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Rescuerambo
09.04.2007, 23:31
Wir suchen uns dann mal ein schönes Plätzchen wo wir schnell mal "malochen" können.

einer zieht mal Supra auf, (Zugang liegt ja, also rein damit), intubation, reanimation

RS-USER-Katja
09.04.2007, 23:31
Original geschrieben von Rescuerambo
Ich persönlich finds schade, dass das Fallbeispiel schon von Anfang an, mehr auf die ärtze unter uns gemünzt war (zumindest macht das auf mcih den Eindruck)
Einspruch, Euer Ehren! Es hat nur außer Dir keiner mitgespielt außer den Doktors. Was ICH wiederum schade finde. Und die Doktors stellen eben etwas andere Fragen und bekommen dann etwas andere Antworten.

Dafür hast Du den Gummipunkt für die adäquate Patientenerstversorgung bekommen, weil das den Akamikern entgangen ist ;)


Ich dachte ein Lungenödem macht sich in einem Lungengeräusch bemerktbar (brodeln) und nciht in einem herzgeräusch???
So richtig. Aber ein Herzgeräusch kann die Ursache für ein Lungenödem erklären, wenn denn eins da ist. Hier gibt es aber kein Lungenödem.

RS-USER-Katja
09.04.2007, 23:33
Original geschrieben von Rescuerambo
Wir suchen uns dann mal ein schönes Plätzchen wo wir schnell mal "malochen" können.

einer zieht mal Supra auf, (Zugang liegt ja, also rein damit), intubation, reanimation

HALT! Darf ich mal kurz auf die ERC-Richtlinien verweisen? Hier bitte noch kein Supra geben. Lieber drücken und beatmen :)

Rescuerambo
09.04.2007, 23:35
So richtig; flasche reihenfolge, :o Aber du weißt ja wie wie das gemeint war

RS-USER-Katja
09.04.2007, 23:36
Schon klar :)
Präkordialer Faustschlag? Strom? Biphasisch habt Ihr (issn moderner RTW).

Rescuerambo
09.04.2007, 23:42
Grillen natürlich, wir ham ja Flimmern und keine Asystolie...

Präkardialer Faustschlag hab ich bisher nie gemacht, würde ich dem doc berlassen, de rkann das besser wie ich

RS-USER-Häuptling weiße Wolke
09.04.2007, 23:49
Endlich was zu tun!!!:D

Defi 1x 150 J Biphasisch, dann Rea und Intubation, nach zwei Minuten EKG-Kontrolle...

Rea nach Richtlinien, also mit Supra, ggf. Amiodaron, Defi...

RS-USER-Katja
10.04.2007, 03:42
Interessehalber: Gleich Strom oder erst drücken?

Intubieren geht ein bißchen schlecht (Patientenmodell No Neck), läßt sich aber hinfrickeln, beatmen mit Beutel und O2 unproblematisch. Initiales CO2 erwartungsgemäß 50mmHg dank kurzer Angriffszeit.

Nach 1x Schock passiert nichts (zeigt die Kontrolle im EKG nach 2min), nach dem zweiten Schock - das aufgetogene Supra rückt näher an den Patienten heran - taucht zum einen das NEF auf und zum anderen konvertiert der Patient freundlicherweise.
In Anbetracht der Situation verbietet sich der Weitertransport im Tragestuhl... der freundliche NEF-Pilot geht mal das Tragetuch aus dem RTW holen. Derweilen fängt der Patient an, auf dem Tubus zu kauen und zu husten.
Sieht nach guter Arbeit aus :cool: :kiss:

Derweilen überlegt der eintreffende internistische Notarztkollege, woher er den Patienten kennt... fällt ihm bestimmt gleich wieder ein.

Kühlen? Ein bißchen funken? Was anmelden?

Die Herren Ärzte: Schlafen legen oder wach werden lassen? Und jetzt Heparin, ASS... oder nicht?

RS-USER-Sanitoeter
10.04.2007, 12:16
Da beobachteter Herz-Kreislauf-Stillstand gleich schocken.

Ich würde, da der Tubus nun schon drin ist, ihn dort ersteinmal belassen... Wer weiß ob der gute uns nicht nochmal ärgern will.... ;-)

saddamski
10.04.2007, 13:02
Ich würde auch direkt schocken, weil das Flimmern ja beobachtet wurde und das Herz noch ausreichend oxygeniert ist.
Ich kann mich nicht mehr genau daran erinner was die neuen ERC's zu dem Faustschlag sagen. Ich glaube das war "50:50". Man muss es nicht machen, es versuchen ist aber auch nicht falsch. Zumindest dann, wenn man das Flimmern beobachtet. Ich glaube ich würde mich etwas scheuen den Schlag zu machen und würde den NA fragen ob das nicht ne nette Idee wäre ;).

Rescuerambo
10.04.2007, 13:52
Ich würd auch zuerst grillen- "Früh"defibrillation (Jaja, ich weiß, deswegen in Anführungszeichen) :-p

RS-USER-DerDings
10.04.2007, 14:18
präcordialer faustschlag - klar, warum nicht? die pads kommen trotzdem gleich drauf, wenn der doc schneller zuschlägt als ich klebe darf er das... gedrückt wird - brav nach guidelines - erst später... (ich gehe davon aus das wir auf der treppe gleichmal einen platz zum arbeiten finden, wenn das stiegenhaus so eng ist das ein arbeiten unmöglich ist und die rea verzögert beginnt darf man natürlich auch erst drücken)
der pat sollte mMn auch nach rosc intubiert bleiben - fenta, dormicum?

kommt jetzt spät aber: gerade wenn ein pat regelmäßig medikamente einnehmen muss frag ich nach ob befunde im haus sind. sollte ich das überlesen haben :peace:

RS-USER-Schädelspalter
10.04.2007, 18:05
Original geschrieben von Katja
Interessehalber: Gleich Strom oder erst drücken?

Kühlen? Ein bißchen funken? Was anmelden?

Die Herren Ärzte: Schlafen legen oder wach werden lassen? Und jetzt Heparin, ASS... oder nicht?

beobachtetes Kammerflimmern -> sofort Strom, dann weiterdrücken
(es sei denn, der Defi wird erst dem Zivi vom Rücken geschnallt, ausgepackt, angekurbelt.... dann überbrücken wir die kostbaren Sekunden mit Drücken oder erst einem präkordialen Faustschlag)

Hypothermiebehandlung: beobachtetes Ereignis mit kurzer Reanimationsdauer -> kein Kühlen, weil keine relevante Hypoxie zu erwarten

Funken? subakuter ST-Hebungsinfarkt mit Kammerflimmern und 2-minütiger Rea -> Krhs. mit Katheterplatz, erstmal auf IPS

präklinische Extubation: NEIN (nicht nüchtern, weiter gefährdet). Also Fenta (0,2 mg, ggf. nachgeben) & Dormicum (5-10 mg, ggf nachgeben). Ketanest geht nicht (myokardialer O2-Verbrauch steigt). Propofol ist ja der "Betablocker unter den Narkotika" und bei einem akuten kardialen Ereignis nicht sooo toll (ginge aber auch zur Not). Somsanit gibt es ja wohl auf dem NEF nicht.

- Heparin: Ja
- ASS: Ja (ist ja wohl nichts, was man heute noch operiert, dann wird es aber spannend...)
- Clopidogrel: schlucken wird er es nicht mehr können und dafür eine Magensonde präklinisch legen? Also nein.

RS-USER-Häuptling weiße Wolke
10.04.2007, 19:40
Dem kann ich nur zustimmen!!!

Schlafen lassen, ggf. weitere Therapie nach Kreislauflage und HF. Rascher Transport in Klinik mit Katheterlabor. Wie weit ist das denn weg, denn ansonsten könnte man noch eine präklinische Lyse diskutieren.

RS-USER-Katja
11.04.2007, 03:00
Einigkeit auf praktisch allen Ebenen :)

Der Patient wird also schön schlafen gelegt, bekommt Ass und Heparin, benimmt sich anstellig bis ihr mit ihm nach 15min das Krankenhaus erreicht und wird dort übergeben.
Dem notärztlichen Kollegen ist inzwischen auch wieder eingefallen, woher er Herrn MüllerMayerSchmidt kennt: Den hatte er schonmal mit Luftnot in der Notaufnahme, der hat sich aber gegen ärztlichen Rat wieder entlassen. War im Sommer.

Herr MMS wird flugs in den Herzkatheter durchgekarrt, ist dort katecholaminfrei kreislaufstabil und man findet eine lästige Überraschung: Kann man nichts kathetern, ist ein Patient mit fast freien Koronarien - außer einer Muskelbrücke über dem RIVA und einer Hypertrophen obstruktiven Kardiomyopathie (Erklärung folgt). Trotzdem hat er - nach Reanimation - erhöhtes T-Troponin, CK mit entsprechendem MB-Abteil, die Veränderungen im EKG sind unter Betablockade und Nitro (ja, trotz Ca-Antagonist - ist glaube ich eine der wenigen offiziellen Indiaktionen für die Kombination, korrigiert mich, wenn ich oller Anästhesist da falsch liege).

Im Nachhinein ist wer heilfroh, daß er kein Supra geben mußte...

Erklärungen kommen gleich, ich muß kurz das Abendessen marinieren.

RS-USER-Katja
11.04.2007, 05:14
Zweiter Anlauf, nachdem der Schweineigel eben mein Gesamtwerk beim Versuch der Veröffentlichung gefressen hat *MAUL*

Die Hypertrophe obstruktive Kardiomyopathie ist eine Herzerkrankung, bei der aus unbekannten Gründen Herzmuskelzellen ein Eingenleben entwickeln und zu Verdickungen - allermeistens des linken Ventrikels und des Ventrikelseptums - führen. Diese unorganisierten Muskelwülste verlegen u.U. den Abfluß in die Koronararterien und die Ausflußbahn des linken Ventrikels. Sie können auch zu einer Mitralinsuffizienz führen ;)

Es gibt eine familiäre Form der HOCM und eine, die sporadisch auftritt; Betroffene findet man in jedem Lebensalter, die Krankheit zeichnet verantwortlich für einen hohen Anteil des plötzlichen Versterbens junger Sportler (wie hieß noch dieser Fußballer?), da sie oft signifikante Vorwarnungen zum plötzlichen Herztod führen kann.
Oft ist sie symptomarm, wenn die Patienten über Beschwerden klagen, sind es AP-Beschwerden (nicht so bei Diabetikern, wie immer :D ), Luftnot, Herzrhythmusstörungen, selten Lungenödeme. Die Beschwerden nehmen zu unter Hypovolämie, unter Belastung, unter Tachykardie (aber tröstet Euch, er hat auch trotz Beloc geflimmert).

Die Patienten lassen sich erstaunlicherweise trozu ansonsten gesundem Herzgewebe oft nicht reanimieren. Supra verschlimmert den Zustand der Tachykardie, des Sauerstoffbedarfs des Herzens und - der Verlegung des Ausflußtrakts und der Koronarien.

Die Therapie besteht in der sonst eher seltenen Konbinationsgabe von Betablockern und Ca-Antagonisten, eventuell Dipyramid. Die ICD-Implantation hat es meines Wissens nicht wirklich rausgerissenn und wird daher nur noch in Kombination mit OP(Katheter gemacht. Die invasiveren Therapiemaßnahmen bei Verschlechterung des Allgemeinzustandes der Patienten sind die Injektion von Alkohol in das hypertrophe ewebe (im Herzkatheter), um es in Teilen zum Absterben zu bringen, so daß der Trakt wieder frei ist oder die OP mit Herz-Lungen-Maschine und Resektion des Muskelstücks, das da im Weg liegt.
Über die Überlegenheit der Methoden streiten Kadiologen und Kardiochirurgen; im Moment führen glaube ich wieder die Chirurgen.

So, daß ist jetzt die leicht gekürzte Version des Aufsatzes von eben.
Fragen? :-p

RS-USER-Schädelspalter
13.04.2007, 23:25
Schöner Fall.

Eine Frage:
wie wurde den diese Muskelbrücke diagnostiziert bzw. lokalisiert?
In der Koronarangiographie sieht man doch wohl nur eine Lumeneinengung (wenn überhaupt) und nicht deren Ursache. Im Echo ist das bestimmt auch nicht gut zu sehen. Zumindest stelle ich mir als Nicht-Kardiologe das so vor. Kardio-MRT?

Back to life machine
16.04.2007, 11:30
Original geschrieben von Schädelspalter
Schöner Fall.

Eine Frage:
wie wurde den diese Muskelbrücke diagnostiziert bzw. lokalisiert?
In der Koronarangiographie sieht man doch wohl nur eine Lumeneinengung (wenn überhaupt) und nicht deren Ursache. Im Echo ist das bestimmt auch nicht gut zu sehen. Zumindest stelle ich mir als Nicht-Kardiologe das so vor. Kardio-MRT?

Endlcih mal wieder was für den KardiologenD:-)

Eine Muskelbrücke sieht man tatsächlich in der Coro: Während der Systole kommt es zu einer Kompression des Koronargefäßes und das sieht man dann auch.

RS-USER-Elektro-Dengel
16.04.2007, 17:33
Original geschrieben von Back to life machine
Endlcih mal wieder was für den KardiologenD:-)

Eine Muskelbrücke sieht man tatsächlich in der Coro: Während der Systole kommt es zu einer Kompression des Koronargefäßes und das sieht man dann auch.

Wo genau bilden sich denn da diese Muskelbrücken? So wie ich das verstanden hab, im inneren der Herzhöhle (Septum usw.)! Wie können die denn da die Koronargefäße (aussen) komprimieren ?

RS-USER-Siebenschläfer
16.04.2007, 18:14
Puh- hab mich gerade mit meiner Frage in ein anderes Forum verirrt...


Frage: Ist der präkordiale Faustschlag noch "in"?
Wenn ich mich recht entsinne, wurden uns letztes Jahr in der Notarzt-Fortbildung die neuen Richtlinien präsentiert, die davon abraten, weil: "es schade mehr als es nütze"...

Wer hat (gute/schlechte) Erfahrung(en)?