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Xaxis1
25.10.2006, 12:54
Da fehlt einfach jegliche Selbstrefletkion, leider :(

Was ich bisher in der AP erlebt hab - autsch... aber: Im Kleinen kann man was ändern, Gottseidank... wir sind auch dabei, und es geht den Leuten in "meinem" haus so gut, daß ich guten GEwissens meine Eltern hin bringen würde, wenn es net anders ginge...

RS-USER-rettungshamster
25.10.2006, 13:40
Original geschrieben von Xaxis1
Was ich bisher in der AP erlebt hab - autsch... aber: Im Kleinen kann man was ändern, Gottseidank... wir sind auch dabei, und es geht den Leuten in "meinem" haus so gut, daß ich guten GEwissens meine Eltern hin bringen würde, wenn es net anders ginge...

Das geht dann aber auch nur, wenn man ein "gesundes und stabiles Team" sein eigen nennen kann. Alles andere hat eine Einzelkämpfercharakteristik und wird auf die Dauer auch nicht von dem Erfolg gekrönt sein den man sich (insgeheim wir alle) wünscht.

Hörbird
25.10.2006, 16:35
Sodele,

Ja, ja die Berufsmotivation... Dazu kann ich ein Wörtchen sagen:

Ich ich zähle zu den jungen Menschen, die öfters mal laut aufstöhnen bei der Arbeit und auch schon mal schief angeguckt wurde. Weil etwas kam, was ich anders geplant hatte, bzw. ich einfach gerade nicht brauchen kann. Ich stehe dazu - ich sehe es ja auch oft genug bei meinen älteren Kollegen/innen.
Trotzdem sehe ich mich, abgesehen von gewißen Problemchen, noch als genügend moltiviert an.

Warum scheint das älteren Kollegen aber so?
Nun, bei einem Vorstellungsgespräch mal sagte mir die PDL, das sie von den neuen jungen Kollegen überdurchschnittliches Engagement verlangt. Sie versteht wenn ältere Kollegen nicht mehr so schaffen können, und reduzieren. Jüngere haben keine Probleme. Sie sei aber immer wieder hocherstaunt, das es ein paar ältere doch schaffen voll zu arbeiten.

Komisch, warum?

Nun, ich habe die Stelle nicht bekommen, und bin Gott froh drum, aber dazu später:

Ich den 4 Jahren Pflege habe ich viele ältere gesehen, die ich schlichtweg als faul empfand. Und es wird widerum ebenso Menschen geben, die mich als faul empfanden.

Es ist eine Sache des Blickes und der Vorstellungen: jung = dynamisch, motiviert. Weicht das Bild mal ab, ist man halt entsprechend abgehakt. Aber in einem Beruf, der von einem alles fordert, und leider wenig Erholung gibt, da muss man schon seine Kräfte einteilen, wenn man lange arbeiten will. Und ganz ehrlich da sage ich dann auch offen und ehrlich, wenn's mir mal nicht passt.

Warum ich froh bin die Stelle nicht zu bekommen?
1. Es wäre ein Ein-Jahres-Vertrag gewesen. Ich hättte mich ein Jahr dumm und dämlich geschafft, mit der Angst im Nacken, die Stelle nicht behalten zu können.
2. Zudem war ich lange Ausdauersportler: Um etwas zu schaffen, mußte ich lernen meine Kräfte einzuteilen: Hattee ich am Anfang zu viel Gas gegeben, kam ich nicht mehr über den Berg. Ich mußte lernen mich anfangs zurückzuhalten - und siehe da, ich schaffte die Strecke. So sehe ich es auch im Berufsleben.
3. Der Beruf hat leider zuviele Menschen, die ihren Helfersyndrom darin pflegen. Habe leider viele Pflegende gesehen, die deswegen abgestumpft sind, weil sie anfangs alles geben und sich um jeden Dreck kümmerten. Das wollte die PDL wohl auch.
Jungkräfte verramschen!

Aber kommen wir zum eigentlichen Grund: siehe Teil 2

Hörbird
25.10.2006, 16:44
Wenn ich etwas ganz arg vermisse in diesem Beruf, dann eins: LOB!

Erstmal nicht im gesellschaftlichen, und auch nicht im finanziellen. Sondern ganz klein erstmal im Kollegenkreis.

Es ist leider so, und ich denke nicht nur bei mir, das ein "Gut gemacht" viel zu selten kommt. Und ich denke, egal ob jung oder alt, man braucht sowas. Leider bekommt man als junger oft genug von den älteren eins auf den Deckel wenn was schief ging.

Und was die fehlende "Intelligenz" bei Jugendlichen angeht: Wenn ich mich mal bei meinen Pat. umschaue - dann ist es komischerweise die Elterngeneration dieser genannten Jugendlichen, die alles sprengen, was ich mir an Dummheit vorstellen kann.
Bei uns heißt es immer wieder: "Sie kommen, geben ihr Hirn an der Pforte ab und kommen auf Station" Die genannten Jugendlichen kann ich daher keinen Vorwurf machen - sie nahmen sich nur ihre Eltern zum Vorbild.

So, und jetzt zerreisst mich!

RS-USER-rettungshamster
25.10.2006, 18:16
Ich will an dieser Stelle mal das Thema LOBEN von Pflegekräften gerne mal aufgreifen.

Es ist in der Tat wirklich so, dass in der Pflege (auch seitens der Kollegen) viel zu wenig gelobt wird. Und in manchen Zeiten scheint es, als könne man sich den Arsch noch so aufreißen und man bekommt keinerlei Anerkennung dafür und dann wieder mal kommen Phasen in denen für die noch so kleinste Sache das rießigste Lob ernete.
Das Verhältnis ist einfach zu unausgewogen.

Die Anfänge kann man erst im kleinen Kreis (Kollegium) versuchen umzusetzen und dann später mal die Chefs darauf hinweisen (Teamgespräch, Supervision etc.) dies zur Motivationssteigerung aufzunehmen.

RS-USER-Claudi
26.10.2006, 11:22
Original geschrieben von Hörbird

So, und jetzt zerreisst mich!


Aber nicht doch!
Du hast deine Meinung verständlich und ausführlich niedergeschrieben. Und ich muss dir im großen und ganzen sogar Recht geben. ;)


Was LOB angeht - so ist es in allen Berufsgruppen das gleiche. Es gibt keins. Dafür knallt es umso heftiger, wenn etwas schief geht. :rolleyes:
Es gehört irgendwie nicht zum Arbeitsleben, obwohl nichts mehr motiviert als ein ehrlich gemeintes Lob. Vermutlich loben die Älteren nicht, weil sie selbst auch nie gelobt wurden. Sie kennen es nicht. Und warum sollten sich Kollegen untereinander loben?? Ich persönlich würde mich da ein bisschen verarscht fühlen - nach dem Motto - ja, danke, weiß ich selbst. :-p
Ich hab da einen witzigen Kollegen, der immer wenn ich erzähle, was ich gerade gemacht habe sagt: "Das hast du gut gemacht" :D
Es ist schon fast ein running gag und wir grinsen uns dabei immer eins ins Fäustchen.

Aber Anfänger und ganz besonders Auszubildende brauchen Anerkennung! Unbedingt, sonst zweifeln sie ständig an ihren Fähigkeiten.
Wer weiß, vielleicht liegt hier sogar die Ursache der mangelnden Motivation der Jüngeren??

Man sollte "mangelnde Motivation" vielleicht näher definieren. Ich meine z. B. damit jemanden, der grundsätzlich Freitagmittag für 2 Tage krank wird, wenn das Dienstwochenende vor der Tür steht, oder jemanden, der immer zu spät kommt, dafür aber auf die Minute pünktlich geht, der alle volle Stunde "erst mal 'ne Pause" braucht und jemand dessen verschlafenes Gesicht absolutes Desinteresse signalisiert.
Klar: Das sind nicht nur die Jungen sondern auch eine Menge Alte. Besonders die ganz Alten. Vermutlich spielt da Resignation eine Rolle. Ich verdien hier meine Brötchen. Der Rest interessiert mich nicht mehr.

RS-USER-Hoffi
26.10.2006, 11:43
nich gemeckert ist doch genug gelobt :D

RS-USER-Cookie
26.10.2006, 12:27
Original geschrieben von Claudi
Was LOB angeht - so ist es in allen Berufsgruppen das gleiche. Es gibt keins.

Da muß ich doch spontan an meine Praktikantin denken, die neulich zu betreuen hatte. Sie sollte einen Anruf für mich erledigen, und wie das bei unerfahrenen jungen Leuten so ist - sie hatte ein bißchen Angst davor. Also hab ich ihr genau erklärt, was sie sagen soll und sie hat sich dann doch daran gemacht. Weil sie mir ja gegenüber saß, habe ich das Gespräch genau verfolgen können - und sie hat das ganz prima gemacht! Das hab ich ihr dann auch gesagt. Sie hat sich ehrlich über das Lob gefreut und jetzt ist ihr schon gar nicht mehr so unwohl, wenn sie irgendwo anrufen muß. :)

Aber ich kenne das aus dem Sportverein nicht anders. Ich mache da schon seit Jahren Jugendarbeit, und die Kinder werden nur besser, wenn sie Spaß an der Sache haben - und den haben sie, wenn sie häufig gelobt werden.

Unter den langjährigen Kollegen wird nicht mehr gelobt, aber wir sind auch ein eingespieltes Team, wir wissen was wir können und daß wir unsere Sachen gut machen. Und wenn mal ein Fehler unterläuft, können wir uns das gegenseitig ohne Probleme sagen.

Unser Chef dagegen hat leider keinerlei Führungsqualitäten. Der Erfolg eines von ihm anberaumten "Motivationsgespräches" (bei dem ich zum Glück wegen Urlaub gefehlt habe) war, daß eine Woche lang absolute Null-Stimmung im Büro herrschte...

RS-USER-rettungshamster
27.10.2006, 18:22
Original geschrieben von Cookie
Unser Chef dagegen hat leider keinerlei Führungsqualitäten. Der Erfolg eines von ihm anberaumten "Motivationsgespräches" (bei dem ich zum Glück wegen Urlaub gefehlt habe) war, daß eine Woche lang absolute Null-Stimmung im Büro herrschte...

Diese Qualität habe ich bislang auch nicht erkennen können. Was mich mittlerweile auch nicht mehr wundert. Es sind in der Summe tausend Dinge die in meiner jetzigen Einrichtung total neben der Spur laufen. Noch nicht mal "so große Probleme", und die Lösungen wären im Grunde auch ziemlich simpel...weswegen es aber an der Realisierung und Umsetzung fehlt, kann ich nicht erkennen :confused:

Beispiel: Morgen haben wir wieder eine 2er-Frühdienstbesatzung. Und zwar an beiden Tagen des Wochenendes. Das motiviert nicht wirklich - aber wenn man die Blickrichtung ändert, kann man im Grunde nichts mehr anderes machen als darüber zu schmunzeln :-p Und da ich eh nicht mein Maul halten kann (und im Grunde evtl. auch meine Probezeit nicht überlebe) werde ich am Sonntag nach Dienstende eine E-Mail an die Leitungen schreiben.
Nichts ist schlimmer als sich stets zu beklagen über irgendwelche Missstände und dann aber nicht die Zähne an den tragenden Stellen auseinander zu bekommen. Ich kann wenigstens noch am nächsten Morgen in den Spiegel schauen.

Also werd ich morgen erstmal schauen das meine Pflegehilfskraft morgen nicht den Koller vor lauter Arbeit bekommt ;) und dann wird das gemacht was zu schaffen ist....mehr geht nicht. Auch wenn dies zurKonsequenz hat, dass die Hälfte der Bewohner im Bett bleiben muss.

Denn neben der Grund -und Behandlungspflege, obliegt uns auch noch der hauswirtschaftliche Teil :rock:

Alles eine Frage der Organisation ;)