Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Dann geh doch in die Wirtschaft..... oder andere gute Ratschläge......
Kackbratze
23.11.2011, 10:40
McKinsey
Boston Consulting
http://de.wikipedia.org/wiki/Unternehmensberatung
Da gibts eine Liste der Grossen 10.
Mädchenauge
27.03.2013, 15:00
... das Thema ist schon seit 1,5 Jahren hier in diesem Thread nicht mehr behandelt worden - obwohl der vorletzte Beitrag so viel Spannung reingebracht hat. Hast du, god0t, denn dann ein paar Bewerbungen rausgelassen? Wie ging's aus? Und wie gehts dem Senior heute? Hat jemand neue spannende Erlebnisse in den good old alternatives?
Hab mich heute zum Spass mal bei McKinsey beworben für einen Associate Intern. Bin gespannt, ob sich überhaupt jemand meldet.
Also, würd mich freun, wenn ihr hier weiter berichtet!
Viele Grüsse,
M.
Hab vor längerer Zeit einen Vortrag einer Ärztin gehört, die direkt nach der Uni zu McKinsey gegangen ist.
Mc Kinsey sucht - aus welchen Gründen auch immer - speziell Mediziner, gerne auch Berufsanfänger, am liebsten mit Doktortitel. Einstiegsgehalt liegt über dem eines Assistenzarzt - mit Dr. med. gibt es nochmals deutlich mehr. Aufstiegschancen laut Dozentin blendend - man klettert bei genügend Einsatz schnell auf der Karriereleiter nach oben. Beraten werden nicht nur Krankenhäuser sondern auch Firmen aus komplett anderen Branchen.
Allerdings ist man, wie schon irgendwo im Thread erwähnt, vier Tage in der Woche bei der Firma vor Ort, lebt im Hotel, und pendelt für die restlichen 3 Tage zurück an seinen Wohnort. Natürlich wechseln die Projekte regelmäßig, so dass man ständig in Deutschland unterwegs ist.
Alles in allem also eher schlechte work-life-balance und eher gute konto-balance. Muss jeder selbst wissen, wie er da seine Prioritäten setzt ;)
Mich würden ebenfalls einige Erfahrungsberichte interessieren, bzw. von Mädchenauge, wie die Sache weitergeht.
@Mädchenauge
Wie bist du auf die Idee gekommen? Kannst du dir das längerfristig vorstellen?
Mädchenauge
28.03.2013, 09:00
Klar, die work-life-balance schaut echt mies aus .... aber ich hab mich da mal durch die Homepage von McKinsey geackert und mich reizt es einfach herauszufinden, ob die jemanden wie mich (keine auslandserfahrung mit harvard oder yale oder sonstigen elite-unis, blosser doktor und erasmus in europa absolviert, keine ausseruniversitären sozialen engagements und was die noch so alles wollen, kein MBA, kein BWL) tatsächlich zu so einem interview einladen würden. Und falls in der tat ja, dann geh ich da aus spass hin u schau mir das an, was die da für fragen stellen (kann man zwar auch alles online einsehen, aber in real is es ja noch mal anders). Und wenns nix is, dann wars eine gute Chance zum Training für Bewerbungssituationen. Ehrlichgesagt kann ich mir das nicht auf lange Frist vorstellen, scheint einem ja schon ordentlich an die Substanz zu gehen, wenn man die anderen Forenbeiträge zwecks hohem Personaldurchlauf beobachtet. Aber ich bin so gefrustet vom Klinikalltag, sodass ich aus jux und tollerei auch mal bei McKinsey reinschnuppern würde.
Mädchenauge
28.03.2013, 10:26
... naja die Work-life-balance schaut in der Tat sehr mies aus. Mich reizt es einfach mal herauszufinden wie mein Wert in der freien Wirtschaft so steht. Ich hab an keiner Elite-Uni ein Austauschjahr gemacht, bin einfache Doktorin mit Erasmus in Europa, hab keine Förderstipendien oder sonstigen elite-firle-fanz bekommen, hab auch keine sozialen engagements (als volonteer oder sowas) vorzuweisen und bin einfach gespannt ob die jemanden wie mich dann tatsächlich auch haben wollen. und falls ja, geh ich da hin und mach dieses interview (man kann sich auf der homepage ja anschaun, wie das so in etwa abläuft) einfach auch als übung für bewerbungssituationen. ausserdem is man lockerer, wenn man nicht ganz verkrampft zum interview geht, weil man UNBEDINGT diese stelle braucht.
Laut Homepage meldet sich wer innerhalb 1 Woche nach Einlagen der online-Bewerbung - oder auch nicht ... man darf also gespannt sein.
ich hab die kurative Klinik satt, bin total frustriert und hab keine Lust mehr als Systemerhalter herzuhalten. Deshalb schau ich mich nach Alternativen um und schnupper da einfach mal rein.
..alleine dadurch, dass du Medizinerin mit Doktortitel bist, hast du gute Chancen, dass sie sich melden. Ich glaube auf den ganzen Elitekram legen die gar nicht so einen gesteigerten Wert.
In der aktuellen Ausgabe der Zeit kommt eine Artikelserie zu diesem Thema, u.a. auch einige Erfahrungsberichte von Ehemaligen. Kann dir empfehlen das zu lesen! Da ist von Up and Fire die Rede, d.h. entweder nächster Schritt in der Karriereleiter oder du musst gehen und, dass die meisten sowieso nach ein paar Jahren aussteigen und sich anders orientieren, eigene Firmen gründen, etc. - also eher kein Job bis zur Rente.
Aber warum auch nicht? Die Arbeit hört sich ziemlich spannend an und du machst Erfahrungen, die du sonst nirgendwo machen kannst - zwei Jahre ackern und dabei richtig gutes Geld verdienen und dann Mc Kinsey als Sprungbrett für die Karriere benutzen. Kann man ruhig mal machen. Und wenn du doch wieder zurück in die kurative Medizin willst, wird kein CA dich abweisen.
Mädchenauge
28.03.2013, 18:14
... also ich hab jetzt die Artikel in der aktuellen Zeit gelesen, die du mir empfohlen hast und gerade einen anderen Zeit-Artikel gefunden: http://www.zeit.de/2006/21/McKinsey_21 Also viel mehr muss man dazu ja nicht mehr sagen, oder? Was meint ihr - wie "unmoralisch" ist McKinsey?
chunkyfire
07.04.2013, 12:01
Ich hab mich nach dem Examen (H12) bei sieben der Top10 beworben und nicht eine Unternehmensberatung hat mich eingeladen.
Habe parallel zu Medizin auch Wirtschaftswissenschaften studiert (1,7 Abschluss), Auslandsaufenthalte (u.a. USA), viel außeruniversitäres Engagement, Dr. med und eine recht gute Publikation. Durch das ganze "alles auf einmal machen" habe ich allerdings im 2.StEx "nur" eine 2,5 (schriftlich 3, mündlich 2; Physikum war 1,5) und mein Abi war mit 2,5 nicht sehr gut.
Ich habe mal bei allen Recruiting Abteilungen nachgefragt warum ich nicht eingeladen wurde und die meinten, dass der Grund mein 2.StEx und die Abinote war, d.h. wenn ihr nicht besser als 2,0 im StEx und Abi seid (am besten 1,5 aufwärts), sieht es eher schlecht aus bei den Top Unternehmensberatungen. Außerdem ist Arbeitserfahrung sehr wichtig und zwar nicht-medizinische (!). Ich hätte es toll gefunden, vor dem Start in die Medizin ein bis zwei Jahre bei einer UB zu arbeiten, aber laut diversen recruiting Abteilungen müsste ich erst einmal eine nicht-medizinische Tätigkeit ausüben und/oder ein Auslands-Master machen, um eine Chance auf ein Auswahlgespräch zu haben. Man darf aber nicht vergessen, dass in den Gesprächen nochmal sehr stark ausgesiebt wird. Am Ende schaffen es wohl nur 1% der Bewerber...
Was ich damit sagen will ist, dass die Hauptkriterien für eine Einladung exzellente Studienleistungen (SEHR gute Noten), Auslandsaufenthalte und nicht-medizinische Arbeitserfahrung sind, wobei letzteres ziemlich schwer für Mediziner ist. Wenn man keinerlei Arbeitserfahrung hat, muss man wahrscheinlich <1,3 Abi und 1,5 Stex/Physikum haben, um in Frage zu kommen. Bei den Gesprächen steht dann eher das Auftreten und die gute Bewältigung von Case Studies im Vordergrund. Wer sich interessiert kann auf squeaker.net unter "Insider Berichte" jede Menge Erfahrungsberichte über diese Gespräche finden.
Wenn man alle Hürden überwindet, wartet jedoch ein Wahnsinnsgehalt auf einen und damit meine ich, dass man als Anfänger (mit Promotion als Associate in einer Top-UB) deutlich mehr verdienen wird, als ein leitender Oberarzt einer Uniklinik.
Hallo,
interessanter Erfahrungsbericht. Dass die Noten von sehr hoher Bedeutung (schlechter als 2,0 ist wohl KO Kriterium), habe ich schon öfter gehört, allerdings noch nicht von einem Betroffenen.
Ist das Einstiegsgehalt für einen Anfänger wirklich inzwischen so hoch? Vor einigen JAhren lag es meines Wissens bei 60 - 80 000 und da dürften die meisten leitenden Oberärzte deutlich drüber liegen ;)
astrophys
07.04.2013, 14:42
Wenn man alle Hürden überwindet, wartet jedoch ein Wahnsinnsgehalt auf einen und damit meine ich, dass man als Anfänger (mit Promotion als Associate in einer Top-UB) deutlich mehr verdienen wird, als ein leitender Oberarzt einer Uniklinik.
Aus welcher Quelle hast du das? Nach allem, was man so liest, ist der Verdienst für das Auswahlverfahren und die Gerüchte ziemlich mau und liegt auch nicht über dem eines Arztgehaltes. Insbesondere das Gehalt eines Partners (Top-Position innerhalb der UBs) liegt doch ein ganzes Stück unter der eines Chefarztes: Verdienst als UB (http://www.spiegel.de/fotostrecke/je-groesser-desto-mehr-was-unternehmensberater-verdienen-fotostrecke-69975-2.html)
Aus welcher Quelle hast du das? Nach allem, was man so liest, ist der Verdienst für das Auswahlverfahren und die Gerüchte ziemlich mau und liegt auch nicht über dem eines Arztgehaltes. Insbesondere das Gehalt eines Partners (Top-Position innerhalb der UBs) liegt doch ein ganzes Stück unter der eines Chefarztes: Verdienst als UB (http://www.spiegel.de/fotostrecke/je-groesser-desto-mehr-was-unternehmensberater-verdienen-fotostrecke-69975-2.html)
Also die Partnergehälter in großen UBs liegen nicht sehr weit unter den Gehältern von Chefärzten. ;) Wenn du es mit kleinen UBs vergleichst, hast du Recht.
chunkyfire
07.04.2013, 15:07
Auf glassdoor.com kann man z.B. die Gehälter von vielen UBs einsehen
(z.B. http://www.glassdoor.com/Salaries/germany-mckinsey-salary-SRCH_IL.0,7_IN96_KE8,16.htm).
Außerdem kommt die Frage nach dem Gehalt bei vielen e-fellows.net Diskussionen und auf squeaker.net sehr oft auf.
Generell gibt es 3 Gehaltsstufen für Anfänger:
1.) BA-Abschluss 40 - 50.000
2.) MA-Abschluss oder Diplom 60 - 80.000
3.) Promotion oder MBA 80 - 120.000
Dazu kommen noch um die 10 - 20% Bonuszahlungen und ein Firmenwagen. Ein leitender Oberarzt verdient z.Zt. in der höchsten Stufe 8800€ als Grundgehalt (um die 105.000 im Jahr, bei der ersten Stufe 94.000 im Jahr). Dazu muss man noch sagen dass die oben genannten Zahlen Einstiegsgehälter sind, die sich von Jahr zu Jahr noch mal sehr steigern (um die Leute an das Unternehmen zu binden) und die meisten Berater nach ein paar Jahren aufhören oder gekündigt werden, ist also in den seltensten Fällen ein Beruf auf Lebenszeit. Ausdrücklich erwähnen sollte man dann auch noch, dass wenn man die Gehälter auf Stundenlöhne runterbricht, der Stundenlohn sehr niedrig ist, da man extrem viel arbeiten muss (70h+). Als PArtner wirst du ja an den Erlösen deiner Abteilung beteiligt, d.h. je nachdem wie viel Umsatz du machst ist da alles ab 250.000 im Jahr möglich (bis zu dem Vielfachen davon). Als Chefarzt kannst du natürlich auch so viel verdienen, da kommt es aber dann drauf an wie groß deine Abteilung ist und was du für einen Vertrag hast (Stichwort Privatliquidationen).
Ich denke diese Gehälter sind auch der Hauptgrund dafür, dass sich so viele Leute dort bewerben und die UBs massiv aussortieren können.
Mädchenauge
08.04.2013, 11:42
... ich hab jetzt schon die erste Absage bekommen. Hab mich für diverse Hauptstädte in Skandinavien beworben und von Finnland die erste Abfuhr erteilt bekommen. Hab das mail gar nicht richtig durchgelesen - da stand bloss was von "highly qualified" und "sorry" :-)) Von den anderen Büros bis jetzt noch keine Regung.
Thomas24
08.04.2013, 20:11
Hallo,
interessanter Erfahrungsbericht. Dass die Noten von sehr hoher Bedeutung (schlechter als 2,0 ist wohl KO Kriterium), habe ich schon öfter gehört, allerdings noch nicht von einem Betroffenen.
Ist das Einstiegsgehalt für einen Anfänger wirklich inzwischen so hoch? Vor einigen JAhren lag es meines Wissens bei 60 - 80 000 und da dürften die meisten leitenden Oberärzte deutlich drüber liegen ;)
Naja, zum einen: ltd. OA wird man nicht mal so en passant. 5-6 Jahre post Examen Berufserfahrung, FA Examen, ein bis zwei Jahre Tätigkeit als FA, dann F-OA, dann OA, dann ltd. OA, dazwischen noch Erwerb von Subspezialisation (ggf. Habil.) etc. => Mitte bis Ende 30. Das andere sind halt Berufsanfänger frisch von Uni evtl.Prom/MBA mit 25-28 Jahren. Entweder werden OÄs unterbezahlt oder UB Anfönger in den Big 4 Advisories überbezahlt...
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