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Con
29.11.2006, 10:03
Ich habe den Eindruck, manchmal gibt es in Kliniken häufungen von Patienten mit seltenen Krankheiten. Vor gut zwei Jahren hatten wir drei ALS - Patienten in kurzer Zeit hintereinander und neulich erst hatten wir zwei Chorea Huntington - Patienten in einer Woche. Und ich arbeite nicht auf einer neurologischen / neurochirurgischen Station, sondern auf einer anästhesiologischen ITS. Aber an solche Patienten erinnert man sich eben besser, als an die letzten zehn Mesenterialinfarkte.

Meine Freundin ist auf ner Neo - ITS, die erzählt manchmal von Patienten mit DiGeorge - Syndrom, Fallot´scher Tetralogie und anderen fiesen Sachen, bei denen es in der Ausbildung heisst: "Oooch, das kommt sooooo selten vor, das braucht Ihr nicht lernen!".

RS-USER-Katja
29.11.2006, 10:32
Original geschrieben von divemedic
Ein Sheehan-Syndrom kann's wirklich kaum gewesen sein. Möglicherweise war es aber ein Arnold-Chiari-Syndrom?
Der Typ III des ACS ist sehr selten.


Nee, Arnold-Chiari wars nicht (auch nicht Budd Chiari :D ). Der Typ III wird in der Regel auch keine zweieihalb Jahre alt. Ich muß mal sehen, ob ich den Pädiater nochmal treffe.

Syndromkinder haben wir innerklinisch (natürlich) viele, so Sachen wie letzte Woche ein Kind mit Angelman-Syndrom oder die von Anästhesisten aller Coleur gefürchtene Pierre-Robin-Syndrom Kinder. Aber die trifft man halt meist in der Klinik unter "kontrollierten Bedingungen" und in Anwesenheit von wem, den man fragen kann bzw. in der Nähe des Buches "Anästhesie bei seltenen Erkrankungen".

RS-USER-Daniel1979
14.02.2007, 20:04
Ich bin im PJ im amerikanischen ER mal an eine Patientin mit mit einer Prionenerkrankung geraten.

Mein Attending hat mich erst mal ausgelacht, der Neuro-assi wusste mit der Sympromatik gar nix anzufangen. Der Neuro-Attending und der Radiologe sahen dass aber genauso.

Hatte ein par Wochen davor schon in der Inneren einen Patienten mit ALS versorgt.

Hörbird
15.02.2007, 15:44
Hatte ebenfalls mal eine Prionenerkrankung - nur zudem Zeitpunkt wußte ma noch nix. Man hatte eher den Verdacht auf eine psych. Störung. ( wegen unerklärlicher Nacken- und Kopfschmerzen) - ein paar Wochen später war sie wieder im Haus: Diesmal war die Symptomatik eindeutig.

Eine beginnenden ALS hatte ich auch schon - wurde bei uns anfangsdiagnostiziert.

Fand beides unheimlich interessant - vorallem weil wir eigentlich eine kleine Kreisklitsche waren.

RS-USER-rettungshamster
15.02.2007, 16:23
Original geschrieben von Hörbird

Eine beginnenden ALS hatte ich auch schon - wurde bei uns anfangsdiagnostiziert.



Hatte ich mal vor vier Jahren in einem Altenheim, bereits im fortgeschrittenen Stadium, gesehen. (alle Extremitäten betroffen)
War ein netter Mann, früher Gymnasiallehrer....hat seine Krankheit mit bemerkenswerter Fassung getragen - RESPEKT

RS-USER-Katja
15.02.2007, 17:20
Unsere Kinderklinik ist Spezialklinik für ALS und unsere Neurologie hat nicht nur Professor Creutzfeld beherrbergt, sondern hängt seinem Werke immer noch an... diese Patienten sehe ich viel zu oft :(
Wobei mich bei den Hirnbiopsien der Patienten mit V.a. Prionenerkranung immer dieses Einmal-OP-Besteck fasziniert, muß ich ja gestehen. Nach OP-Ende kommen Zangen, Stanzen usw. alles in die "Infektiös"-Tonne.