieren und so zum Opfer werden wollen

Gruß Anditi

RS-USER-Bärentöter
10.11.2004, 13:31
Original geschrieben von Anditi
Nicht jeder der mitmobbt, meint das auch ernst. Viele machen nur mit, weil sie sich selber nicht exponieren und so zum Opfer werden wollen

Gruß Anditi

Rudelverhalten

RS-USER-rettungshamster
11.11.2004, 05:35
Original geschrieben von Anditi
Hätte da auch mal ein nette Bsp:

Die gute Frau ist zwar ein Opfertyp par excellence

Und wie sieht dieser Opertyp für dich genau aus ?

Xaxis1
11.11.2004, 07:32
Original geschrieben von rettungshamster
:rolleyes: Der allseitsbekannte und fast überall zu hörende Spruch.
In meiner jetigen Einrichtung kam das glücklicherweise seltener vor.
Aber wie kann man da entgegen wirken ohne in eine ständige und fast nicht enden wollende Diskussion zu geraten und am Ende als besserwisserischer Buhmann darzustehen ?
:confused: :rolleyes:

Ich hab - nachdem mir das vorgeworfen wurde - erklärt, was ein interdisziplinäres Team ist, sie darauf hingewiesen, daß ich viel frage und annehme, und daß es doch nur gut sein kann, wenn jeder sein Fachwissen einbringt (okay, sie hatte KEINES, wirklich nicht - kannte keine Kommunikation, wußte als ERZIEHERIN nix mit Waldorf oder Montessori anzufangen... aber gut, das erfuhr ich nach und nach!).

Mein Standardspruch war: HAUPTSACHE; ES GEHT DEN KIDS GUT !!!!!
Ich will mich nicht profilieren, ich will, daß diese Kinder ein scönes Leben haben, soweit ich das ermöglichen und mithelfen kann !!

Gebetsmühlenartig, ich hab den Rest des Teams überzeugt, und sie war die Außenseiterin... ich hab auch nie was gesagt, wenn SIE meine Ideen als ihre ausgegeben hat - eben weil es mir nur um die Kids geht...

Anditi
11.11.2004, 09:56
Original geschrieben von rettungshamster
Und wie sieht dieser Opertyp für dich genau aus ?

Die Fr. Doktor ist erstens mal aus Polen, daher spricht sie, obwohl schon sehr lange in Ö halt kein besonders perfektes Deutsch. Desweiteren kann es schon mal vorkommen, dass sie sich bei was nicht sicher ist und das merkt man bei ihr leider ziemlich schnell, vor allem wenn man sie schon länger kennt. Da kann es dann schon mal vorkommen, dass sie den NFS fragt: Na, was machen wir da?

Ich persönlich glaube ja, dass sie fachlich viel besser ist als ihr ruf, aber dass sie einfach Angst hat, vor dem was da auf sie einwirkt.

RS-USER-rettungshamster
12.11.2004, 07:00
Original geschrieben von Anditi
Ich persönlich glaube ja, dass sie fachlich viel besser ist als ihr ruf, aber dass sie einfach Angst hat, vor dem was da auf sie einwirkt.

Glauben oder wissen ?

Und ich bin der Meinung das niemand aufgrund seiner mangelhaften Deutschkenntnisse derart zu behandeln ist und das man nicht daraus schließen sollte das dieser Mensch nicht über ausreichend Kompektenz verfügt. Und wir waren doch alle schon mal unsicher bei der ein oder anderen Ausführung. Und wenn man dann mal inne hält und darüber nachdenkt ist das doch bei weitem besser als blinder Aktionismus.

Wenn wir mal ehrlich sind und durch die Reihen schaut - wer kann schon ein perfektes Deutsch ? Ich nicht (kann meinen Dialekt nicht unterdrücken :-p ).