Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Verkehrsunfall LKW gegen Smart
RS-USER-Elektro-Dengel
06.08.2007, 18:42
So probier ich mich auch mal wieder!
Es ist ein wunderschöner Sommertag an eurer Stadtrand-Wache als gegen 12:00 der Piepser schellt. Mit Signal geht es auf die Landstrasse, dort an einer großen Kreuzung, solls passiert sein, VU schwer lautet die Meldung, das NEF kommt auch, muss aber erst aus der Stadt raus. Das ganze kam üner die Pol rein, die sind auch schon unterwegs.
Nach 2 min. Fahrt (grad um die Ecke) erreicht ihr (RTW mit RA/RS) die Einsatzstelle auf der bds. 2-spurig ausgebauten Bundes-Strasse. Dort hat es an einer Ampelkreuzung gescheppert (Speedlimit 70km/h). Ihr seid das ersteintreffende Fahrzeug. Die Unfallstelle befindet sich auf der Gegefahrbahn, ist aber an dieser Kreuzung erreichbar. Abgesichert ist das ganze bereits. Es sind keine offenkundigen Gefahren erkennbar. Der Verkehr ist sowieso bereits zum erliegen gekommen, da eines der beteiligten Fahrzeuge (Ein 40-Tonner) im Weg steht.
Da ihr irgendwann mal gelernt habt, dass man erst mal ne Lageerkundung macht startet der Beifahrer los, Der Fahrer positioniert den RTW werbewirksam mit angeschalteter Leuchtreklame. Die komplette PSA incl. Helm und Lederhandschuhen habt ihr auf der Anfahrt bereits angelegt. Der LKW steht euch gegenüber an der Haltelinie der Kreuzung. Direkt vor euch steht ein "kaputter" Smart Fortwo (der übergroße Schuhkarton) dessen Front sich teils um einen Laternenmasten am Seitenstreifen gewickelt hat. Dieser wurde offensichtlich an der Ampel stehend von hinten von dem LKW aufs Horn genommen und über die Ampel geschleudert, bis er frontal an besagtem Mast zum Stehen kam. In dem Smart sitzt ein Fahrer. Sonst hatte er niemanden dabei, ausser dem LKW gibt es keine weiteren Beteiligten. Der Smart ist vorne wie hinten im Rahmen einer Kaltverformung jeweils noch ein Stück kürzer gemacht worden als er das eh schon ist. Das Glasdach hat sich in ein 5000 teiliges Puzzle verwandelt, das nun im ganzen Fzg. verteilt ist. So kommt wenigstens ein bisschen Sonne an den blass wirkenden Patienten. Beide Seitentüren sind offen.
Von der Fahrertür aus beugt sich ein Ersthelfer über den Fahrer, der vorgibt "Facharzt für leicht erkennbare Krankheiten" (Allgemeinmedizin) zu sein. Der Blick in den neben ihm stehenden Koffer bestätigt das. Er berichtet, dass der Patient schwer schockig sei. Viel mehr weiß er auch noch nicht. Ein kurzer Blick auf den Fahrer zeigt euch einen 35-jährigen wachen Mann, der alle Extremitäten bewegt, in seiner Bewegung aber durch die zusammengefaltete Karosserie seinen Kfz. stark eingeschränkt ist. Eingeklemmt ist er aber nicht. Der Kollege rückt mit dem kompletten Material an und fragt: "Was los?"
RS-USER-Neal
06.08.2007, 19:45
Mhm, dann mal fang ich mal an:
RR, Puls und Co KG. Also Basics
Mhm dann würde ich erst mal ne Stifneck verpassen. Zugang ginge ja auch, da der Doc da ist. Also wird der gemacht, dran hängen würde ich ne Ringer, je nach Schokzustand auch ne HAES, je nach dem was der Doctore meint.
Ich würde ihn dann soweit das geht einem Bodycheck unterziehen.
Weiternach Schmerzen fragen.
Und mir überlegen wie ich ihn da möglichst schonend raus bekomme. Also zum Beispiel, mit KED-System, Spineboard, Schaufeltrage, oder what ever. Ich würde allerdings zum KED- System tendieren. Evtl. auch die Feuerwehr hin zu holen für die Bergung.
Mich würde mal seine O2 Sättigung interessieren, dann evtl. Intubation vorbereiten.
Die Glassplitter interessieren mich noch, wo sind die?
Sind sie "in " meinem Patienten,wenn ja wo.
leuchtreklamefahrer
06.08.2007, 19:49
1. Stelle ich es mir schwierig vor mit Lederhandschuhen zu fahren und den Helm während der Fahrt aufzusetzen
2. Bekommt der Patient eine Cervicalstütze
3. Gibt es jetzt noch mehr Verletze? LKW-Fahrer etc?
4. Werden Vitalparameter bestimmt, wenn möglich einige Zugänge in den Patienten gebohrt und agressiv auf das NEF gewartet. Wie steht es um den Patienten bez. Verletzungen?
Wegen mir auch Pulsoxymetrie.
5. FW mit dazu
6. Je nach Zustand des Patienten kann der anwesende Arzt vll ein wenig mit anpacken.
7. Mit NEF zusammen entscheiden wie er aus seiner Dose herauskommt. Wieso sitzt er eigentlich noch im Auto?
Edith: zu spät
RS-USER-Elektro-Dengel
06.08.2007, 20:32
Original geschrieben von leuchtreklamefahrer
1. Stelle ich es mir schwierig vor mit Lederhandschuhen zu fahren und den Helm während der Fahrt aufzusetzen
Spielverderber! :-p Gilt natürlich nur für den Beifahrer! Wobei,... Michael Schumacher hat seine Boliden immer mit Lederhandschuhen gefahrenund das bekanntlich gar nicht mal schlecht! Aber zurück zu unserem Patienten:
Fangen wir mal mit der Lageerkundung an! Sehr gut, dass die Frage nach weiteren Beteiligten kommt. Der LKW-Fahrer hat nur nen kleinen Schreck bekommen als dieses kleine Etwas ca 3 m unter ihm seinen Kühler "zerkratzt" hat. Dem fehlt also mal gar nix!
Dann also zu unserem (Gott sei Dank) einzigen Patienten:
Ein grober Bodycheck ergibt keine starken Blutungen, offensichtliche Fehlstellungen oder Schmerzen, alle 4 Extremitäten sind frei bewegl., nach "Ausschluss" einer Clavicula-# legt ihr einen Stiffneck an. Die ersten Vitalparameter haben wir auch schon, Puls normal tastbar, rythmisch 100bpm, RR 110/60 SpO2 unter Raumluft 93%. Der gute Mann is etwas blass, leicht zittrig und weiß nicht so recht wie um ihn geschieht. Der Allgemeinmediziner erzählt euch noch, dass der Pat. wohl nach seinem Eintreffen noch ca. 1 min. bewusstlos war und macht sich dann aus dem Staub, Termine oder so vernehmt ihr noch als ihr ihn am Horizont verschwinden seht.
Ihr gebt mal propylaktisch 6l O2 per Brille (darunter konstante 95er Sättigung) und macht euch ans Synchronpunktieren! Einer Links einer Rechts. Der gute Mann is etwas zentriert aber ne grüne Nadel geht an beiden Armen gut rein. 2 Ringer laufen. Eine HAES steht schon in Bereitschaft.
Die Glassplitter sind sehr klein und zum Teil auch auf eurem Patienten, aber nicht direkt "in ihm drin". Was ihr seht, nehmt ihr mal vorsichtig weg.
Die Feuerwehr fordert ihr auch mal nach. Is ja doch etwas eng in so nem Smart und achsengerecht kriegt man den da so leicht nicht raus. Die Patschen sind in 4 min. da. Der Oberpatsche will ein bisschen was von euch wissen, was passiert is und wat nu und so!?
RS-USER-Neal
06.08.2007, 20:37
Ich würde, erst mal sagen Dach ab. Dann KED System drum und wenn möglich auch noch auf ein Spineboard und schonend raus.
Wie weit ist das NEF. Kann man das Abdomen befühlen?
Naja auf Grund der Bewusstlosigkeit würde ich eine Schädelverletzung nicht ausschließen.
RS-USER-Elektro-Dengel
06.08.2007, 20:52
OK die Patschen brauchen 2-3 min. um das Auto zu unterbauen, ihre 2 Rettungssätze einsatzklar zu machen und dann kanns los gehen.Vorher wird noch die Batterie abgeklemmt, man weiß ja nie. Der Fahrerairbag hat übrigens ausgelöst, falls das noch jemanden interessiert. Betiebsstoffe laufen z.Z. keine aus, was ein Schaulustiger zum Anlass nimmt sich ne Kippe anzustecken. Unter Androhung körperlicher Gewalt verweist ihr ihn des Platzes (Menschen gibts, echt, eh!?). Was könnt ihr noch für den Patienten tun (Durchs Dach knallt immer noch die Sonne, die 20 Helmträger machen den Armen nervös) Viel geredet habt ihr auch noch nicht mit ihm!
Das Abdomen fühlt sich, soweit ihr das im Sitzen beurteilen könnt weich an, kein Druckschmerz.
Schädelverletzung, joar was können wir denn da noch an Untersuchung und Anamnestik betreiben.
Inzw. is das NEF au da. Der NA will jetzt auch wissen warum hier so viel Personal versammelt is!
RS-USER-Pumukel001
06.08.2007, 20:58
Dem Pat. entweder einen helm gegen die Sonne aufsetzten oder eine Decke über das kleine auto legen, bevor er einen Sonnenstich hat.
Dem Armen erst mal erklären warum da so viele lustige männer von den großen Roten Autos rumrennen und ihm evtl. schon mal vorsichtig erklären was gleich passiert.
Sonst Betreuuen Betreuuen Betreuuen.
LG
Sandra
RS-USER-Pumukel001
06.08.2007, 21:01
Achso
und weiter RR messen und wenn was Blutung verbinden.
Dem NA eine nette übergabe machen damit er auch etwas spass hat und überlegen kann.
RS-USER-Neal
06.08.2007, 21:08
Ich würde, den guten Menschen natürlich Betreuen hatte ich vergessen zu schreiben. Würde ihn Beruhigen. Naja und evtl auch wenn den das NEF kommt ein wenig Sedieren, damit er das ganze nicht mehr so mit bekommt.
Schädelverletzung, naja fragen wie er heißt, feststellen ob er Gedächtnislücken hat und ähnlichen
RS-USER-Elektro-Dengel
06.08.2007, 21:11
Gut, also der RR bleibt unter Ringer konstant bei 110/60. Eine Decke über dem Auto is eine sehr gute Idee, hatten wir auch (Har harr Eingenlob stinkt).
Ihr erzählt dem Doc, was ihr schon so gemacht habt. Der möchte daraufhin etwas über den neurologischen Status des Patienten wissen. Is ja doch hart, erst von hinten mit Karacho angeschubst und dann wieder aprupt von nem Laternenmast abgebremst, hat den Kopf doch bestimmt ordentl. durchgeschüttelt!
RS-USER-Medi-Fischi
06.08.2007, 21:14
Zur v.a. Schädelverletzung: event. vorsichtig auf äußere verletzungen abtasten (dürfte aber beim bodycheck eh schon geschehen sein. Erfragen ob er sich an den Unfall selbst erinnern kann, bzw. erfragen wie er heißt, welcher tag ist Pupillenreaktion testen. Blutung aus Ohren oder Nase?
Das ganze aber möglichst schonend, wir wollen den Armen nicht zusätzlich beunruhigen. Beim Fzg. aufschneiden den Pat. mit einer Decke und oder helm vor weiteren Glassplittern schützen!
RS-USER-Elektro-Dengel
06.08.2007, 21:16
Original geschrieben von Neal
Schädelverletzung, naja fragen wie er heißt, feststellen ob er Gedächtnislücken hat und ähnlichen
Na endlich! Der Kerl ist zu Ort und Geschehen nicht orientiert. Der Kopf tue ihm aber nicht weh. Die letzten Minuten vor dem Crash und der selbige selbst sind ausgelöscht. Kein Schwindel, Übelkeit oder Erbrechen. In die Pupillen guckt ihr auch mal rein, soweit bei dem hellen AUssenlicht beurteilbar, sind die isocor und bds. reagibel, die Pupillenmotorik nicht eingeschränkt.
Da die Patschen inw. auch bereit sind, bekommt der pat. noch nen Helm aufesetzt, sieht einfach homogener aus, wenn jeder einen auf hat!
Wer möcht sich als Notdokta probieren?
RS-USER-Elektro-Dengel
06.08.2007, 21:17
Original geschrieben von Medi-Fischi
Blutung aus Ohren oder Nase?
Nö!
RS-USER-Neal
06.08.2007, 21:19
Original geschrieben von Neal
Schädelverletzung, naja fragen wie er heißt, feststellen ob er Gedächtnislücken hat und ähnlichen
ich mein ja nur hatte ich ja geschrieben, aber naja
Dann hätte ich mal als Patsche ein bischen Input welche Fahrzeuge mir dort zur Verfügung stehen. ich denke mal das ich erstmal die Basics abziehe :
- doppelten Brandschutz
- einrichten von 5m und 10m Kreis
- Materialablage einrichten lassen
- Abladeplätze festlegen
- LKW Kontrollieren lassen
Danach greiße ich mir den RA und will auch mal ein bisserl was hören, so von wegen Crash oder Pat. orientiert rausholen.
Danach sehe ich mir die Kiste mal was genauer an was weitere event. auch nicht ausgelöste Airbags angeht.
Als nächstes lasse ich dann die Front und Heckscheibe abkleben und erstmal entfernen.
Des weiteren gehe ich nach meinen bisherigen Infos davon aus das ich dann im Anschluß die Fahrertüre entfernen lasse um dem RD einen besseren zugang zum Beinbereich des Pat. zu ermöglichen. Dabei kann ich dann auch gleich mal sehen wie es dort weitergeht, nächaster Schritt wäre das entfernen der Beifahrertüre.
Das ganze Erfolgt unter ständiger Absprache mit dem RD möglichst leise und ruhig (weshalb ich auch Schiri spiele und mit einer gelben und einer roten Karte arbeite ).
Ich gehe desweiteren derzeit davon aus das ich im Anschluss mittels Zylindern die Frontpartie des Autos abkippen werde, aber da möchte ich mich derzeit noch nicht drauf festlegen lassen. Ich brauche da eben noch ein paar Infos.
leuchtreklamefahrer
07.08.2007, 09:07
Wie kaputt ist denn das Auto? In Anbetracht der Kollision mit dem LKW wird da allerdings wirtschaftlich nicht mehr viel übrig bleiben, also wenn möglich=Dose auf.
Wenn der Patient kreislaufstabil ist und keine Schmerzen angibt wird das KED-System sowie Trage mit Vakuummatratze vorbereitet, vom Zivi der BZ des Patienten bestimmt und nach Vorerkrankungen gefragt. Weitere Betreuung während Maßnahmen der Feuerwehr, und das Ding locker nach Hause schaukeln.
Für einen Griff in's Ampullarium sehr ich momentan ehrlich gesagt keine Indikation, wenn jemand übereifrig sedieren möchte= bitteschön
RS-USER-Elektro-Dengel
07.08.2007, 12:23
OK, also der Smart ist hinten geknautscht (Kofferraum hat das Auto jetzt jedenfalls keinen mehr) vorne das selbe Spiel. Nachdem die Türen entfernt sind, haben wir alle ein bisschen mehr Platz und stellen fest, dass der Patient, wie erwartet nicht eingeklemmt ist. Es folgt die Entfernung des Dachs, die in Ermangelung einer B-Säule schnell von der Hand geht. Die Dose is auf.
Der Pat. hat sich inzw. ein bisschen beruhigt, nachdem wir uns so rührend um ihn gekümmert haben. Er gibt nun allerdings stärker werdende Schmerzen in der re. Schulter und re. Thoraxhälfte an.
der BZ liegt bei 120 mg/dl.
Die Feuerwehr schaut sich nochmal den LKW an. Einer der Patschen ist RA und hat sich den LKW-Fahrer auch noch mal angeschaut. Dem fehlt nix.
Der Doc sollte jetzt mal entscheiden, wie wir den Fahrer aus seiner Blechbüchse befreien! Freiwillige vor! Ausserdem liegt da noch eine vorbereitete HAES auf dem Armaturenbrett, wollen wir die anhängen?
der_schorsch
07.08.2007, 18:27
Original geschrieben von Elektro-Dengel
Ausserdem liegt da noch eine vorbereitete HAES auf dem Armaturenbrett, wollen wir die anhängen? [/B]
Afgrund der momentanen Kreislaufverhältnisse würde ich sagen: nein.
Gestaute Halsvenen?
Thorakale Prellmarken?
Hebt sich der Thorax bei Inspiration beidseitig gleich an?
Gibt der Patient evtl. inzwischen Atemnot an? Nachdem ihm ja nun der Thorax schmerzt.
RS-USER-Neal
07.08.2007, 18:34
Also ich bin zwar kein Doc, aber ich bleibe bei der Variante KED-System und dann auf die Vorbereitete Vacuum Matratze. Dort dann noch mal gründlicher Bodycheck.
Jetzt hätte ich allerdings mal ne frage die wohl nur am Rande hier passt:
Welche Erfahrungen habt ihr mit Spineboards und würdet ihr es hier benutzen.
Und könnte ich ihn bei starken inneren Verletzungen mit der Bergung nicht umbringen weil ich irgendein Teil löse, dass eine Blutung abdrückt und er so überlebt, sollte man von daher noch mehr Zugängen legen, oder infundiere ich dann irgendwann zu viel???
RS-USER-blacksheep
07.08.2007, 18:58
Nochmal eine Runde Vitalwerte. Dann erneut entscheiden. Auskulation des Thoraxes, Nochmal genau nach Prellmarken und Instabilitäten suchen. Wenn nichts dagegen spricht mit KED-System (oder baugleichem ;)) oder Schaufeltrage/Spineboard ausm Auto und je nach System dann auf die Vakuummatratze.
2 grüne haben wir ja in an beiden Unterarmen. Im Auto würde ich mir noch was großlumigeres punktieren, KED-System, Vakuum und Cervicalstütze nochmal auf korrekten Sitz überprüfen, 6l O2 per Maske, komplettes Monitoring dran (halt alles was ich habe. Bei uns wäre das NIBP, SpO2, EKG (intubiert wäre dann noch Capno dabei))
Und nu kommt es halt drauf wie sich mein Patient entwickelt. Was steht denn so als aufnehmendes Krankenhaus zur Wahl.
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