Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Nachforderung NEF - VU Fahrzeug brennt!
Tja, warum kein Thoraxtrauma nach Auffahrunfall? :-nix
allerdings weiß man halt einfach nicht, ob er infolge des Unfalls das Bewußtsein verloren hat oder schon vorher...diese nach rechts verdrehten Augen helfen mir irgendwie nicht weiter. Die Pupillen waren ja seitengleich, oder?
Vielleicht ist die Ursache gar nicht wichtig, vielleicht doch? :-nix irgendwas Besonderes muß ja an dem Fall sein :-))
WackenDoc
28.04.2012, 13:16
Ja, kann alle möglichen Ursachen haben.
Andererseits ist meine Überlegung, dass man das Problem mit etwas Glück schnell identifizieren und dann auch beheben könnte. (Vielleicht schlägt da auch etwas die Ausbildung durch meine "Firma" durch- da wird schon den Ersthelfern eingebleut, auf die Symptome eines Spannungspneus zu achten und den ggf. sofort zu beheben.)
Lungenbembolie und kardiale Genese können wir im Moment ja weder bestätigen noch ausschließen und auch die Therapie wäre deutlich aufwendiger.
8er Tubus
3er MacIntosh-Spatel
Beim Einführen des Laryngoskops mal kurz mit dem Drücken aufhören. Falls die ITN leicht ist, ist das ja in wenigen Sekunden gemacht und sobald der Cuff durch die Stimmritze geschoben ist, wird weitergedrückt.
Klingt doch so, als ob der Vordermann zum Abbiegen gebremst hätte, und der Fahrer im auffahrenden Fahrzeug eben nicht mehr bremsen konnte, da er ohnmächtig geworden ist.
Jo, 8er Tubus habe ich auch genommen, aber ebenso wie hier drunter, nehme ich bei Männern lieber den 4er Spatel. Ist geschmackssache, aber in der Regel kommt das bei Männern besser hin. Und gerade bei ner REA möchte ich ungern erst noch den Spatel wechseln... Der gute Mann hat übrigens auch einen langen Hals. Von daher... :-nix
Supra hätte ich auf jeden Fall gern, denn selbst wenn die Defibrillation erfolgreich gewesen ist, wird man ja vor Rhythmusanalyse erstmal weiterdrücken, da initial die Pumpfunktion nach Defib eh unzureichend sein wird.
E-ben! So sehe ich das auch. Also rein mit dem guten Zeug. Während das Supra gespritzt wird, nehmen wir das Laryngoskop und bemerken beim Einstellen, dass das Licht leuchten kann, aber nicht muss! :-((
Gut, war wohl ein Wackelkontakt, Licht ging mal und mal nicht, aber man(n) kann ja auch unter widrigen Umständen... :-))
Der Patient entwickelt übrigens wieder einen Eigenatmung und bei einem tiiiieeeefen Luftzug seinerseits ist die Trachea so weit offen, dass der Tubus ohne Widerstand versenkt werden kann. Bei erneuter Atmung seinerseit beschlägt der Tubus schön und beim Auskultieren hört man seitengleich ein schönes Atemgeräusch. Nach Fixierung sind auch die 2 Minuten vorbei und nachdem der RA aufgehört hat zu drücken, sieht man ein schön unregelmäßiges EKG mit einer Frequenz von ca. 140/min. Ein kurzer Griff an die Carotiden und ihr merkt, dass der junge Mann eine zumindest für einen Carotispuls adäquate Auswurfleistung hat... Die Sauerstoffsättigung ist trotz unterbrochener HLW bei guten 95% mit einer akzeptablen Plethysmographiekurve...
Weiterdrücken, solange es irgend geht, auch während der ITN. Jetzt ist das "irgend geht" präklinisch sicher sehr abhängig von der Erfahrung des Intubierenden und vor allem auch der äusseren Umstände. Am hellichten Tag auf der Straße ists doch meist einfacher als nachts in einer Wohnung mit Funzelbeleuchtung, Enge und Hindernissen am Kopfende. Aber hier, auf offener Straße, am Tag: weiterdrücken. Allenfalls beim Vorführen des Tubus kurze Pause, die kann man dann auch direkt parallel zur Rhythmusanalyse nutzen.
Ja, hatter schon mal gemacht, aber wie oben beschrieben war der auch offen wie ein Scheunentor...
Achja, wir bekommen übrigens demnächst so ein Lucas, aber bis grössere NEFs da sind, auf denen die verlastet werden können, muss man das Gerät bei Bedarf von der Wache nachfordern. Blöd, aber wenn man sich zB zur Lyse entschliesst kann's ja durchaus noch sinnvoll sein.
DAS ist mal eine sinnvolle Anschaffung. Auch wenn sie nur selten benutzt werden sollte, aber die Anschaffung ist richtig. Wenn man überlegt, was für einen Schrott wir sonst so durch die Gegend kacheln...
Ja, erstmal weiterdrücken. Ich schau erstmal, was ich sehen kann-für´s Einführen des Tubus kann man immernoch unterbrechen.
Ich nem nen 7,5er Tubus und erstmal den ganz normalen Spatel.
Den Rest für die Intubation hat mein RettAss hoffentlich schon vorbereitet-also Absaugung, Kapnographie, kleineren Tubus,Fixierung,...Stehtoskop hab ich ja selber.
Ja, zur ITN habe ich ja oben schon was geschrieben...
Ich muss gestehen, dass ich da auch etwas vergesslich bin. :-))
Kleinerer Tubus ist ja schnell bei der Hand, der Koffer ist ja offen... Die Kapnographie vergesse ich regelmäßig. Das liegt aber auch daran, dass man sie halt erst zusätzlich anbauen muss! Da ist der Medumat Transport ganz einfach eher mein Ding! Da isset eben schon mit eingebaut und kann nicht vergessen werden! In so einer Situation denke ich an ALLES, aber nicht an solche Banalitäten! Im Nachhinein ärger ich mich dann immer. Aber shit happens...
Supra gibbet nach dem 3. Schock und Amiodaron 300mg kann in der Zwischenzeit auch mal aufgezogen werden.
In der Zwischenzeit überlegen wir mal, was der Brutus und noch über den Patienten erzählt hat: Die Pupillen waren am Anfang zur Seite weggedreht und Hals/Oberkörper livide und die Halsvenen gestaut.
Gerade die Sache mit der Stauung kann ja mal nen Hinweis auf nen Spannungspneu als eine Ursache des Kreislaufstillstandes sein. Also bevor ich den Schnorchel versenke hör ich mal kurz auf die Lungen.
Muss ich gestehen, habe ich nicht gemacht. Aber es gab auch keinen Anhalt. Einfache Beatmung möglich, keine Prellmarken, keine sonstigen Verletzungen sichtbar. Und selbst, als der Medumat Standard dann meine Arbeit übernommen hat, keinerlei Druckprobleme bei der Beatmung. Auskultation seitengleich schön... :-nix
Nochmal zu den Pupillen: die sind weiterhin schön eng (gut, mittlerweile natürlich nach Supra nicht mehr soooo verwertbar) aber das waren sie die ganze Zeit über. Allerdings eben auch die ganze Zeit nach oben rechts verdreht!
Und bei einem 2. Überblick ist übrigens momentan alles schön: Beatmung: schön, EKG: unregelmäßig, aber eben unregelmäßig schöne Komplexe, grober Überblick: alles schön, alles gesichert...
Und nu?
WackenDoc
28.04.2012, 13:37
Ok, dann haben wir schonmal ein Problem ned. Aber passt ja, wenn die Auskultation nach Intubation seitegleich ist.
Nur wenn noch was Zeit gewesen wäre, hätte man ja prinzipiell vorher schonmal drauf hören können.
Wegen dem Material-weisst doch, dass ich am lernen bin- da steht fast in jedem 2. Satz Kapnographie ;-) Und ned dass die noch fragen, welches Matieral vor ner Intubation vorbereitet sein muss, auch wenn mein RettAss sich dann wahrscheinlich wundert wenn ich das einzeln abfragen würde.
Noch eine Frage zum EKG: tachykard wissen wir ja schon, unregemäßig auch. Aber haben wir einen schmalen oder breiten QRS-Komplex? Und sehen wir P-Wellen? Wie sind die im Verhältnis zum QRS-Komplex? Falls adäquat beurteilbar: Auffälligkeiten der Endstrecken?
Blutdruck können wir ja auch mal dran bauen, falls wir bisher noch nicht dazu gekommen sind.
Jetzt ist ja auch die Gelegenheit nochmal nen Body-Check zu machen. Nicht dass wir vorher was übersehen haben.
Edit:Da ja sonst auch alles hübsch ist, würd ich mal sagen: Ab in den RTW.
Achso- haben wir nen BZ?
Ok, dann haben wir schonmal ein Problem ned. Aber passt ja, wenn die Auskultation nach Intubation seitegleich ist.
Nur wenn noch was Zeit gewesen wäre, hätte man ja prinzipiell vorher schonmal drauf hören können.
Nun ja, aber der Mensch hatte ja eine Apnoe! Was will ich denn da hören? :-nix
Wenn der noch atmen sollte, kann man das gerne machen, aber in dieser Situation? Klar, der kann natürlich auch einen Pneu als Ursache des Ganzen haben, das Alter würde ja auch passen, aber unter diesen Umständen (CPR / Reflux)...
Wegen dem Material-weisst doch, dass ich am lernen bin- da steht fast in jedem 2. Satz Kapnographie ;-) Und ned dass die noch fragen, welches Matieral vor ner Intubation vorbereitet sein muss, auch wenn mein RettAss sich dann wahrscheinlich wundert wenn ich das einzeln abfragen würde.
:-)) Tja, DAS ist wahrscheinlich (noch) Dein Vorteil! Wie lange dieser Zustand anhält... ??? :-))
Noch eine Frage zum EKG: tachykard wissen wir ja schon, unregemäßig auch. Aber haben wir einen schmalen oder breiten QRS-Komplex? Und sehen wir P-Wellen? Wie sind die im Verhältnis zum QRS-Komplex? Falls adäquat beurteilbar: Auffälligkeiten der Endstrecken?
Blutdruck können wir ja auch mal dran bauen, falls wir bisher noch nicht dazu gekommen sind.
Naja. Tachykard nach Supra?! Ziemlich unregelmäßig, zumindest DAS kann man in dem Mäusekino erkennen. Ob da jetzt ne P-Welle ist... :-nix
Endstrecken kann man gar nicht beurteilen. Dazu wandert die Linie einfach zu sehr. Soweit beurteilbar sind es schmale Kammerkomplexe.
Übrigens: Seit Rhythmuskontrolle und der Erkenntnis: DER HAT PULS! sind mittlerweile auch 2 Minuten wieder vergangen. Und der hat IMMER noch Puls! :-))
RR ist seit Anfang an dran, kann aber nix messen. Ob das jetzt am niedrigen RR liegt, oder an den wahnsinnig unregelmäßigen Herzaktionen, wer weiß das schon. Aber der Puls an den Carotiden ist wunderschön!!! Und die Sättigung zeigt weiterhin Werte um 90-94% an. Also kommt zumindest auch was in der Peripherie an.
Tja, hätte man(n) jetzt mal an die Kapnometrie gedacht... Aber die wird schon gut gewesen sein. :-)
Frequenz immer noch tachykard um die 140/min.
Jetzt ist ja auch die Gelegenheit nochmal nen Body-Check zu machen. Nicht dass wir vorher was übersehen haben.
Gut, ham wa gemacht. Wie gesagt, rein äußerlich NIX zu sehen. Keine Prellmarken, keine Hämatome! Thorax und Becken unauffällig, keine Instabilitäten, Extremitäten ebenfalls völlig unauffällig!
Und nu? Einpacken? Oder noch irgendwas Wichtiges?
Und dann die nächste Frage: Wohin?
Wir sind in der Nähe von 2 Häusern:
1. Chirurgie, Innere, CT, schon ein Haus der gehobenen Versorgung, incl. Herzkatheter, und guter Intensivstation.
2. Nur Innere und Neurologie, mit CT, keine Schirurksen.
Beide innerhalb von 5 Minuten zu erreichen...
Sebastian1
28.04.2012, 14:03
JO, EKG würd mich auch interessieren. Zweiter Bodycheck sicher auch nicht zu vernachlässigen. Und auch, ob ich im Verhäktnis zumn EKG n Pulsdefizit habe. Corpuls 3 an Bord, also oszillometrische NBP-Mesung dran (bzw sollte ja längst dran sein) und kurzes INtervall für die automatische Messung einstellen, falls noch nicht geschehen.
Tut der junge Mann denn mehr als nur mitzuatmen/gegen die Betmung zu pressen? Reagiert er jetzt so mit Kreislauf auf irgendwas? Wenn nein, dann sollte man ihm, wenn nicht gar keine Reaktion kommt, durchaus mal etwas Sedierung und Analgesie zukommen lassen (Fentanyl zum Beispiel). Ansonsten kann man auch mal dran denken, leidlich stabil bleibenden Kreislauf vorausgesetzt, ihn in die Klinik zu transportieren. Macht nix, wenn da ne Kardiologie und Unfallchirurgie parallel vorhanden ist, würde mich aber bei eklatant weiterer Fahrtstrecke auch zu jedem anderen Haus, was ihn insbesondere internistisch versorgen kann bereit erklären.
Die 140er Frequenz ist mir im Übrigen eigentlich zu hoch, aber solang er darunter halbwegs stabil bleibt, würde ich die Finger präklinisch davon lassen, ihn irgendwie weiter zu bremsen. Wenn doch, dann mit was kurzwirksamen wie Brevibloc, bevor ich mir da nen nachhaltigen Schuss ins Knie setze.
Sebastian1
28.04.2012, 14:04
Da kam meine Antwort parallel zu Brutus (der schneller war). Ich würd Haus 1 nehmen ;)
WackenDoc
28.04.2012, 14:19
Den BZ habt ihr sicher schon beim Viggolegen mit gemacht, oder?
Ansonsten würd ich den erstmal einpacken.
Hat das erste Haus auch ne Neurologie?
Kühlen wäre eine Maßnahme im RTW.
Meine weiteren Überlegungen: Die Blickdeviation spricht ja dafür, dass was mit dem Kopf nicht stimmt. In dem Falle wäre ein Blutdruck was feines, aber bei nem kräftigen Karotispuls und messbarer Sättigung wird das schon passen.
Können wir im RTW noch nen 12-Kanal dran bauen mit dem man das EKG besser beurteilen kann?
Mit nem 140er Puls kann man als junger Mensch ja auch erstmal gut leben- schau mer mal, wie sich das entwickelt, das Adrenalin sollte ja bald aufhören zu wirken. Ich hab von euch ja gelernt, dass man mit den Antiarrhythmika eher zurückhaltend sein soll.
Nach torsades des pointes sieht´s aber ned aus, oder?
Im RTW haste aber schon noch ne Kapmographie dran gebaut? So wegen der Steuerung der Beatmung.
Durch den Gatten habe ich ja schon mitbekommen, dass die Einsatzstichworte größtenteils großer Unsinn sind, die da so weitergegeben werden, aber was hatte es denn eigentlich mit diesem Brand auf sich? Gibbet den überhaupt irgendwo?
Den BZ habt ihr sicher schon beim Viggolegen mit gemacht, oder?
Ansonsten würd ich den erstmal einpacken.
Hat das erste Haus auch ne Neurologie?
BZ ist gemacht worden. Da ich ihn nicht mehr weiß, muss er gut gewesen sein. Geht mir immer so. Wenn der nicht Behandlungsbedürftig ist, habe ich den nach 5 Minuten wieder vergessen und muss in der Klinik dann nachfragen... :-)
Haus 1 hat eben keine Neurologie.
Aber das Haus 2 eben nur konservative Fächer.
Kühlen wäre eine Maßnahme im RTW.
Jo. Wir haben nicht aktiv gewärmt, sondern auskühlen lassen. Aktiv gekühlt allerdings auch nicht.
Meine weiteren Überlegungen: Die Blickdeviation spricht ja dafür, dass was mit dem Kopf nicht stimmt. In dem Falle wäre ein Blutdruck was feines, aber bei nem kräftigen Karotispuls und messbarer Sättigung wird das schon passen.
Können wir im RTW noch nen 12-Kanal dran bauen mit dem man das EKG besser beurteilen kann?
Mit nem 140er Puls kann man als junger Mensch ja auch erstmal gut leben- schau mer mal, wie sich das entwickelt, das Adrenalin sollte ja bald aufhören zu wirken. Ich hab von euch ja gelernt, dass man mit den Antiarrhythmika eher zurückhaltend sein soll.
Nach torsades des pointes sieht´s aber ned aus, oder?
Tja, was man noch so alles hätte machen können... Nein, haben wir nicht gemacht. Wie gesagt, die Klinik ist max. 5 Minuten entfernt. Mit blauem Licht und ordentlich Theater und vor allem einem NEF voraus gehts auch schneller. Auf dem Rhythmusstreifen, der nach dem Schock automatisch kommt und beim Ereignisprotokoll hat man nix gesehen. Nur halt, dass er weiterhin recht schnell unterwegs ist, dabei aber einen guten Carotispuls, tastenderweise auch kein Pulsdefizit. Und auch die Pulsoxymetrie zeigt gleiche Frequenzen an. Ein Blutdruck ist nicht messbar. Wie gesagt, ob Gerät oder Patient, wer weiß?
Mir hat in erster Linie auch die Blickdeviation die meisten Sorgen gemacht.
Also auf Richtung Haus 1! Voranmeldung Z.n. VU, Z.n. REA, zur Zeit ROSC. ALLES in den Schockraum!
Im RTW haste aber schon noch ne Kapmographie dran gebaut? So wegen der Steuerung der Beatmung.
Nee, da war ich beschäftigt... Und ehrlich gesagt habe ich sie in dem Moment auch nicht vermisst! Unser Problem war, dass wir zwar einen guten Carotispuls hatten, aber eben keinen verwertbaren Blutdruck messen konnten. Also durchgehend immer wieder der Griff an die Carotis, im Wechsel rechts und links. Und immer wieder der Blick in die Augen. Dort übrigens immer noch die gleiche Situation. Enge Pupillen, streng nach rechts oben blickend...
Durch den Gatten habe ich ja schon mitbekommen, dass die Einsatzstichworte größtenteils großer Unsinn sind, die da so weitergegeben werden, aber was hatte es denn eigentlich mit diesem Brand auf sich? Gibbet den überhaupt irgendwo?
Nee, einen Brand gibt es da nicht. Die Passanten haben wohl gedacht, dass ein Zischen aus dem Motorraum ein Brand wäre, aber da war nix. Trotzdem hat die HLF-Crew da mit Druck aufm Schlauch vorgestanden und war bereit! :-))
Na, dann hoffen wir doch mal, daß unterwegs alles schick bleibt und dann darf der Gute mal im Schockraum durchgecheckt werden, bei der Symptomatik ja gern mal mit CCT :-)
WackenDoc
28.04.2012, 15:17
Ich würd auch sagen- erstmal in die "große" Klinik. Wenn die ne gute Intensiv haben, werden die zumindest die Erstversorgung machen können. Notfalls kann ma später noch sekundär verlegen.
Gut, also fahren von nach Haus 1! Im RTW ist alles noch bei gleichen Werten und alle sonstigen erhobenen Befunde sind ebenfalls gleich geblieben. Die Fahrt zieht sich gefühlt in die Länge, obwohl es wirklich gut vorangeht. EKG und Sättigung bleiben auch gleich, der RR bleibt nicht messbar. Im KH angekommen stehen in der Notaufnahme jede Menge Schwestern und die Internistin...
Bei der Übergabe kommt direkt nach dem ersten Satz: Z.n. VU... - VU? Ja, sagt mal dem Chirurgen bescheid! :-(
Der ist aber auch schon im Anmarsch. Also parallel zum Umlagern Übergabe an Internistin / Chirurg: Ereignisse alle nochmal runtergebetet. Währenddessen wurde auch die KH_Überwachung angekabelt und die Beatmung an den KH-Oxylog umgestöpselt. Nachdem Das EKG geschrieben war, war ich auf einmal mit dem Chirurgen allein. Und dann wurde hektisch der Anästhesist herbeitelefoniert...
Dem habe ich dann nochmal die Übergabe gemacht, und dann wurde ich auch mal verstanden. :-))
Der Chirurg hatte in der Zeit mal auf Abdomen und Thorax geschallt, dort aber nix gesehen. Die Pupillen waren immer noch eng nach oben rechts. Der Anästhesist hat sich dann mal auf einen ZVK und eine Arterie gestürzt. Und ich meinen Bericht geschrieben. Neben mir wurde da schon ein CCT und ein CT-Thorax angemeldet.
Beim Rausgehen und Abgeben des Protokolls habe ich mich noch kurz mit dem Anästheten unterhalten. Der war aber auch meiner Meinung, dass da irgendwas im Kopf nicht passen würde.
Das geschriebene EKG war wohl nicht wegführend, und da die Vitalwerte immer noch denen von uns entsprachen, wolle man jetzt zügig die weitere Diagnostik vorantreiben...
Soweit so gut...
Wer hätte es anders gemacht? Und wenn, was?
Auflösung gibbet später!
Man muß ja nochmal die resolute Dame lobend erwähnen :-top ich hab bisher noch keinen einzigen erlebt, der schon mal mit der Rea angefangen hätte...ich hoffe, das ändert sich dann demnächst mal.
Ansonsten gespannt auf die Auflösung :-)
Sebastian1
28.04.2012, 16:04
Man muß ja nochmal die resolute Dame lobend erwähnen :-top ich hab bisher noch keinen einzigen erlebt, der schon mal mit der Rea angefangen hätte...ich hoffe, das ändert sich dann demnächst mal.
Das kann ich mal so unterschreiben. Ich habe das genau EINmal erlebt, als ein junger Mann vom Fahrrad kollabiert ist. Eine beherzte Passantin hat mit CPR angefangen - und dem Mann sehr wahrscheinlich das Leben gerettet, ihn aber mit Sicherheit vor einem apallischen Syndrom bewahrt, denn wir hatten knapp 10 Minuten Anfahrt. Da war dann Kammerflimmern, mehrfach erfolglose Defibrillation, schliesslich präklinische Lyse als Ultima ratio, dann ROSC, dann unter Rea weiter in die Klinik, nach einem Monat ohne neurologisches Defizit in eine Reha verlegt worden. Letzteres wäre ohne die Passantin auf keinen Fall möglich gewesen.
Ja auf jeden Fall! Die Dame hat das wirklich richtig gut gemacht. Und als EINZIGE da was gemacht, wo alle anderen nur dumm rumgestanden haben und blöd guckten! :-top
Auflösung dauert etwas, und ich muss Richtung Geburtstagsfeier... Morgen habe ich Dienst. Dann auf jeden Fall! :-))
Sebastian1
28.04.2012, 23:15
Dann würde ich mal meine Gewichtung auf 1. primär kardiologisch 2. primär neurologisch und 3. primär Intox setzen in der Reihenfolge der meinerseits vermuteten Wahrscheinlichkeiten. Primär traumatologisch aufgrund des VU ist weiterhin nicht auszuschliessen, aber eher Zebra als Pferd bei den Hufgetrappel, was du hier hast erklingen lassen ;-)
Auf jeden Fall jetzt schon mal Danke, wieder ein Top Fallbeispiel :-top
Guten Morgen allerseits! Hier also die Auflösung:
Abends habe ich dann auf der Intensiv angerufen um zu hören, was mit dem Patienten denn letztendlich war. Erst war eine Schwester am Telefon, die mich aber direkt mit dem Anästhesisten weiterverbunden hat.
Der Patient ist aus der Ambulanz direkt ins CT zum CCT und CT-Thorax gegangen. Dort wurde nichts, aber auch rein gar nichts gesehen. Keine ICB, Raumforderungen oder sonstige cerebrale Geschichten. Im Thorax ebenfalls nichts. Kein Erguß, keine Verletzungen, alles so wie es sollte. Allerdings wurde der Patient minütlich wieder schlechter. Also ging es nach CT mittlerweile hoch katecholaminpflichtig auf die Intensivstation. Dort dann ein Telefonat mit der Ehefrau, die zu dem Zeitpunkt erklärte, dass ihr Mann heute Nachmittag mit stärksten Brustschmerzen zu Hause gesessen habe und als es wirklich nicht mehr ging, sich ins Auto setzte und ins KH fahren wollte...
Mittlerweile hatte man wohl auch mit der Patientin aus dem 2. RTW gesprochen. Die sagte, dass der Mann wohl hinter ihr angehalten habe, aus dem Auto gestiegen sei, weil es ihm nicht gut ging. Dann habe die Dame, die ihn reanimiert habe, ihm geholfen, wieder ins Auto zu steigen, um sitzender Weise auf den Rettungsdienst zu warten. Bei Einsteigen muss er wohl mit dem rechten Bein aufs Gas gestiegen sein und sei mehrfach gegen das Auto voraus gefahren. Dann haben man ihn leblos im Auto sitzend / liegend vorgefunden. Daraufhin habe sie ihn aus dem Wagen gezogen und mit der REA begonnen.
Tja, wie gesagt, das Auto war wohl vorne beschädigt, aber jetzt eben nicht so, wie man das bei einem VU mit hoher Geschwindigkeit erwarten würde. Andererseits habe ich Autos gesehen, wo man NIX außen gesehen hat, und der Fahrer trotzdem wegen des Traumas gestorben ist, und Autos, die nur noch aus Einzelteilen bestanden, und die Fahrer sitzen auf der Leitplanke und rauchen erstmal eine auf den Schreck...
Uns sind vor allem die bleibende Blickdeviation und die doch immer schön engen Pupillen aufgefallen...
Daher dann auch erst mal die Traumaschiene mit CT...
Nach diesen Informationen ist der Patient dann sofort ins HKL gegangen, wo ein langstreckiger kompletter Verschluß der RIVA festgestellt wurde. Es wurde eine PTCA mit Stenteinlage vorgenommen. Nach der Intervention ist der Patient weiterhin hoch katecholaminpflichtig auf die Intensivstation gebracht worden, wo er trotz Maximaltherapie verstorben ist...
Flauscheding
29.04.2012, 10:18
Puh, ganz schön bitter :-(.
Dennoch Danke für den Fall und die Auflösung. War spannend zu lesen (ich kam mal wieder zu spät).
WackenDoc
29.04.2012, 10:23
Schade- aber unter den Bedingungen nicht vorhersehbar.
Auf jeden Fall ein interessanter Fall.
Ich frag mich immer wieder, warum Patienten mit so einer Symptomatik nicht gleich den RD rufen.
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