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@Meridion: Deine Meinung von Psychiatrie ist aber schon sehr blauäugig. Husch-Pfusch-Psychiatrie ist heute vielfach leider aus organisatorischen Gründen die Regel (Krisen, Sucht, Geronto), allenfalls in der Forensik oder auf Spezialstationen kann man Deine Ideale vielleicht noch flächendeckend einigermaßen ausleben. Daß viele Pat. zwangsweise da sind und überhaupt nicht kooperieren oder kooperieren wollen, daß es Gewalt (gegen Pat. - Fixierung, Zwangsmedizierung) und auch gegen Mitarbeiter regelhaft gibt, daß die Dokumentation ein Wahnsinn ist und der Personalmangel das Seine tut, erwähnst Du nicht. Daß die Weiterbildung vielfach im argen liegt, daß die Somatik-Seite je nach Klinik absurd zu kurz kommt (ich traue erfahrenen Internisten meist mehr neurologisch zu als einem Psychiater) und man eben viel Verhaltens"müll" abbekommt, auch wenn der kaum etwas mit Psychiatrie zu tun hat, ist ebenso Fakt. Daß es "nichts Schöneres" gibt habe ich mal von einem m.E. selbst höchst auffälligem und gefährlich-zynisch-manipulativem Chef gehört, dessen einziges Ziel MEHR KOHLE für sich von Privataptienten war. Es war nicht bekannt, daß er jemals Patientenkontakte vor anderen Ärzten gehabt hätte.
warum machst es dann???????????
Meridion
10.03.2012, 13:41
@Meridion: Deine Meinung von Psychiatrie ist aber schon sehr blauäugig. Husch-Pfusch-Psychiatrie ist heute vielfach leider aus organisatorischen Gründen die Regel (Krisen, Sucht, Geronto), allenfalls in der Forensik oder auf Spezialstationen kann man Deine Ideale vielleicht noch flächendeckend einigermaßen ausleben. Daß viele Pat. zwangsweise da sind und überhaupt nicht kooperieren oder kooperieren wollen, daß es Gewalt (gegen Pat. - Fixierung, Zwangsmedizierung) und auch gegen Mitarbeiter regelhaft gibt, daß die Dokumentation ein Wahnsinn ist und der Personalmangel das Seine tut, erwähnst Du nicht. Daß die Weiterbildung vielfach im argen liegt, daß die Somatik-Seite je nach Klinik absurd zu kurz kommt (ich traue erfahrenen Internisten meist mehr neurologisch zu als einem Psychiater) und man eben viel Verhaltens"müll" abbekommt, auch wenn der kaum etwas mit Psychiatrie zu tun hat, ist ebenso Fakt. Daß es "nichts Schöneres" gibt habe ich mal von einem m.E. selbst höchst auffälligem und gefährlich-zynisch-manipulativem Chef gehört, dessen einziges Ziel MEHR KOHLE für sich von Privataptienten war. Es war nicht bekannt, daß er jemals Patientenkontakte vor anderen Ärzten gehabt hätte.
Na - ja. Wahrscheinlich gilt auch hier "kommt auf die Klinik an". Aber wo in der Somatik hat man denn bitte regelhafte Liegezeiten von 4-6 Wochen?
Was Du anmahnst ist ja praktisch zu 100% personenabhängig. Klar gibts Idioten, Nixkönner und Leute denen es einfach egal ist. Gibt's überall.
Und natürlich ist die Personaldecke nicht üppig, für den Schreibkram gibts keine Sekretärin; Aber wo ist das denn bitte anders in der Medizin? Damit hab ich mich schon vor Jahren abgefunden.
Mir widerstrebt allerdings diese reflexartige Grundtendenz, dass sobald man was prinzipiell positives über eine Fachdisziplin sagt irgendjemand mit der "ja schöne Ideale, schau mal die Realität an"-Keule kommt.
In meiner Realität, zu der ich jeden morgen hingehe, _habe_ ich zumindest Zeit für Pat. (auf jeden Fall mehr als jeder somatische Kollege den ich kenne) und _versuche_ Zwangsmaßnahmen so gut es geht zu vermeiden, hier im Haus ist meine Weiterbildung über die angeschlossene Fortbildungseinrichtung mitorganisiert und läuft organisatorisch in der Regel auch. Mag sein dass das am Fachklinikum mit 1800 Betten liegt, ich hab keine Ahnung was sonstwo abgeht...
Meridion
Mir widerstrebt allerdings diese reflexartige Grundtendenz, dass sobald man was prinzipiell positives über eine Fachdisziplin sagt irgendjemand mit der "ja schöne Ideale, schau mal die Realität an"-Keule kommt.
Was bei sten erschwerend hinzukommt, ist der Reflex, auch nur die kleinste positive Kleinigkeiten in deutschen Kliniken umgehend schlechtzureden. Muß eine Zwangsstörung sein :-nix
Ich mein, es ist ja gerechtfertigt, realistisch zu bleiben, aber stennadolny ist nur und ausschließlich zu Schwarzmalerei fähig, teilweise grenzwertig in die Richtung Schmähkritik.
ehemaliger User_13052016-1
16.03.2012, 20:21
Also gibt es einen Ärztemangel in der Neurologie? Und wie schwer ist es, eine adäquate Stelle in Nero oder Psychiatrie in einer Großstadt zu bekommen, gibt es da Erfahrungen?
Also gibt es einen Ärztemangel in der Neurologie? Und wie schwer ist es, eine adäquate Stelle in Nero oder Psychiatrie in einer Großstadt zu bekommen, gibt es da Erfahrungen?
nicht superschwer...wenn es nicht mitten in der großstadt sein soll. nächstgrößere stadt in der nähe von einer 500000 einwohner stadt hat eine neurologie aufgmeacht...lese seit 6 monaten immer wieder stellenangebote von denen. war am überlegen selbst dort anzufangen, mich hat nur der fahrweg von täglich 1,5 stunden abeschreckt, sonst wäre es wirklich gut gewesen...
stennadolny
17.03.2012, 17:40
Für den Großraum München sowie praktisch die ges. Regierungsbezirke Oberbayern, Schwaben, Niederbayern und auch Oberpfalz inclusive Regensburg in Bayern kann man zwischenzeitlich behaupten: Psychiatriestellen, wenn man nicht allzu anspruchsvoll ist, liegen auf der Straße, Neurostellen (, wenn man damit nach dem Studium beginnt !) praktisch auch.
Auch und gerade um München herum ist Neuro kein Problem, ob es sich dabei aber um "Traumstellen" handelt ?
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