Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Einsatzmeldung: "Schnittverletzung Unterarm"
RS-USER-fruehgriller
11.01.2010, 12:52
Verband bleibt natürlich zu, Beschreiben lassen der Verletzung, bzw auf Verdacht in plastische etc, weil wer die hat, hat auch ne normale Chirur.
NA ist bei uns im Bereich nicht immer Notwendig, wenn wir IV Zugang machen, ist durch den NA Chef so gedeckt.
Sauerstoff??
Naja, wenns nix hilft, schads wenigstens nix, denn bisher war nix von ner unterversorgung zu hören.
RS-USER-apoplex
11.01.2010, 13:03
Naja, wenns nix hilft, schads wenigstens nix, denn bisher war nix von ner unterversorgung zu hören.
Wenn weniger Erys kreisen, sollten diese optimal beladen sein - daher ist das auf jeden Fall sinnvoll.
auf Verdacht in plastische etc, weil wer die hat, hat auch ne normale Chirur.
Sagt wer? Beispiel www.fachklinik-hornheide.de , hat ne plastische Chirurgie, aber keine normale Chirurgie, es wäre grundfalsch, die klinik anzufahren.
Daher sind solche Pauschalisierungen falsch, auch wenn sie für deinen Rettungsdienstbereich zutreffend sein mögen.
Abgesehen davon verstehe ich den Ruf nach einer plastischen Chirurgie nicht, der Patient gehört in eine Abteilung für Unfall- und wiederherstellungschrirurgie, die mikrochirurgisch operieren können und optimalerweise einen Gefäßchirurgen haben. Vordringlichstes Ziel erscheint mir momentan jedoch eine Blutungskontrolle, die ist ja so vor Ort offenbar nicht möglich (läuft ja trotz hochlagerung und Druckverband weiter), dadurch ist ein akutes Problem gegeben, das schnellstmöglich behoben gehört, die weitere Versorgung (Funktion, ... zuletzt Optik) sind nachrangige Probleme.
Von daher tendiere ich jetzt erst mal zügig zur unfallchirurgischen Versorgung, Wundinspektion und dann gezielte weiterverlegung und nicht blinde Anfahrt richtung plastische Chirurgie....
Patient erhält jetzt Sauerstoff über Reservoir-Maske mit einem Flow von 15l/min. Sättigung dadurch bei 98%.
Einen Zugang erhält der gute Junge auch und zwar direkt nen Orangen/G14. Ringer läuft. NA-Nachforderung laut ÄLRD allein für einen PVK nicht notwendig.
Was die Blutung und den Verband angeht. Naja, irgendwie drücke ich mich wohl nicht richtig aus. :heul:
Kurzum: Es suppt und suppt und suppt. Wirkung des "Verbands" mittlerweile in Richtung "0". Trotz Hochlagerung und Abdrücken.
Jetzt klagt der Patient auch über "Schummerigkeit". Das passt zum letzten Druck der automatischen Messung: 90/60.
Notdoc wäre in etwas unter 10 Minuten vor Ort. Was die KH angeht:
(Wie gesagt) Allgemeinchirurgie in knapp 5 Minuten in einem Haus der Regelversorgung.
Handchirurgie + alle anderen chirurgien Spezialitäten auf der ganzen weiten Welt + so ziemlich alle anderen Fachrichtungen, weil große Uniklinik, in knapp 15 Minuten.
Und jetzt?
Bin noch neu und habe keine Ahnung wie ich meine eigenen Beiträge editiere. Es soll aber "chirurgische Spezialitäten" heißen
RS-USER-gnuff
11.01.2010, 15:29
Und jetzt?
Wir lassen eine Ringer-Ac (NaCl, Mineralwasser, was auch immer wir haben) im Schuss reinlaufen und fahren das nächste KH an. Ein Verbandswechsel ist bei dieser Blutung, die ich selbst durch abdruecken nicht gestillt bekomme, sinnlos und kostet nur Zeit. Losfahren, jetzt! Anrufen, jetzt!
Ich wuerde ja jetzt eine Voluven (auch zwei oder drei) dranhängen, aber ich darf das ja auch ohne Probleme. Sind Kolloide irgendwo freigegeben?
RS-USER-gnuff
11.01.2010, 15:32
Bin noch neu und habe keine Ahnung wie ich meine eigenen Beiträge editiere. Es soll aber "chirurgische Spezialitäten" heißen
ich nehme mal an, dass Du Dich registrieren musst um editieren zu können. Mach das mal, kostet nix und hat viele Vorteile wie eMail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen etc.
Anmelden geht hier (http://www.rippenspreizer.de/anmeldung_neu/anmeldung.php?tarif=Registriert)...
RS-USER-apoplex
11.01.2010, 15:47
OK, das Vorgehen, dass ich eben schon geschildert habe (zügiges Anfahren der nächsten Klinik) scheint sich ja im Verlauf so zu bestätigen, Sauerstoff läuft ja schon, gut, dass ich nun damit keine Zeit mehr verschwenden muss.
Ergänzen würde ich eine Blutdruckmanschette am Oberarm des verunglückten arms, der so aufgepumpt wird, dass die Blutung sistiert (also > syst. BP), in dieser Situation sollte der Patient nicht noch mehr Sauerstoffträger verlieren.
RS-USER-Brummel
11.01.2010, 17:34
Da bin ich eher für bei Abdrücken bleiben, wenn ich die RR nehme ist zu oft nur der Abfluss blockiert und es suppt noch mehr.
Meine Meinung:
Der RA hält jetzt den Arm hoch und die Brachialis zu.
Der zwote Mann bewegt den RTW mit Diskobeleuchtung und Sound in die nächste Chir.
Die Leitstelle ruft dort an und lässt das Empfangskomitee vollzählig auf uns warten!
Das ist eindeutig Load & Go fast!
Rettungshasi
11.01.2010, 18:47
Hat schon wer an ne Schocklagerung und Wärmeerhalt gedacht?
off topix: Im PHTLS-Konzept wird betont, dass nie eine Studie veröffentlicht wurde, die gezeigt hat, dass eine Blutung bei angehobener Extremität sistiert. Gleiches gilt für die Druckpunkte proximal der Wunde.
Richtig angewandte Tourniquets haben sich als weitaus effektiver erwiesen (in dem Fall improvisiert durch eine Blutdruckmanschette denkbar).
RS-USER-Brummel
11.01.2010, 19:10
und wie weit pumpst du die RR-Manschette dann auf? Auf der Messe letztens meinte der Vertreter (ebenso wie ein Doc letztens), dass das Torniquet optimal sei, danach ein improvisiertes mithilfe von zwei dreiecktuchkrawatten und nem stabilen Stab und dann das Abdrücken. RR-Manschette sei eher ungeeignet, weil selten hoch genug aufgepumpt würde.
RS-USER-emergency doc
11.01.2010, 20:01
Man darf halt keine Angst haben! Blutdruckmanschette auf 240mmHg aufpumpen, und die Blutung steht garantiert, auch wenn der Verband noch weiter suppt (Der suppt im Allgemeinen noch 'ne Weile nach, ist ja auch schön vollgesogen). Dann Fackeln an und in die nächste Chirurgie. Wer einen potentiell instabilen Patienten an einer Chirurgie vorbei fährt, um ein "Spezialzentrum" anzufahren, braucht schon verdammt gute Gründe. Und der Verdacht auf eine Gefäßverletzung der Extremitäten ist KEIN guter Grund.
RS-USER-gnuff
11.01.2010, 20:27
Wo isn jetzt hier der Unterschied zwischen einer RR-Manschette und einem Tourniquet? Verschiedenfarbige Schläuche? Im Endeffekt, und nur der zählt hier, machen beide das Gleiche.
Kann jetzt bitte endlich jemand losfahren...
Rettungshasi
11.01.2010, 20:37
Wir düsen ja schon blau blitzend und mit viel Krach :D
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Ich denke beim Tourniquet insbesondere an die militärische Ursprungsform: http://s2.thisnext.com/media/230x230/Combat-Application-Tourniquet_1D484757.jpg
Ich habe extra noch mal nachgelesen: Konkrete Werte geben sie nicht an. Es wird nur gesagt, dass der arterielle Zufluss gestoppt sein muss und dass sich die Blutung logischerweise verstärkt, wenn ein Wert unterhalb des RRsys erreicht wird. emergency doc hat es ja bereits gesagt: nur keine Angst haben.
Es geht mit umso geringerem Druck je breiter die Manschette ist.
Dreiecktuchkrawatten sind sicherlich nicht schlecht, wenn man aufpasst, dass sie nicht zu schmal sind, weil dann wieder die Gefahr der Gewebs- und Nervenschäden steigt bei geringerem Nutzen (sagt jedenfalls der Unfallchirurg, den ich gefragt habe^^).
Was sagte denn der Vertreter, bei welchen zu niedrigen Werten man in der Regel präklinisch landet?
Ein Problem bleibt in jedem Fall, dass ein solches Tourniquet/Dreiecktuchkrawatte/Blutdruckmanschette nach einer Weile ganz schön schmerzt. Wenn ich dafür aber ein paar Erys behalten darf, soll mir das als Patient recht sein.
Kann mir jemand sagen, welche Werte man in der Regel im OP bei Blutsperren an Arm oder Bein hat?
RS-USER-emergency doc
11.01.2010, 20:43
Kann mir jemand sagen, welche Werte man in der Regel im OP bei Blutsperren an Arm oder Bein hat?
250-300mmHg
RS-USER-apoplex
11.01.2010, 21:08
Wo isn jetzt hier der Unterschied zwischen einer RR-Manschette und einem Tourniquet? Verschiedenfarbige Schläuche? Im Endeffekt, und nur der zählt hier, machen beide das Gleiche.
Der Unterschied zwischen Tourniquet im OP und Blutdruckmanschette ist Anzahl der Druckkammern. Die OP-Variante hat zwei Druckkammern hintereinander - weil sie häufig auch für die intravenöse Regionalanästhesie genutzt wird. zuerst wird die Manschette, die körpernah liegt, aufgepumpt, dann das Lokalanästhetikum in die Vene gespritzt. Nach Anästhesie kann dann die körperferne Manschette aufgeblasen werden, die dann ja im Bereich liegt, der Betäubt ist. http://de.wikipedia.org/wiki/Intraven%C3%B6se_Regionalan%C3%A4sthesie. Daher auch die verschiedenfarbigen Schläuche - Farbcode für die Kammern
Daneben gibt es noch die militärischen Tourniquets, die vor allem auf leichte Bedienung mit wenig mechanischen Komponenten ausgelegt sind, diese Funktionieren meist nach dem Prinzip des Knebels, der einen Gurt um die Extremität durch Verdrillen engstellt. Hierbei hat man keinerlei Kontrolle über den verabreichten Druck, daher ist, zumindest hier in der zivilisation, die Blutdruckmanschette eleganter.
http://www.combattourniquet.com/tourniquet-videos.php
RS-USER-gnuff
11.01.2010, 21:10
Was sagte denn der Vertreter, bei welchen zu niedrigen Werten man in der Regel präklinisch landet?
naja, man kann ja am anderen Arm leicht herausfinden welchen Wert man überschreiten sollte...
mit EDs 250mmHg ist man auf der sicheren Seite...
RS-USER-gnuff
11.01.2010, 21:16
Der Unterschied zwischen Tourniquet im OP und Blutdruckmanschette...
mir ist schon klar was der Unterschied ist, ich bin ja gelegentlich der Depp der den Tourniquet bedienen "darf" wenn gerade mal wieder niemand anders Zeit hat.
Es ging mir darum, dass es in der hier angesprochenen Situation kein Vorteil wäre einen Tourniquet zu haben, weil die beiden Dinger schlicht und ergreifend das Gleiche tun. Es klang irgendwie so als wäre ein Tourniquet schonender oder sowas... das ist ja nicht der Fall, im Grunde ist das ja nur eine gepimpte RR-Manschette...
RS-USER-apoplex
11.01.2010, 21:18
Achja, zu der Thematik:
Kennt jemand den Prämeta Notfallstauer? der ist mir letztens mal in die Hände gefallen - kannte ich vorher noch nicht - http://praemeta.de/de/medizin/ba5.php Ist der irgendwo im Einsatz
Rettungshasi
11.01.2010, 21:21
Danke, ed.
Denke ich auch, gnuff (wobei bei meinem Ärmchen mit 150 mmHg sicher nicht mehr viel passiert). Ich hab nur aus Interesse gefragt, da ich die Befürchtung hatte, dass einige Kollegen vielleicht den Bereich auf der Blutdruckmanschette anstreben, in dem sie sonst nach Venen suchen würden.
Ich versuche mal zusammenzufassen:
Wir streben einen unverzüglichen Transport zur nächsten Klinik mit einer Chirurgie an, d.h. Fahrtzeit ca. 5 Minuten. Aus diesem Grund verzichten wir auf eine Nachalarmierung des Notdocs, aber nicht auf eine Voranmeldung an der Zielklinik mit der Bitte um einen freien und besetzten Schockraum.
Soweit in Ordnung?
Stichwort in etwa:
"Pat. männlich, 16 Jahre, Schnittverletzung Unterarm, ca. 10-15 cm, starke Blutung, nicht sistiert, beginnender hämorrhagischer Schock, erwartete Ankunftszeit: xx:xx"
Patient kriegt noch eine Blutdruckmanschette um den betroffenen Arm und diese wird auf 250 mmHG aufgepumpt.
Sauerstoff und Ringer laufen schnell und viel. Der Pat. erhält noch eine warme Decke und der Tragetisch wird in Schocklage gebracht.
Sonst noch was? Wollt Ihr es vielleicht doch nochmal mit einem neuen Druckverband probieren?
ich nehme mal an, dass Du Dich registrieren musst um editieren zu können. Mach das mal, kostet nix und hat viele Vorteile wie eMail-Benachrichtigung bei neuen Beiträgen etc.
Anmelden geht hier (http://www.rippenspreizer.de/anmeldung_neu/anmeldung.php?tarif=Registriert)...
Bin schon angemeldet, werde aber immer als Guest geführt. Trotzdem 'Danke'.
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