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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Getroffen: Streifenwagen und NEF



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saddamski
27.07.2008, 22:17
So ist es.

Rein rechtlich hast du natürlich recht. Sonderrechte als solches werden nicht unterschieden in dringend oder dringender.

Aber als Fahrer sollte man das eben doch unterscheiden.
Gut angesprochen wurde da der Sekundärtransport.

Mit Sonderrechten natürlich immer zügig, da hast du recht.

RS-USER-DocMezzoMix
28.07.2008, 09:26
Ich glaube, wer den Job mal ein paar Jahre gemacht hat, der hat einen nur kaum spürbaren Unterschied in seiner Fahrweise.
Wenn ich dringend fahr, fahr ich dringend. Dann ist das in 99% der Fälle egal wo ich hinfahre. Klar gibt es da auch den großen Ausnahmefall wo ich vielleicht anders fahre, dann liegt das aber doch eher daran, das ich mit den Gedanken woanders bin (also bei der Einsatzsituation) und ich dadurch abgelenkt bin.
Will jetzt nicht sagen "Bubsche, nach 10Jahren kann mich nichts mehr schocken" Aber wer den Job professionell macht, weiß auch das nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird und fährt immer so, dass er lebend ankommt, die Kiste ganzbleibt und er auch morgen noch in dem Job arbeitet. Vor allem weil sich durch wahnsinniges Fahren, gegenüber kontrolliertem schnellen Fahren nur ein paar Sekunden rausholen lassen, und die bringen im Endeffekt auch nichts.

Gruß

dMM

RS-USER-Bärentöter
28.07.2008, 19:46
Original geschrieben von DocMezzoMix
Ich glaube, wer den Job mal ein paar Jahre gemacht hat, der hat einen nur kaum spürbaren Unterschied in seiner Fahrweise.
Wenn ich dringend fahr, fahr ich dringend. Dann ist das in 99% der Fälle egal wo ich hinfahre. Klar gibt es da auch den großen Ausnahmefall wo ich vielleicht anders fahre, dann liegt das aber doch eher daran, das ich mit den Gedanken woanders bin (also bei der Einsatzsituation) und ich dadurch abgelenkt bin.
Will jetzt nicht sagen "Bubsche, nach 10Jahren kann mich nichts mehr schocken" Aber wer den Job professionell macht, weiß auch das nichts so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird und fährt immer so, dass er lebend ankommt, die Kiste ganzbleibt und er auch morgen noch in dem Job arbeitet. Vor allem weil sich durch wahnsinniges Fahren, gegenüber kontrolliertem schnellen Fahren nur ein paar Sekunden rausholen lassen, und die bringen im Endeffekt auch nichts.

Gruß

dMM

das sehe ich als Notarzt, der auch mal im Graben gelandet ist, genauso!
Lieber lebend ankommen, und dann helfen können, als im Straßengraben zu verrecken..

Grillmaster T
30.07.2008, 21:54
Ich stimme dem DocMezzoMix voll und ganz zu.
Zu differenzieren halte ich ganz persönlich für unprofessionell. Ein Alarm ist ein Alarm, unabhängig des Stichwortes. Es wird unter höchstmöglicher Sorgfalt mit der möglichen Eile die Einsatzstelle angefahren. Und im Grunde interessiert mich das Einsatzstichwort auch nur im Groben, da das Bild vor Ort sich häufig deutlich von der Meldung unterscheidet. Höchstens für die Logistik (Kinderkoffer? Jacke? Helm?) ist die Meldung wichtig.
Viel spannender finde ich die Frage, ob das NEF unbedingt den Patienten mit Sondersignal begleiten musste...

RS-USER-emergency doc
30.07.2008, 23:16
Original geschrieben von Grillmaster T
Es wird unter höchstmöglicher Sorgfalt mit der möglichen Eile die Einsatzstelle angefahren.
Mach ein "nötigen" statt "möglichen" draus, und wir sind uns einig...

Grillmaster T
31.07.2008, 06:00
Original geschrieben von emergency doc
Mach ein "nötigen" statt "möglichen" draus, und wir sind uns einig...

"nötigen" ist selbstredend und ergibt sich aus der Tatsache, daß die Leitstelle Sonderrechte auf der Anfahrt für erforderlich hält. Ich spreche tatsächlich von der "möglichen" Eile. Diese ist abhängig von der Verkehrslage, der Witterung, dem Strassenzustand, der Fahrzeugart, usw. Aber auf keinen Fall vom Alarmstichwort.

RS-USER-emergency doc
31.07.2008, 12:51
Original geschrieben von Grillmaster T
"nötigen" ist selbstredend und ergibt sich aus der Tatsache, daß die Leitstelle Sonderrechte auf der Anfahrt für erforderlich hält. Ich spreche tatsächlich von der "möglichen" Eile. Diese ist abhängig von der Verkehrslage, der Witterung, dem Strassenzustand, der Fahrzeugart, usw. Aber auf keinen Fall vom Alarmstichwort.

Naja, die "nötige" Eile ergibt sich eben doch aus dem Einsatzstichwort.

Wie blöd kommst Du Dir vor, wenn Du eine mordmässige Alarmfahrt hinlegst, nur um am Ende da zu stehen, und von der Intensivstation zu hören: "Wir sind noch gar nicht fertig, Ihr seid erst in einer 1/4 Stunde bestellt."
Ihr vergesst alle, daß ich mit jeder alarmmässigen Einsatzfahrt die Besatzung und die anderen Verkehrsteilnehmer gefährde! Wer einen Alarm "AWO-Heim WB2 AZ-Reduktion" genauso fährt wie "Freibad XY, Kind mit Ertrinkungsunfall, laufende Laienreanimation" ist für mich nicht professionell. Abgesehen davon , glaube ich den hier anwesenden kein Wort, wenn sie behaupten, sie würden es so machen.

RS-USER-fruehgriller
31.07.2008, 13:56
Original geschrieben von emergency doc
Naja, die "nötige" Eile ergibt sich eben doch aus dem Einsatzstichwort.

Wer einen Alarm "AWO-Heim WB2 AZ-Reduktion" genauso fährt wie "Freibad XY, Kind mit Ertrinkungsunfall, laufende Laienreanimation" ist für mich nicht professionell. Abgesehen davon , glaube ich den hier anwesenden kein Wort, wenn sie behaupten, sie würden es so machen.

Genauso isses, vor allem der letzte Satz!!!!

RS-USER-DocMezzoMix
31.07.2008, 17:59
Naja, das ist der Vorteil von Zahlencodes...

Klar fahr ich bei einer Reanimation eines Kindes in meinen Möglichkeiten ein bisserl fixer als bei anderen. Aber Sorry, entweder wohn ich auf nem rosa Planeten oder ich fahr den ganzen Tag nur Scheißdreck... aber zu einem solchen Einsatzbild fährt man nur 1mal im Jahr (oder ich glücklicherweise noch nie)und das ist meines Erachtens vernachlässigbar. Mal davon abgesehen, dass ich im Leben kein Auto dringend zu einer AZ Reduktion schicken würde (und auch noch nie dringend zu einer Hausarztindikation gefahren bin), und die Intensivstation aber sowas von einen "Sagt mal habt ihr se noch alle" Einlauf bekommen würde wenn ich dringend bestellt werde.

Wie oft ist es denn wirklich so, dass man dramatische Einsatzlagen bekommt. Das ist doch Promillebereich und statistische Unschärfe.. Selbst unsere NEFs fahren sowas kaum... und bei einer "normalen" Reanimaton" fahr ich genauso dringend wie sonst auch, die Chance das ich mich wegen nem alkoholisierten Russen todfahre ist mir viel zu hoch.

Also ich gebe zu:
Bei einer bestätigten Kinderreanimation
Bei einem Linien-Flugzeugabsturz auf eine Schule
Bei einem Kreislaufkollaps im schwedischen Bikini-Team gebe ich mehr Gas...
Bisher hatte ich aber noch keines von diesen.

Also fahr ich i.d.R. alles gleich, lebend ankommend und schnell.
Ansonsten könnte ich konsequenterweise auch ohne blau fahren.

RS-USER-DocL
31.07.2008, 18:05
...nur nochmal so zum Nachdenken, heute bei uns im Landkreis geschehen...

http://www.ff-bruchsal.de/conpresso/_rubric/detail.php?nr=1507&rubric=Einsatzberichte_2007

Zum Thema Gefahren bei Alarmfahrten, egal aus welchem Anlass.

GRTX
DocL

RS-USER-emergency doc
31.07.2008, 19:07
Original geschrieben von DocMezzoMix
und bei einer "normalen" Reanimaton" fahr ich genauso dringend wie sonst auch,

Was bitte ist eine "normale" Reanimation?
Warum sollte ein 80jähriges Ömchen anders behandelt werden, wenn es zu hause umkippt, als wenn es auf der Straße von einem 20jährigen übern Haufen gefahren wird?

RS-USER-fruehgriller
31.07.2008, 19:15
Original geschrieben von DocMezzoMix
Naja, das ist der Vorteil von Zahlencodes...



Also ich gebe zu:
A, Bei einer bestätigten Kinderreanimation
B, Bei einem Linien-Flugzeugabsturz auf eine Schule
C, Bei einem Kreislaufkollaps im schwedischen Bikini-Team gebe ich mehr Gas...
D, Bisher hatte ich aber noch keines von diesen.



Zu A: Wer das Gegenteil sagt lügt!
zu B: Was ist mit einem Charterflug???:)
zu C: Bei solch einem Einsatz bitte SOFORTIGE Info per Handy (Nr kommt per PM;) ;) :D ) Bin spezialist für sowas, habe extra nen MegaCode Kurs auf dem Bikini Atoll besucht....:rolleyes:

zu D: was ein Glück (ausnahme Punkt C)

RS-USER-Bärentöter
31.07.2008, 21:30
ich bin pragmatisch genug, um zu sagen, ich will lebend am Notfallort ankommen. Überholen in unübersichtlichen Kurven etc. geht gar nicht.
Wie sagte PD Dr. Strauß aus Erlangen mal: ein toter Retter ist ein doofer Retter...
Also egal, ob Kinder-REA oder was weiß ich was, geordnete Anfahrt! Es gibt genug Rescue-Rambos, die man bremsen muß.

Grillmaster T
31.07.2008, 22:14
Original geschrieben von emergency doc
[B]Naja, die "nötige" Eile ergibt sich eben doch aus dem Einsatzstichwort.
Nö, sie ergibt sich aus der Tatsache, daß der Disponent Eile für erforderlich hält und entsprechend alarmiert


Wie blöd kommst Du Dir vor, wenn Du eine mordmässige Alarmfahrt hinlegst, nur um am Ende da zu stehen, und von der Intensivstation zu hören: "Wir sind noch gar nicht fertig, Ihr seid erst in einer 1/4 Stunde bestellt."
Ihr vergesst alle, daß ich mit jeder alarmmässigen Einsatzfahrt die Besatzung und die anderen Verkehrsteilnehmer gefährde! Wer einen Alarm "AWO-Heim WB2 AZ-Reduktion" genauso fährt wie "Freibad XY, Kind mit Ertrinkungsunfall, laufende Laienreanimation" ist für mich nicht professionell. Abgesehen davon , glaube ich den hier anwesenden kein Wort, wenn sie behaupten, sie würden es so machen.
Du unterstellst mir aber harten Tobac. Die "mordmässige Alarmfahrt" ist für mich keine Option.
Glaube es mir, oder glaube es mir nicht. Ich fahre bei jedem Alarm vorsichtig und umsichtig mit der Eile, die mir möglich ist, ohne eine unkalkulierbare Gefährdung für mich selbst, meinen Mitfahrern und Andere darzustellen. Was nutzt es dem reanimationspflichtigem Kind, wenn ich nicht ankomme, weil ich Kamikaze-like zersemmelt bin? Wer will mir oraklen, dass der reduzierte AZ nicht doch der reanimationspflichtige 50jährige Familienvater ist?
Wenn Du aus meinem Beitrag gelesen hast, dass ich zu jedem Alarm heize, wie ein Berserker, ist das eine falsche Empfindung. Ich fahre zu jedem Alarm gleich sinnig und zügig.


Wer einen Alarm "AWO-Heim WB2 AZ-Reduktion" genauso fährt wie "Freibad XY, Kind mit Ertrinkungsunfall, laufende Laienreanimation" ist für mich nicht professionell.
Tja, da sind wir halt gegenteiliger Auffassung. Was ist denn Deine Empfehlung dazu? Hohes Risiko eingehen um auch noch das letzte Sekündchen rauszuholen? Das käme für mich nicht in Frage, weil ich nicht verantworten möchte, dass nötige Hilfe auf der Strecke bleibt, weil das Risiko auf der Strasse zu hoch war.

RS-USER-emergency doc
01.08.2008, 20:55
Original geschrieben von Grillmaster T

Tja, da sind wir halt gegenteiliger Auffassung. Was ist denn Deine Empfehlung dazu? Hohes Risiko eingehen um auch noch das letzte Sekündchen rauszuholen? Das käme für mich nicht in Frage, weil ich nicht verantworten möchte, dass nötige Hilfe auf der Strecke bleibt, weil das Risiko auf der Strasse zu hoch war.

Eben gerade nicht.. ich will nicht im Straßengraben landen, weil der Patient "heute etwas anders als sonst nicht ansprechbar" ist.

Junkie
07.09.2008, 23:20
Original geschrieben von Bärentöter
Wie sagte PD Dr. Strauß aus Erlangen mal: ein toter Retter ist ein doofer Retter...

Wo Harry recht hat, hat er recht...

D:-)