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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Kindliche Verbrühung/Verbrennung



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exzivisau
25.06.2006, 00:51
Mein Liebling davon ist die Straßenbahn. Da sind genügend andere Leute mit denen sie sich unterhalten kann.
In BI gibt's eine gute Notfallbegleitung und die sind mit Sicherheit nicht böse, wenn sie gerufen werden.



Original geschrieben von Jibjib
Ja, und was machen wir dann mit ihr???

In die Straßenbahn setzten?
Taxi rufen?
Notfallbegleitung rufen?

Mamma Türkin wird das Kind nicht alleine lassen wollen!

Gruß Jibby

P.S. Exzivisau, gib mir mal nen Tipp, wer du bist. *g*

Jibjib
25.06.2006, 10:22
Original geschrieben von exzivisau
In BI gibt's eine gute Notfallbegleitung und die sind mit Sicherheit nicht böse, wenn sie gerufen werden.

Ja, ich weiß, dass die gut sind. Hätte ich jetzt auch favorisiert.

Gruß Jibby

RS-USER-DocMezzoMix
25.06.2006, 12:10
Ich muss zugeben, mir ist das eigentlich egal.
Wenn angehörige Nerven, bleiben sie ebenso zuhause wie der 3-10 Koffer. Eine Person die ruhig und nicht nervend erscheint, nehme ich natürlich schon mal mit, aber wenn sich die Familie für 1 Person nicht entscheiden kann, fährt halt keiner mit, ist meiner Versicherung eh lieber, und gerade bei Sondersignalfahrten halte ich das für eh sehr bedenklich, gerade auch, weil ein Angehöriger meist wenig hilft (Mutter und Dolmetscher sind natürlich was anderes).

Man weiß ja vorher, ob das verbrannte Kind geflogen wird, da bestell ich der Mutter gern ein Taxi, wenn ich weiß das kein Platz mehr frei ist.
Komischerweise haben viele Leute keine Freunde, die sie fahren können, da frag ich mich immer, wer die 20 Leute in der Wohnung waren?

Gruß dMM

Jibjib
25.06.2006, 13:26
Mein Stand der Dinge war Folgender:


Original geschrieben von Rippenspreizer

...Ihr "rendezvoust" mit dem NEF nach 4 Minuten, der NA teilt eure Meinung einer schnellstmöglichen Versorgung in einem Verbrennungszentrum und entschliesst sich zu einer Maximaltherapie im RTW bis der RTH eintrifft. Dieser müsste lt. LS innerhalb der nächsten 8-10 Minuten eintreffen....


Ich war also auf dem Weg in die Klinik und zwar mit Mutter an Bord.


Original geschrieben von Rippenspreizer
...Die Mutter bleibt in dem Fall draußen...


hieß für mich nicht zwangsläufig, dass die Familie zuhause bleibt, sondern, dass Mutter evtl. auf dem Beifahrersitz mitfährt.

Da ich den ganzen RS-Krams ehrenamtlich, sprich neben meinem Hauptberuf mache, der halt so gar nix mit Rettungsdienst zu tun hat, hab ich vielleicht auch mal ne doofe Frage!

Gruß Jibby

El Mosquito
25.06.2006, 16:50
Der passt eigentlich fast mehr in den weise Sprüche Thread, aber:

Es gibt keine doofen Fragen

Jibjib
25.06.2006, 20:26
Das hab ich bisher ja auch gedacht, aber die Antworten, die teilweise auf meine Frage kamen, haben mich eines besseren belehrt.
Gruß Jibby

RS-USER-DocMezzoMix
25.06.2006, 20:47
Ich konnte jetzt in keiner der Antworten irgend einen Angriff auf dich erkennen, Jibjib bzw. das man deine Frage nicht ernst nimmt.

Es ist eine immerwiederkehrende Situation, das Angehörige, sei es nun eine Person, oder gar die ganze Familie der Meinung sind, sie wären unentberlich und müssten im RTW begleiten. Du hast also quasi in ein Wespennest gestochen.

Meines erachtens haben Angehörige in einem RTW nichts zu suchen, oftmals fehlt ja auch eine Sitzplatzmöglichkeit, wenn z.B. ein Praktikant an Bord ist. Wie die Versicherung einen Personenschaden auf der dringenden Anfahrt in die Klinik eines Beifahrers der nicht zum Team gehört bewertet, kann ich so aus der Hand nicht beantworten, sehe dies aber eher kritisch.

Natürlich ist jedem Team die entscheidung offen, einen Begleiter mitzunehmen, manchmal ist dies ja auch für die Compliance des Pat. nicht schlecht, allerdings geschieht dies dann meines Wissens nach auf den konkreten Verantwortungsbereich des Teams(Fahrers).

Die Mutter ist natürlich gesondert zu bewerten, da diese ja neben der bereits erwähnten Compliance des Kindes auch aus rechtlicher Sicht einen anderen Status hat, Stichwort Gesundheitsfürsorge.

Allerdings ist auch zu bemerken, das eine dekompensierte Mutter im RTW bei einer Zustandsverschlechterung im RTW eher hinderlich den nützlich sein kann ...


Und meine persönliche Meinung ist: Es kann nicht meine Aufgabe sein, zu gewährleisten das irgendwelche Angehörigen aus irgendwelchen Gründen Zeitnah im Warteraum einer Klinik sind.
Zumindest kann ich dies nicht in den Rahmengesetzen meines Berufes erkennen.

Gruß dMM

Jibjib
25.06.2006, 21:37
Nein, angegriffen hab ich mich auch nicht gefühlt, vielleicht war ich auch einfach zu ungeduldig, weil mich das wirklich interessierte.
Dass das so ein Wespennest ist, war mir nicht klar.
Ich habe noch keine Probleme mit Angehörigen gehabt, oder miterlebt, die 80 Stunden Praktikum für den RH haben mir glücklicherweise nur 2 Kindernotfälle beschert, in beiden Fällen waren die Eltern sehr besonnen und eine große Hilfe.
Da die RTW, auf denen ich mitgefahren bin hinten 3 Sitzplätze haben, war das auch nicht wirklich das Problem.

Ansonsten gebe ich dir natürlich recht, wir haben ja kein Schild "TAXI" auf den Fahrzeugen.
Bei meiner Frage ging es wirklich um die Situation, wir haben die Mutter nun mal mitgenommen und unterwegs stellt sich raus, es wird umgestiegen in den RTH, der keinen Platz für die Mutter bietet. Wenn die Mutter völlig gaga ist, ist Notfallbegleitung sicher die beste Lösung. Ansonsten muss ich vielleicht noch lernen, nicht für alles und jeden Verantwortung übernehmen zu wollen. (hm, könnte an meinem Hauptberuf liegen *g*)

Gruß Jibby

Gasmann1
26.06.2006, 09:55
Liebe Rippenspreizer,

zunächst zum io-Zugang: ich habe bei ca. 750 Einsätzen 3x io bei zwei Patienten erfolgreich im ersten Versuch punktiert - 2 Zugänge bei polytraumatisierten 1,5-Jährigem nach 16m Absturz mit letztlich letalen Verlezungen und 1x in einem ähnlichen Fall:
Das Kind war 4 Jahre alt, ebenfalls türkisch - es war nur leider kein kochendes Wasser sondern heisses Fett:( 35%KOF verbrüht.
Insgesamt ist mein Einsatz etwas harmloser abgelaufen: Das Kind ist vom Vater in den RTW gebracht worden, der ist sofort heraus"gebeten" worden und wir sind mit dem Kind zur ca 300m entfernten FW gefahren. Dorthin wurden dann auch der bereits alarmierte RTH und der Kinder-NA gebracht. Auf dem Hof der FW fand sich dann auch rasch die Familie ein, aber aufgrund des zahlreichen Personals und der alarmierten Seelsorge, liess sich die Situation gut beherrschen. Nach 3 pv Versuchen entschlossen wir uns zur io. Das Kind wurde dann noch zur Analgesie narkotitsiert und intubiert (mit übrigens erstaunlich hohen Dosierungen) und direkt ins nächste päd. Vebrennungszentrum geflogen.

Vielleicht noch ein paar Sätze zur Succi-Verwendung: Eine Verbrennung, insbesondere in der ersten Versorgungsphase ist, genau wie das Polytrauma, nur eine relative Kontraindikation für den Einsatz von Succi - insbesondere bei der geringen O2-Reserve bei Kindern muss IMHO ein Einsatz durchaus erwogen werden. Wenn nicht grosse Routine beim Intubateur vorhanden ist, wären für mich optimale Intubationsbedingungen wichtiger - aber in diesem Fall ganz klar Atropin bereits vor Induktion verabreichen. Das Risiko der Hyperkaliämie ist in der Frühphase kaum vorhanden, daher sprechen gegen den Einsatz von Succi IMHO nur die üblichen Vorbehalte. Der Einsatz muss eben abgewogen werden.

Gasmann1

RS-USER-Katja
26.06.2006, 15:46
Zu Succi: Sag' ich doch ;)

Zum io-Zugang (der hier auch für Erwachsene zunehmend kommen wird, wenn ich die Richtlinien richtig lese...) finde ich die alten Kinderreanimationsrichtlinien recht spannend, in denen 2 oder 3 iv-Punktionsversuch binnen 30 sec vor dem io-Zugang stehen... ich dachte ja immer, ich bin schnell, aber so schnell bin ich wirklich nicht :eek:
PS: Danke für die Realfälle!

exzivisau
26.06.2006, 16:44
In Bielefeld hat sich das Thema RTH und Mitnahme von Angehörigen erledigt, insofern auch im Fallbeispiel das unser Cheffe hier gepostet hat, da ich mal stark davon ausgehe, dass der Ort im Einzugbereiches unseres RTHs lag.
Mitnahme von Angehörigen entscheide ich spontan. Manchmal sinnvoll (wie schon erwähnt z.B. als Dolmetscher oder Elternteil (wo bleibt eigentlich die Gleichberechtigung der Väter:D ?!?)), macnhmal aber auch nur nervend und störend.