Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Inkontinenz als Risikofaktor für Dekubitus hält kritischer Überprüfung nicht stand
RS-USER-Möhre
04.11.2007, 15:46
Original geschrieben von Ajalana
Es ist ja schön und gut wenn man sagt das die Pflegekräfte keine Ahnung mehr von dem haben was sie machen sollen, sprich Prophylaxen u.ä. (wo ich auch offen gestehe: Ich hab auch wenig Ahnung davon)
Aber woran liegt das denn?
Den größten Teil meiner Ausbildung verbrachte ich mit Kaffee- und Essenausteilen und Geschirr einsammeln und Patienten wie am Fließband abschrubben ohne überhaupt Zeit für Prophylaxen zu haben, ausser vielleicht an guten Tagen mal ne (Pseudo) ASE während ner Praxisanleitung.
Und jetzt als Examinierte?
Telefonieren, Essenskarten schreiben, Bestellungen machen und ausräumen, Befunde abheften (manchmal ne Stunde am Stück), hinter den Docs herräumen.
Da geht die ganze Professionalität irgendwann flöten.
und warum räumst du den docs hinterher ??? ich hab´zu hause mal gelernt, nicht erst in der krankenpflegeschule, daß der, der die unordnung macht, sie auch wieder aufräumt .... :D
RS-USER-Schädelspalter
04.11.2007, 19:45
Original geschrieben von Möhre
ich hab´zu hause mal gelernt, nicht erst in der krankenpflegeschule, daß der, der die unordnung macht, sie auch wieder aufräumt .... :D
und wer Untersuchungen anfordert, heftet auch die Befunde ab ? :rolleyes:
Ich hab` bei der Arbeit in der Pflege und als Arzt mal gelernt, dass das so (wie zuhause) nicht funktioniert - wenn der Betrieb funktionieren soll (also die Visite nicht erst um 23.00 Uhr fertig sein soll) ;)
Bleibt die Frage:
Original geschrieben von Möhre
und warum räumst du den docs hinterher ?
Ich könnte mir vorstellen, weil es keine Stationsserkretäre/-innen gibt, die sie von fachfremden Aufgaben entlasten. Das gilt übrigens auch für die Ärzte.
Und das geht auch in die andere Richtung: ich frage mich oft genug, warum ich Arbeit der Sekretärin/des Sekretärs oder der Schwester/ des Pflegers mache.
Die Antwort ist meist: weil wir zusammenarbeiten (nicht gegeneinander) Irgendwie gleicht es sich doch aus.
Trotzdem bleibt das Problem, dass es "irgendwie" doch geht und deshalb weniger Handlungsbedarf zu sein scheint als tatsächlich vorhanden ist:
Warum muß eine Schwester Essen austeilen, weil das (geschulte?) Servicekräfte nicht dürfen? Warum muß ein Arzt soviel Papierkram machen, dass er in 6 Jahren in Deutschland oder Österreich soviel lernt wie sein Kollege in den USA in 3-4 Jahren?
RS-USER-Bärentöter
04.11.2007, 21:09
ach Spalterle...
wir reden da gegen Windmühlenflügel an!
Die Pflege wird sich in einigen Jahren selbst wegrationalisiert haben, denn Essen austeilen und Arsch abwischen kann jeder Depp...
Sorry, ist aber so...
Es ist letzten Endes eine finanzielle Frage: Die Situation der Pflege heute ist vor allem deswegen auch so schlecht, weil einfach hinten und vorne Personal fehlt. Ob qualifiziert oder unqualifiziert, ist ja erstmal egal, wie angesprochen, Befunde abheften, Essen austeilen, Betten machen, dass kann jeder Zivi/Hilfsarbeiter...
Wäre mehr Personal da, wäre auch mehr die Option gegeben, dass man genug Zeit für Aufgaben der Pflege hätte, für Kompetenzen, die sie jetzt schon hat. Momentan kann sich doch jeder, der keine Verantwortung übernimmt damit rausreden, dass er keine Zeit hatte eine Prophylaxe (z.B.) zu machen, weil......
Die Frage ist nur: Was ändert die FH-Nurse daran? Gar nix, befürchte ich, ich denke es wird den Trend eher verstärken, denn eine FH Ausbildung geht normalerweise mit mehr Gehalt einher, was wiederrum dazu führen dürfte, dass noch weniger qualifizierten Personal auf den Stationen ist, dass aber noch mehr Arbeit leisten muss....
Grüße,
Phil
RS-USER-Möhre
09.11.2007, 15:53
Original geschrieben von Bärentöter
ach Spalterle...
wir reden da gegen Windmühlenflügel an!
Die Pflege wird sich in einigen Jahren selbst wegrationalisiert haben, denn Essen austeilen und Arsch abwischen kann jeder Depp...
Sorry, ist aber so...
na da wünsche ich dir doch viel spaß beim wischen !!!! klingt irgendwie ignorant und arrogant ....
RS-USER-Schädelspalter
09.11.2007, 21:58
Original geschrieben von Möhre
na da wünsche ich dir doch viel spaß beim wischen !!!!
Ich denke, das hat er anders gemeint
Original geschrieben von Möhre
klingt irgendwie ignorant ...
Das von Dir auch - ein wenig jedenfalls ;)
In den Kliniken in Österreich in denen ich famuliert habe, haben die Pflegenden eine sehr starke Lobby. So haben sie den anderen Berufsgruppen ordentlich gezeigt, wie es laufen soll. Mit dem Ergebnis, dass die Ärzte (und falls vorhanden die Famuli) s.c. spritzen, RR messen, Kochsalzlösungen anhängen usw.
Die "Dipl. Gesundheits- und Krankenpfleger/-innen" machen "Pflege" - oder jedenfalls das, was ihre Funktionäre dafür halten.
Ein Pflegeschüler brachte es auf den Punkt: "Essen rein, Schei55e raus" und mal den Patenten drehen...
Entweder haben die Pflegenden dort resigniert, erleben es als unbefriedigend und/oder sind sehr zufrieden, keine Verantwortung aber viel Einfluß zu haben.
Das schlimme ist: jemand, der mehr machen will, wird mehr oder weniger direkt dazu gebracht, "den Ball flachzuhalten" weil man sich das Erreichte nicht kaputtmachen lassen will. Was "das Erreichte" de facto bedeutet, hat der sehr aufgeweckte Pflegeschüler gut beschrieben (s.o.)
Diejenigen, die ein anspruchsvolles Bild von ihrem Pflegeberuf haben, sollten dafür kämpfen, dass es nicht soweit kommt.
Nur weil man mit dem Stationsarzt gut zusammenarbeitet, muß man sich doch nicht als sein Blödmannsgehilfe fühlen !
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