Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Weitere Belastung im Bereitschaftsdienst - Betreuung fachfremden Patientenguts
Hoppla-Daisy
05.01.2013, 22:08
Sackbearbeiterin
Du Sau! :-))
Manmanman... k oder h. Sehen fast gleich aus und so ganz nüchtern ist das mit dem Tippen gar nicht mehr soo einfach...
Aber so kann man doch mit kleinen Sachen großen Leuten eine Freude machen! :D
Hoppla-Daisy
05.01.2013, 23:05
Und wenn hier "wünsch dir was" wär, dann hättest du wohl die größte Freude :-D
Ja, das System sieht so aus, dass die Geburtshilfe halbgar geschlossen wird.
Das heißt, die Schwangeren können auch im neuen Jahr noch die gesamte Geburtsvorbereitung bei den Gynnies und der Hebamme machen.
Entbunden wird aber nicht mehr.
Und in dieser neuen Situation haben die Gyn. FAs nur mehr Rufdienst ab 18:00.
Und jetzt sollen wir (= die chirurgische Assistenzärzte) im Bereitschaftsdienst die gynäkologischen Notfälle mitversorgen. Ich habe heute mal mit dem Verwaltungsleiter telefoniert, der gemeint hat, es würde sich nur um vitale Notfälle handeln. Und mein Chef wüsste wohl schon seit Anfang Dezember Bescheid. Bequemerweise hat er vergessen, uns Bescheid zu geben...
Zu meinem Weggang: Ich werde innerhalb des Klinikverbundes wechseln und habe deshalb vorerst nur eine Versetzung beantragt. Genehmigt wurde mir 1. April - dafür hab ich den neuen Vertrag schon vorliegen..
Danke auf jeden Fall für die vielen Infos! Prima Sache!
Relaxometrie
08.01.2013, 08:41
Ich habe heute mal mit dem Verwaltungsleiter telefoniert, der gemeint hat, es würde sich nur um vitale Notfälle handeln.
Weil vitale Notfälle für fachfremde Ärzte ja auch so einfach zu beherrschen sind, da sie ja die Routine in den Vorlesungen im Studium entwickeln konnten?
Also: Rechtssicherheit schaffen und dann dieses abstruse Konstruktion notfalls ablehnen.
WackenDoc
08.01.2013, 18:41
Wasn das für´n Quatsch: Warum sollt ausgerechnet ihr die vitalen Notfälle versorgen wenn 10min weiter die "richtige" Gyn ist und der Bereitschaftsgynni bis zu 30 min rein braucht?
Dass die erstversorgt werden, wenn sie nun mal da sind ist ja das eine, aber das Thema hatten wir ja schon.
Ich habe heute mal mit dem Verwaltungsleiter telefoniert, der gemeint hat, es würde sich nur um vitale Notfälle handeln. Und mein Chef wüsste wohl schon seit Anfang Dezember Bescheid. Bequemerweise hat er vergessen, uns Bescheid zu geben...
Vielleicht fragst Du den Verwaltungsleiter mal, ob er Fieber hat? :-wand
Vitaler Notfall in der Geburtshilfe? -> Macht unterm Strich eine NOTSECTIO! Zeit für Anästhesie und OP-Team: max. 20 Minuten! Wobei 10 Minuten laut Fachgesellschaft angestrebt werden sollen! Und das beschreibt die Zeit von Entscheidung bis zur Entwicklung! Nur: wie willst Du denn die Entscheidung treffen, ob eine Notsectio angebracht ist? Und dann kommt das Problem der fehlenden Anästhesie und Gyn-Bereitschaft dazu.
In diesem Konstrukt könnt IHR nur Verlieren!!!
Und die Patientinnen und deren (ungeborenen) Kinder auch!
=> Hilft nur Druck gegenüber der Verwaltung machen, zur Not berufsrechtlich klären lassen. Versicherungen informieren / MB kontaktieren. Wenn das alles nicht fruchtet und die Verwaltung das Ding durchziehen will, kann man nur noch kündigen. Und schriftlich JEGLICHE Verantwortung ablehnen. Öffentlichkeit ist schwierig! Der Schuß kann auch nach hinten los gehen...
Hm, also ich persönlich muss sagen dass ich das alles nur so mittelmäßig schlimm finde.
Ich war selbst mal in einem kleinen Haus in dem ich nachts komplett allein war. Also als chirurgischer Assistenzarzt der einzig körperlich Anwesende und zuständig für ein paar internistischen und chirurgische Stationen. Wenn da ein Notfall kommt, z.B. ein Schlaganfall, dann hab ich nicht mal einen Hintergrund für sowas also hab ich ganz einfach den Notarzt gerufen. Was solls denn. Das sind Sachen für die ist keine Expertise da, kein auch nur annähernd sinnvolles Versorgungsniveau gewährleistet und im Röntgenbild hätte man auch nicht viel erkennen können (CT/MRT nachts und Wochenende nicht verfügbar).
Ebenso Kinder oder Schwangere. Kurz angesehen und dann entweder selbstständig weitergeschickt oder sofort verlegt mit Rettungsdienst oder Notarzt. Ich mach mich doch da nicht strafbar und weiß ja selbst dass ich keine Ahnung hab.
Es kann einem doch in einer Notaufnahme immer mal passieren, dass man fachfremde Patienten bekommt. Dann muss man das "nur" erkennen und versuchen Hilfe zu organisieren. Für die Patienten ist das nicht optimal. Solange sie selber kommen sind sie selbst schuld und wenn so jemand nachts vom Rettungsdinst gebracht wird ist der Rettungsdienst schuld.
Und wenn es nicht mal mehr eine Abteilung für Geburtshilfe gibt, wieso sollte ein Krankenhaus dann einen Bereitschaftsdienst dafür anbieten? Das wär ja genauso mit neurologischen, psychiatrischen, pädiatrischen usw. Notfällen.
Also wie gesagt: wenns keine Gynäkologie im Haus mehr gibt, und ein Gyn-Notfall kommt wen soll man denn dann rufen wenn nicht einen Chirurgen? Und in Wald- und Wiesenkrankenhäusern wirds einfach nie alle Fachabteilungen geben.
Man muss wirklich unterscheiden zwischen Gynäkologie und Geburtshilfe. In der Klinik wurde zwar die Geburtshilfe zugemacht, eine Gynäkologie existiert trotzdem noch. Jetzt sollte zwar keine Schwangere zur Entbindung mehr kommen, aber der blutende Abort oder die akute EU können trotzdem noch vor der Tür stehen.
Jule-Aline
20.01.2013, 18:46
zu Anignu: Das find ich bedenklich als Chirurg internistische Pat zu betreuen. Da übersieht man doch etwas.Außerdem würde ich bei dem aktuellen Pat.Rechtegesetz schon Problem sehen,da vermehrt die Leute klagen.Selbst der Notarzt ist froh,internistische Pat dem Internisten zu übergeben.
@Jule-Aline: es wird einem doch immer passieren, dass Patienten zu einem kommen mit Problemen/Krankheiten von denen man null Ahnung hat. Dann gibts 2 Möglichkeiten: entweder selber die Therapie festlegen (und sich dann verklagen lassen) oder klarstellen, dass man keine Ahnung hat und einen Facharzt mit Ahnung dazurufen.
Und natürlich ist der Notarzt auch froh die Patienten los zu sein, wenn er auch keine Ahnung hat. Aber darum gehts doch nicht. Ich leg ja auch keine Therapie fest. Ich mach Basismaßnahmen und ruf sofort den Internisten. So schnell wie es geht. Wär ja noch schöner da irgendwo die Verantwortung zu übernehmen, wenn ich nicht mal weiß und kapier für was ich eigentlich die Verantwortung übernehm.
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