Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Schon wieder Streik
LasseReinböng
18.01.2012, 20:40
Ist denn der VKA-Tarifvertrag jetzt auf dem Niveau der anderen Tarifverträge ? Wenn das erreicht ist, ist es doch nicht schlecht, zumindest ist man nicht schlechter dran als der Rest der Ärzteschaft - das finde ich besonders ärgerlich - wenn man weiß, daß man im Haus eines benachbarten Betreibers für die selbe Arbeit 200 € mehr hätte...naja, Wunder sind eh nicht zu erwarten.
@lassereinböng
Neuin, man ist nicht auf dem gleichn niveau. gehen wir vom einstiegsgehalt nach mb von 3735 aus. wenn du jetzt 2,9% mehr hast bist du bei 3843. bei helios verdienst als einsteiger 3900. alles brutto versteht sich.
Also ich weiß nicht, was ihr euch so aufregt... man könnte ja meinen, als Arzt würde man am Hungertuch nagen! Ich bin mit meinem Gehalt zufrieden. Ich verdiene fast doppelt so viel wie mein Freund (Informatiker in der Forschung)!
Hoppla-Daisy
19.01.2012, 16:19
Naja, aber ich finde es nicht verwerflich, für gleiche Arbeit auch gleiches Geld anzustreben ;-).
Auf der anderen Seite geht mir dieses Genöhle auch manchmal auf den Keks. Ich hab zwar noch nicht mein erstes Gehalt, aber allein die Aussicht auf selbiges macht mich schon zufrieden. Und ich finde nicht, dass ich unterbezahlt bin ;-).
Neulich kam meine Mutter an und erzählte von einer Bekannten, deren Schwiegertochter auch Ärztin ist (mittlerweile allerdings in eigener Praxis). Die hätte ja soooooooooo wenig verdient im Krankenhaus! Als ich meinen Eltern gegenüber dann mal kurz erwähne, was das übliche Einstiegsgehalt ist, fanden sie auch nicht, dass es sooooooo wenig ist ("naja, aber dafür haste auch lange Jahre studiert, Kind!"). Selbst wenn man bedenkt, dass ihre Assizeit schon ein paar (wenige) Jahre her ist, wird es nicht so viel weniger gewesen sein ;-).
Selbst wenn man bedenkt, dass ihre Assizeit schon ein paar (wenige) Jahre her ist, wird es nicht so viel weniger gewesen sein ;-).
Vorsicht! Das kann nämlich durchaus doch so sein! Wir haben in meinem damaligen Haus bis 2008 noch nach dem alten BAT gearbeitet (Uniklinik und kirchlich). Da lag das FA-Gehalt bei 3000€/Monat. Das war dann eine Gehaltssteigerung von knapp 2000€/Monat von BAT auf MB/VKA-Uni! Wohlgemerkt Grundgehalt!
Ich will jetzt gar nicht erzählen, dass ich ja noch ein AiP-Gehalt bekommen habe... 1500€/Monat! :-((
Selbst mein Einstiegsgehalt lag damals noch bei 800€ unter dem heutigen. Da hat sich wahnsinnig viel getan in den letzten Jahren.
Hoppla-Daisy
19.01.2012, 16:58
Ok, dann nehme ich das zurück und behaupte das Gegenteil :-))
Feuerblick
19.01.2012, 17:09
Das Gehalt an sich stört mich auch nicht. Mich stört nur die Wankelmütigkeit des Marburger Bundes. Erst wird großartig geschrieen, man wolle die Anzahl der Bereitschaftsdienste reduzieren und dann lässt man sich auf diese merkwürdige Regelung ein, die in letzter Instanz doch nur bedeutet, dass sich an der Zahl nichts ändern wird, man dafür aber ein klitzekleines Leckerchen bekommt, wenn man brav sechs bis sieben Dienste im Monat malocht. DAS stört mich!
Moorhühnchen
19.01.2012, 18:24
Genau so sehe ich es auch - nicht das Grundgehalt ist das Problem, sondern die Entlohnung der BD-Dienste.
Ich finde, darauf hätte mehr Wert gelegt werden müssen. :-meinung
Erst wird großartig geschrieen, man wolle die Anzahl der Bereitschaftsdienste reduzieren
Haben die auch gesagt, wie sie das anstellen wollen? Das ist die gleiche Mär wie die FDP mit ihren Steuersenkungen... es gibt nunmal soundsoviele Dienste zu besetzen, die lassen sich nicht per Vertrag reduzieren.
Feuerblick
19.01.2012, 18:32
Und da das alle wussten: Wieso reißen die MBler vorher dann so ihre Klappe auf? Natürlich war es klar, dass das nicht funktionieren wird - es sei denn, man stellt zusätzliche Leute ein.
Leelaacoo
19.01.2012, 18:40
Ich habe im ersten Jahr keine 3000 brutto gehabt...und soo lange ist das nicht her (*hüstel*)...da kam man gerade so auf 1600 Euro netto (mit BD)...der Arbeitskampf hat sich also wirklich geloht! (und ich war so so froh, gerade so am AIP vorbeigeschrammt zu sein...)
Jetzt geht es den Meisten tatsächlich um die Arbeitsbedingungen...und da kann man nicht mit Prozentzahlen kommen...ich könnte behaupten, dass alle meiner Kollegen auf ihre 2,8 % verzichten würden, um einen neuen Kollegen zu bekommen...nur den müsste man auch erst finden...aber wir haben ja sowieso Einstellungsstopp und in der Pflege bauen sie Stellen ab, so dass man nun wieder alte Vorurteile schürt (die Ärzte nehmen der Pflege alles weg etc.)...ergo: wieder schlechtere Arbeitsbedingungen, weil die Pat. schlechter versorgt sind!
LG Lee
psycho1899
19.01.2012, 21:01
Ich habe im ersten Jahr keine 3000 brutto gehabt...und soo lange ist das nicht her (*hüstel*)...da kam man gerade so auf 1600 Euro netto (mit BD)...der Arbeitskampf hat sich also wirklich geloht! (und ich war so so froh, gerade so am AIP vorbeigeschrammt zu sein...)
Jetzt geht es den Meisten tatsächlich um die Arbeitsbedingungen...und da kann man nicht mit Prozentzahlen kommen...ich könnte behaupten, dass alle meiner Kollegen auf ihre 2,8 % verzichten würden, um einen neuen Kollegen zu bekommen...nur den müsste man auch erst finden...aber wir haben ja sowieso Einstellungsstopp und in der Pflege bauen sie Stellen ab, so dass man nun wieder alte Vorurteile schürt (die Ärzte nehmen der Pflege alles weg etc.)...ergo: wieder schlechtere Arbeitsbedingungen, weil die Pat. schlechter versorgt sind!
LG Lee
Jo, 2800 oder so bei kirchlichem Träger, Steuerklasse I, rk, ledig. Umgerechnet 1630 € netto. Das ganze war im August 2006, also jetzt nicht vor Jahrzehnten. Von daher hat sich diesbezüglich schon eine Menge und das ist auch gut so.
Während ich mit dem Grundgehalt leben kann, finde ich die Nachtdienste, in Anbetracht der Arbeitsbelastung und Verantwortung, die man dabei trägt, nach wie vor vollkommen unterbezahlt
Ich habe im ersten Jahr keine 3000 brutto gehabt...und soo lange ist das nicht her (*hüstel*)...da kam man gerade so auf 1600 Euro netto (mit BD)...der Arbeitskampf hat sich also wirklich geloht! (und ich war so so froh, gerade so am AIP vorbeigeschrammt zu sein...)
2008 war ich aber schon Facharzt. :-)) ==> Da lag das FA-Gehalt bei 3000€/Monat.
Für die Einsteiger kam Dein Netto etwa hin.
Jetzt geht es den Meisten tatsächlich um die Arbeitsbedingungen...und da kann man nicht mit Prozentzahlen kommen...ich könnte behaupten, dass alle meiner Kollegen auf ihre 2,8 % verzichten würden, um einen neuen Kollegen zu bekommen...nur den müsste man auch erst finden...aber wir haben ja sowieso Einstellungsstopp und in der Pflege bauen sie Stellen ab, so dass man nun wieder alte Vorurteile schürt (die Ärzte nehmen der Pflege alles weg etc.)...ergo: wieder schlechtere Arbeitsbedingungen, weil die Pat. schlechter versorgt sind!
Was natürlich von den Personalern auch so dargestellt wird. Kaum ist die Tarifeinigung spruchreif melden sich die Verwaltungen und erzählen, dass wegen den gierigen Ärzten das Fortbestehen der Kliniken gefährdet ist und die anderen Berufsgruppen zugunsten der Ärzte jetzt kürzer treten müssten.
Jo, 2800 oder so bei kirchlichem Träger, Steuerklasse I, rk, ledig. Umgerechnet 1630 € netto. Das ganze war im August 2006, also jetzt nicht vor Jahrzehnten. Von daher hat sich diesbezüglich schon eine Menge und das ist auch gut so.
Während ich mit dem Grundgehalt leben kann, finde ich die Nachtdienste, in Anbetracht der Arbeitsbelastung und Verantwortung, die man dabei trägt, nach wie vor vollkommen unterbezahlt
Eben. Zumal die entscheidende Unzulänglichkeit ja nicht vom Tisch ist. Es kann ja nicht sein, dass durch "geschickte" Planung seitens der Verantwortlichen die Mitarbeiter durch Bereitschaftsdienste in Minusstunden reinrutschen. Auch kann es nicht sein, dass man sich die Nächte um die Ohren haut und letztendlich durch Abzug des nächsten Tages von 16 zusätzlichen Stunden defacto nur 2-5 Stunden übrigbleiben. Und an der Problematik hat sich auch mit den neuen Verhandlungen nix getan.
Thomas24
20.01.2012, 03:04
Vorsicht! Das kann nämlich durchaus doch so sein! Wir haben in meinem damaligen Haus bis 2008 noch nach dem alten BAT gearbeitet (Uniklinik und kirchlich). Da lag das FA-Gehalt bei 3000€/Monat. Das war dann eine Gehaltssteigerung von knapp 2000€/Monat von BAT auf MB/VKA-Uni! Wohlgemerkt Grundgehalt!
Ich will jetzt gar nicht erzählen, dass ich ja noch ein AiP-Gehalt bekommen habe... 1500€/Monat! :-((
Huch, wie hast du das denn gemacht?
Ich hab damals als AiP ca 1.250 EUR brutto (ca. 850 EUR netto) bekommen :-((- zum Glück war das AiP bald passé.
Insofern hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan...:-)
Huch, wie hast du das denn gemacht?
Ich hab damals als AiP ca 1.250 EUR brutto (ca. 850 EUR netto) bekommen :-((- zum Glück war das AiP bald passé.
Insofern hat sich in den letzten Jahren sehr viel getan...:-)
Netto kommt hin. Waren bei mir auch so um die 850 Eus. Wie die 1500€ zusammengesetzt waren, weiß ich nicht mehr, könnte ich aber nächste Woche nachsehen. Aber ich meine, da war noch was mit Ortszuschlag? Auf jeden Fall waren es ziemlich genau 1500,00 €.
Und das AiP habe ich noch voll mitgemacht. Das wurde glaube ich 1 oder 2 Jahre später abgeschafft...
Der Vorteil war natürlich, dass man nach dem AiP erstmal nicht drüber nachgedacht hat, wieviel Geld man durch die neuen Tarifverträge verliert, weil man ja von 1500 auf gaaaanz viel Geld hochgestuft wurde, also ca. 2500€. Mit Diensten kam man dann ja auf das Doppelte vom AiP. :-)) :-))
.ich könnte behaupten, dass alle meiner Kollegen auf ihre 2,8 % verzichten würden, um einen neuen Kollegen zu bekommen...
Wir sind eigentlich genug Leute. Wir sind jetzt schon so viele, dass für jeden nur 3 Tage OP pro Monat übrig bleiben. :-? Irgendwie ist das Verhältnis von OP zu "der restlichen Arbeit" einfach irgendwie Schei*e. :-nix
Unsere Probleme sind eher lokaler Natur: wär schön, wenn unsere Überstunden regelmäßig ausbezahlt würden, wenn auch tatsächlich ALLE geleisteten Überstunden aufgezeichnet würden und wenn wir endlich wieder Bereitschaftsdienst stufe 3 bekämen. Antwort der Verwaltung: zu teuer, dann streichen sie uns wieder eine Stelle :-kotz
Leelaacoo
20.01.2012, 15:26
Unsere Probleme sind eher lokaler Natur: wär schön, wenn unsere Überstunden regelmäßig ausbezahlt würden, wenn auch tatsächlich ALLE geleisteten Überstunden aufgezeichnet würden und wenn wir endlich wieder Bereitschaftsdienst stufe 3 bekämen. Antwort der Verwaltung: zu teuer, dann streichen sie uns wieder eine Stelle :-kotz
Was ja an sich schon rechtswidrig ist...und genau da ist das Problem, nicht der Grundlohn...das ist Erpressung auf mittelalterlichem Niveau und noch viel zu verbreitet.
LG Lee
Was ja an sich schon rechtswidrig ist...und genau da ist das Problem, nicht der Grundlohn...das ist Erpressung auf mittelalterlichem Niveau und noch viel zu verbreitet.
LG Lee
Ja, aber was soll man machen? Die sitzen am längeren Hebel. Und die Klinik werde ich deswegen nicht verlassen.
Leelaacoo
20.01.2012, 16:10
Ich weiß, dass das schwierig ist...der immer wiederkehrende Ratschlag, einfach zu kündigen und sich was Besseres zu suchen kommt hier ja häufig, aber auch woanders ist das Gras nicht saftiger und man kann durchaus auch Pest gegen Cholera tauschen...ich halte es immer noch für besser, zu versuchen, die Dinge erstmal in der eigenen Klinik zu verbessern, wenn es nicht allzu schlimm da ist...das ist oft ein Kämpfen gegen Windmühlen (und auch gegen manche Kollegoide)...wir haben engagierte Assistentensprecher und einen benignen Chef, da war vieles in den letzten Jahren möglich, um gerade die Überstundenbezahlung/-Abfeiern zu verbessern und durchzudrücken...wenn sich allerdings alle in die Situtaion ergeben und der Chef sagt: "Bei mir war aber alles schlimmer, stellt euch nicht an!" --genau dann muss man mit den Füßen abstimmen...
(wobei man sich dann in der Abteilung mit nur noch rudimentär Deutsch sprechenden Ärzten bedient...und für die, die bleiben, wirds noch schlimmer...)
LG Lee
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