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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : urban legends in der Medizin



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Rettungshasi
05.02.2010, 21:06
Ich kenn diesbezüglich nur die Formel 220 - Alter.
Diese Herzfrequenz sollte man beim Sport nicht überschreiten.

*ER*
06.02.2010, 02:17
Und wenn es von nicht-internistischen Notärzten noch so gerne betrieben wird: Das Hineininterpretieren von ischämischen Endstrecken ins EKG eines Patienten mit DDD-Schrittmacher ist grober Unfug...:rolleyes:

Pr0st
06.02.2010, 08:17
Das hab ich in meiner Trainerausbildung aber auch mal so gelernt. Ist dem nicht so? :confused:

Nein. Das ab 30 Minuten extensiver Belastung auf einmal der relative Anteil der muskulären Energiebereitstellung durch Oxidation von Fettsäuren ansteigen würde entbietet einer leistungsphysiologischen Grundlage. Nicht verwechseln darf man diese falsche Aussage aber mit dem durchaus vorhandenen Fettstoffwechseltraining, was zum Beispiel Triathleten oder Marathonläufer trainieren. Dieses muss allerdings sehr lange (ab ca. 90 Minuten und aufwärts!) durchgeführt werden und hat eine Ökonomisierung der Energiebereitstellung und damit eine Verbesserung der Langzeitausdauerleistung als Ziel, NICHT ein „Abspecken“ in irgendeiner Form. Abgesehen davon ist das weit außerhalb der vom nicht gut austrainierten erreichbaren Trainingsleistung.


Zum allseits beliebten und auch noch von Ärzten vetretenen “Fettverbrennungspuls“. Erstens ist diese Marke maximal willkürlich gewählt, die hat eine kleine untrainierte Frau (sry) durchaus Mal bei strammen gehen. Grundlage dieser Theorie ist, dass der Anteil der aeroben Energiebereitstellung durch Fett- und Glukoseverbrennung bei steigender Belastung in Richtung des Glukoseanteils verschoben wird, beim Joggen im Fettverbrennungspuls (was 60-70 % der maximalen Herzfrequenz sein soll) ca. 60% Fettabbau vs. 40% Glukose. Steigt der Pulse auf 80 % der maximalen Herzfrequenz (ca. 150-160 bpm) sinkt der RELATIVE Anteil der Energiebereitstellung durch Fettsäureoxidation auf 30-40 %.
Beim 70 Kilo Normaldeppen werden nun beim langsamen Fettverbrennungsjoggen ca. 8 Kilokalorien pro Minute verbraucht und wir kommen somit auf ca. 5 Kilokalorien aus der Fettverbrennung. Beim schnellen extensiven Laufen steigt nun der Energieverbrauch deutlich auf 16-18 Kilokalorien pro Minute an, wir verbrauchen also immer noch 7 „Fettkalorien“. Abgesehen davon sind die verbrauchten Kohlenhydrate nicht „schlechter" als Fett…

Insgesamt hat autolyse recht: Entscheidend für das Abnehmen ist einzig und alleine die negative Energiebilanz des Tages… eigentlich ein recht einfacher Gedankengang, aber an einfachen Naturgesetzen scheitert der Mensch immer wieder.

220 - Lebensalter ist eine Faustregel für die maximale Herzfrequenz

RS-USER-Autolyse
06.02.2010, 11:03
[...] Nicht verwechseln darf man diese falsche Aussage aber mit dem durchaus vorhandenen Fettstoffwechseltraining, was zum Beispiel Triathleten oder Marathonläufer trainieren. Dieses muss allerdings sehr lange (ab ca. 90 Minuten und aufwärts!) durchgeführt werden und hat eine Ökonomisierung der Energiebereitstellung und damit eine Verbesserung der Langzeitausdauerleistung als Ziel, NICHT ein „Abspecken“ in irgendeiner Form. Abgesehen davon ist das weit außerhalb der vom nicht gut austrainierten erreichbaren Trainingsleistung.
[...]
90 Minuten aufwärts aber nur beim Laufen. Bei GA1-Fahrten sitze ich regelmäßig länger als 3 Stunden auf dem Rad, sonst ist der Effekt für die Grundlagenausdauer einfach zu gering.

RS-USER-Cookie
06.02.2010, 12:45
Ich müßte mal in meine Ausbildungsunterlagen schauen, wie das sportmedizinisch begründet wurde. Hab ich jetzt aber keine Lust zum Suchen. :)

Die Lehrmeinung ändert sich allerdings auch hin und wieder. In der Trainerausbildung (vor 8 Jahren) haben wir z. B. noch gedehnt wie die Weltmeister. Und in der letzten Fortbildung (im Herbst) war das dann schon wieder völlig überholt.

Naja, dann kann ich ja gleich beim Schwimmen auch schon nach 25 Minuten abbrechen, wenn ich keine Lust mehr habe. :D

RS-USER-Bärentöter
06.02.2010, 13:08
Das Hineininterpretieren von ischämischen Endstrecken ins EKG eines Patienten mit DDD-Schrittmacher ist grober Unfug...:rolleyes:

naja, wenn er gerade nicht pacet... (sch***-denglisch)

Zu dem 130bpm-Thema: das liegt wohl daran, daß man eine möglichst allgemeingültige und eingängige Formel finden wollte

RS-USER-Shalimah
07.02.2010, 13:20
90 Minuten aufwärts aber nur beim Laufen. Bei GA1-Fahrten sitze ich regelmäßig länger als 3 Stunden auf dem Rad, sonst ist der Effekt für die Grundlagenausdauer einfach zu gering.

Kommt immer auf deine Ziele an. Wenn ich nur RTFs fahren will, reichen mir auch 90min GA1 im inter. Da ich aber beispielseise im August 100km im renntempo fahren will, sollten es auch längere Touren sein ;) Aber im Moment halte ich einfach nicht mehr als 2 Stunden auf der Rolle aus :(

Pr0st
07.02.2010, 14:03
90 Minuten aufwärts aber nur beim Laufen. Bei GA1-Fahrten sitze ich regelmäßig länger als 3 Stunden auf dem Rad, sonst ist der Effekt für die Grundlagenausdauer einfach zu gering.

Vom Radsportausdauertraining habe ich keine Ahnung. Unabhängig davon ist es egal, wodurch die muskulären Glykogenreserven abgebaut werden, bei intensivem aeroben Ausdauertraining sind die - je nach Trainingszustand und Ladung - nach 60 bis 90 Minuten leer, egal ob man schwimmt, läuft oder radelt.

Zur Trainerausbildung: 2007 musste ich den C-Schein machen und war immer wieder begeistert darüber, was da für ein Unfug verbreitet wurde. Highlight war - neben dem Fettverbrennungspuls - eine kleine Einführung in laktatgesteuertem Ausdauertraining, womit sich ja auch gerne verschiedene Fitnesscenter schmücken. Wenn ich mich auf etwas nicht verlasse, dann darauf, was ich da gelernt habe.... :-keks

RS-USER-Autolyse
07.02.2010, 19:38
Kommt immer auf deine Ziele an. Wenn ich nur RTFs fahren will, reichen mir auch 90min GA1 im inter. Da ich aber beispielseise im August 100km im renntempo fahren will, sollten es auch längere Touren sein ;) Aber im Moment halte ich einfach nicht mehr als 2 Stunden auf der Rolle aus :(
Rollentraining demotiviert mich ziemlich, im Winter laufe ich ausschließlich, dürfte für den Strongmanrun auch das deutlich sinnvollere Training sein. :)

-----Trennung--------

Klar, womit ich die Glykogenspeicher letztlich leerhaue ist egal, nur zwangsläufig kann ich länger Rad fahren als Laufen. ;)

RS-USER-emergency doc
09.03.2010, 20:44
Alter+Harnstoff=Lasixdosis in mg ...
Ich dosiere mittlerweile seit 10 Jahren so, und das wirklich erfolgreich. Die Formel ist wirklich totaler Blödsinn, aber sie funktioniert echt...

RS-USER-RichieKay
10.03.2010, 13:26
..fleißig House of God gelesen? :grins:

Grüße!

Henry Blake
10.03.2010, 14:21
Ist doch ein Pflichtseminar in diesem Beruf, oder? :grins:

Rettungshasi
10.03.2010, 15:59
Noch ne urban legend, von der ich nicht ganz überzeugt bin:

Je kleiner die Vene, je größer die Viggo, desto medizinisch qualifizierter ist der Punktierende. *hust*

RS-USER-emergency doc
10.03.2010, 18:19
Noch ne urban legend, von der ich nicht ganz überzeugt bin:

Je kleiner die Vene, je größer die Viggo, desto medizinisch qualifizierter ist der Punktierende. *hust*

Naja, orange Viggos erfolgreich in Besenreiser reinzuprökkeln hat schon was von Schwanzvergleich...:grins:

RS-USER-DocL
18.04.2010, 19:40
Patient der Antibiose verschrieben bekommen hat: "Kann ich mein Unacid (=Ampicillin+Sulbactam) problemlos einnehmen, obwohl ich eine Penicillinallergie mit Schock habe?"
HNO-Arzt: " Ja ja, dass dürfte kein Problem geben..."

Wenige Minuten nach Medikamenteneinnahme wurden wir zum katecholaminpflichtigen anaphylaktischen Schock alarmiert :mad:

Grüße
DocL

RS-USER-emergency doc
19.04.2010, 21:52
Den Patienten bei der Defibrillation zu berühren ist NICHT gefährlich, auch wenn alle Algorithmen ein wie auch immer geartetes "Geladen" und "Weg vom Patienten" beinhalten, und jeder eine Geschichte kennt, von jemandem, der beim Viggo legen nicht bemerkte, wie defibrilliert werden sollte, und durch den Schock quer durch den Raum flog/selber reanimationspflichtig wurde/kurz bewusstlos war o.ä.

krumel
20.04.2010, 10:21
Dem muss ich aus eigener Erfahrung ein kleines bisschen widersprechen. Wer ohne Handschuhe drückt und vom PJer per Pads geschockt wird spührt durchaus was...Aber keineswegs den "Vollschlag" mit folgendem Tod der immer in der Legende erzählt wird.

RS-USER-ketanest_S
19.05.2010, 19:36
Angenehm ist´s für den Geschockten mit Sicherheit nicht....

RS-USER-Pronto Soccorso
28.05.2010, 10:58
Fragt mich doch der Bänker meines Vertrauens, der gerne mal mit dem Moped unterwegs ist, ob es stimmt, das man einen Nierengurt tragen muss, weil die Nieren nicht richtig im Körper "befestigt" sind und daher durch die Vibrationen auf dem Motorrad die sich verschieben oder verletzten können. :eek:

Knusperriegel
28.05.2010, 11:42
Dem muss ich aus eigener Erfahrung ein kleines bisschen widersprechen. Wer ohne Handschuhe drückt und vom PJer per Pads geschockt wird spührt durchaus was...Aber keineswegs den "Vollschlag" mit folgendem Tod der immer in der Legende erzählt wird.

Ich hoffe doch sehr, daß dies Anlass für eine wissenschaftliche Studie wird zwecks "Stärke der Stromübertragung bei Latexhandschuhen und Vinylhandschuhen bei Elektrostimulation mit paraleller Manipulation an einem leblosen Körper unter Berücksichtigung der akademischen oder nichtakademischen Ausbildung der manipulierenden Person..."

Dafür gibt es sicher EU-Mittel:-keule