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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Furstriert in der UCH- was nun?



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LasseReinböng
09.07.2012, 23:59
Wenn du Psychiatrie an ner Uniklinik machen willst, um "nebenher" zu forschen, hast du auch schnell Überstunden an der Backe. Ein ehem. Komillitone von mir ist seit kurzem in der Psychiatrie ( Uni) und stöhnt über die Überstunden -im Schnitt 30-40h pro Monat, ohne wissenschaftlich aktiv zu sein.

Das ist jetzt vielleicht für einen Unfallchirurgen ein Klacks...aber wenn du dann noch forschen willst...

mitallemundscharf
10.07.2012, 04:56
@Lasse: hm, ja, da läppert sich dann auch einiges zusammen. Denke aber, wenn ich denn Spaß daran hätte, ist es für mich eher machbar, als so, wies momentan ist. Wie schon erwähnt, habe ich an sich kein Problem damit, mich unter der Woche reinzuhängen. Was mich v.a. nervt, sind die WEs in der Klinik. Und auch hier eben nicht mal samstags nachmittags 3-4 h ins Labor, weil die Zellen geerntet werden müssen, sondern die jegliche Freizeitplanung zerstörenden 24 h -Dienste;
Finde eig. das Dienstsystem, das Dreamchaser hat, nicht schlecht. Das könnte ich mir gut vorstellen, 3-4 Jahre zu machen und dann z.B. Allgemeinmedizin zu machen...
Gibts denn eig. jemanden, der die Chirurgie verlassen hat und glücklich ist mit seiner Entscheidung?

mitallemundscharf
10.07.2012, 05:34
was ich noch anmerken wollte, das kam viell. bisher falsch rüber:
mir ist klar, dass man kaum spannende Medizin mit ner 40 h-Woche machen kann. Mir ist auch klar, dass es das perfekte Fach nicht gibt, wo alles dolle ist, sonst würd ichs schon machen. Mann wird immer Kompromisse machen müssen.
Nur langsam frage ich mich wirklich ernsthaft, ob ich mich nicht total vergriffen hab und nicht nochmal an die Uni was anderes studieren soll.
Ich will halt, wie gesagt, nicht leichtfertig mein Studium wegwerfen, nur so wie jetzt kanns nicht weitergehen. Wenn jede freie Minute die Gedanken nur darum kreisen. Komisch ist halt, dass mir Famulaturen und PJ schon rechten Spaß gemacht haben, war auch nicht der Typ, es ist 4, Feierabend, ich geh jetzt, sondern bin auch oft freiwillig länger geblieben. Freiwillig, das ist viell das Stichwort. Klar, man ist kein PJler mehr und der Alltag des Arztes ist eben ein anderer. Aber ist der Unterschied wirklich so extrem, dass man schon nach kurzer Zeit so frustriert sein kann? Oder liegts vielleicht doch eher am Fach?

Kackbratze
10.07.2012, 07:31
Du musst für dich selbst entscheiden, ob es wirklich das Fach ist. Zwischenzeitlichen Frust gibt es immer, sei es, dass man nicht in den OP kommt, eigene OPs schief gehen, etc.
Überlege einfach, ob Du diesen Job wirklich ein Leben lang machen willst, d.h. willst Du mit 52 Lebensjahren immernoch diese Tätigkeit ausführen?
Es gibt genug Alternativfächer, ohne dass Du gleich etwas Neues studieren musst (Vorklinische Fächer, Bereiche ohne lebendigen Patientenkontakt, etc), dadurch kann man schon sein persönliches Umfeld ändern ohne gleich alles Gelernte wegzuwerfen.

Stiles
10.07.2012, 07:42
Ohne jetzt die vielen Posts dazwischen alle gelesen zu haben - mir ging's genauso wie Dir (also dem TE).
In der Chirurgie angefangen, nach einer Weile die Station und dann auch die Notaufnahme (kleines Haus, kein Schockraum...) einigermaßen im Griff gehabt, bei den OPs schnell sehr viel selber gemacht. Hab mich anscheinend auch gut angestellt, wenn ich meinen Oberärzten glauben darf. Und dann verging erstaunlicherweise der Reiz an den OPs, und der Gedanke, das für immer machen zu müssen, hat mich eher depressiv verstimmt als gefreut.
Und irgendwann hab ich mich dabei ertappt, mich zu freuen, NICHT im OP zu sein. Schlechte Voraussetzungen für einen angehenden Chirurgen ;)
Nach einigen Monaten in der Anästhesie (war auch nix für mich - offenbar ist der Mikrokosmos OP einfach nix für mich), in denen ich zumindest viel fürs Notarztfahren mitnehmen konnte, bin ich dann letztlich in der Inneren gelandet. Dort eigentlich zur interdisziplinären Notaufnahme beim Maximalversorger gehörend. Aber auch in meiner aktuellen Rotation in eine andere internistische Klinik im Hause sehe ich, dass auch 40h-Wochen mit 3x/Jahr Dienstschicht (je 2 Wo.) möglich sind.
Bin im Moment sehr zufrieden mit meiner Wahl - jedem liegt eben was anderes, und manche - so wie ich - brauchen eben einen Anlauf mehr, um ihren Platz zu finden.
Der Ausflug in Chir. und Anäs. hat mir übrigens auch net geschadet. Hilft sowohl in der Notaufnahme als auch als Notarzt. Auch wenn ich zugegebenermaßen nun keine Oberschenkelamputationen oder Lap-Gallen mehr können muss :-wow

Der Medizin gleich den Rücken zu kehren, halte ich für überzogen. Die Möglichkeiten in der Medizin sind so vielfältig, die Jobs unterscheiden sich zum Teil so stark - da findet sich für jeden was. Notfalls auch was ohne Patientenkontakt.

Stiles
10.07.2012, 07:45
Überlege einfach, ob Du diesen Job wirklich ein Leben lang machen willst, d.h. willst Du mit 52 Lebensjahren immernoch diese Tätigkeit ausführen?

Das bringt's etwas weniger wortreich als mein ganzes obiges Gelaber auf den Punkt :-top

Peter_1
10.07.2012, 12:53
Hallo,

mach doch Allgemeinmedizin! Tolles Fach, Kreativität ist durchaus hilfreich, Einblicke in Chirurgie und Psychiatrie sind sinnvoll nutzbar und lassen sich auf die WB-zeit problemlos anrechnen. Ansonsten je nach dem wo man sich mal niederlässt (vorher überlegen) durchaus auch nur wenige bis gar keine Dienste. Ebenso je nach dem wie man arbeitet (Gemeinschaftspraxis, MVZ) auch arbeitszeitmässig durchaus fexibel einteilbar. Meiner Meinung nach das Fach mit der größten Abwechslung...man verzeihe mir meine Voreingenommenheit :-))

mitallemundscharf
10.07.2012, 16:46
Du musst für dich selbst entscheiden, ob es wirklich das Fach ist. Zwischenzeitlichen Frust gibt es immer, sei es, dass man nicht in den OP kommt, eigene OPs schief gehen, etc.
Überlege einfach, ob Du diesen Job wirklich ein Leben lang machen willst, d.h. willst Du mit 52 Lebensjahren diese Tätigkeit ausführen
jupp, da hast du Recht, letztendlich muss ich es selbst wissen. Leider ist genau das mein Problem, ich bin mir da eben nicht sicher, und nach so einem Griff daneben, hab ich halt Befürchtungen, vom Regen in die Traufe zu kommen. hab halt wie gesagt wenig Kontakt zu anderen Medizinern, deshalb wollte ich das Forum nutzen, um zu sehen, ob es anderen ähnlich wie mir erging und wie es sich bei ihnen entwickelt hat. Du scheinst auch in der Chirurgie zu sein? Dass es zwischendurch mal Durststrecken gibt, ist klar, da muss man wohl durch. Nur mir hats von Anfang an schon nicht recht gefallen. Wie wars bei dir am Anfang? Wollte eig. schon nach 4 Wochen aufhören, aber dachte mir dann, naja, halt mal die Probezeit durch, viell. wirds besser. Probezeit ist bald rum und das Gefühl, das Falsche zu machen, ist leider geblieben...

@Stiles:
Vielen Dank für deine Antwort, scheint wirklich ähnlich wie bei mir gewesen zu sein, du hast also die Chirurgie verlassen und bist über Umwege in der Inneren gelandet; fehlt dir der OP und das Handwerkliche nicht?

@Peter: ja, Allgemein wäre neben der Psych momentan mein Favorit; an der Allgemein reizt mich besonders die Abwechslung- und im Rahmen von Hausbesuchen kommt man auch mal aus den 4 Wänden raus; bin stimmungsmäßig nämlich auch sehr empfindlich für Lichtmangel; da ist das künstliche OP-Licht nicht wirklich ein Ersatz...

Gibts noch weitere Leute, die die Chirurgie verlassen haben und mit der Entscheidung glücklich sind? Oder gibts viell auch Rückkehrer, die nach einem Ausflug in ein anderes Fach bemerkt haben, dass sie doch nciht ohne OP wollen/können?

andréw
10.07.2012, 20:20
Kenne das Problem, frustriert zu sein in der UCH, aus eigener Erfahrung. Habe dann während meiner Intensivzeit Blut für Anästhesie geleckt und bin da nun seit 2ys glücklich und die 2 Jahre UCH machen sich auch der Anae ganz gut,...

rogerM
10.07.2012, 21:45
kenne ebenfalls das problem. die problematischen dinge liegen nahe an dem was stiles geschrieben hat. mir fehlt leider auch der kontakt zu anderen chirurgen. bin deshalb an austausch sehr interessiert. grüsse

Kackbratze
10.07.2012, 22:15
Ich fand meinen Bereich spannend und bin quasi deswegen nicht weggegangen, sondern weiter den Weg aller Chirurgen.
Jetzt bin ich kurz vor dem ersten FA, weswegen ich jetzt den Arbeitsbereich wechseln werde um meinen 2. chirurgischen FA zu machen.
Ich finde operieren toll, klar frustriert es, wenn man eine Zeit nicht in den OP kommt oder wenn die durchgeführten Operationen entweder Komplikationen bekommen oder einfach nicht nach dem Gusto des Oberarztes abgelaufen sind, aber wenn man wirklich Bock auf sowas hat, dann kann man darüber hinwegsehen, sofern man Licht am Horizont hat.
Eine schlecht organisierte Abteilung ist nur ein Grund das KH zu wechseln, ein doofes Fach bedeutet den Wechsel in eine andere Medizin.

wjsl
10.07.2012, 23:17
Eine Bekannte von mir, die bei der Ärztekammer arbeitet, scheint davon ziemlich begeistert zu sein, so als wollte sie mich überzeugen das auch zu versuchen. Das könntest du mit dem Studium immerhin auch machen. Du würdest primär begutachten und Kliniken ansehen, wie ich das verstanden habe, ohne Überstunden und mit sehr guter Bezahlung. Sicher keine erste Option, aber solltest du vom Jetzigen weg wollen vielleicht ein Argument, dass es klug wäre das Studium durchzuziehen.

Mein Alternativfach wäre Radiologie. Auch Überstunden, aber meist deutlich weniger, und immerhin beschäftigt man sich primär mit Medizinischem. Das kann man in Fächern mit häufigem Patientenkontakt und eigenen Stationen nicht behaupten, da fällt viel Ärger und Energie auf Medizinfremdes. Glaube dass darin auch viel des Frustrationspotentials liegt.

Forschung "einbauen" ist, sofern ernsthaft möglich, ohnehin eine Herausforderung. Vermutlich wäre es wirklich nicht das Schlechteste, dafür Auszeiten von der Klinik zu nehmen, was man scheinbar mit Stipendien abdecken kann, sofern die Abteilung nicht mitmachen würde, und zurück kann man sicher auch. Mit der Grundlage, einem effektiven Stationsmanagement und nicht allzu ausgeprägten Freizeitinteressen dürfte man das dann durchaus ganz gut hinbekommen. Vielleicht sogar ohne Freistellung. Habe auch schon erlebt, dass manche Assistenten die Station größenteils von PJlern und Famulanten schmeissen ließen und nur beratend zur Seite standen, während sie ihre Papers schrieben. Studienpatienten sind auch Patienten. Manches geht also bestimmt auch mehr oder weniger parallel.

Wahrscheinlich ist dann doch alles anders, wenn mich der Stress auffrisst, aber Gedanken macht man sich automatisch. Zweifel wird es immer geben, ob und was man will weiß man wohl auch nie zu hundert Prozent, aber das bleibende Gefühl, dass zumindest die Grundorientierung stimmt ist denke ich ein durchaus machbares Ziel. Es liegt nicht nur an den eigenen Vorstellungen und Wünschen, sondern auch der eigenen Leistungsfähigkeit. Schafft man es die zu steigern, ändern sich auch die Ziele; und nicht umgekehrt, das ist denke ich ein Trugschluss.

Bleibt natürlich die Frage, wie man seine Leistungsfähigkeit steigern kann...

mitallemundscharf
11.07.2012, 05:17
Eine Bekannte von mir, die bei der Ärztekammer arbeitet, scheint davon ziemlich begeistert zu sein, so als wollte sie mich überzeugen das auch zu versuchen. Das könntest du mit dem Studium immerhin auch machen. Du würdest primär begutachten und Kliniken ansehen, wie ich das verstanden habe, ohne Überstunden und mit sehr guter Bezahlung. Sicher keine erste Option, aber solltest du vom Jetzigen weg wollen vielleicht ein Argument, dass es klug wäre das Studium durchzuziehen.


Danke für den Hinweis auf diese Option! Diese Jobs werden ja von Klinikern i.d.R. recht argwöhnisch betrachtet, aber interessant, zu hören, dass es auch hier Leute gibt, denen es Spaß macht.

P.S.: Eins hast du, glaub ich, falsch verstanden: Studium durchziehen steht nicht zur Debatte, ich bin bereits fertig und arbeite in der UCH ;)

@andrew und rogerM: ist zwar ein schwacher Trost, aber immerhin gehts anderen anscheinend ähnlich, das mindert wenigstens ein bisschen die Selbstzweifel, die natürlich auch aufkommen... Ja, Anästhesie scheint ja mit die zufriedensten Ärzte zu beherbergen, hört man immer wieder....

Stiles
11.07.2012, 07:53
Forschung "einbauen" ist, sofern ernsthaft möglich, ohnehin eine Herausforderung. Vermutlich wäre es wirklich nicht das Schlechteste, dafür Auszeiten von der Klinik zu nehmen, was man scheinbar mit Stipendien abdecken kann, sofern die Abteilung nicht mitmachen würde, und zurück kann man sicher auch. Mit der Grundlage, einem effektiven Stationsmanagement und nicht allzu ausgeprägten Freizeitinteressen dürfte man das dann durchaus ganz gut hinbekommen. Vielleicht sogar ohne Freistellung. Habe auch schon erlebt, dass manche Assistenten die Station größenteils von PJlern und Famulanten schmeissen ließen und nur beratend zur Seite standen, während sie ihre Papers schrieben. Studienpatienten sind auch Patienten. Manches geht also bestimmt auch mehr oder weniger parallel.

Nix für ungut, aber das klingt aus meiner Sicht etwas blauäugig und weit weg von der Realität. Oder hast Du einschlägige Erfahrung als klinisch tätiger Arzt, der nebenher forscht? Vor allem der Punkt "sofern die Abteilung nicht mitmachen würde" ist super - wenn Dein Chef nicht mitspielt, gibt's schlicht und ergreifend einfach keine Forschung ohne Stellenwechsel.

Auch warum man seine Leistungsfähigkeit steigern muss, erschließt sich mir nicht so recht. Das war doch auch gar nicht Thema des Threads..??

@mitallemundscharf: Nein, die OP-Tätigkeit fehlt mir kein bisschen. Zumal ich in Notaufnahme und Intensivmedizin ja auch einen großen Anteil praktischer Tätigkeit habe. Und gewisse chirurgische Basisfähigkeiten geben auch dabei mehr Sicherheit. Wer z.B. Thoraxdrainagen legen kann, tut sich auch bei Thoraxpunktionen leichter und fürchtet sich weniger vorm Pneu bei zentralen Zugängen. Und für Wundkontrollen o.ä. nicht tägliche Chirurgiekonsile zu veranlassen, kann auch ein gewisses Alleinstellungsmerkmal sein ;-). Wenn ich an die Chirurgiezeit denke: Konsil aus Innerer "Lt. Vorkonsil Fadenzug nach 7 Tagen. Heute 7 Tage. Bitte Fadenzug." :-???

rogerM
11.07.2012, 08:30
in meinem jetzigen haus gab es laut pflege schon jede menge assistenten die chirurg werden wollten und letztlich doch abgebrochen haben, die meisten sind wohl in die allgemeinmedizin gewechselt.
beim lesen des threads kommt bei mir immer mehr der gedanke liebe ein schneller wechsel als ein schrecken ohne ende sozusagen.

WackenDoc
11.07.2012, 16:25
@mitallemundscharf: Sieht doch so aus, als ob du einfach in nem Fachgebiet bist, was die nicht liegt und nicht an der Medizin an sich. Ist doch nicht schlimm. Die Chirurgieerfahrung kannste in so ziemlich jedem anderen Fachgebiet brauchen.
Schadet doch nichts, wenn du in dein Wunschfach wechselst. Sei es, dass du da genau das hast, was dir liegt, oder auch, dass Chirurgie doch das richtige Fach war und du nur nen Hänger hattest, oder dass du noch in nen 3. Fach gehst.
Mach doch ruhig Psychiatrie, wenn es dich dahin zieht. Die Erfahrung da, kannste auch für andere Fächer gebrauchen (und z.B. in der Allgemeinmedizin ist es weiterbildungstechnisch anrechenbar)- die meisten Patienten haben ein´s an der Marmel.

wjsl
11.07.2012, 17:20
Sorry, weiß auch nicht wie ich auf "Studium" gekommen bin...

Ich habe aber denke ich deutlich gemacht, wie mein Hinweis zu verstehen ist. Ich kann auch nur die Erfahrungen von eben genannter, die in der Ärztekammer arbeitet und meint, sie würden aktuell Leute suchen, und die mit ihrer Stelle sehr zufrieden ist, wiedergeben.

Leistungsfähigkeit ist durchaus ein Faktor, wenn es darum geht, was einem liegt und was man langfristig machen kann. In der Vergangenheit hat sich zumindest in meinem Fall manche Perspektive geändert, wenn man diesbezüglich an sich selbst gearbeitet hat. Das unterschätzt man, und da bestehen bei jedem sicher Optimierungsmöglichkeiten. Stress kompensieren können muss nicht unbedingt eine schlechtere Option sein als ihn zu vermeiden. Deshalb wäre es wohl auch vorschnell, das Thema gleich abzusägen, es trifft das angesprochene Problem insofern nämlich durchaus.

WackenDoc
11.07.2012, 18:50
Ich kann mir nicht vorstellen, dass man als Jungassistent einfach so ne Stelle in ner Ärztekammer bekommt.
Und wie soll dann die langfristige Perspektive aussehen? So ganz ohne Facharztqualifikation.

Was ich aber nicht verstanden hab: Was hat Leistungsfähigkeit damit zu tun, dass man in einem Fach unglücklich ist, das einem einfach nicht liegt?

mitallemundscharf
11.07.2012, 20:39
@wacken: ja, wahrscheinlich werd ich wirklich nur auf nen grünen Zweig kommen, wenn ich tatsächlich mal das ausprobiere, was mich am meisten interessiert; und wenn, dann kann man ja wirklich wieder wechseln, die Stellensituation erlaubt es wahrscheinlich, auch wenn ich da immer leichte (wohl unbegründete) Befürchtungen hab ;)

@ wjsl: ich glaube, ich weiß, was du meinst, nur denke ich nicht, dass das letztendlich das Problem ist; es ist ja nicht so, dass ich sage, ich schaff es nicht; es ist vielmehr (neben den anderen Gründen, die ich aufgeführt habe) eher eine Sache der Fokussierung; mir macht es halt nicht so viel Spaß, als dass ich solch große Abstriche in meiner Freizeit machen möchte; es gibt für mich eben noch viele andere Dinge außer Arbeit, die ich im Leben machen möchte, aber der Tag hat nur 24 h; wenn es zu anstrengend wäre, würde ich nach Feierabend nur schlafen oder rumliegen, das ist aber mitnichten der Fall; vielmehr habe ich das Gefühl, etwas "zu verpassen", wenn ich zu viel Zeit im KH verbringe; was aber nicht heißen soll, dass es nicht anstrengend ist, klar bin ich müde nach nem langen Arbeitstag, aber im Prinzip habe sind noch Ressourcen da, die ich dann nutze, um zumindest einem Teil meiner Hobbies nach zu gehen; denke also nicht, dass das letztendlich mein Problem ist, eher, wie gesagt, für eine bestimmte Sache alles andere aufzugeben....

wjsl
11.07.2012, 23:28
Sorry, das war wohl fast schon wieder zu viel auf mich bezogen; ich habe einfach an mir selbst gemerkt, dass wenn ich mich persönlich besser fühlte, leistungsfähiger oder gesünder, ich die Tätigkeiten in der Klinik deutlich besser ausführen konnte, und es mir wesentlich mehr Spaß gemacht hat. Der Antrieb war höher, und es war auch kein Problem deutlich länger dazubleiben. Ich will an diesen Punkt einfach wieder besser hinkommen. Aber man scheint mich hier diesbezüglich nicht ernst zu nehmen (würde man aber auch nicht, wenn ich ein neues Thema aufgemacht hätte).

Motivation hängt aber nicht nur daran, sondern auch am Fach, das stimmt schon, auch da merkte ich Unterschiede. Für UCH muss man definitiv der Typ sein, um es wirklich sein Leben lang machen zu wollen, es ist doch teilweise eine sehr spezielle Form der Medizin. Das einzig wirklich Gute sind die Therapieerfolge, doch im Rahmen der demografischen Gesamtentwicklung relativiert sich das mittlerweile auch immer öfter; es gibt eben doch immer mehr die selbst dort nicht mehr so wirklich auf die Beine kommen.

Stress und Überstunden findest du aber, wie hier schon viele andeuteten, unerwartet schnell in jedem Fachgebiet. Das hängt auch stark vom Typ der Einrichtung und vom Chef ab.

Als Facharzt hättest du aber im klinischen Bereich zumindest noch die Möglichkeit, irgendwo in einem MVZ oder einer Praxis als Angestellter zu arbeiten. Da hat man wohl noch mit die größten Chancen auf humane Bedingungen. Bis dahin müsstest du nur irgendwie durchhalten, und dann an die richtige Stelle geraten.

Überhaupt denke ich hat jemand als Facharzt ganz andere Möglichkeiten; insbesondere auch außerhalb der Klinik. Ab dem Punkt weiß und kann man dann scheinbar genug, um auch als Berater oder ähnliches nützlich zu werden.