Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Blutstropfen im Schnee
Ja, zügig... Schnittverletzung distaler Unterarm, volar, mit Durchtrennung von Gefäßen und Sehnen.
Schockraum. Ich hätte gerne: Anästhesie, Gefäßchirurg und Handchirurg (oder den Unfallchirurgen, wenn kein Hand- oder Plastiker vorhanden).
Edit: Man könnte noch über den Neurochirurgen nachdenken, wegen der durchtrennten Nerven. Bei uns hätten das die Plastiker / Handchirurgen miterledigt... aber man weiß ja nie! :-)
lupina81
09.02.2013, 20:59
Fahrt bleibt komplikationslos. Blutung steht. DMS Befund unverändert. Dank unseres guten Druckverbandes kann sogar die Luft aus der Manschette gelassen werden ;-). Abgeben und fertig?
Erdbeermond
09.02.2013, 21:00
Putzen wäre noch angesagt :D nachdem wir so ein tolles Blutbad veranstaltet haben.
lupina81
09.02.2013, 21:02
Die größte Sauerei ist ja in der Wohnung der Nachbarn. RTW ist clean :-)
lupina81
09.02.2013, 21:03
In der Klinik kommt der Assistenzarzt der Chirurgie. Gefäßchirurg kommt nach telefonischer Rückfrage "wenn es wirklich sein muss". Andere Disziplinen halten sich raus.
lupina81
09.02.2013, 21:04
Ist der Fall für euch erledigt? Kein komisches "Bauchgefühl"? Vergleicht nochmal geschilderten Unfallhergang und Ausmaß der Wunde ..
el suenio
09.02.2013, 21:06
War es vllt. doch eher ein Selbstmordversuch?:-nix Zumal er sich am linken Handgelenk verletzt hat --> Rechtshänder
lupina81
09.02.2013, 21:08
Als ich die Wunde das 1. Mal gesehen habe, fragte ich mich durch fantasierte Nachstellung, was man wohl tun würde, wenn man aus Versehen mit dem Handgelenk auf einen scharfen Gegenstand trifft ..
Erdbeermond
09.02.2013, 21:09
Ich hatte vorhin schon ein komisches Bauchgefühl... Aber ich kanns nicht verifizieren...
Suizidversuch kann ich mir nicht vorstellen, der ist doch ganz lieb mitgefahren.
Und nur weil ich in den Müll greife, schlitze ich mir ja nicht den unterarm komplett auf....
Und der Schweiß.... Hmpf
lupina81
09.02.2013, 21:11
Ganz genau .. ich ziehe die Hand doch reflektorisch weg und amputiere mir nicht fast die ganze Hand.
Man greift ja eigentlich nicht in was Spitzes, das dann einen so glatten Wundrand hinterläßt :-nix
Aber: im Endeffekt spielt das für uns und für die Patientenversorgung keine Rolle, oder? Nur die Neugier, die liebe Neugier, was? ;-)
Ist der Fall für euch erledigt? Kein komisches "Bauchgefühl"? Vergleicht nochmal geschilderten Unfallhergang und Ausmaß der Wunde ..
Naja, natürlich kann es, wie el suenio sagt, ein Suizidversuch gewesen sein.
Aber JETZT ist doch erstmal die Versorgung der Wunde wichtig. Und DIE Wunde ist ja nun mal nix, was man in der Ambulanz erledigt. Also schließt sich eine mehrstündige OP an, danach ggf. wegen des Blutverlustes und der Überwachung ein ITS-Aufenthalt. Also jede Menge Zeit, weitere Informationen zu bekommen.
ES SEI DENN: der Typ macht in der Ambulanz Unsinn! Aber warum sollte er nach einem Suizidversuch zum Nachbarn gehen, um sich helfen zu lassen, und es danach noch mal versuchen???
ÄHHHM: Was für einen Sport macht der Typ denn? Samuraischwertkampf? Death-Match?
el suenio
09.02.2013, 21:14
Suizidversuch kann ich mir nicht vorstellen, der ist doch ganz lieb mitgefahren.
Scheint ja auch nicht so gewesen zu sein. Aber wir hatten neulich fast den gleichen Fall und der Mann hat sich in die Badewanne gesetzt, sich mit jeweils einem Schnitt beidseitig die A.radialis angeschnitten, einige Sehnen und Nerven durchtrennt und anschließend selbst den Notruf abgesetzt. Also MÖGLICH ist alles:-music
lupina81
09.02.2013, 21:14
@ Brutus: Du hast natürlich recht, die Entstehungsart einer Wunde spielt für die Versorgung keine Rolle. Aber nach fachgerechter Versorgung und wertfreier Übergabe, wollen wir unsere Bedenken zum geschilderten Ablauf dem Kollegen (draußen) mitteilen?
Erdbeermond
09.02.2013, 21:19
El suenio, das kommt irgendwie öfter vor...genau den Fall kenne ich von drei Einsätzen (nicht persönlich, aber von Leuten, die dabei waren). Vielleicht wollen sie nicht von den Angehörigen gefunden werden?
Ich würde halt bei der Übergabe sagen, wie der Pat. Den Unfall geschildert Hat, dass mir das aber aufgrund der Wunde merkwürdig vorkommt.
Aber so wie der Gefäßchirurg auf die Voranmeldung reagiert Hat, kann ich mir nicht vorstellen, dass den das sonderlich interessiert.
lupina81
09.02.2013, 21:19
Der Patient war durchgängig kooperativ und ist auch selbst zu den Nachbarn gegangen. Auch in der Rettungsstelle blieb er ruhig. Ich persönlich glaube (auch wegen der sehr glatten Wundränder) an eine selbst zugefügte Verletzung. Möglicherweise hat er Angst bekommen. Mein Dilemma war nun die möglichst professionelle Formulierung dieses Bauchgefühls. Immerhin käme dann ein weiterer Fachkollege ins Spiel ..
lupina81
09.02.2013, 21:22
Aber so wie der Gefäßchirurg auf die Voranmeldung reagiert Hat, kann ich mir nicht vorstellen, dass den das sonderlich interessiert.
Das war ja das Problem. Keiner der Anwesenden interessierte sich für den Hergang. Der Chirurg meinte nur "da haben Sie aber Pech gehabt". Letztendlich wird der Patient nach der Wundversorgung wohl wieder in die Häuslichkeit entlassen worden sein. Ins Protokoll habe ich auch nichts geschrieben. War mir irgendwie zu unsicher.
el suenio
09.02.2013, 21:23
Vielleicht wollen sie nicht von den Angehörigen gefunden werden?
Ich glaub ja eher, dass man in eine Art Schockzustand verfällt, wenn man schon das ganze Blut sieht. Also ich könnte da nicht ruhig bleiben, selbst wenn ich mich umbringen wöllte...Wahrscheinlich eher Angst.
Man könnte die Leute ja auch fragen. Kommt auf die Umstände an.
Und warum nicht einen Verdacht unverfänglich formuliert mit aufs Protokoll schreiben? Die anderen waren ja nicht dabei, wenn Du nichts sagst, wie sollen die darauf kommen?
Ich hab das schon mal aufs Protokoll geschrieben (nach ungebremster Fahrt gegen Baum, von Pat. auch so bestätigt -nachdem wir gefragt hatten), mit vermeintlich etc. Formulierungen. So kann man jemanden später noch mal drauf ansprechen, der kann das ja immer noch dementieren, kann bei Gesprächsbedarf sich aber auch mitteilen. (vielleicht -mit psychologisch-psychiatr. Versorgung wird ja leider oft zurückhaltend umgegangen)
lupina81
09.02.2013, 21:40
Das habe ich mir dann auch gedacht. Mündlich übergeben hatte ich es ja. Aber mit Formulierungen wie "Wunde scheint nicht zum geschilderten Unfallhergang passen" oder "glatter Wundrand Vd Messerschnitt" wird es auch auf dem Protokoll unangreifbar. Aber den Patienten direkt fragen "wollten Sie sich umbringen" oder "ist möglicherweise doch etwas anderes passiert", den Mut (?) hatte ich nicht. Beim nächsten Mal bestimmt :-)
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