PDA

Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Sterben im Krankenhaus



Seiten : 1 [2]

RS-USER-Schädelspalter
09.04.2007, 09:32
Umgang mit Sterbenden: eine Doppelstunde im Kurs "Medizinische Psychologie" im 2. Semester. Ich glaube, nicht einmal ein "Lernkasten" von 1/4 Seite in der "Schwarzen Reihe" zur Physikums-Vorbereitung. Ca. 2 Minuten in meinem mündlichen Physikum: "Kennen Sie Kübler-Rosss?" "Ja" "Wo sind denn die Schwachpunkte ihres Systems?" (hat mich dann nicht ausreden lassen)

Überbringen schlechter Nachrichten: bei mir ein 2-stündiges freiwilliges Seminar im PJ und sonst "learning by doing". Mein Oberarzt war da aber auch sehr hilfreich (als gutes Beispiel)

Tod: Anatomie war wegen der Körperspender mit Einführung und Nachbesprechung nach dem Ersten Kontakt mit der Leiche. Viele habe hier ihren ersten Toten gesehen, die Anatomen haben das aber sehr empathisch und wirklich gut gemacht.

RS-USER-Siebenschläfer
10.04.2007, 18:26
Das Sterben, welches wie die Geburt zum Leben gehört, wird meiner Meinung nach viel zu sehr verdrängt. Es gibt Geburtsvorbereitungskurse etc., aber mit dem Sterben setzt sich kaum jemand auseinander. Falls doch, wird er als Spinner oder religiöser Fanatiker belächelt.

Vor ein paar Jahren arbeitete ich in einer kleinen Klinik, wohin viele terminale Patienten aus grossen Kliniken verlegt wurden (...abgeschoben wurden...). Für mich war es eine sehr intensive Zeit, diese Sterbenden zu begleiten. Es tauchten immer wieder dieselben Fragen/Gedanken auf: "Ich habe in meinem Leben so vieles falsch gemacht... Was ist, wenn es doch ein Leben nach dem Tode gibt... Ich bin noch in Unfrieden mit xy..."
Ich muss sagen, dass ich dort ganz super Chefs hatte, die sich dafür einsetzten, für Patienten eine angenehme Atmosphäre zu schaffen, so dass sie in aller Ruhe sterben können. Das braucht auch viel Mut!

LG + schönen Abend!