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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Begriff "Notarzt"



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Bohemier
06.03.2008, 16:05
Hi,
zunächst mal hab ich Doktortitel, Fachkunde Rettungsdienst und Zusatzbezeichnung Notfallmedizin. Und ich habe ein "Arzt"-Rückenschild und ein "Notarzt"-Rückenschild.
Wenn ich z.B. bei Veranstaltungen tätig bin, ist es häufig so, daß ein RTW bzw. ein SanTeam inkl. NA-Rucksack vom Hilfsdienst gestellt werden. Sehr oft sind aber keine Morphine an Bord, weil diese nicht mehr vorgehalten werden. Eigene Morphine bringe ich nicht mit, da ich zu Hause keinen vorgeschriebenen Tresor habe um sie aufzubewahren. In solchen Fällen habe ich dann das "Arzt"-Schild am Rücken.
Wenn der Veranstalter bzw. der Hilfsdienst Morphine stellt (kommt häufig vor, daß man bei Dienstantritt ein versiegeltes Ampullarium ausgehändigt bekommt) oder wenn ich im normalen Dienst auf dem NEF sitze, dann kommt das "Notarzt"-Rückenschild zum Einsatz.

Ich mache es also von meinen Möglichkeiten bzw. der Vorhaltung abhängig. Wer Hilfe braucht und vom Arzt behandelt wird, der bekommt das maximal Mögliche mit den vorhandenen Mitteln.
Sich als Notarzt zu bezeichnen bzw. als solcher zu erkennen zu geben setzt für mich voraus, daß ein Patient auch das Anrecht haben muß, nach den aktuellen Standards der Notfallmedizin behandelt zu werden - und dazu gehört z.B. auch die Möglichkeit der Fentanylgabe. Das Notarztschild ist für mich also die Übernahme einer Verantwortung, die auch die Vorhaltung gewisser Standards voraussetzt.
Zu den Standards gehören für mich auch der Nachweis mindestens einer Fachkunde.

Die Ankündigung "Notarzt" bzw. "Notfallmedizin" auf Visitenkarten, Briefköpfen oder Praxisschildern (natürlich zum Zwecke der Werbung, wozu sonst) setzt soweit ich weiß, die Zusatzbezeichnung voraus. Man kann schließlich auch nicht Radiologe ans Schild meißeln, nur weil man die vorgeschriebene Röntgen-Fachkunde gemacht hat. Alles andere ist für mich "mit falschen Federn schmücken"...
Lieg ich da richtig?

RS-USER-gnuff
04.04.2008, 22:38
Zum Notarzt macht einen nicht unbedingt die Fachkunde oder die Zusatzbezeichnung, sondern u.U. nur der Träger des Rettungsdienstes, der einen als solchen einsetzt. Eine gute Freundin von mir ist lange in Niedersachsen als Notärztin tätig gewesen ohne die Zusatzbezeichnung Rettungsmedizin (so hieß das damals glaube ich in Niedersachsen noch) zu haben. In ihrem Rettungsdienstbereich war das absolut üblich.
Wirklich relevant ist das Rettungsdienstgesetz des jeweiligen Bundeslandes, steht da nichts von Fachkunde oder Zusatzbezeichnung, dann geht es wohl auch ohne...

RS-USER-DoktorW
05.04.2008, 11:00
inzwischen ist mir das auch Wurst. Seit Dienstag habe ich das entscheidende Papier D:-)

RS-USER-Hoffi
05.04.2008, 11:09
Original geschrieben von DoktorW
inzwischen ist mir das auch Wurst. Seit Dienstag habe ich das entscheidende Papier D:-)

Oh Gott hilf - lass mich nicht verunglücken :D

Na dann herzlichen Glückwunsch. Wie sieht es mal mit der lange geplanten Hopfenkaltschale aus?

RS-USER-DoktorW
05.04.2008, 12:09
shit, das Bier. Ich klär das mal mit meinem Kalender :D

RS-USER-emergency doc
06.04.2008, 19:17
Original geschrieben von Bohemier
Sehr oft sind aber keine Morphine an Bord, ...In solchen Fällen habe ich dann das "Arzt"-Schild am Rücken.
Wenn der Veranstalter bzw. der Hilfsdienst Morphine stellt..., dann kommt das "Notarzt"-Rückenschild zum Einsatz..

Du machst von der Verfügbarkeit von Morphinen abhängig, ob Du Dich "Notarzt" nennst?
Erlaube mir, mich zu wundern...:confused:

RS-USER-Rippenspreizer
06.04.2008, 21:31
Original geschrieben von Bohemier
Sich als Notarzt zu bezeichnen bzw. als solcher zu erkennen zu geben setzt für mich voraus, daß ein Patient auch das Anrecht haben muß, nach den aktuellen Standards der Notfallmedizin behandelt zu werden - und dazu gehört z.B. auch die Möglichkeit der Fentanylgabe. Das Notarztschild ist für mich also die Übernahme einer Verantwortung, die auch die Vorhaltung gewisser Standards voraussetzt.

Hm, der Logik folgend müsste ich mein Notarztschild wechseln, wenn ich ein NEF ohne Larynxtubus besteige. Oder ohne intraossären Zugang. Abgesehen davon, dass das ziemlich umständlich ist und etwas nach Pedanterie riecht, halte ich die Begründung für etwas an den Haaren herbeigezogen. Mir stellt sich sowieso die Frage des Motivs. Welches Rechtsgut siehst Du durch das Notarztschild ohne die Option der Opiatgabe gefährdet? Eine gute Analgesie ist auch mit Ketanest durchführbar. Die Improvisation ist eine der Grundfähigkeiten eines Notarztes.

Das ist meine Meinung, ich kann das Schildgewechsel nicht ansatzweise nachvollziehen und höre auch zum allerersten Mal, dass das jemand macht. :confused:

Gruß, Daniel

RS-USER-emergency doc
08.04.2008, 20:02
Original geschrieben von Rippenspreizer
Die Improvisation ist eine der Grundfähigkeiten eines Notarztes.


[spontanerapplaus!]
:jump: :-meinung D:-) :jump: