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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : PEG: Fluch oder Segen



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RS-USER-rettungshamster
09.08.2006, 20:28
*uff*

Wieder eine Situation die im Grunde hätte gar nicht sein dürfen, aber immer wieder passiert. Bloß warum ?

In meiner nun fast 10jährigen Berufspraxis habe ich es nur selten erlebt, dass bei einer Mundpflege richtig hingeschaut wurde. Inspektion der Mundhöhle mittels Lampe, auch mal die Lippen mal umschlagen um zu sehen wie die Schleimhaut aussieht.

Das sollte Basic und Arbeitsroutine sein. Meist wird jedoch eben nur das Esszimmer herausgenommen, kurz abgespült und wieder eingesetzt.
Zeitdruck ? Diese Ausrede lasse ich hier nicht gelten...

Es ist einfach geschlampertes arbeiten und zwar über einen längeren Zeitraum hinweg.

RS-USER-Bärentöter
09.08.2006, 20:47
shit happens.. sorry, aber ist so!

Rescuerambo
10.08.2006, 11:08
Original geschrieben von rettungshamster
Perkutane endoskopisch (kontrollierte) Gastrostomie :D

Ich dachte immer das heißt Gastronomie ... :D Also geh ich demnächst zum Gastrostomen zum Essen?

Nee mal ernsthaft, egal ob künstliche Ernährung durch die Bauchdecke oder Magensonde,

ICH BIN DER MEINUNG: (auch wenns hart klingen mag)

Man sollte dem Menschen irgendwo noch ein lebenswertes Leben ermöglichen.
Dazu zählt für mich auf keinen Fall ein rumvegitieren und künstlich ernährt werden, wenn keine Aussicht auf Heilung oder Besserung des Zustandes besteht.
Wir fahren oft genug den einen oder anderen Patienten zum Sondenwechsel, welche in der Regel teilnahmslos und apatisch (wirkend) auf der Trage liegen. Es sind in der Regel alte Menschen (um die 80 - 85 Jahre) bei denen die Begegnung mit dem Sensenmann meines erachtens unnötig herausgezögert wird.

Was ist das für ein Leben, wenn man durch einen Schlauch seine Nahrung zugeführt bekommt?

Ich verutreile auf keinen Fall Menschen, die ihre Angehörigen so versorgen, aber würde es für mich und meine näheren Verwandten auf keinen Fall wollen, diese haben mittlerweile eine Patientenverfügung unterschrieben, weil diese dies auch nciht möchten.

RS-USER-rettungshamster
10.08.2006, 11:14
Für manche wird ja durch das legen einer PEG ein Leben wieder lebenswert gestaltet. Ich denke das darf man auch nicht vergessen.

Habe auch schon Patienten gehabt die mitten im Leben standen aber eben nicht mehr Nahrung oral zu sich nehmen konnten. Und ich denke schon mal, dass diese froh über die Möglichkeit einer PEG waren.

Rescuerambo
10.08.2006, 12:31
Original geschrieben von Rescuerambo
I
Dazu zählt für mich auf keinen Fall ein rumvegitieren und künstlich ernährt werden, wenn keine Aussicht auf Heilung oder Besserung des Zustandes besteht.


;)

Con
10.08.2006, 13:12
Ne PEG ist als vorrübergehende Lösung in Ordnung, das jemand eine PEG hat, bedeutet ja nicht zwangsläufig das derjenige nie wieder oral Nahrung aufnehmen kann. Hab schon Patienten gesehen die nachdem sie mit Sondenkost via PEG aufgepäppelt wurden, wieder normal gegessen haben. Das sind aber die eher positiven Ausreisser. Das gros der PEG´s wird gelegt weil Irgendjemand entweder nicht mit dem lauf der Natur klarkommt oder weil wie zu Beginn dieser Diskussion erwähnt:

Original geschrieben von Urinkellner
"Unterschreiben sie hier, sonst muß die Mutter / der Vater verdursten / verhungern!"

vorgegangen wird ( in meinen Augen eine Nötigung ). Und genau das ist das Problem, welches die PEG in Verruf bringt. Sie wird zu selten sinnvoll eingesetzt.

RS-USER-Sanitoeter
10.08.2006, 13:23
Ich finde man muss immer die Umstände einer PEG-Anlage betrachten... So haben wir eine zeitlang immer wieder eine Patientin gehabt die als kleines Mädchen Salzsäure aus einer Limoflasche (in der sie gelagert war) getrunken hatte und sich alles verätzt hatte... Sie wurde mit der PEG immerhin 50 Jahre alt...

Ich für mich wollte jedoch nicht, wie RAmbo schon geschrieben hat, mit einer PEG rumvegetieren, und dass habe ich auch in meiner Patientenverfügung so festgehalten...

:-meinung


Gruß Sani